Liebe releasme,
dein Mann ist süchtig. Er kann nicht einfach so aufhören zu trinken. Ich habe aber den Eindruck du versuchst das immer wieder zu erzwingen. Dass das dann schief geht ist klar. Ihn also unter Druck zu setzen mit: "DU musst das Auto fahren, ich fahre nicht" funktioniert nicht. Eher: ich fahre alleine mit den Kindern. Punkt.
Das selbe dachte ich, als du vor einer Weile empört geschrieben hast, dass er sich im Eisladen eine Dose Bier gekauft hat (ohne sie zu öffnen). Er "braucht" das, um nicht in einen Entzug zu kommen, vermute ich. Er ist süchtig.
Er muss zuerst in eine Entgiftung und einen begleiteten Entzug machen. Ich habe den Eindruck, dass du den ganzen Ernst der Lage selbst noch nicht richtig verstanden hast. Da hilft keine Liebe, kein Druck, kein Weinen und Flehen. Er muss trinken. Das ist alles vergebene Mühe und führt nur zu Streit und Eskalation.
Bleib bei dir! Bei dir selbst: ich will nicht mit einem alkoholisierten Mann zusammen sein - daher mache ich etwas ohne ihn. Ich fahre natürlich selbst Auto, denn ich weiß , dass er entweder betrunken ist, oder im Entzug und das ist beides gefährlich - ich nehme ihn aber nicht mit. Ich diskutiere auch nicht, ich mache. Ich plane mein Leben ohne ihn, weil alles andere heißt, ich verleugne die Realität. Und ich mache das ganz ohne Vorwurf und auch icht demonstrativ. Es geht mir nicht darum ihm eins auszuwischen, sondern darum für mich zu sorgen. Ich trenne mich auch nicht, um ihn damit zu schockieren oder zum Umdenken zu bewegen, sondern weil ich mich damit um mich selbst kümmere. Mir wieder ein lebenswertes Leben erschaffe.
Releasme, dein Mann ist süchtig. Ich glaube du selbst musst das ganze Ausmaß noch begreifen. Da hilft kein vernünftiges Reden, kein Zwingen, kein Strafen, keine Liebe, kein Vorwurf.
ich wünsche dir aus 'releasme' wird bald: I release myself! Und irgendwann dann: released!
Deine Verzweiflung verstehe ich sehr gut!
Jump! 🏵️