Beiträge von RH89

    Hallo RH,

    Habt ihr denn noch ein gemeinsames Konto ? Sonst mach ein Konto für dich wo er kein Zugang hat und da kommt alles drauf was dir gehört Kindergeld oder sonstige Zuschüsse .

    Wir hatten mein Konto als gemeinsames eingerichtet als ich in die 1. Elternzeit ging.

    Da hat er inzwischen keinen Zugriff mehr drauf. Mit diesem Konto ist das Problem, dass alle Rechnungen von da runter gehen und das bisschen was ich bekomme quasi direkt verpufft... Ich bin also angewiesen das er weiter darauf überweist um die Rechnungen zu zahlen. Und übrig bleibt nichts...

    Außerdem habe ich noch ein unterkonto eingerichtet letzte Woche, wo ich wenn sich die Gelegenheit mal bietet ein paar Euro drauf schicken kann, ohne dass es sofort wieder für Rechnungen oder mahnkosten drauf geht.

    Danke elly für deine Worte.

    Du hast recht, ich bin alleinerziehend.

    Und du hast sicher auch recht dass unser Leben besser, aber auf jedenfall leichter wäre, ohne ihn.

    Gerade für meine 3 jährige ist es auch sehr schwer, wenn er tagelang weg bleibt und dann zwar kommt aber tagelang im Bett liegt. Ihr fehlt ihr Vater ..

    Ich habe den Gedanken zu gehen oft.

    Es machen mir sehr viele Dinge sehr große Angst was mich im Moment noch am gehen hindert.

    Zum einen das finanzielle, ich bin derzeit in 2. Elternzeit in Folge - da kommt nicht viel rein. Ich hatte bereits beim Jobcenter mal nachgefragt das elterngeld aufstocken zu lassen bis die kleine einen Betreuungsplatz hat im Falle einer Trennung aber es wurde abgelehnt weil in 1. Linie er Unterhalt für Kinder und mich zahlen müsste (aber ich sehr nicht das das zuverlässig passieren könnte)

    Der 2. Punkt der mir große Angst bereitet ist:

    Er bleibt der Vater meiner Kinder.

    Er ist nur noch mit drogenabhangigen zusammen und ich sehe immer vor mein inneren Auge, wie er die Kinder dann an den Wochenenden abholt und ich die ganze Zeit Sorge habe, dass er irgendwelche Substanzen offen rum liegen hat, ob er es überhaupt schafft aufzustehen, wenn die Kinder Hunger haben, etc..

    Es ist sicher keine große Überraschung wenn ich sage so sahen in meiner kindheit die "Mutter Wochenenden" aus bis es endlich bewirkt wurde das ich nicht mehr hin musste und die Vorstellung meine Kinder erleben sowas zerreißt mich..

    Die suchtberaterin sagte mir im Dezember, meine Situation sei so verstrickt das meine einzige Möglichkeit ein Frauenhaus wäre.

    Ich bin noch nicht bereit dafür. Und ich bete jeden Tag das ich diesen liebevollen warmherzigen Menschen den ich geheiratet habe wieder bekomme.

    Du hast recht. Ich kann nichts dazu beitragen das er clean wird.

    Und sicher ist alles was ich gerade geschildert habe eine ausrede um diesem beängstigendem Schritt entgegen zu wirken.

    Ich lese seit gestern hier ein wenig mit und merke schon... Unsere Situation ist nicht einzigartig. Wahrscheinlich braucht man da nicht groß zu romantisieren, dass wir in ein paar Jahren auf diese schwere Zeit zurück blicken und uns sagen das hat uns nur zusammen geschweißt.

    Ich werde nochmal darüber nachdenken.

    Danke für den Anstoß

    Hallo zusammen,

    Ich hatte mich gestern vorgestellt und bin noch nicht sicher wie das hier läuft...

    Ich möchte gern meine Geschichte teilen, da ich das bisher noch mit niemanden so wirklich getan habe, hoffe ich das es mir helfen wird.

    Ich bin seit 7 Jahren mit meinem Mann zusammen. Von Anfang an war es so, dass er viel getrunken hatte.
    Am Abend eine Flasche Wein war für ihn eher wenig. Zum essen oder der abendgestaltung gehörte Alkohol immer dazu. Zudem, ziemlich zuverlässig 1 x wöchentlich ist er ausgegangen und auch häufiger mal abgestürzt.
    Gespräche darüber gab's am Anfang der Beziehung, er sagt er hat alles im Griff, ich habe es akzeptiert. Wir hatten eine sehr innige und liebevolle Beziehung.

    Im 1. Baby Jahr mit unserer 1. Tochter gab's viele Auseinandersetzungen. Wir haben uns voneinander entfernt. Ehrlich gesagt wir haben uns nicht von einander entfernt, ich habe ihn weg gestoßen. Es war als hätte meine Tochter mein Bedürfnis an liebe und Nähe komplett gedeckt und wer war nicht mehr von nöten.

    Ich habe spät gemerkt, wie sehr ich ihn verletzt hatte. Aber wir haben uns wieder gefangen, und sind wieder glücklich miteinander gewesen. Und dann hatten wir wieder einen kinderwunsch.

    Ich wurde 2022 wieder schwanger. Und damit fing es an. Aus 1 x die Woche eine Nacht "ausbrechen" wurden 2, 3 Nächte. Zum Alkohol kamen amphetamine dazu.
    Ich konnte ihn nicht mehr erreichen.
    Aber so beschäftigt mit meiner damals 2,5 jährigen, und schwangerschaftsbeschwerden habe ich es irgendwie geschafft mir darüber keine weiteren Gedanken zu machen.

    Unser Baby wurde geboren. Und er war nur noch weg. Mittlerweile eher 2 Tage die Woche zuhause statt 2 Tage raus.
    Ich war sauer und überfordert. Und fand ihn ganz böse, aber sah nicht das er ein Problem hatte.

    Im Sommer konnten wir schon keine Tagesausflüge mehr planen, da er es vor dem Nachmittag gar nicht mehr aus dem Bett schaffte.

    Ich erinnere mich an einen Ausflug nachmittags am wasserspielplatz.

    Alle 30 Minuten verschwand er auf Toilette (und zog amphetamine) und auf dem weg zu unserem Platz kaufte er jedes Mal ein neues Bier.

    Da fiel es mir wie schuppen von den Augen. Das ist weit weit weg von Genuss.

    Es kamen ständig neue Katastrophen. Er hat viel mehr Geld ausgegeben als wir hatten, wir konnten Rechnungen, Miete nicht mehr zahlen.
    Er hatte häufiger kleinere Unfälle, ist in parkende Autos gefahren, sekundenschlaf auf der Landstraße, auf der Autobahn in die Leitplanke. . Jedes Mal hatte er riesen Glück und "ist ja nichts passiert" war sein Argument weiter zu machen.
    Irgendwann verlor sein Auto. Von da an nahm er mein Auto wenn er ging und er nahm alles Bargeld, die Konten waren sowieso alle leergeräumt und überzogen.
    Ich musste immer dritte fragen, wenn wir Lebensmittel brauchten oder die Kinder neue Klamotten, etc...

    (wir sind aufs Land gezogen, in ein 1.000 Seelendorf. Es gibt hier keine öffentlichen Verkehrsmittel, keinen Supermarkt, Bäcker oder irgendwas an Einkaufsmoglichkeiten).

    Sehr lange fühlte ich mich 100% als Opfer.
    Wir wurden zurück gelassen wie ungeliebte Haustiere. Egal ob wir dringende Grundbedürfnisse hatten oder Wünsche, nichts stand über seinem drang zu konsumieren. Er lässt mich zurück, ohne Möglichkeiten die Kinder zu versorgen, Schert sich um nichts und genießt das Leben während wir darunter leiden.
    Das waren meine Gedanken, Tag ein Tag aus, gefühlt 24 Std täglich.

    Im Herbst nachdem er mir eine affäre gestand begannen wir eine Paartherapie. Durch die Therapeutin bin ich auf die caritas gestoßen und seitdem im Kontakt mit einer suchtberaterin.

    Inzwischen hatte ich unter seiner Sucht so gelitten, dass ich sehr schnell reizbar war. Wenn er tagelang verschwand ohne sich zu melden fühlte ich mich oft wie gelähmt. Ich habe viel geweint,..

    Dann kam ein Wendepunkt für mich. Er war wieder raus, seit 3 Tagen hatte ich nichts gehört.
    Dann rief er fröhlich und selbstverständlich an um mich zu informieren er käme am abend.
    Ich habe zum 1. Mal seit beinahe einem Jahr daran gedacht was ICH eigentlich will. Und ihm gesagt er soll weg bleiben.
    In den darauffolgenden 2 Tagen landete er 2 mal in einer ausnüchterungszelle. Er hatte eine drogeninduzierte Psychose und war der Meinung einige "Aufträge" von Passanten zu bekommen. Was nebenbei noch 3 anzeigen zur Folge hatte.

    Ein paar Tage lang war er schwer erschüttert von seinem neuen tiefpunkt. Aber das war schnell vergessen und ging weiter.

    Ich habe seitdem sehr daran gearbeitet meine Grenzen zu festigen und nein zu sagen.
    Ganz konkret heißt das zum Beispiel das ich jedes Gespräch, dass nicht unbedingt nötig ist vermeide, wenn er getrunken hat, wenn er nach tagelangem wach sein dann tagelang schlafen muss, muss er ins Gästezimmer weil es meine Energie raubt ihm dabei zuzusehen.
    Und wenn er sich mit einer line fit machen möchte um dann an Verabredungen oder Ausflügen teilzunehmen lade ich ihn freundlich aber bestimmt aus.
    Ich versuche nicht zu streiten, oder beleidigt zu sein, sondern es einfach zu sagen wie es ist.
    So wie du jetzt bist mag ich dich nicht und ich verbringe meine Zeit nicht mit Menschen die ich nicht um mich haben will.

    Seit ich nicht mehr versuche ihm unter allen Umständen zu ermöglichen Zeit mit mir und uns zu verbringen sondern ihn ausschließe wenn ich (und das war wichtig für mich zu lernen. ICH schätze seinen Zustand ein und ICH entscheide dann ob ich ihn gerade um mich haben will - vorher habe ich ihn immer gefragt "bist du denn fit / sober /... ?"), merke ich das der Konsum vor allem zuhause deutlich weniger wird.
    Ich hab das Gefühl meine Grenzen sind wichtig für uns alle.

    Er geht inzwischen auch zur suchtberatung, allerdings verschiebt er inzwischen auch wieder Termine und ich befürchte dass es sich aus schleichen könnte.

    Mir fällt zur Zeit am schwersten die Balance zu halten mich abzugrenzen aber ihn nicht komplett weg zu stoßen, denn er versucht inzwischen etwas zu ändern, und ich möchte ihn gerne unterstützen.

    Danke fürs Lesen

    Dankeschön!

    Ich bin übers Handy angemeldet und versuche mich noch zurecht zu finden auf der Seite..

    Ich habe es bereits erwähnt - ich bin mit einer Suchtberaterin im Kontakt, alle 2 Wochen telefonieren wir.

    Mir stellen sich in bestimmten immer wiederkehrenden Situationen ganz konkrete Fragen - zb Wie kann ich meine Grenzen in der Situation xy am besten "verteidigen", bzw essentiell wichtige Dinge für mich durchsetzen...

    Ist dieses forum für sowas richtig? Ich blick hier noch nciht durch ....

    Danke schonmmal

    Hallo zusammen,

    Ich möchte mich kurz vorstellen,

    Ich bin 35 Jahre alt und seit 7 Jahren mit meinem Mann zusammen.

    Er trank schon immer sehr regelmäßig "zu viel", was ich aber nie als Sucht eingeschätzt hatte.

    Seit meiner 2. (geplanten) Schwangerschaft (Herbst 2022) wurde der Konsum noch deutlich mehr, zudem kamen noch andere sucht Mittel hinzu (Amphetamine).


    Seit mittlerweile 6 Monaten bin ich in Kontakt mit der Caritas zur Co Suchtberatung.

    Leider hilft mir das nicht so weiter, wie ich gehofft hatte und ich erhoffe mir durch einen Austausch hier Sicherer im Umgang mit dem Thema zu werden, besser Fehler zu vermeiden und wieder etwas selbstbestimmter Leben zu können.


    Liebe Grüße

    RH89