Nein. Es ist nur die Begrifflichkeit, die ich nicht mag.
Ich hatte Depressionen, hab mich aber nicht als Depressive bezeichnet. Genauso hab ich eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung. Aber auch nach dieser „benenne“ ich mich nicht. Ich bin für meine Begriffe keine Alkoholikerin, sondern ich bin ich. Aber ich bin alkoholsüchtig. Ebenso bin ich oft depressiv gewesen. 😅 Ich glaube, das mag nun für den ein oder anderen kompliziert und merkwürdig klingen. Aber ich kann mich ja nennen wie ch möchte. Bleiben wir bei alkoholsüchtig.
Natürlich impliziert alkoholsüchtig und Alkoholiker/in das Selbe.
Lg
Beiträge von Yoyo
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Hm…. Ich bin alkoholabhängig.
Den Begriff Alkoholiker/in mag ich nicht, da ich mich nicht nur darüber definieren möchte. Aber alkoholabhängig- ein klares ja! -
Hallo ihr Lieben,
ich bin die Neue. 😉 Ein neues Mitglied von vielen. Das Forum wird nach meinem Durchstöbern ja doch recht rege besucht. Ich bin also nicht alleine. 👋🏻
Zu mir und dem Grund, warum ich hier auftauche. Wo fängt man an? Ich bin gerade an einem Punkt der Selbsterkenntnis angekommen. Ich habe auf ziemlich üble Weise spüren müssen, das mein Alkoholkonsum mich auf Dauer ins Grab bringen wird und vorher mein komplettes Leben (das was noch übrig ist) zerstören wird. Ich stand an einem Punkt, an dem ich so verzweifelt war, das ich suizudal wurde. Denn für mich ging es weder vor noch zurück.
Wann hatte ich den ersten Kontakt mit Alkohol? Über die Frage hab ich viel nachgedacht. Als Kind. Alkohol zu trinken war in meiner Familie normal. Und so hab ich schnell festgestellt, das man Alkohol trinkt, wenn man erwachsen ist. Das erste Mal getrunken habe ich auch als Kind. Zu Silvester- ein kleines Gläschen Sekt für die Kinder. Hätten meine Eltern gewusst, was später mit mir passiert, hätten sie das nicht getan)
Das erste Mal selbst Alkohol gekauft und mit Freundinnen getrunken habe ich mit 12 Jahren. (Für mich heute unvorstellbar, wie klein ich noch war)Ich würde behaupten, das ich ein relativ selbstreflektierter Mensch bin. Und so fiel mir schon mit 17 Jahren auf, das mein Alkoholkonsum irgendwie „nicht normal“ ist. Ich habe auch in jungen Jahren bemerkt, das ich ihn nutze, um Gefühle wie Ängste, Sorgen, Wut und alles was es noch so gibt zu „ertränken“ und mich nicht weiter damit auseinander setzen zu müssen.
Dann kam die starke Sturm- und Drangzeit. Ich habe in einer Großstadt gelebt und habe so ziemlich alles mitgenommen. Manche Dinge sind so unglaublich peinlich, demütigend…. Das ich heute auch 20 Jahre später nicht darüber nachdenken kann. Also habe ich eigentlich mein ganzes Leben lang getrunken. Früher nur am Woe, irgendwann auch in der Woche- und jetzt ganz am Ende jeden Tag. 1-2 Flaschen Wein. Meistens zwei. Ich kann ja nichts stehen lassen.
Vor ca 15 Jahren habe ich das erste Mal mit einem Arzt über meine Alkoholprobleme gesprochen. Er gab mir ein Medikament, welches Übelkeit nach dem Konsum von Alkohol auslösen sollte. Geholfen hat es null.
Ich hab mich immer damit zufrieden gegeben, das ich schon irgendwie kontrolliert trinken kann. Hat natürlich NICHT funktioniert. Bis vor kurzem hab ich immer noch daran festgehalten, bis der persönliche Supergau kam und ich das erste Mal in meinem Leben vor der Weggabelung stand. Auf der einen Seite war der Wegweiser für die Hölle, auf der anderen für das Leben.
Ich habe mich für das Leben entschieden und nun seit über 1 Monat nichts mehr angerührt. Das erste Mal in meinem Leben habe ich begriffen, dass ich NIE mehr trinken darf. Es sei denn, ich möchte doch zur Hölle fahren.
Ich habe den konsequenten Weg für mich genutzt. Ich habe Familie/ Freunde eingeweiht (Die das Problem auch schon gesehen haben) hab mir mehrere Anlaufstellen gesucht und bin mir klar, das „nicht trinken“ nicht reicht.
Bei mir gibt es seit Kindheitstagen sehr viele Baustellen. Der Alkohol ist für mich ein Symptom der Verdrängung. Nun muss ich hingucken.
Ich gehöre glücklicherweise zu den Menschen, die sich ab dem Tag des nicht trinkens super gut fühlen. Ich bemerke sehr schnell, wie gut ich mich in meinem Körper fühlen kann und wieviel Energie ich doch eigentlich habe. Hinzu kommt, dass ich kein schlechtes Gewissen mehr haben muss, keine Heimlichtuereien mehr, kein Kater mehr, keine Panikattacken mehr usw usw. Ich fühle mich momentan einfach nur befreit.
Aber- ich weiß natürlich- wie sehr ich aufpassen muss. Deshalb bin ich hier. Für einen Austausch.
Ich habe mich vor Ort für eine Gruppentherapie angemeldet. Aber bis ich dort „einziehen“ darf, wird es noch etwas dauern.
Soviel erst mal zu mir.
Liebe Grüße und ein 👋🏻
Yoyo