Beiträge von Jump!

    Liebe releasme,

    dein Mann ist süchtig. Er kann nicht einfach so aufhören zu trinken. Ich habe aber den Eindruck du versuchst das immer wieder zu erzwingen. Dass das dann schief geht ist klar. Ihn also unter Druck zu setzen mit: "DU musst das Auto fahren, ich fahre nicht" funktioniert nicht. Eher: ich fahre alleine mit den Kindern. Punkt.

    Das selbe dachte ich, als du vor einer Weile empört geschrieben hast, dass er sich im Eisladen eine Dose Bier gekauft hat (ohne sie zu öffnen). Er "braucht" das, um nicht in einen Entzug zu kommen, vermute ich. Er ist süchtig.

    Er muss zuerst in eine Entgiftung und einen begleiteten Entzug machen. Ich habe den Eindruck, dass du den ganzen Ernst der Lage selbst noch nicht richtig verstanden hast. Da hilft keine Liebe, kein Druck, kein Weinen und Flehen. Er muss trinken. Das ist alles vergebene Mühe und führt nur zu Streit und Eskalation.

    Bleib bei dir! Bei dir selbst: ich will nicht mit einem alkoholisierten Mann zusammen sein - daher mache ich etwas ohne ihn. Ich fahre natürlich selbst Auto, denn ich weiß , dass er entweder betrunken ist, oder im Entzug und das ist beides gefährlich - ich nehme ihn aber nicht mit. Ich diskutiere auch nicht, ich mache. Ich plane mein Leben ohne ihn, weil alles andere heißt, ich verleugne die Realität. Und ich mache das ganz ohne Vorwurf und auch icht demonstrativ. Es geht mir nicht darum ihm eins auszuwischen, sondern darum für mich zu sorgen. Ich trenne mich auch nicht, um ihn damit zu schockieren oder zum Umdenken zu bewegen, sondern weil ich mich damit um mich selbst kümmere. Mir wieder ein lebenswertes Leben erschaffe.

    Releasme, dein Mann ist süchtig. Ich glaube du selbst musst das ganze Ausmaß noch begreifen. Da hilft kein vernünftiges Reden, kein Zwingen, kein Strafen, keine Liebe, kein Vorwurf.

    ich wünsche dir aus 'releasme' wird bald: I release myself! Und irgendwann dann: released!

    Deine Verzweiflung verstehe ich sehr gut!

    Jump! 🏵️

    Liebe releasme, ich lese bei dir immer still mit, es rührt mich was du schreibst und erinnert mich in vielem an mich selbst.

    Vor sehr langer Zeit habe ich mal in einem Frauenprojekt gearbeitet. Wir haben Vorträge zum Thema "Häusliche Gewalt" gehalten, präventiv, also für nicht-betroffene Frauen, Mitarbeiterinnen von Unternehmen. Diese waren natürlich entsetzt und dann empört weshalb die Frauen denn nicht gehen, wenn sie sowas erleben. Kopfschüttelnd haben sie gefragt warum "die" sich das "gefallen lassen"?

    Wir haben dann eine ganz andere Frage gestellt: Ob sie schon mal in einem Job waren, den sie zunehmend nicht mehr mochten, in dem die Arbeitsbelastung viel zu hoch war, sie keine Anerkennung von der Leitung bekommen haben, vielleicht sogar blöde Kommentare, zu wenig Geld verdient, Überstunden, morgens schon das Gefühl hatten ich will da nicht mehr hin, vielleicht sogar schon psychosomatische Beschwerden ...so dass sie immer mehr in ein burn-out geschlittert sind? Da haben die meisten geknickt.

    Dann kam die Frage: und warum sind Sie geblieben? Weshalb haben Sie nicht einfach gekündigt?:

    Ich dachte es wird bestimmt irgendwann wieder besser; jetzt bin ich schon so lange in dieser Firma; woanders ist es vielleicht auch nicht besser; ich dachte es liegt an mir, ich muss mich mehr anstrengen; mir wurde eine Beförderung versprochen; ich habe das Geld gebraucht; ich muss meine Familie versorgen; ich wollte die Kollegen nicht im Stich lassen; in meinem Alter nimmt mich bestimmt keiner mehr; ich habe mich nicht getraut mich woanders zu bewerben; hier kenne ich alles; ich dachte, wenn ich mich mehr anstrenge sieht mein Chef irgendwann, was er an mir hat; ich dachte durch eine Fortbildung wird es besser; dachte ich bilde mir das villeicht nur ein, bin zu empfindich; hatte gehofft es gibt eine Umstrukturierung; so einen sicheren Arbeitsplatz gibt man nicht einfach auf, usw.

    Jetzt hatten sie verstanden, nein, sie konnten nachfühlen weshalb es nicht so einfach ist zu gehen. Sie wurden nachdenklich.

    Du bist nicht blöd! Das selbe Wort habe ich früher auch zu mir gesagt: entweder ich bin zu blöd oder co-abhängig?! Heute sehe ich diese schleichende Dynamik, die immer schlimmer wird, in der keine normalen Gesetze mehr gelten, weil Sucht alles aushebelt; die langsam alle Ressourcen auffrisst und schließlich in einem burn-out endet, was wiederum die Kraft raubt, um noch auszusteigen.

    Deshalb ist es so wichtig dir Unterstützung zu holen, wie bei deinen wunderbaren Freundinnen! Und in Urlaub zu fahren, Abstand zu bekommen! Abstand ist für mich entscheidend. Raus aus dem täglichen Strudel. Den Kopf wieder klar kriegen.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Hallo ☀️,

    du hattest eine gute Anwältin aber vor allem, also wirklich zuallererst, hast du selbst entschlossen gehandelt. Du hast nicht gezögert und geschont, nicht beschönigt und verharmlost. Du hast die entsprechenden Beweise gesammelt. Die Polizei gerufen. Dich nicht einschüchtern lassen. Deine Kinder geschützt. Du warst klar.

    Nur deshalb konnte die Anwältin dir nun auch helfen.

    Und genau das hilft nun auch deinen Kindern ungemein. Das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Ich kann mich wehren. Muss nicht kuschen. Wir sind handlungsfähig.

    Ich würde jetzt erst mal abwarten. Das muss sich ja alles erst mal setzen. Und ich würde mich wundern, wenn es nicht noch zu Problemen mit deinem XY kommt.

    Rückhalt bei dir, der Oma (wo sie, waren), bei Freundinnen, vielleicht Schreiben, Musik, Lesen, Raus-gehen, Reden, Malen, Schwimmen...es muss nicht immer Psychotherapie sein. Gebt euch Zeit.

    Und schaue auch auf dich selbst! 🏵️

    Mensch Sonnenschein, das ist wirklich stark!

    Ich habe oft an dich gedacht, freue mich, dass du dich gemeldet hast.

    Jetzt hoffe ich er hält sich dran.

    darf er ab sofort die Wohnung ohne meine Zustimmung nicht mehr betreten und noch vieles mehr.

    Vielleicht kannst du über das "noch vieles mehr" bei Gelegenheit nochmal was schreiben. Aber jetzt lass den Stein vom Herz erst mal weiter rollen...hoffe er plumpst dann in Mexiko in den Pazifik und taucht nie mehr auf.

    Es muss so schwer gewesen sein, das alles durchzuziehen - aber du hast es gemacht! Ich ziehe echt meinen Hut vor dir.

    Jemanden gegen seinen Willen einzuweisen ist mit sehr hohen Hürden verbunden. Und die Polizei hat erkannt, dass er nicht wirklich akut gefährdet ist, sondern dich manipulieren wollte.

    Jetzt versuche erst mal wieder einen kühlen Kopf zu bekommen. Du bist seelisch quasi in der Waschmaschine durchs Schleuderprogramm gedreht worden. Sowas ist extrem aufwühlend. Du hast das aus meiner Sicht richtig gemacht mit der Polizei. Im Nachhinein ist man immer schlauer.

    Ich hoffe du hast jetzt genug zusammen für eine schnelle Wohnungszuweisung.

    Er kann doch in ein anderes Hotel oder in eine Ferienwohnung... Das sind üble Machtspiele. Ein Versuch dich einzuschüchtern.

    Nicht dass du mich falsch verstehst: ich finde es absolut richtig, dass du die Polizei hin geschickt hast. Wenn jemand seinen Suizid ankündigt, dann ist das die angemessene Reaktion.

    Ich frage mich nur was deine eigene Motivation für die Einsätze war? Hast du dich bedroht gefühlt oder hast du dir Sorgen um ihn gemacht - das habe ich noch nicht verstanden?

    Oder um dich abzugrenzen und klar zu machen, dass solche Nachrichten eine Konsequenz haben? Letzteres hast du ja erreicht. Und dass er wütend wurde und dich beschimpft zeigt, dass du dich eben nicht so verhalten hast wie er wollte.

    Auch das ist jetzt offiziell dokumentiert.

    Alles Gute für den Termin mit deiner Anwältin morgen. Ich hoffe die Wohnungszuweisung geht jetzt schneller. Lass dich nicht aus dem Konzept bringen. Ich denke an dich! 🏵️

    Hallo Sonnenschein, ich verstehe deinen Ärger, aber da kann die Polizei ja nun nix dafür 😳. Die können niemanden zwangseinweisen, weil er Tabletten postet - sondern nur jemanden, der die auch wirklich vor hat zu nehmen.

    Dass es danach schlimmer wurde liegt nicht an denen, sondern an deinem xy.

    Dass er aus dem Hotel fliegt, liegt ebenfalls nicht an der Polizei, sondern daran, dass er dir solche Sachen schickt.

    Dass er so dreist zugibt, dass er dich nur provozieren wollte, ist unverschämt.

    Weshalb blockierst du ihn nicht? Und weshalb schickst du eigentlich die Polizei? Aus Sorge um ihn? Das hatte ich mich letztes Mal auch schon gefragt. Und weshalb soll die Polizei jemanden retten, der das nicht will und dich "nur" schikaniert?

    Er spielt mit dir.

    Oh je, Sonnenschein, ich hole das Mal zu dir:

    Vor ca. 2 Wochen ist er das erste Mal gegenüber meiner großen Tochter Handgreiflich geworden und hat sie ganz schlimm beschimpft, nachdem sie ihn beim Trinken erwischt hat. Ich hab ihn wieder vor die Tür gesetzt. Seit dem betreibt er Psychoterror.

    Das ist für mich das fehlende Puzzlestück zwischen Klinik und erneutem Hotel. Jetzt verstehe ich. Das ist ja heftig!

    Aber jetzt bist du ganz Löwenmutter 🏵️

    Liebe Odenwald, ich verstehe deine Verzweiflung. Es ist schwer hilflos zuzusehen wie sich der eigene Mann komplett ruiniert. Und es nicht aufhalten zu können.

    Aber du kannst tatsächlich nichts dagegen machen.

    Du schreibst du bist müde, innerlich leer, ausgelaugt. Du steuerst auf einen eigenen Zusammenbruch zu, wenn du dich nicht raus ziehst.

    Er kann mit der Suchtberatung klären, welche Möglichkeiten es noch gibt. Und velleicht einen Psychiater aufsuchen, wenn er suizidal ist.

    Hier kannst du aber selbst ansetzen:

    Solange er aber hier mit mir unter einem Dach lebt, übernehme ich automatisch die "Versorgung bzw. das Kümmern". Tut mir nicht gut.

    Was heißt "Automatisch"? Wenn es dir nun bewusst ist, dann kannst du doch gegensteuern. Vielleicht überlegst du mal wo du dich rausziehen kannst?

    Ich selbst habe mich räumlich getrennt, nachdem mein Mann zum x-ten Mal wieder getrunken hat. Deshalb mein Name Jump!, weil ich mich hier angemeldet hatte, um den Absprung zu schaffen, wenn es wieder los geht.

    Und ich hatte auch diese extreme Panik mein Mann könnte dann bewusstlos da liegen, verbluten, sich umbringen. Ich habe ja schon so oft den Rettungswagen gerufen. Ich habe jetzt seit 10 Monaten eine eigene Wohnung und es ist viel weniger dramatisch geworden. Ich habe den Eindruck er passt jetzt mehr auf sich auf, weil er weiß, dass ich nicht mehr als Superwoman angeflogen komme.

    Das war für mich aber auch ein Prozess. Ich hatte einmal die Polizei gerufen (war aber unnötig/ich hatte mich rein gesteigert in meine Horror-Fantasien) und er war stocksauer. Ich fand es aber trotzdem gut, damit er merkt, dass es Konsequenzen hat, wenn er mir kryptische Nachrichten schickt, die sich für mich suizidal anhören. Macht er seitdem auch nicht mehr. Und einmal hatte ich die Rettung alarmiert, nachdem er mir quasi einen Notruf geschickt hatte. Er hatte aber nicht damit gerechnet, dass statt mir dann direkt die Sanitäter an seinem Bett stehen. Ist dann aber dankbar mitgegangen.

    Seither kümmert er sich jedenfalls selbst und ich "lerne" mehr und mehr mich raus zu halten, was mir immernoch schwer fällt. Aktuell ist er in der Entgiftung, wo er sich eigenständig angemeldet hat und mal nicht per Rettungswagen hin gebracht wurde, sondern frühzeitig hin ist. Wieder will er es schaffen. Diesmal. Unbedingt. Wissend er steht mit dem Rücken an der Wand. Ich glaube ihm das, aber erlebe die Sucht als zu mächtig für ihn.

    Ich sehe ihn nur, wenn er nüchtern ist, sonst nicht. Das ist eine klare Ansage. Da gibt es nichts zu diskutieren.

    Ich muss aber betonen, dass er niemals beleidigend war. Odenwald das ist etwas was du auf keinen Fall aushalten solltest! Ein No-Go!

    Die Kinder und ich sind seelisch und körperlich am Ende - er klammert und will uns nicht verlieren. Im Suff beschimpft er uns aber aufs Übelste.

    Wenn ich dich lese, dann habe ich außerdem den Eindruck, dass du im Grunde nur noch aus Mitleid bei ihm bist, aber selbst längst weit weg sein möchtest. Dann mach' das! Es ist doch auch dein Leben! Du kannst dich doch nicht aufopfern und dein eigenes Leben weg schmeißen. Du bist doch auch selbst was wert.

    Ja, es kann sein, dass er stirbt. Aber wenn du so weitermachst wie bisher, dann sterben zwei!

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Liebe ☀️, wie war die letzte Nacht? Bist du noch bei deiner Freundin?

    Ich habe nochmal deinen Faden überflogen. Da ist mir bewusst geworden welche Stärke du immer wieder aufgebracht hast in den letzten Jahren!! Ich bin beeindruckt. Auch wie klar du vieles beschrieben hast.

    Ich hatte auch nicht mehr auf dem Schirm, dass du vor einiger Zeit heraus gefunden hattest, dass er noch eine andere Droge nimmt, außer Alkohol. Das würde vielleicht dieses rapide psychoseähnliche wirre Verhalten erklären.

    Denn vor zwei Monaten hattest du ja noch geschrieben, dass er in einer Klinik ist. Du ihn dort mit den Kindern regelmäßig besuchst. Er wegen Depressionen behandelt wird. Vielleicht gibt es jetzt noch die Kombi mit Psychopharmaka. Ich hatte es so verstanden, dass sogar im Raum stand, dass er wieder einziehen könnte, falls er die Behandlung dort beendet und nicht abbricht.

    Ist das der Grund weshalb er noch Miete zahlt und nur im Hotel wohnt. Denkt er, er kann irgendwann zurück kommen? Es ist so paradox, dass er zwar tatsächlich weg gegangen ist, aber irgendwie nicht richtig. Also du hast es ja geschafft ihn raus zu kriegen, das ist ja erstaunlich, dass er das grundsätzlich so akzeptiert hat.

    Ich erlebe dich als sehr vernünftigen, klaren Menschen, die ihre Schritte sorgsam plant. Das ist gut. Und du hast auch geschrieben, dass du nicht alleine bist, unterstützende Freundinnen hast. Auch beruflich auf festen Beinen stehst und finanziell vorgesorgt hast. Durch das Lesen ist mir nochmal klar geworden wie schwer auch dein innerer Ablösungsprozess war und was es bedeutet, dass du jetzt schreibst, du willst ihn aus deinem Leben streichen. Was alles passiert ist, bis du nun an diesem Punkt bist.

    Meine Idee mit dem Vorhängeschloss gefällt mir übrigens richtig gut. Das haben doch ganz viele und da er woanders wohnt, kann es doch nicht verboten sein, sich nachts vor Einbrechern zu schützen.

    Wünsche dir so sehr, dass du wieder zur Ruhe kommst, kommen kannst. 🏵️

    Also meine Erfahrung in den Bar-Café-Snack-was-auch--immer-Läden in Italien und Spanien ist, dass es zwar Alkohol zu bestellen gibt, aber dass die Einheimischen überwiegend vor ihrem Espresso sitzen. Es sind die Touris, die ihr obligatorisches Bier etc. vor sich haben. Und wenn ich wo bin außerhalb der Touristenzonen, dann falle ich eher auf, wenn ich Alk ohne Essen bestelle. Und wenn eine Gesellschaft vom Essen aufsteht, habe ich schon sehr oft bemerkt, dass die Gläser und die Flasche noch mehr als halb voll sind und einfach stehen gelassen werden.

    Kaum irgendwo wird so viel und akzeptiert gesoffen wie hier in Deutschland.

    Oh je liebe Sonnenschein, das ist ja heftig!

    Ich denke es war trotzdem gut die Polizei zu rufen, denn auch wenn er sauer ist, so weiß er nun trotzdem, dass es "auffällt", wenn er sich so benimmt. Scheu dich nicht die wieder zu rufen, wenn du bedroht wirst.

    Ich hoffe deine Anwältin ist schnell erreichbar.

    Was würde denn passieren, wenn du das Schloss trotzdem einfach wechselst? Oder ein Vorhängeschloß anbringst, dann kannst du wenigstens von innen abschließen? Würde er dich dann verklagen, hat er überhaupt noch klare Momente, um einen Anwalt aufzusuchen? Was genau wäre die Konsequenz? Ich weiß nur, ich könnte da keine Nacht mehr schlafen, wenn ich nicht abschließen könnte. Und da wäre mir persönlich egal ob das jetzt erlaubt ist oder nicht.

    Er kann ja auch nicht ewig im Hotel wohnen. Und irgendwann fällt er dort doch auch auf. Dann steht er wieder auf der Matte?

    Okay, Schritt für Schritt. Du berätst dich mit deiner Anwältin. Wie gesagt würde ich eine Frauenberatungsstelle und den Sozialpsychiatrischen Dienst noch kontaktieren, weil die da viel Erfahrung haben.

    Und ich hoffe du bleibst bei deiner Freundin. Eine alkoholbedingte Psychose in Kombi mit Eifersuchtswahn ist extrem gefährlich. Du musst jetzt nicht die furchtlose Amazone geben, sondern deinen eigenen Schutz an die vorderste Stelle setzen.

    Jetzt bitte nicht falsch verstehen. Ich versuche mal was zu formulieren, was schnell falsch verstanden werden kann.

    Ich habe oft den Eindruck, dass es sowas wie eine Opfer- und eine Macher-Mentalität gibt. Ich erkläre es:

    Ich selbst gehöre auch zu denen, die sich immer schnell in der Defensive fühlen. Und zwar egal wie die Ausgangslage ist. Beispiel: als Mieterin hatte ich früher "Angst" vorm Vermieter, dass der Eigenbedarf anmeldet, eine komplette Renovierung verlangt beim Auszug bla bla bla. - Ich bin aber auch selber Vermieterin. Und als solche habe ich wiederum "Angst" die Mieter zahlen nicht, dann muss ich die zwangsräumen, ich bleibe auf dem Geld sitzen etc. Ich fühle quasi mich immer unterlegen bzw. habe irgendwie verinnerlicht, dass ich den Kürzeren ziehen werde. Keine Selbstwirksamkeit habe.

    Und dann gibt es Leute, die lassen sich durch nichts einschüchtern. Mein früherer Vermieter hatte einen heftigen Nachbarschaftsstreit und meinte strahlend: das macht mir richtig Spaß denen jetzt einzuheizen.

    Ich kenne auch Väter, die ihre Kinder grundlos vorenthalten bekommen von Müttern, und die dem rechtlich partout nicht bei kommen, weil die das sehr geschickt machen. Und dann eben verzweifelte Mütter, die mit schwerem Herzen ihre Kinder zum Vater geben, obwohl sie Sorge haben was da passiert.

    Bei mir selbst ist es so, dass ich aufgrund meiner Erwartung, dass ich unterlegen sein könnte, dann direkt alle verfügbaren Geschützte auffahre, und eher übers Ziel hinaus schieße.

    Jedenfalls haben ich den Eindruck es hat auch viel mit meinen (oft geschlechtsspezifischen) Prägungen und Mustern zu tun, ob und wie sehr ich mich wehre.

    Damit will ich jetzt aber keine Täter - Opfer - Umkehr betreiben, bloß nicht. Aber ich hinterfrage was ich mir wirklich gefallen lassen "muss". Es ist ja auch oft diese gelernte Hilflosigkeit, gerade als Partnerin eines Alkoholikers.

    Das sind meine Gedanken dazu. Liebe Sonnenschein, du weißt ja, was nicht passt, lass einfach liegen.

    Ich denke an dich du tapfere ☀️,

    Jump! 🏵️

    P.S. Bei der scheppernden Dose musste ich daran denken, wie ich das als Kind gemacht habe, um Einbrecher oder Monster zu entlarven. Wahlweise mit Stuhl unter der Türklinke oder Konstruktionen, bei denen dem Eindringling was auf den Kopf gefallen ist, oder auch Stolper-Schnüre... Anscheinend hat es geholfen, denn niemals hat es ein "Böser" zu mir geschafft 😉

    Guten Morgen Sonnenschein,

    weiß dein Anwalt denn schon von dieser neuesten Entwicklung, also dass er vor deinem Bett stand?

    Ich würde mich trotzdem mal bei der Polizei beraten lassen.

    Und bei der Frauenhilfe. Und dem Sozialpsychiatrischen Dienst.

    Wegen dem Jugendamt: deine Kinder sind doch schon Jugendliche, die können ja auch selbst sagen wie es ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du da was zu befürchten hast.

    Ich kann nur hoffen, dass er aufgibt und sich einfach verflüchtigt

    Wenn du darauf wartest, dann hört es vielleicht nie auf.

    Laut Anwalt kann ich eine Wohnungszuweisung beantragen.

    Deshalb würde ich das machen. Die Schlammschlacht gibt es doch jetzt sowieso schon.

    Ich habe oft den Eindruck, dass Frauen sich viel zu wenig wehren, aus Angst vor Gegenaggression, aus rechtlicher Unsicherheit, Vorsicht. Aber anders wird es doch nicht besser.

    Was ist denn, wenn er wiederkommt und wieder einzieht? Das darf er dann ja auch anscheinend. Dann bleibt dir ja sonst nur, dass du selbst ausziehst.

    Hast du dich eigentlich schon an das JA gewandt? Ich habe das jetzt nicht mehr im Kopf. Und an den Sozialpsychiatrischen Dienst?

    Ich denke auch, dass die Polizei das ernst nimmt, wenn du sagst du fühlst dich bedroht. Und es wäre ein deutliches Zeichen an ihn.

    Mit dem Schloss hatte ich jetzt nur im Sinn, dass ich kürzlich in einer Mieterzeitschrift gelesen hatte, dass man das auswechseln darf, auch ohne Zustimmung des Vermieters. Könnte ja sein, du hast deine Schlüssel verloren und aus Sicherheitsgründen muss das Schloss gewechselt werden. Aber gut, dein Anwalt wird das besser wissen.

    Liebe Alexa,

    falls ich dich mit meinem letzten Beitrag auf die Palme gebracht hatte, dann hoffe ich, dass du da oben wenigstens die frische Luft genießen konntest und sanft wieder runter geschlittert bist.

    Jetzt nochmal in Ruhe. Es hat mir sehr leid getan, dass dein Hund gestorben ist. Das ist ja wirklich ein so großer Verlust. Aber zumindest ein Trost, dass er auf so sanfte Weise gehen konnte.

    Ich fühle mich da gerade besonders verbunden, weil mein eines Katerchen auch vor fünf Wochen eingeschläfert werden musste. Das war sehr schlimm. Vor fünf Monaten wurde eine Herzkrankheit entdeckt und es ging zunehmend schlechter. Dann war er tagelang verschwunden und ich voller Sorge mit heftigem Kopfkino. Schließlich lag er sehr schwach im Garten und mein Mann hat ihn sofort zum Arzt gebracht...

    Er ist jetzt wieder in der Entgiftung. Also der Mann, nicht der Kater 🤦🏼‍♀️.

    Du hattest vor einer Weile geschrieben, dass dies das letzte Mal sein soll, dass du nach einem Rückfall bei deinem Partner bleibst. Hast du ihm das so gesagt? Bist du noch fest entschlossen? Oder ist das jetzt alles wieder weit weg, weil nun das Zusammensein wieder so schön ist?

    Diesen fiesen inneren Kritiker kenne ich auch. Hast du schon mal vom Impostor-Syndrom oder Hochstapler-Syndrom gehört? Das ist die Angst irgendwann Aufzufliegen damit, dass ich in echt überhaupt gar keine Ahnung habe. Das hab ich sehr ausgeprägt, obwohl ich beruflich total anerkannt bin in dem was ich tue und "erfolgreich". Meistens kann ich das aber gut weg schieben.

    Und selbst wenn Fehler passieren, so what? Du gibst bestimmt immer dein Bestes für den jeweiligen Moment. Mehr geht nicht, der Rest ist Schicksal. So sehe ich das.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️