Beiträge von Jump!

    Liebe wardasalles,

    ich habe deinen Faden die ganze Zeit verfolgt. Ich kann mich mit so vielem identifizieren! Deine Schritte sind so klar und mutig und trotzdem gefühlvoll, ganz nah bei dir selbst. Das war für mich auch ein Anstoß mich selbst hier anzumelden.

    Ich hoffe sehr du vesinkst jetzt nicht im geschlossenen Bereich und ich darf noch mitbekommen wie es für dich weiter geht.

    Ich wünsche dir viel Kraft und weitehin Mut. Alles Liebe,

    Jump!

    Lieber Nayouk,

    vielen Dank für deine Frage!! Da grübel ich jetzt schon seit gestern drüber. Die Frage hört sich so einfach an, aber wenn ich mir das so richtig vorstelle, dann wird es kompliziert.

    Also mein Märchen-Ich will natürlich, dass nur mein Mann sich verändert, also trocken bleibt und dann wäre alles gut.

    Mein Superwoman-Ich stellt sich vor wie ich ausziehe in in eine Wohnung in der Stadt in der ich auch arbeite, wo auch meine sozialen Kontakte sind.

    Ich würde so gerne noch eine Variante finden in der ich bleiben kann und trotzdem zufrieden wäre, aber da fällt mir nichts ein. Verleugnung funktioniert nicht mehr seit dem Krampfanfall. Genauso wenig ignorieren und mich um mich kümmern - das hatte ich lange Zeit ganz gut hingekriegt, aber die Panik vor einem neuen Anfall wäre zu groß.

    Und dann kommen die ganzen "aber"s. Das Hamsterrad ist nämlich auch in meinem Kopf und nicht nur in meinem Handeln/Leben.

    ABER ich will nicht unser Haus aufgeben, das wir mit so viel Arbeit und Liebe selbst saniert haben.

    ABER ich kann nicht unsere wilden Freigänger-Katzen mit in die Stadt nehmen.

    ABER das wird alles zu teuer.

    Aber...

    Und wenn ich jetzt ganz furchtbar ehrlich zu mir bin, dann gibt es auch noch so eine klebrige Bequemlichkeit. Mein Mann ist ja ein funktionierender Spiegeltrinker. Er arbeitet, er macht sehr viel im Haushalt, im Garten und durch sein schlechtes Gewissen mir gegenüber versucht er quasi alles "auszugleichen". Es gibt sozusagen auch einen "sekundären Krankheitsgewinn" bei mir, auch wenn sich das jetzt vieleicht komisch anhört...

    Soweit erstmal von

    Jump! im Hamsterrad

    Aus, futsch, Ende, Hoffnung zerstört.. natürlich! war ja auch allen klar, allen außer mir!, die Mal wieder den Grammy in Verleugnen und Realitätsverlust bekommt.

    Er trinkt morgens und mittags und timed das so, dass er wieder bei 0 ist, bis ich von der Arbeit komme. Er hat einen Alkoholtester.

    Und jetzt? Ich hab mir extra den Namen Jump! gegeben, weil ich den Mut aufbringen will raus zu springen aus dem Hamsterrad. Und was mache ich: nix. Ich bin eher wie eine klebrige zähe Haftcreme oder eine schleimige Schnecke, von Sprung keine Spur.

    Ich weiß, ich sollte meine Wut nicht gegen mich, sondern in Veränderung stecken. Ich fürchte ich bin ein schwerer Fall :cursing:

    Jump! die Schnecke

    Ja, bei "Neustart" habe ich an mein Notebook gedacht ;) - wäre toll, wenn eine "Systemaktualisierung" reichen würde und ich noch beim "alten Betriebssystem" bleiben könnte, aber ich fürchte das wird nix mehr, zu viele "Abstürze" und der Akku ist auch kaputt...

    Ich lese ja schon seit einigen Monaten hier im Forum. Seitdem habe ich schon einiges verändert, ihn nicht mehr kontrolliert, nicht mehr versucht ihn am Wochenende trocken zu kriegen...er ist dann auch richtig tief im Rausch versunken, noch schlimmer als sonst, kompletter Kontrollverlust. Aber das war gut. Denn durch den Krampfanfall ist er zutiefst erschrocken und so entschlossen wie nie abstinent zu sein. Jetzt hab ich auch selbst erst richtig kapiert was gemeint ist mit "Hilfe durch nicht-Hilfe".

    Die letzten drei Wochen waren schön, vielleicht zu schön, trügerisch schön? Wenn ich montags arbeiten gehe, dann zerreißt es mir das Herz, denn ich fürchte: jetzt geht's wieder los, dann ist alles wieder vorbei, dann ist er wieder unerreichbar. So oft erlebt.

    "Mach dein Ding draus" hört sich so frei und selbstbestimmt an, so wie ich eigentlich auch bin. Ich fürchte ohne Riesensprung wird das nix.

    Jump!

    Hallo ihr da draußen irgendwo,

    ich will mein altes Leben nicht mehr! Ich will nie mehr leere Flaschen finden, angelogen werden, Alkoholfahne riechen, Diskussionen im Kreis führen, mich so sehr einsam fühlen... Ich will einen kompletten Neustart. Aber geht ein neues Leben im alten?

    Mein Schockerlebnis war vor 3 Wochen, als mein Mann während seines gefühlt tausendsten kalten Entzugs einen epileptischen Anfall hatte. Das will ich nie, nie mehr erleben müssen.

    Ich habe Angst, dass alles schleichend wieder anfängt, er es nicht schafft abstinent zu bleiben und ich es dann trotzdem nicht schaffe den Absprung zu machen.

    Deshalb hab ich mich hier angemeldet. Ich bin Mitte 50 und ich will keine Zeit mehr verplempern.

    Alles Liebe 🏵️

    Jump!