Liebe Line33,
ich finde es klasse, dass du dich hier angemeldet hast! Und so offen sprichst. Du musst dich nicht schämen! Du steckst einfach sehr tief drin. Diese starke, entschlossene Seite, die du bei andern bewunderst gibt es mit Sicherheit auch in dir - schließlich hast du dich hier mutig angemeldet und willst etwas ändern. Und du hast selbst schon viel überstanden, wie du geschrieben hast. Vielleicht ist es aber gerade deshalb so schwer auszusteigen.
Aber du hast es ja schon mal geschafft?! Du schreibst ihr wart getrennt, nachdem er dich früher betrogen hatte. Wo hast du damals die Kraft her bekommen? Im Grunde hat er auch jetzt eine Geliebte: der Alkohol!
Wichtig ist zu verstehen, dass eine Trennung NICHT das Ziel haben kann, ihn damit dazu zu bewegen abstinent zu werden. Eine Trennung wäre ein Schritt für DICH SELBST und für deine Kinder! Damit du und deine Kleinen ein gutes Leben habt.
Sich innerlich tatsächlich frei davon zu machen den Partner beeinflussen, bekehren, ändern zu wollen ist schwer, wenn eine Co-abhangigkeit besteht. Es geht darum einzusehen, dass ich nichts machen kann, zu kapitulieren vor der Sucht, die stärker ist. Also nicht nur der Alkoholiker "muss" kapitulieren, sondern auch die Angehörige.
Du schreibst, dass er sauer ist, wenn du dich um die Kinder kümmerst und nicht um ihn. Er ist aber kein Kind. Er ist erwachsen. Behandele du ihn auch so wie einen Erwachsenen. Du musst ihn nicht "motivieren".
Leider wird es nie "nur ein schlechtes Kapitel " im Leben sein, denn er wird für immer Alkoholiker bleiben, wird immer damit leben müssen, auch wenn er es schaffen würde trocken zu werden ist die Geschichte nie aus, sondern es ist sozusagen ein Fortsetzungsroman.
Aber du kannst ein neues Buch schreiben für dich und deine Kinder und entscheiden ob er darin weiter die Hauptrolle spielt oder ob du dich selbst und auch deine Kindern in den Vordergrund stellst.
Das wünsche ich dir! Und dabei würde ich dich auch gerne unterstützen!
Alles Liebe,
Jump! 🏵️