Beiträge von Krümelmonster

    Hallo Larissa und Hobbit!

    Erstmal kann ich Entwarnung geben. Mir gehts heute wieder gut. Sehr gut um genau zu sein. Und das ist es, was mich an der Sache so erschreckt. Mir kommt es oft so vir, als würde ich mich aus heiterem Himmel in mein Loch stürzen. Für mich gibt es da (zumindest für gestern) nicht wirklich einen erkennbaren Grund.
    Vielleicht sollte ich wirklich mal wieder anfangen Tagebuch zu führen, aufzuschreiben was tagsüber passiert ist um mehr darüber zu erfahren, was auf mich den tag über "einwirkt"... Um so besser diesen Lächern ausweichen zu können.
    HDL bedeutet übrigens HAB DICH LIEB... Und ob mein Arbeitskollege DAS gemeint hat wird sich noch herausstellen :oops: . Ich schäme mich so. Ich finde ihn echt nett, aber ich liebe meinen Freund und komme mir schon wie ein Verräter vor :roll: ...

    Übrigens nimmt der Gedanke mit der Kur langsam Form an. Ich habe darüber schon ausführlicher mit meinem Freund gesprochen. Er ist nicht von dieser Idee abgeneigt, findet sie im Grunde sogar gut, weil er weiß wie bescheiden es mir geht (obwohl auch vieles schon besser geworden ist). Wenn es eine längere Zeitspanne werden sollte (so sechs Wochen denke ich mal) würde meine Mutter sich hier wohl einquartieren um sich um die Kinder zu kümmern (zumindest gehen wir davon aus und sie würde keine Gelegenheit zum trinken haben...). Und selbst wenn sie es nicht machen würde, dann würde mein Freund mit seinem Chef schon eine Lösung für dieses Problem finden...
    Mir bereitet eher die Geschichte mit meiner Firma Kopfschmerzen. Ich redete ja schon davon, dass ich Angst habe dass mein Vertrag nicht verlängert wird, wenn ich eine Kur mache. Allerdings werde ich mal mit dem HDL-Kollegen am Dienstag darüber reden. Er arbeitet dort schon länger und kennt mich nun auch schon ein dreivirtel Jahr. Er wird sich von meinem Problem ein Bild machen können denke ich...

    So, erstmal soviel dazu. Und danke nochmal fürs lesen :) ...
    Schönen Sonntag euch allen noch! Gruß, KM

    Nun ist es wieder da, DAS LOCH!
    Es ist zum heulen... Ich fühl mich so schlecht, sooo leer. Merke auch wie es meinen Freund mit runterzieht. das ich die kinder und ihn nur noch angrantel. es ist echt zum verrückt werden.
    fühle mich so mies. hab allen die launbe verdorben. mal ganz zu schweigen von meiner eigenen...
    und dann auch noch DAS!
    bekomme eine email eines arbeitskollgen, an deren ende hdl steht. HDL! ist das zu glauben?? Als ob ich nicht schon genug probleme hätte... und nun auch noch das.
    hab ihn um aufklärung gebeten. vielleicht hat er was anderes gemeint und ich hab nur wieder irgendwas falsch verstanden... ich dreh noch durch. hab seit langer zeit wieder selbstmordgedanken.
    hab schon mit meinem freund drüber geredet, dass ich da echt keinen wirklichen einfluss auf diesen sch... zustand habe. das er da nichts für kann. er sagt er versteht das und respektiert das auch. helfen kann er mir jedoch nicht fühlt sich selbst hilflos und überfordert mit mir... hab zu ihm gesagt, dass ich mir manchmal so schlecht vorkomme, da er sich so eine depressive Freundin gesucht hat. das er was besseres verdient hätte... hätte wissen müssen, dass er das abstreitet. aber wie lange macht er das mit mir noch mit?
    bin so durcheinander seit donnerstag. hab seitdem schlecht geschlafen. kaum, um genau zu sein. bin müde, aber total aufgewühlt... ach ja. zahnschmerzen hab ich auch noch :roll: , na toll...
    so, jetzt gehts etwas besser. hilft doch immernoch mal die gedanken aufzuschreiben.
    ich wünsch euch was. verzeihung wegen meinem gefühlschaos momentan...

    Liebe larissa!

    ich kann mit jeder Antwort was anfangen und bedanke mich dafür bei Dir ;-)...
    Es hilft mir ja schon alleine deswegen, weil ich an Euren Antworten immer gut erkennen kann, sozusagen ja schwarz auf weiß, dass ich nicht die einzige auf der Welt mit solch verwirrdenden Gedankengängen bin. Das ist unheimlich tröstlich für mich. Ehrlich.
    Also, bis denn! Und auch Dir ein schönes Wochenende!!
    Lieben Gruß, KM

    Moin Moin!

    So, ich wollte mal kurz Revue passieren lassen, was gestern geschehen ist.

    Und zwar habe ich es gestern doch tatsächlich fertig gebracht in eine SHG für erwachsene Kinder von Suchtkranken zu gehen...
    -Ich bin immer noch ziemlich durcheinander und aufgewühlt (Frage: Ist das normal?... Ich denke schon, oder??)
    -Ich konnte gestern nicht mit meinem Freund darüber reden was da abgelaufen ist. Will ich ihn mit dieser Haltung schützen? Will ich MICH SELBST mit dieser Haltung schützen??? Damit ich durch diesen Gedankenwust nicht nochmal durch muss? Ich glaube ich habe Angst davor dass es wieder zu einer Konfliktsituation zwischen ihm und mir kommt.
    -Ich konnte gestern einfach nicht einschlafen!! Ich war sowas von müde, hab mich aber ständig nur hin und her gewälzt. Ich glaube, ich bin erst gegen 2 zur Ruhe gekommen... Das Meeting ist erst um 20 Uhr, und ich war erst um 21.30 Uhr zu Hause...

    Soviel zu den von mir negativen Empfindungen.

    Zu den positiven kann ich nur sagen, ich hatte zwar welche. Aber die negativen überwiegen.

    Das Positive war für mich in einer Gruppe reden zu können, ohne dass einem jemand ins Wort fällt (es wird nur zugehört was der andere erzählt). Es wird nicht kommentiert und es werden keine direkten "Ratschläge" gegeben. Man kann nur zuhören und versuchen sich von den anderen etwas positives "abzugucken", sofern etwas positives zur Sprache kommt. Es werden Themen vorgeschlagen und wenn man möchte kann man dann dazu etwas erzählen.
    Ich war so aufgewühlt und aufgeregt, dass wenn mir etwas einfiel was ich erzählen konnte, ich es auch gleich wieder vergessen hatte sobald ich zu Wort gekommen bin. Ich hab das Gefühl, dass ich nur Mist gebrabbelt habe und die eh alles schon wussten (von sich selbst gesehen), was in mir vorgeht und vorging. Das meine Probleme im Gegensatz zu deren nur klein und schon fast niedlich sind, gegen die, die sie selbst haben. Auch die Erlebnisse die dort geschildert wurden sind ein krasser Unterschied zu denen, die ich hatte.
    Irgendwie hab ich nur noch mehr Minderwertigkeit verspürt als ich die Sorgen und Erlebnisse der anderen gehört habe. Und ich habe mich schon fast dafür geschämt, dass es mir im Grunde so gut geht und das ich nicht so viel Schlimmes erlebt habe wie die Anwesenden dort. Ich fühlte mich zwar nicht direkt fehl am Platz, aber auch nicht dazugehörig...
    Dennoch weiß ich (und ich möchte es auch irgendwie), das ich nächste Woche nochmal hingehe. Einfach nur um zu sehen, was dann passiert. Ob ich mich dann besser oder wieder schlecht fühle, ob ich tatsächlich etwas für mich "gewinnen" kann. Ich habe mittlerweile gelernt, dass ich Geduld haben muss. Das ich meine Probleme und meine Lebensgeschichte nicht so herunterspielen darf.
    Gut, ich hatte zwar im Gegensatz zu den anderen Anwesenden vielleicht eine bessere Kindheit (trotz von Anfang meines Lebens an alkoholabhängiger Eltern), aber Objektiv betrachtet muss ich meine Vergangenheit und meine heutigen Probleme als "Individuell" betrachten (korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege...).

    Ich muss lernen nicht immer zu "vergleichen" und "zu bewerten" (liege ich da richtig??). Ich muss mich ernst nehmen. Mich selbst und meine Sorgen/Probleme... Sie nicht immer damit herunterspielen und verdrängen, nur weil andere Menschen in meinen Augen schlimmere Dinge erlebt haben als ich. Ich muss die Wörter "Schlimm" und "Schlecht" am besten ganz austauschen. Und zwar gegen "Anders" und "Tatsache".

    Ich muss endlich lernen, mein Leben als Ganzes zu sehen und andere Lebensgeschichten als solche zu sehen was sie sind, als REALITÄTEN. Jede für sich als einzelne Realität, so wie meine Lebensgeschichte. Sie sind nicht nicht schlimmer und nicht besser. sie sind was sie sind. Vielleicht wie Romane, Bücher, die nicht mehr weitergeschrieben werden können, wo die "Druckfehler" nicht mehr korrigiert werden können, weil die Worte schon geschrieben sind.
    Ich selbst kann nur jetzt anfangen ein neues Buch zu schreiben. Eine Fortsetzung von der vorangegangenen und ich kann mir nur ganz fest vornehmen, dass dort ein Happyend vorkommt...

    Im Sinne meiner Signatur wünsche ich Euch allen noch ein schönes Wochenende und einen ganz lieben Dank fürs lesen. Bis denn, Gruß KM

    Moin Baggerschen!

    Danke für die Kopfwäsche. Du hast ja recht (und ich weiß es ja auch...). Ich sollte mich und meine Probleme ernster nehmen. Ich sag mal so, jetzt wo ich merke dass es mit einer Langzeittherapie auf längere Sicht hin wohl erstmal nichts wird, rückt die Sache mit der Kur wieder in den Vordergrund. Ich werde mich bemühen meine Ziele auch zu konkretisieren. Versprochen!
    Übrigens arbeite ich gerade an dem "Fragebogen zur Lebensgeschichte", den mir die Psychotherapeutin letzte Woche mitgegeben hat. Das ist ganz schön harter Tobak...
    Danke nochmal und schöne Woche Dir und den anderen wünsch ich, Gruß KM

    Hallo ihr Lieben :D !!

    @baggerschen
    Ja, an eine Kur habe ich schon oft gedacht. Zustehen würde sie mir schon seit einigen Jahren. Mein Internist hatte mich vor drei Jahren etwa komplett durchgeschekt und auch gemeint, das es sicher angebracht wäre. Damals meinte er aber selbst, dass meine Kinder noch zu klein wären.
    Selbst wenn ich sie mitgenommen hätte wäre das wohl mehr in Streß als in Erholung ausgeartet :roll: . Ich hoffe es klingt jetzt nicht nach Ausrede, aber obwohl meine Kinder jetzt "aus dem gröbsten raus sind", mit ihren 4 und 8 Jahren, ABER ich habe im letzten August den Arbeitgeber gewechselt. Und um es kurz zu sagen; Es ist mein Traumjob mit Traumarbeitszeiten. Ich bin genau da gelandet, wo ich die letzten Zehn Jahre immer hinwollte und ich habe einen Vertrag, der noch ein oder zweimal verlängert werden muss, bevor ich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis "übergehe"...
    Sicher kannst Du meinen Konflikt verstehen. Und dann muss ich halt in "den sauren Apfel beißen" und noch weiter suchen, bis dat mal wat wird mit dem Therapieplatz...
    Übrigens hat meine ältere Schwester vor etwa vier jahren mal so eine Kur gemacht wie Du erwähntest, mit therapeutischer Hilfe. Das war ihr Anfang um ihre "Psychokriese" in den Griff zu kriegen. Momentan geht es ihr wieder besser, war aber auch ein langer Weg bis dahin. Nur reden wir nicht darüber. Weder ich über meine, noch sie über ihre seelischen Probleme... Ist halt leider irgendwie ein verschlepptes Tabuthema in unserer Sippe :wink: ...
    Allerdings werde ich die Idee mit der Kur im Auge behalten. Sollte sich da eine günstige Gelegenheit bieten (oder sollte ich mich irgendwie absichern können, was meinen Arbeitsvertrag angeht), dann werde ich natürlich sofort einen Antrag bei der KK stellen. Vielleicht kann ich das irgendwie mit meinen Chefs ja abkaspern. Mal sehen... Trotzdem vielen Dank für Deine Tipps :P ...

    @larissa

    Das mit dem Verein werde ich mal durchgoogeln. Vielleicht gibt es sowas ja hier auch (müsste mit dem Teufel zugehen, wenn nicht...). Das mit dem Berufsverband der Psychotherapeuten hatte mir mein vermieter schon gesteckt. Da hatte ich angerufen (in Bonn) und mit einer sehr netten Dame geredet, die mir sämtliche in Frage kommenden Therapeuten rausgesucht hat. Einige habe ich auch noch die ich anrufen kann und werde, aber ich erahne schon die Antworten *seufz*. Was solls. Ich muss halt am Ball bleiben.
    Auch Dir ganz lieben dank!

    Schönen Abend Euch allen noch und lieben Gruß von KM

    Hallo larissa!

    Keine Bange, Du nervst doch nicht! Eher im Gegenteil, auch wenn ich schon viele Möglichkeiten durchgegangen bin um einen Therapieplatz zu finden bin ich trotzdem dankbar für jeden Tipp den ich kriegen kann. Selbst wenn ich ihn schon ausprobiert habe.

    Es ist halt so, ich habe mit bestimmt 10-15 Therapeuten Kontakt aufgenommen. Der früheste Termin um überhaupt einen Platz zu bekommen wäre in etwa sechs Monaten. Am Donnerstag hatte ich ein Erstgespräch (mein erstes!!!) wo mir die Therapeutin erst sagte, dass sie erst 2008 Plätze frei hat. Und dann, als sich herausstellte dass ich nur Nachmittags Zeit habe sogar erst 2009 (!!!) Plätze frei wären :? ... Da fass ich mir doch an den Kopf!!

    Selbst den zweiten Termin habe ich erst im Juli (!!!) bei ihr bekommen. Den werde ich aber absagen. Tut mir leid, aber so lange werde ich mit Sicherheit nicht warten. Sie riet mir im Übrigen auch mich weiter bei anderen Psychologen umzusehen. Tz Tz, da wohnt einer direkt bei mir im Haus und mit dem kann ich nichts anfangen (lach), aber immerhin konnte er mir schonn gute Tipps geben.

    Über ihn bin ich an den Bund der deutschen Psychologen geraten (in Bonn) wo ich mit einer sehr netten Dame telefoniert habe, die mir auch Psychologen rausgesucht hat die in meiner relativen Nähe zur Verfügung stehen und mit diesem Sachgebiet zu tun haben, also mit einem erwachsenen Kind von Alkoholikern etwas anfangen können. Mein Vermieter ist (zu meinem Pech) ein Kinder und Jugendpsychologe. n privaten Sitzungen (die man auch privat zahlen muss) hatte er mir auch erzählt. Und mit Sicherheit würde man auch schneller einen Therapieplatz bekommen, wenn man Privat versichert ist. aber als normaler Kassenpatient ist man halt der A...

    Ich werde mich noch ein wenig weiter umhören und Euch weiter auf dem laufenden halten wenn ihr mögt :wink: . Tut halt auch immer gut es einfach nur mal loszuwerden was man so erlebt.

    Schönen Sonntag noch und lieben Gruß von KM

    Hallo ihr Lieben!

    ...Tja, da wäre ich wieder mal.
    Dumm gelaufen mit dem Therapieversuch. Nirgends gibts zur Zeit einen freien Platz. Von Erstgesprächen ganz zu schweigen... Und da heißt es, man solle nicht verzagen.
    Ich finds ganz schön frustrierend wenn man als Nichtsüchtiger feststellen muss, dass man mit einem Suchtproblem schneller professionelle Hilfe bekommen könnte :cry: ... Find' ich echt ne linke Nummer muss ich mal ehrlich sagen. Und tierisch ungerecht... Ich habe eine Telefonrechnung die zum Himmel schreit, weil ich mir die Finger wundtelefoniert habe um einen Therapieplatz zu bekommen und das Ergebnis ist gleich null. Ach, was red' ich... Erfahrung hab ich gesammelt, dass man am Ball bleiben muss.
    Werde noch mal die SHG genauaer ins Auge fassen. Ich erhoffe mir von diesem letzten Strohhalm, dass ich dort vielleicht doch noch zu der Hilfe komme, die ich so dringend benötige...
    Also, das wäre der neueste Stand der Dinge.
    Euch allen noch ein schönes Restwochende... Lieben Gruß, KM

    Moin Larissa :) ...

    So wie Du es beschreibst kommt mir auch vieles bekannt vor.
    Ich wusste bis vor kurzer Zeit auch nicht, dass die Co-Abhängigkeit ebenfalls eine Krankheit ist :shock: ... Damit musste ich erstmal klarkommen. Vor allem wenn man in sein altes Muster "zurückfällt" das es auch ein Rückfall in die Krankheit ist.
    Danke für Deine Stellungnahme zu dem Thema! Und es ist schön zu hören dass Du Hilfe gefunden und annehmen konntest.
    Schönen Dienstag noch! Alles Liebe von KM

    Hallo alle miteinander :D ...

    So, morgen ist mal wieder der große Tag. Ich freue mich schon sehr auf mein nächstes Gespräch bei der Diakonie. Endlich mal wieder was von der Seele reden....

    Ich hab übrigens was interessantes herausgefunden. Und zwar über die "gestörten" Gefühle, die wir Alkikinder so an den Tag legen. Zum Beispiel Mitleid mit Liebe verwechseln und Zuneigung mit Sympathie... Weswegen wir (logischerweise) auch oft verstört sind, weil anders auf das reagiert wird, als wir uns eigentlich "ausgemalt" hatten...

    Ich habe für mich unter anderem mittlerweile selbst heraus gefunden, dass ich "Gefallsüchtig" bin. Ich ertrage den Gedanken nicht, jemandem nicht zu gefallen, bzw. ist es bei mir so, dass ich es nicht will, dass jemand schlecht über mich denkt, mich nicht mag, etc. Ich kann nicht mal was dagegen machen!

    Ich versuche es (zumindest auf der Arbeit) jedem recht zu machen, was natürlich echt anstrengend ist. Obwohl wirklich einige dabei sind, denen ich meine "Nettigkeit" eigentlich nicht mal wirklich gönne, weil sie es im Grunde nicht verdient haben... Doch alleine dieser "böse Gedanke" von mir, verdonnert mich praktisch im selben Augenblick dazu wo ich ihn denke: "So, jetzt musst Du schon deswegen nett sein, weil Du so schlecht von ihm/ihr gedacht hast..." Ich bestrafe mich praktisch selbst. Es ist zum...

    Konfliktunfähig würde ich mich jetzt auch bezeichnen. Ich kann "dicke Luft" einfach nicht ertragen, versuche brenzlige Situationen vor der Eskalation zu entschärfen, indem ich Witzchen mache und lockere Sprüche bringe (klappt auch eigentlich immer wunderbar :roll: ), allerdings wäre es mir lieber, wenn ich mal eine sachliche Auseinandersetzung führen könnte, anstatt immer zu kneifen wenns ernst wird... Mal ganz zu schweigen davon, mal "offen" einen Disput auszulösen, wenn es mal angebracht wäre (zum Beispiel bei Ungerechtigkeit)... Dafür fehlt mir echt der Mumm...

    Genauso habe ich das Problem mit dem Gefühl der Sympathie.
    Es gibt viele männliche Wesen, die ich (behaupte ich jetzt einfach mal so) NETT finde... Oft kommen aber Gefühle in mir hoch wo ich mich selbst ausbremsen muss und mir genau vor Augen halten muss: Moment mal. Bin ich jetzt verliebt, oder finde ich ihn nur unheimlich nett? Darf ich flirten, oder ist das auch schon zu viel??
    ...Das ist insofern ein sehr großes Problem für mich, weil ich in einer sehr glücklichen Beziehung lebe, wo mir an NICHTS fehlt. Ich mache mir große Vorwürfe deswegen, alleine schon SOLCHE GEDANKEN zu haben. Immerhin bin ich froh, dass noch nie etwas konkreteres als diese Gedanken passiert ist... Es wäre für mich persönlich eine Katastrophe!!

    Kennt jemand von Euch auch solche "Gefühlsverwirrungen"? Ich würde mich freuen, wenn ich Eure Meinung dazu hören könnte. Oder Tipss, wie ich lernen kann damit besser umzugehen...

    Ich habe auch schon von der Methode gehört, wenn man solche Verwirrung inne hat soll man eine Liste erstellen. Und zwar mit den erwachsenen Personen, die eine große Rolle in der eigenen Kindheit gespielt haben (prägende Rollen). z.B. Mutter, Vater, kleine Schwester, großer Bruder, Oma, Opa, Tante, Onkel... Und dann soll man sich darauf konzentrieren, was man damals als Kind in ihrer Gegenwart gefühlt hat (z.B. Angst, oder verlassen sein), und im Vergleich heute ihnen gegenüber empfindet (z.B. Wut, Schmerzen)...

    Ich habe vor mal so eine "Bilanz" konkret aufzuschreiben. Bin schon sehr gespannt auf das Ergebenis.

    So, heute erstmal genug. Eventuell melde ich mich morgen Abend noch mal nach meinem Gespräch.

    Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend und bedanke mich fürs lesen :D ...

    Lieben Gruß, KM

    Hi Mrs. Smith!
    Ich freue mich zu lesen, wie gut es bei Dir mit den neuen Möglichkeiten voran geht :D ! Ehrlich...
    Wie die anderen Dir schon sagten; Dat wird schon werden!! Und keine Angst vor den Reaktionen der Lehrer... Die werden mit Sicherheit in Ihrer beruflichen Laufbahn schon einige Erfahrungen mit solchen Situationen gesammelt haben...
    Ich drück Dir weiterhin ganz doll die Daumen!

    Lieben Gruß, KM

    Moin Aschy!

    Deine Geschichte würde sich sicher gut als Roman machen (schon mal daran gedacht? :wink: ). Ich finde es toll und freue mich sehr für Dich. Ganz ehrlich...
    Ja, man sollte viel öfter über diese privaten Wunder erzählen und ich find es toll, dass Du diesen Schritt getan hast. Lebe weiterhin für Euer Happy-End und arbeite weter hart daran. Ihr und Dir zuliebe... Ich wünsche Euch alles Glück und alle Kraft, die ihr dazu braucht!!

    In diesem Sinne einen lieben Gruß von der Elbe und schönes Wochenende wünscht, KM

    Hallo Mrs. Smith...

    Das Du so nach einer Therapiestunde drauf bist ist völlig normal. Bei mir ist es so; Ich fühle mich dann hinterher ganz gut. Ich fahre nach Hause und bin sehr still, in mich gekehrt sozusagen. Und obwohl ich "gut drauf" bin, wirke ich trotzdem sehr melancholisch und nachdenklich auf mein Umfeld. Mein Mann denkt dann immer, ich bin schlecht drauf. Stimmt aber (meist) eigentlich nicht... Wichtig ist, dass Du lernst wie es sich "anfühlt" und wenn es sich gut anfühlt ist es doch ok...

    Zum anderen möchte ich Dir dringend raten, dass Du bald ein offenes Gespräch mit Deinen Lehrern suchst. So kann das nicht weitergehen! Ich glaube, ich habe Dir diesen Rat schon einmal gegeben, dass Du Dich an Deinen Vertrauenslehrer wenden könntest. Oder zumindest den Lehrer, den Du am liebsten hast...
    Du hilfst Dir selbst am besten, wenn Du offen über Deinen Kummer und Dein derzeitiges Problem mit einer Lehrkraft sprichst. Denn ich denke, dass man versuchen wird Dir in dieser Hinsicht entgegenzukommen, anstatt (so wie von Dir berichtet) Vorwürfe zu kassieren. Vorwürfe für etwas, was Du nicht ändern kannst und wofür Du keine Schuld hast. Du machst Dich doch nicht schlecht dadurch, dass Du über Deinen berechtigten Kummer reden möchtest. Immerhin ist es doch keine "Ausrede".
    Du bringst nur Deinen Abschluss in Gefahr, wenn Du Dir jetzt nicht helfen lässt... Und dabei will ich Dir sicher keine Angst machen.

    Kurz bevor mein Vater ins Krankenhaus eingeliefert wurde hatte ich meine Ausbildungs-Abschlußprüfung. Zu diesem Zeitpunkt waren die Vorzeichen für sein baldiges Ableben schon sehr deutlich und ich litt etwa zwei Monate vor den Prüfungen an Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Panikattacken und entwickelte eine regelrechte Psychose.
    Als ich für die schriftliche Prüfung lernen wollte war ich wie blockiert. Ich konnte keinen Text vernünftig lesen, geschweigedenn etwas davon behalten. Mein Glück im Unglück war, dass ich im Unterricht immer relativ gut aufgepasst hatte und bin so noch mit einer glatten drei durch die schriftliche Prüfung gekommen (und das, obwohl ich damals Klassenbeste war...). Unter normalen Umständen, wenn ich geistig dazu in der Lage gewesen wäre, hätte ich damals als Jahresbeste die Ausbildung beenden können. Doch durch meinen desolaten seelischen Zustand war dies allerdings nicht möglich und ich war froh, dass ich zumindest den Abschluss geschafft hatte.

    Dies war aber nur möglich, da ich mich ein paar Tage vor der Prüfung einem Lehrer anvertraute der Verständis für meinen kranken Kopf hatte. Ich weiß heute, dass ich ohne seinen Beistand nicht dazu in der Lage gewesen wäre, denn er wird mit den anderen Lehrern und Prüfern darüber gesprochen haben.

    Denk mal darüber nach...
    Ich wünsch Dir dennoch ein schönes Wochenende und einen lieben Gruß von mir noch, KM

    Guten Morgen Moni!!

    Auch von mir ein herzliches Willkommen.
    Einen guten Therapeuten zu bekommen ist nicht ganz so einfach denke ich. Allerdings kannst Du im örtlichen Telefonbuch gucken, ob es bei Dir in der Nähe eine Suchtberatung gibt. Die haben eigentlich auch oft Tips und Telefonnummern für Angehörige von Alkoholikern.
    Ich zum Beispiel habe Hilfe bei der Diakonie gefunden, die Angehörige von Alkoholikern betreuen. Vielleicht gibt es sowas bei Dir auch. Vom roten Kreuz, Johaniter, irgendein Sozialverband, kirchlicher Verein, etc. Auch das Internet kann Dir dabei helfen.

    Lieben Gruß und einen schönen Wochenendanfang wünscht Dir von Herzen KM

    Guten Abend Marietherese...

    Wie es bei mir gewesen ist? Die Vorgeschichte war schon recht "anstrengend" , kann ich nun rückblickend sagen.
    Als mein Freund mich irgendwann im November darauf immer öfter Aufmerksam machte (wobei ich oft in Tränen ausbrach), dass ich mich in bestimmten Situationen einfach seltsam (den Situationen unentsprechend) verhalte, und ich auch beim Umgang mit den Kindern gewisse "Defizite" an den Tag lege, wollte ich so nicht mehr weiterleben...

    Ich war am Rande der Verzweiflung, denn ich spürte immer deutlicher den Druck auf unserer Partnerschaft. Mein Freund konnte und sollte nicht den Therapeuten für mich machen (auch wenn mir die tiefen langen Gespräche oft guttaten, aber vieles konnte ich nicht erklären und er konnte vieles nicht verstehen. Manchmal war ich nach solchen Dialogen noch fertiger als vorher...), spielte oft mit Selbstmordgedanken herum, verwarf diese wieder, fiel in meine Deprilöcher, kam da nicht wieder heraus...

    Ich googelte dann Anfang Dezember oft im Internet. Bin als erstes auf dieses Forum gestoßen wo ich mich das erste mal in meinem Leben (!!!) richtig verstanden gefühlt habe, und dazugehörig. Es war ein erschreckendes, aber auch ein unheimlich schönes Gefühl. Ich fühlte mich die ersten Tage wie neu geboren... Allerdings war ich mit der Situation überfordert. Ich wusste zwar nun, in welche Schublade ich passte, aber wie konnte ich mein Inneres denn bitte ändern? Ich fühlte mich wie ein formatierter Computer kann man sagen... Zwar halfen mir auch die Büchertips weiter, allerdings kam ich nicht voran.

    Dann ging die Sucherei los. Ich googelte bis mir die Finger glühten und fand am anderen Ende der Stadt einen Verein, der auch erwachsene Kinder von Alkoholikern therapierte. (Manchesmal war ich recht verärgert, wie viel für nasse Alkoholiker getan wird, die trocken werden wollen. Nur nicht für deren Angehörige. Da besteht echt eine Marktlücke, wenn man so will... :roll: ). Beim Erstgespräch riet mir der Therapeut zwar zu einer Therapie, allerdings nicht in dem Stadtteil, da ich völlig fertig mit der Welt war als ich da ankam. Denn ich hatte mich auf dem Hinweg mindestens 8x verfahren und war schon kurz davor gewesen umzukehren... Er gab mir ein paar Telefonnummern mit, allerdings brachten die mich keinen Deut weiter. Ich stand wieder bei Null :cry: ...

    Da bin ich dann an den Punkt gelangt, wo ich über meinen eigenen Schatten sprang. Denn zufällig ist unser Vermieter (der mit bei uns im Haus wohnt) ebenfalls Diplom-Psychologe (er arbeitet mit Kindern und Jugendlichen zusammen, was er allerdings genau macht weiß ich nicht... :oops: ) und ich erklärte ihm, was ich für ein Problem habe, und das ich erwachsenes Kind von Alkoholikern sei. Er war total nett und hilfsbereit. Am nächsten Morgen schon klopfte er und kam mit einer Telefonliste an. So kam ich zur Diakonie.

    Dort allerdings wird nur mit "akut" Betroffenen Angehörigen gearbeitet. Ich bin da eine absolute Ausnahme und wir leisten auch nur Vorarbeit für den Tag (in hundert Jahren oder so :cry: ...) wenn ich dann man einen Therapieplatz bekommen habe... Allerdings lasse ich nicht locker und habe mal weiter im Internet geschaut und siehe da, ich fand gestern morgen einen Verein, der sich an das Leitbild (in auf erwachsene Kinder von Alkoholikern abgeänderter Form) der AA's hält. Dieser Verein ist nur für erwachsene Kinder von Alkoholikern erdacht und ich konnts erst nicht glauben, dass die einzige Anlaufstelle (SHG) in der ganzen Stadt sogar hier in meiner Nähe ist *freuwiedoof*... und dann auch noch Sitzung hat an dem tag, an dem ich sogar Zeit dafür aufbringen könnte.

    Ich war, muss ich dazu sagen, dass ich am Anfang als ich mein Problem anerkannt habe, überhaupt nicht dazu bereit war in eine SHG zu gehen... Da allerdings die Therapeutenmangelsituation mich in Zugzwang bringt, wäre ich davon mittlerweile nicht mehr so abgeneigt und bin, muss ich zugeben, sogar ein wenig neugierig... Ich glaube mittlerweile, dass ich mir das zumindest mal ansehen könnte. Nächste Woche denke ich, werde ich (mal wieder :lol: ...) über meinen berühmten Schatten springen, und da mal hinfahren...

    So, dass war meine Geschichte soweit, was ich Dir zu meinen Therapieversuchen berichten kann...

    Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend! Gruß, KM

    COOL!! (...wie, ich kenne das Buch noch nicht??) Also, dann lies' mal zu! Schließlich wartet hier jemand sehnsüchtig und hibbelig auf einen weiteren heißen Buchtip!!! *hibbelhibbel*... :lol:
    Viel Spaß (und Erfolg) weiterhin... *dreimalaufholzklopf*
    Bis bald, KM

    Hallo Teaser!

    Bravo! Da hast Du aber ganz schön aus den Vollen geschöpft. :wink:
    Ich kann Dir nur zustimmen, dass man zuweilen viel zu sehr versucht perfekt zu sein und sich genau aus diesem Grund die meisten Schwierigkeiten "einfängt".

    Unser Perfektionismus legt uns mehr Steine in den Weg, als er uns hilft. Ich könnte auch darauf verzichten, denn er lähmt mich meistens nur, kostet übermäßig Zeit und Nerven, da ich viel zu viel Energie in dieses "Perfekt sein wollen" investiere (leider auch heute noch :roll: ).
    Mit seinen Macken zu leben, anstatt dauernd gegen sie anzukämpfen (habe ich nur mal so für mich selbst festgestellt) kann allerdings bis zu einem gewissen Grad durchaus ganz ok sein.

    Wie Du sagtest hat jeder seine Macken. Sie machen uns als Person und auch charakterlich aus, genau wie unsere guten Seiten. Und da liegt das Problem in der Partnerfindung (wenn man so will), denn der passende Partner muss so "gestrickt" sein, dass er sowohl mit meinen Macken umgehen kann, so wie ich mit seinen Ticks klarkommen muss. M sucht also sein Leben lang wenn man so will, den berühmten Pott zum Deckel...

    ...Ich will Dir jetzt gar nicht lang und breit erklären was mir so im Kopf rumgesitert, sondern möchte mich eventuell mal bei Dir revangieren. Und zwar mit einem Buchtip. Und zwar hattest Du mir vor nicht allzulanger Zeit das Buch von Janet G. Woitiz empfohlen "Um die Kindheit betrogen".
    Es gibt noch ein gutes Buch von ihr, welches "Sehnsucht nach Liebe u. Geborgenheit" heisst... Nur so; Es ist die Investition wert!

    Aber eigentlich denke ich (da Du ja so ein aufgewecktes Kerlchen bist :wink: ), dass Du es vermutlich schon längst gelesen hast, da Du ja das andere auch schon von ihr kanntest. Zumindest wird dort sehr ausführlich und sensibel (allerdings ohne ein Blatt dabei vor den Mund zu nehmen) darüber geschrieben, was eigentlich genau eine "gesunde Beziehung" ausmacht. Dort werden auch Lösungen aufgezeigt, wie man in Konfliktsituationen miteinander umgehen kann, gerade wenn man selbst ein erwachsenes Kind von Alkoholikern ist.

    Vieles, was Du eben in Deinem letzten Beitrag geschrieben hattest, wird dort besprochen. Es kam mir jedenfalls vieles sehr bekannt vor von dem, wovon Du hier schriebst. Und denk dran; Wir wollen Dich keines Falls belehren. Für Dich selbst kannst nur Du etwas Neues entscheiden oder zulassen. Wir können Dich nur auf Deinem Weg ein wenig begleiten (wenn Du uns lässt :oops: ...). Lass Dich nicht von dem Frust unterbuttern...

    In diesem Sinne, lieben Gruß von KM

    Hi Marietherese ...

    Freut mich zu hören, dass Du einen zumindest bunt geschmückten Halbgrauen Tag hattest... Daas ist doch mal was :D ... Weiter so (wir schaffen das schon...)...

    Meine Deprilöcher habe ich in sofern in den Griff bekommen, weil ich in den letzten drei Monaten einiges an mir endlich begreifen konnte und in welchen Situationen ich gerne in solche Löcher falle. Mir gelingt es jetzt besser mal die Notbremse zu ziehen und einfach zu sagen "Hey, das war jetzt Mist! Aber davon lass ich mir nicht den Tag versauen..."
    Therapie? Ich bin auf dem Weg dahin sag ich jetzt mal. Hab ein paar Gespräche bei einer netten Therapeutin von der Diakonie die kostenlos sind, aber ich bin auf der Suche nach einem "eigenen Therapeuten": Wir leisten praktisch nur Vorarbeit... Aber sie macht das sehr gut... Und es hilft einfach nur mal zu reden, reden, reden...
    Leider muss ich jetzt schluss machen, Morgen früh vielleicht mehr :wink: ...
    Schönen Abend noch und lieben Gruß wünsch KM

    Hallo liebes Bienchen :) ...

    Tja, gute Frage... Wie hab ich mich als Kind gefühlt bei meinen alki-Eltern?
    Ich muss dazu sagen, ich bin die jüngere von zwei Kindern. Meine Schwester hat meine Eltern (so vermute ich) auch in "trockenen" Zeiten noch erlebt. Daher geing und geht sie heute noch mit dieser Sache ganz anders um.

    Ich bin eher abgestumpft. Da ich meine Eltern nie anders kannte und mein Umfeld auch zum größten Teil vom Alkohol gepräägt war (Nachbarn, Freunde meiner Eltern, etc.) habe ich es viele lange Jahre als Normal empfunden. Die abendlichen Besäufnisse (zwar nicht bis zum umfallen, aber nah dran), die ewigen Kneipengänge meines Vaters, Frühschoppen... Ich habe mich daran erinnert, dass meine Mutter mich als kleines Mädchen Sonntags oft los in die Kneipe schickte um meinen Vater abzuholen, damit er zum Mittagessen kam. Ich empfand das damals nicht als schlimm, eher als cool. Ich als kleines Püppchen unter so vielen erwachsenen Männern :roll: ... Kein guter Anfang für mich...

    Wiegesagt habe ich es als normal empfunden, hatte aber oft das Gefühl alleingelassen, nicht geliebt zu sein. Meine Eltern waren ja beide abhängig und meine Mutter oft mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt. Zuneigung und Liebe gab es bei uns nicht. Wie ich heute überhaupt Liebe geben kann ist mir ein Rätsel. vermutlich hat meine Schwester mich da irgendwo "gerettet".

    Ich hatte oft das Gefühl sie nehmen mich nicht ernst, bzw. das meine Wünsche und Bedürfnisse unrecht waren. Dadurch entstand schon früh das Gefühl in mir fehl am Platz zu sein, ein Störenfried zu sein. Halt ein Klotz am Bein... Oft habe ich gedacht, sie lieben mich nicht. Ich fühlte mich nicht selten missverstanden und war eine Heulsuse. Gebracht haben diese Ausbrüche allerdings nichts... Zu meiner Kindheitszeit wäre niemand darauf gekommen, dass meine "extremen" Gefühlsausbrüche mit der Alkoholabhängigkeit meiner Eltern zusammen hängen...

    Später als mir irgendwann bewusst wurde dass besonders mein Vater ein Alkoholproblem hatte, fühlte ich mich hilflos und ihm gegenüber verantwortlich. Ich werde nie vergessen als ich etwa sieben oder acht Jahre war, da hat er sich auf einer Feier wo wir gemeinsam mit meiner Mutter waren, dermaßen volllaufen lassen, dass er auf dem Nachhauseweg heftig torkelte und schließlich in einen Graben fiel. Der Graben war zwar leer und mit Gras bewachsen, aber er konnte nicht alleine heraus. Meine Mutter wollte ihn liegen lassen (heute weiß ich, dass dies auch richtig gewesen wäre...) aber ich als kleines Mädchen (die ihren Vater abgöttisch geliebt hat) wäre eher gestorben als ihn da alleine zurück zu lassen! Ich kann mich noch ganz genau an das aufkeimende panikgefühl erinnern! Ich habe geheult, geschrien, meine Mutter am Arm zurück gezogen und sie angebrüllt, dass wir ihn da nicht alleine lassen dürfen...
    Schließlich bin ich zurück zu ihm und habe ihn gestützt und Anweisungen gegeben, wo er sich am besten festhalten musste um sich aus dem Graben zu ziehen... Diese Szenen laufen an meinem inneren Auge vorbei, als wäre es erst gestern gewesen...

    Die schlimmsten Gefühle für Alkikinder sind das Gefühl ungeliebt zu sein, Hilflosigkeit und Kontrollverlust (so denke ich zumindest, wenn ich in den verschiedenen Berichten dieses Forums lese).

    Da ich noch nie vorher professionelle Hilfe hatte, haben sich diese Gefühlsdefiziete bis in mein heutiges Leben verschleppt. Erst seit einem viertel Jahr versuche ich eine Therapiestelle zu finden, was allerdings wegen der fehlenden Plätze recht schwer ist.

    Ich kann Dir nur raten Dir mehrere Berichte von Alkikindern anzusehen. Jeder für sich ist ein Einzelfall, aber es gibt immer weider Paralelen zwischen den Fällen. Ein Gutes an dem Alkoholproblem meiner Eltern war wohl, dass sie besoffen nie Gewalttätiig uns gegenüber geworden sind...

    Vielleicht kannst Du ja ein wenig mit meiner Erzählung anfangen...

    Lieben Gruß, KM