Beiträge von Krümelmonster

    Hallo 66bienchen!

    ...und herzlich Willkommen!
    Glaub mir. Du bist hier richtig, auf jeden Fall, denn Deine (Eure) Geschichte spricht für sich... und Du bist hier richtig wenn Du über Deine Vergangeheit reden möchtest und den Wunsch hast sie aufzuarbeiten und Dich mit anderen auszutauschen, zu teilen was Du erlebt hast.
    Eure Geschichte ist erschütternd. Als ich sie las kamen viele Erinnerungen an meinen Vater hoch, der ebenfalls an den Folgekrankheiten seiner Sucht starb. Das ist jetzt zehn Jahre her. Ich war damals 20...
    Auch mein Vater hat für seine Familie alles getan, hat sich aufgeopfert und sich oft viel zu viel Gedanken um sie gemacht, anstatt mal offen darüber zu sprechen. Das der Alkohol ihm dabei nicht helfen konnte hat er leider auch nie begriffen... Allerdings habe ich es nie gekonnt ihn "loszulassen". Vielleicht hätte ihm das eher geholfen. Heute weiß ich, das er sich innerlich immer auf mich verlassen hat. Das war mein Fehler. Aber ich mache mir keine Vorwürfe mehr deswegen, denn damals habe ich es nicht besser gewusst...
    Ich würde mich freuen, wenn Du Dich weiter hier mit uns austauschen würdest. Die Lebensberichte von Angehörigen sind das kostbarste, was wir anderen Angehörigen geben können. Mir hat es sehr geholfen wieder in mein eigenes Leben zu finden :wink: ...

    Liebe Grüße von KM

    Guten Morgen Marietherese :D ...

    Auch wir anderen haben unsere Tage, an denen wir praktisch auf dem Zahnfleisch kriechen. Ich kann sehr gut nachempfinden, wie es Dir momentan geht. Aber es ist zumindest schon mal ein Anfang, dass Du das Gefühl hast zumindest zwei Schritte vorwärts und nur einen zurück zu machen... umgekehrt wäre schlimmer.
    Ich habe in letzter Zeit oft über meine Vergangenheit nachgedacht, das Umfeld wie und wo ich aufgewachsen bin. Was für verwirrende komplizierte Gefühle ich schon als Kind durchlebt habe. Als Kind galt ich immer als Heulsuse und Hypersensibel, litt an starken Stimmungsschwankungen und von meiner Pubertät möchte ich erst gar nicht anfangen :roll: ...
    Heute weiß ich dass ich als Kind und Jugendliche einfach innerlich Hilflos war mit dem, was um mich herum passierte. Das Ergebnis waren Depressionen, die sich bis heute immer mal wieder in mein Leben schummeln. Ich nenne das "in mein Loch fallen". Dieses Loch ist verherend, denn niemand kann mir da heraus helfen. Eher im Gegenteil, denn obwohl ich versuche in diesem Loch etwas dafür zu tun wieder heraus zu kommen ziehe ich meine Umwelt (meinen Partner und meine Kinder) ungewollt mit in dieses Loch mit hinein... was mich noch depressiver macht. Es ist ein Teufelskreis... Letztendlich muss ich da alleine herausfinden, allerdings falle ich nicht mehr so schnell in diese Tiefs, da ich angefangen habe meine Vergangenheit zu bewältigen...

    Dieses Gefühl von seinen schmerzenden Erinnerungen innerlich aufgefressen zu werden ist sehr schlimm und zuweilen weiß man nicht, wie man dagegen ankämpfen soll. Dann noch die Sache mit den 30 Kilogramm, die Dir zusätzlich Kummer machen. Glaub mir, ich kann Dich so gut verstehen! Ich habe vor sieben Jahren ein "Kampfgewicht" von 127 Kilo gehabt... Alles angefuttert aus Frust, Langeweile, Überforderung... Essen war oft meine einzige Freude... Geholfen hat es mir allerdings auch nicht. Es hat mich letztendlich auch nur noch fertiger gemacht... +
    Vielleicht macht es Dir Mut zu hören, dass ich heute noch immer gegen die Frustpfunde ankämpfe (mittlerweile bin ich so bei 93 Kilo, würde gerne mal einmal im Leben auf 69 Kilo runterkommen...).
    Ich habe als Kind eine Esstörung entwickelt die sich bis heute in mein Leben zieht. Zu erkennen, dass es mit der Art wie ich aufgewachsen bin zusammenhängt, hat bis etwa vor drei Monaten gedauert... Du hast es zum Glück jetzt schon herausgefunden (auch wenn sich das jetzt vielleicht blöd anhört), dass Du Dir Deine Pfunde aus Frust angefuttert hast. Somit kannst Du Dir ein neues Ziel setzen. Vielleicht hilft Dir diese Aufgabe auch dabei, Deine traurige Erinnerung zu bewältigen. Wenn Du Hilfe dabei haben möchtest gegen Deine Pfunde anzukämpfen, stehe ich Dir gerne zur Verfügung. Ehrlich!
    ...Denk einfach daran, dass wir hier alle Stehaufmännchen sind! Wir sind eben "unkaputtbar" :wink: ...

    Lieben Gruß, KM

    Hallo Mrs. Smith!
    Schön zu hören, dass es bei Dir "vorran" geht.
    Ich kann Dir nur von meiner Erfahrung berichten, dass ich mich hinterher (also nach dem ersten Gespräch) besser gefühlt habe. Ich konnte endlich einen Anfang machen und um den Gedanken "ich weiß ja gar nicht was ich erzählen, oder wo ich anfangen soll..." mach Dir mal keine Gedanken. Da wird Dir schon Hilfestellung gegeben mit gezielten Fragen zum Beispiel. Also, der Schulausfall lohnt sich in jedem Fall! Keine Bange...
    Lieben Gruß, KM

    ...Netty, dass einzige was zählt sind wir selbst und unser Glück... Und unser Glück ist so groß, dass es reicht um andere daran teilhaben zu lassen, dass auch sie glücklich werden können :wink: ... Alleine darin liegt der Wille und die Kraft uns selbst zu lieben und wertzuschätzen. Danke nochmal, dass Du uns an Deinem Leben teilhaben lässt...
    Lieben Gruß KM

    Hallo Elke!!

    ...Ja, diese Art von Zusagen (die eigentlich keine sind...) kenne ich auch noch aus meinen vergangenen Beziehungen. Leere Versprechungen machen es uns Co's natürlich nicht gerade leichter dem Partner Vertrauen zu schenken und oft (wie Du es schon auf den Punkt gebracht hast) sind auch die trockenen Partner manchmal noch nicht dazu in der Lage offen zuzugeben, wenn sie etwas nicht einhalten können...
    Das wir Co's nach "vorgelebten" Verhaltensweisen und Mustern "funktionieren" ist auch ein Thema, was tief in unsere Wurzeln zurück reicht. Automatisch vergleichen wir Situationen, die wir erlebt und als unsere Erfahrung in uns tragen mit solchen, die damit überhaupt nicht verglichen werden können- da wir keine anderen Perspektiven kennen... Das dabei oft Missverständnisse ausgelöst werden brauche ich nicht weiter zu erörtern :wink: ... Aber wir haben es zumindest erkannt und können an unserer "verkommenen" Gefühlswelten noch arbeiten...

    Lieben Gruß, KM

    Hallo Teaser...

    Schön das Du wieder zu lesen bist... blöd sind nur die Gründe dafür :roll: ...
    Ich kann dem nichts hinzufügen, was die anderen hier schon geschrieben haben. Es gibt kein "Patentrezept womit sich alles negative auflöst", bzw. die Dinge die es zur Lösung Deiner Probleme gibt liegen Dir bereits in den Händen... Du musst sie nur noch umsetzen...
    Bei Dir stelle ich es mir in etwas so vor, als verlange man von einem Maurer, dass er als Frisör arbeitet (...). Kommt das Deinem inneren Konflikt in etwa nahe? So fühle ich mich auch oft, doch das ist normal. Auch ein Maurer kann andern Leuten die Haare schneiden, allerdings werden seine ersten Versuche eine Dauerwelle zu legen vermutlich in einem Desaster enden und seine "Opfer" aussehen lassen, als hätten sie in eine Steckdose gefasst...
    Was ich damit sagen will ist, Du kannst nicht von Dir verlangen dass alles auf Anhieb so funktioniert wie Du es Dir vorstellst. Du weißt zwar, dass Du auf Dein bauchgefühl hören solltest, kannst es aber nicht weil es halt eine alte Verhaltensweise von Dir ist... Aber immerhin bist Du Dir des Fehlers bewusst. Nun mach doch endlich den ersten Schritt!! Hör auf Deinen Bauch, selbst wenn Du damit auch mal falsch liegst.
    Was hast Du denn noch mehr zu verlieren?
    Und selbst wenn das dann dreimal daneben geht... und beim vierten und fünften mal auch... Wie heißt es so schön? Auch ein blindes Huhn findet mal ein Körnchen?? Allerdings haben die anderen auch damit recht, dass Du erstmal BEWUSST auf eine Beziehung verzichten solltest. BEWUSST, verstehst Du?? Du kannst Dich zu so vielen sinnlosen Handlungen zwingen; Wieso denn nicht auch dazu? Es schadet Dir doch nicht? Eher im Gegenteil. Vermutlich hat Skye recht mit dem was sie sagte, dass Du die Lösung bereits kennst...
    Gib nicht auf! Es ist so einfach, ehrlich... Du musst es nur zulassen. Wir lernen jeden Tag zu neu zu leben :wink:

    ganz lieben Gruß von KM

    Hallo netty 77...

    und auch von mir ein herzliches Willkommen!!
    Deine Geschichte ist wirklich erschütternd und umso schöner ist es zu hören, dass Du Dich davon hast nicht unterkriegen lassen! Es macht mir Mut zu sehen, dass es Menschen gibt die ihr Leben sogar dann noch in den Griff bekommen haben, wo andere längst auf der Strecke geblieben wären. Dein Lebensbericht macht Mut! Dafür vielen Dank :D ...

    Liebe Grüße von KM

    Hallo Elke...

    Auch ich bin "im großen Stil" Co-Abhängige. Ich bin von Geburt an mit Alkoholikern aufgewachsen (Eltern, Freunde der Eltern, Nachbarn, spätere Lebenspartner, etc.PP). Ich bin also praktisch in dem Glauben aufgewachsen, dass diese "Umgebung" "normal" ist. Ich habe lange gebraucht um einzusehen, dass ich Co bin und Deine Worte hier kommen mir sehr bekannt vor...
    Der Witz an der Sache ist, dass erst mein trockener Partner mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass "etwas mit meinen Verhaltensweisen" nicht stimmt. Wir haben lang und breit darüber gesprochen, haben mich seelisch praktisch "auseinandergepflückt" bis ich an dem Punkt war wo ich begriffen habe, dass mein Verhalten mit meiner Vergangenheit zusammenhängt...
    Gut, dass ist aber jetzt ein anderes Thema. Zurück zu Deiner Frage, wie ein trockener Partner mit seinem Co-Partner umgeht. Ich kann jetzt natürlich nur von unserer Beziehung sprechen.
    Anfangs wusste er nicht mit meinen Stimmungsschwankungen umzugehen und mit meiner Opferrolle, in die ich immer wieder hineinschlüpfte. Die Lösung heißt einfach: Darüber reden. Immerwieder Gespräche führen, ehrlich zu sich selbst sein (was mir auch verdammt schwer gefallen ist, weil ich immer das Gefühl hatte meine wunden Punkte zu offenbaren), über seine GEfühle reden...
    Mir fällt es auch heute noch schwer offen über meine Wünsche zu sprechen, aber die Wünsche meines Partners zu erfüllen steht praktisch über allem anderen :roll: ... Aber ich habe bereits feststellen dürfen, das einem nicht der Kopf abgerissen wird wenn man offen seine Meinung äußert oder seine Wünsche preisgibt. Es ist einfach so, dass wir Cos wieder Vertrauen lernen müssen. Wir müssen ihm vertrauen wenn er "Ja" sagt. Punkt. Wenn er eigentlich "nein" meint (oder wir in dem GLAUBEN sind, dass er eigentlich nein meint...) ist das im Grunde genommen sein Problem, denn wer hat ihm denn gesagt dass er unehrlich sein soll? Eigentlich schadet er sich selbst damit und nicht uns...
    Aber andersreum, wie oft sagt ein Co täglich ja und meint eigentlich nein?? Wir müssen vor allem lernen mit uns selbst ehrlich zu sein. Sich selbst zu belügen ist so einfach als Co. Obwohl das ehrlich zu sich selbst sein uns freier machen würde...
    Also, im großen und ganzen hat dieses Thema sehr viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. Wir müssen lernen, dass wir auch etwas wert sind (sogar sehr sehr viel!!!), auch wenn wir uns nicht bis zum letzten Krümel aufopfern.
    Der trockene Partner kann einem nur dabei helfen, indem er uns bewusst auf unsere Opferrolle aufmerksam macht, uns zeigt, dass er auch "alleine" klar kommt, selbst Verantwortung übernehmen kann, oder das er uns auch "gerne" etwas abnimmt. Das das dann nichts damit zu tun hat, dass wir mal mehr mal weniger wert sind... Er muss uns deutlich zeigen, dass wir frei vertrauen können und das Fehler menschlich sind.

    ...Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen und hab nicht zu wirr geschrieben... 8) Lieben Gruß, KM

    Hallo Marietherese!

    Auch von mir ein herzliches Willkommen...
    Deine Geschichte ist erschütternd, doch Du hast den ersten Schritt für Dein eigenes Happy-End getan! Dein Bericht liest sich so, als wärst Du auch eines der vielen "Stehauf-Männchen" die hier herumgeistern... Es macht Mut zu lesen, wie Du Dich befreit und Dir Hilfe gesucht hast. Das ist schön!
    Auch ich habe lange gebraucht um zu begreifen, dass ich Hilfe benötige. Aber es ist nie zu spät. Jeder neue Tag ist auch ein Neuanfang!
    Ganz lieben Gruß von KM

    Hi wassolls! :)

    Spiegelalkoholiker sind Alkoholiker, die täglich ihre Dosis Alkohol benötigen um zu funktionieren und um ihre Entzugserscheinungen unter Kontrolle zu halten. Über den Tag können sie nur "normal" sein, wenn sie ihre "Dosis" erhalten... Aber über längere Zeit steigt dieser Spiegel natürlich immer weiter an. Ich kann nicht sagen, wie lange das noch ihr Körper mitmacht.
    Mein Vater wurde 53.

    Das mit dem vollen Kopf kenne ich :wink: , aber nach einiger Zeit wird sich auch das geben!

    Schönes Wochenende Dir... Lieben Gruß, KM

    Hallo liebe Farina...

    ...und herzlich Willkommen bei uns im Forum.
    Es schwingt so viel Hilflosigkeit zwischen Deinen Zeilen mit, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll...
    Aber zuerst möchte ich Dir einmal unterstützend sagen, dass ich es gut finde und es auch verstehe, dass Du keinen Kontakt zu Deiner Mutter willst, weil sie überhaupt nicht weiß, was sie mit ihrer Haltung Dir eigentlich antut. Sie stellt Dich als Schuldige dar, dabei bist Du unschuldig. Ganz besonders an ihrem Leben.
    Sie muss begreifen (und Du auch), dass es Ihr eigenes Leben ist was sie zerstört, und dass sie damit (nur weil sie die Schuld bei allen anderen und bei Dir sucht) nicht ihr Leben ändern kann. Sie muss selbst an sich etwas ändern. Sie schiebt die Schuld anderen zu um von ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken. Das tun viele Alkoholiker. Es ist ein Armutszeugnis...
    Es ist sehr traurig, dass Du Dich davon so kaputt machen lässt, aber ich kenne das auch. Dein Sohn muss verstehen, dass seine kranke Oma sich nur alleine heilen kann, und das Du weder schuld an ihrem Zustand hast, noch Dich von ihr verletzen lassen musst. Du bist ebenfalls krank und dafür muss man auch Verständins haben! Und Du kannst sogar mit Recht sagen, dass Deine Mutter Dich krank gemacht hat und nicht umgekehrt... Immerhin hat sie bereits Alkohol getrunken, als Du noch klein warst. Und mit Sicherheit bist Du nicht zu ihr hingegangen und hast sie alsk Kleinkind dazu gezwungen etwas zu trinken.
    Ich finde es so unfair und mies, wenn die alkoholkranken Eltern ihren Kindern die Schuld an ihrem Zustand geben. Das ist so ungerecht und niederträchtig, dass ich jetzt schon wieder anfange zu kochen... In mir formt sich dann immer das Bild von kleinen Kindern mit Schnuller und Windel, die mit einer Flasche Korn in der einen Hand und einem Messer in der anderen Hand auf dem Schoß ihres Vaters oder ihrer Mutter stehen, und sie so dazu "zwingen" Alkohol zu trinken....
    Es ist einfach nur dumm.
    Deswegen wirf die Schuldgefühle weg. Du hast die ganze Zeit über richtig ihr gegenüber gehandelt. Du bist ein wertvoller und liebenswürdiger Mensch, so wie es zwischen den Zeilen zu lesen ist. Dein Sohn kann glücklich sein, so eine gute Mutter zu haben! Wir Alkikinder sind wertvoller und besser, als wir uns über viele Jahre hinweg haben einreden lassen. Wir wurden nur "schlecht gemacht", haben unser Leben aber dennoch besser im Griff als unsere kranken Eltern. Warum dürfen wir nicht glücklich sein? Nur weil es ihnen schlecht geht? Weil es ihnen schlecht geht, OBWOHL sie etwas gegen ihre Sucht unternehmen könnten?? ...

    Bitte, bitte liebe Farina... Lass einfach gedanklich und seelisch los. Das geht wirklich. Und für Dich wird es wie Balsam für Deinen gequälten Geist sein. Tag für Tag wird es Dir wieder etwas besser gehen. Wir haben Jahre, manchmal Jahrzehnte in alten Mustern gelebt. Wir werden wohl auch Jahre brauchen um so zu werden, wie wir eigentlich geworden wären, wenn wir eine "normale" Familie gehabt hätten.
    Fühl Dich von mir gedrückt und ich schieb Dir einen großen Sack Kraft zu,
    alles Liebe von KM

    Hallöle Mrs.Smith!

    ...Zu Deiner derzeitigen Schusseligkeit kann ich Dich beruhigen. Es ist ein ganz normales Symptom, dass sich bei übermäßigem Stress äußert. Ist ja auch kein Wunder: Immerhin steckst Du mitten in den Prüfungen und nun die Sache mit Deinem Vater :roll: ...
    Es ist noch gar nicht so lange her, da dachte ich, dass ich bereits im Anfangsstadium von Alzheimer stecke... :shock: Ich vergaß auch die einfachsten Sachen und besonders kurzfristige Termine waren schnell vom Winde verweht... Erst als ich mir mal vor Augen gehalten habe, was ich täglich/wöchentlich alles so meistern musste wurde mir klar, dass es wohl damit zusammenhängen muss.
    Außerdem habe ich mal unter dem Schlagwort "Vergesslichkeit" im Net gegoogelt und bin dann darüber gestolpert, dass diese "Schusseligkeit" halt auch besonders vom übermäßigen Stress kommen kann. Bei mir kam noch hinzu, dass ich schnell auf 180 gefahren bin, wenn mich etwas geärgert hat und dass ich auch oft ungeschickt beim handling verschiedener Sachen war (hab oft etwas fallen lassen, bin gegen alle Ecken und Kanten gestoßen, usw.).
    Also, wenn Du Dir regelrecht bewusst machst was Du eigentlich für eine Masse Streß hast, dann verstehst Du zumindest besser, warum Du hin und wieder mal rumschusselst. Das wird schon wieder besser (ich bin das lebendige Beispiel 8) ). Im meinem Thread hab ich einiges über meine Vergesslichkeit geschrieben. Wenn Du Lust hast zu lesen...
    Ich wünsche Dir ein erholsames Wochenende!

    lieben Gruß, KM

    Hallo lieber Kalli...

    Ich habe bisher "still" in Deinem Thread hier gelesen...
    Du möchtest ein Buch über all das schreiben, was Du erlebt hast. Mit Deiner Frau (Deiner großen Liebe wohlgemerkt) und auch was Du hier im Forum erfahren und durchlebt hast... Ich finde die Idee gut. Gut in dem Sinne, dass es DIR gut tut, tun würde, für Dein Seelenheil. Um es vielleicht irgendwann zurück zu erlangen...
    Du hörst Dich an, wenn Du schreibst, wie ein verzweifelter, verletzter, gebrochener Ehemann, der alles dafür geben würde seine Frau so zurück zu bekommen, wie er sie einst "genommen" hat... dabei aber genau weiß, dass dies nie eintreffen wird. Du hast scheinbar damit abgeschlossen. Das ist gut, aber nun stehst Du bei null... Ein Buch zu schreiben kann Dir helfen vergangenes aufzuarbeiten. Die Anonymität ist dabei selbstverständlich, daher gibt es keinerlei Gründe für Deine Frau sich dagegen auszusprechen...
    Selbst wenn Du alles aus Eurem Leben ausplauderst ohne dabei konkrete Namen und genaue Orte zu nennen.
    -Sie hat einfach nur Angst der Wahrheit ins Auge zu sehen.- Der nackten Wahrheit sozusagen. Sich so zu sehen, wie Du sie siehst; Ihre Fehler, Ihre Stärken, ihre "Macken", ihr Verhalten im nüchternen wie im rauschenden Zustand... Angst davor erst zu lesen und dann akzeptieren zu müssen, dass Du die ganze Zeit über RECHT hattest, Angst davor sich Fehler einzugestehen...
    Angst davor es schwarz auf weiß vor sich zu haben...
    Mach Dein Ding...
    Sei wie das Kaltblut in der weiten Steppe, LEBE Dein Leben ohne Kompromisse...

    Lieben Gruß, KM

    Hallo Kerstin...

    Man man man... Das hört sich ja total mies an, was bei Dir momentan so abläuft. Ich nehm Dich mal virtuell in den Arm und drück Dich ganz dolle... Ich kann Dir nachempfinden wie schlecht es Dir geht. Weißt Du, wenn was kommt dann immer alles auf einmal :roll: ...

    Während wir Pläne für die Zukunft machen passiert uns genau das Unvorhergesehene, nämlich Das LEBEN, wie es wirklich ist... Das habe ich schon oft genug festgestellt und ich könnte mittlerweile eine Romanreihe damit beginnen... Aber daurch unterkriegen lassen? NIEMALS!!

    Diese tiefen Täler gehören (leider) nunmal dazu, und selbst wenn man denkt man ist schon an seinem Tiefpunkt angekommen GEHT ES SOGAR IMMER NOCH EIN BISSCHEN WEITER BERGAB... Aber das schöne an den Tiefpunkten ist, selbst der ALLERTIEFSTE geht auch wieder bergauf. Man muss es nur zulassen und ein bisschen dafür tun; es auch wollen, sozusagen in Bewegung bleiben und sich seelisch nicht von den Niederlagen lähmen lassen.

    1.- Wieso hat man Dir Deinen Job gekündigt? Zwischen den Zeilen hörte es sich so an, als ob da irgendeine Ungerechtigkeit Dir gegenüber abläuft... Wenn Du möchtest kannst Du gerne darüber reden (auch per PN, wenn es Dir lieber ist).
    2.-So hart wie es auch klingt (und ich bin sicher, dass Du das mittlerweile auch weißt), Du kannst nichts an dem Zustand Deines Vaters ändern (wie auch?). Wenn er sich so ein Ende ausgesucht hat, dann lass ihn. In Liebe loslassen, das ist etwas was uns allen schwer fällt. Deine Kleine braucht Dich jetzt mehr als irgendjemand anders auf der Welt und ihr ist nicht geholfen, wenn Du Dich wegen Deinem Vater seelisch kaputt machst.
    Ichglaube (nur ein Rat von mir) in Eurem Fall wäre es echt besser, wenn Du den Kontakt zu ihm ganz abbrichst, einfach um Dich selbst zu schützen.

    Ich weiß, ich weiß... Du bist angewiesen auf Deine Eltern was das Kinderhüten angeht. Aber wäre es nicht eine Möglichkeit, dass Deine Mutter bei Dir zu Hause auf die Kleine aufpasst? Gerade weil Du auch mal sagtest, dass Dein Vater der Kleinen schon öfter "seelisch" wehgetan hat??
    Ich war auch eine Zeitlang regelmäßig darauf angewiesen meine Kinder in die "Obhut" meiner alkoholkranken Mutter zu geben... Und ich kann Dir echt nachempfinden was in Dir abläuft. Auch heute muss ich die Hilfe meiner Mutter noch hin und wieder in Anspruch nehmen... Ich habe aber nie ein gutes Gewissen dabei... Hast Du schon mal daran gedacht eine Tagesmutter zu suchen? Das Jugendamt hat da viele in ihrer Kartei, die sie empfehlen können. Und viele Tagesmütter sind recht flexibel was die Betreuungszeiten angeht... Vielleicht hilft Dir dieser Tipp ja weiter...

    Glaub mir Kerstin, ich verstehe Dich sehr gut. Weißt Du, im Grunde bin ich sogar etwas neidisch auf Dich :wink: ... Deine Beiträge strahlen so viel Stärke und inneren Willen aus, dass es für mich zuweilen eine Wonne ist sie zu lesen. In der Vergangenheit, als ich neu hier war, haben sie mir oft Mut gemacht...
    Und ich bin auch neidisch darauf, dass Du noch beide Elternteile hast (so doof, wie sich das jetzt im ersten Moment anhören mag...), aber weißt Du, ICH hatte nie die Möglichkeit meinem Vater noch das zu sagen, was mir auf dem Herzen und auf der Seele lag und bis heute (genau zehn Jahre nach seinem Tod) noch liegt. Ich hätte ihm vor seinem Tod, als er im Verstand noch wach war, so gerne noch gesagt wie sehr ich ihn liebe und wie toll ich in als Vater gefunden habe. Das ich ihn immer als eine starke Persönlichkeit angesehen habe und glücklich darüber war, so einen Vater wie ihn gehabt zu haben.
    Und das es mich innerlich zerfressen hat hilflos zusehen zu müssen, von Beginn meines Lebens an, wie er sich vom Alkohol hat "verstümmeln" lassen. Das ihm das Saufen wichtiger war als unsere (und meine) Gefühle und unser Seelenheil... Das ihm unsere Liebe nicht wichtiger war als der Alkohol, sondern dass er sich für den langsamen, qualvollen Suchttod entschieden hat. Und das er obendrein zugelassen hat dass wir es voll miterleben müssen... Das er nicht nur sein Leben weggeworfen hat, sondern mich (und natürlich den Rest unser Familie) nachhaltig mit seinem Verhalten und seiner Lebensweise "seelisch" verstümmelt hat...

    Ich bin daher neidisch, liebe Kerstin, weil Du noch die Möglichkeit hast Deinem Vater das alles zu sagen, was Du an ihm liebst und was Dich an ihm krank macht, einfach um mit Dir selbst ins Reine zu kommen. Und neidisch darauf, dass Deine Tochter noch ihren Opa kennengelernt hat. Auch wenn er sicher nicht der Idealfall eines Opas ist... Immerhin hat sie einen und hat ihn kennengelernt... Mein Vater starb 1997 an den Folgen seiner Sucht. Meine Tochter kam ein Jahr später zur Welt. Und mein Sohn erst im Jahr 2002... Sie kennen ihn nur von Bildern und von meinen Erzählungen und ich bin sehr sehr traurig darüber, dass sie ihn nicht mehr kennenlernen durften (Alkoholiker hin oder her...).

    Gib Dir die Chance das loszuwerden, was Du an Seelenbalast mit Dir herumschleppst. Ich quäle mich seit zehn Jahren damit und bereue es heute zutiefst, nie offen mit meinem Vater über meine Gefühle und meine innere Verzweiflung geredet zu haben... Selbst wenn dann der Kontakt zwischen Euch abgebrochen wird bist Du es endlich los geworden und musst Dir keine Vorwürfe machen, falls Du Deine Wette gewinnen solltest, und er das nächste Weihnachtsfest nicht mehr erlebt...

    Liebe Kerstin, ich wünsch Dir all das was Du an Kraft brauchst um nicht die selben Fehler zu machen wie ich...

    Ganz lieben Gruß, KM

    Hallo Mrs. Smith

    Schmeiss jetzt bitte nicht das Handtuch! Du bist doch so weit gekommen, also lass Dich nicht aus der Bahn werfen. Egal ob Du das Gefühl hast von anderen, oder von Deinen eigenen Gefühlen untergebuttert zu werden...
    Ich hatte bisher das Gefühl, dass Deine Gedanken klarer wurden wenn Du hier geschrieben hast.
    Alles braucht seine Zeit. Wir sind nicht von heute auf morgen so geworden wie wir sind, also brauchen wir alle auch mindestens soviel Zeit um uns wieder zu ändern...
    Gib bitte nicht auf...
    Lass Dich mal virtuell in den Arm nehmen und Dir Mut machen!!
    Lieben Gruß, KM

    Hallo Wassols...

    Ich muss mich erstmal für meinen Lesefehler entschuldigen. Ich hab tatsächlich "Rauchen" statt "rauschen" gelesen :roll: ... Vermutlich lags an der allabendlichen Erschöpfungserscheinung 8) ...
    Zu Deinen Fragen: Nicht ICH bin der Alkoholiker, sondern mein Mann. Allerdings kenne ich ihn nur im "trockenen" Zustand. Wir sind seit anderthalb Jahren zusammen und wollen auch in spätestens zwei Jahren heiraten.
    Ich bin "nur" Tochter von Alkoholikern. Mein Vater starb vor zehn Jahren an den Folgen seiner Sucht und meine Mutter ist bis heute Spiegeltrinkerin...
    Die Finger ganz vom Alkohol zu lassen tue ich nur desshalb, weil mein Mann trockener Alkoholiker ist. Allerdings trinke ich auch schon mal was, wenn wir uns längere Zeit nicht sehen (z.B. auf Seminaren, wenn ich ein paar Tage weg bin). Ich möchte nur nicht (und er natürlich auch nicht) dass er mich alkoholisiert erlebt. Aber ansonsten leben wir in einem alkoholfreien Haushalt und das sehr gut...
    Die Party auf die wir wollen ist übrigens erst jetzt am Sonnabend. Und wir haben den Tag auch schon entschärft, denn wir kommen nur zum Kaffee trinken hin und fahren wieder, wenn die anderen Gäste kommen. Da hat meine Freundin auch Verständnis für, da wir noch kleinere Kinder haben...

    Lieben Gruß, KM

    Hallo Adivinha...

    ...und herzlich Willkommen hier bei uns im Forum!!
    ...Ich musste einen Moment über Dein Geschriebenes Nachdenken...
    Ich bin von klein auf an mit Alkoholikern groß geworden (sozuagen mit der sprichwötlichen Flasche". Eine sehr lange Zeit (eigentlich bis zur konkreten Therapie meines Vaters) habe ich die Sucht meiner Eltern verdrängt. Ich kann nicht sagen, es nicht bemerkt zu haben. Aber mein Leben wurde sehr davon geprägt, ohne das ich es wollte oder Einfluss darauf hatte. Es ist denke ich auch, wie sehr man sowas "sehen will". Ich wollte es nie sehen dass mein Vater sich totsäuft, weil ich ihn sehr, sehr geliebt habe. Ich wollte es einfach nicht wahr haben.

    Anders meine ältere Schwester... Sie hat immer gesagt dass meine Eltern Alkoholiker sind, aber ich denke (da sie neun Jahre älter ist wie ich), dass sie meine Eltern wohl auch noch in trockenen Zeiten erlebt hat und das anders beurteilen kann. Ich bin da wohl irgendwie abgestumpft, da ich in einem regelrechten Alkoholikerkreis (Eltern, verwandte, Freunde, Nachbarn) aufgewachsen bin und es wohl als Kind dadurch als "Normalzustand" aufgefasst habe. Einfach halt deswegen, weil ich es nie anders kennengelrnt hatte...

    Auch ich hatte in der Jugendzeit schwere Stimmungstiefs von denen ich heute auch überzeugt bin, dass es schon Depressionen waren. Die Stimmung war bei uns (besonders in nassen Zeiten) auch immer sehr gedrückt. Ich war immer der "fröhliche Typ", war gerne albern und habe versucht durch Ironie und Witzchen die Stimmung "aufzulockern". Dieses Muster ist bis heute erhalten geblieben. Ich ertrage schlechte Stimmung (auf der Arbeit zum Beispiel) nur sehr schwer, bzw. gar nicht und versuche durch Charme und Witz die Situation zu entschärfen. Wir Alkikinder sind meist "Harmoniesüchtig" und versuchen Konflikte vorzeitig zu entschärfen oder ihnen ganz aus dem Weg zu gehen. Ich persönlich bin sehr nah am Wasser gebaut und gerade wenn es um Diskusionen mit meinem Partner geht, fange ich tierisch schnell an zu heulen weil ich mich hilflos fühle und ausgeliefert. Wie in die Ecke gedrängt...

    Ich und meine Schwester leben auch mehr oder weniger Isoliert voneinander. Sie hat ihre Probleme (Psychotherapie) und ich meine (Psychotherapie geplant), aber wir REDEN NIE DARÜBER. Irgendwie ist es ein Tabuthema. Zwar kommt hin und wieder mal das Gespräch über meine Alkoholabhängige Mutter zur Sprache, aber immer eher oberflächlich. Seelisch lassen meine Schwester und ich uns gegenseitig so gut wie nie ran. Obwohl wir wohl ähnliche Traumata zu bewältigen haben und voneinander lernen könnten.

    Zu Nassen Zeiten meines Vaters (er wurde 2-3 Jahre vor seinem Tod 1997 wieder rückfällig) hat meine Schwester sich rührend um mich gekümmert. Hatte dafür gesorgt, dass ich die Wochenenden nicht zu Hause verbringen musste, sondern bei ihr und ihrerm heutigen Mann verbringen durfte und ich kann sagen, dass es eine schöne Zeit bei ihr war. Aber seit mein vater Tod ist hatten wir nie wieder so ein gutes Verhältnis zueinander. Damit will ich sagen, dass meine Schwester wohl im großen Stil Co-Abhängige ist und das auf uns Verwandschaft übertragen hat...

    Ich denke, so wie Du es beschreibst sind Deine Eindrücke und Gefühle, die Du aus der Kindheit "mitgebracht" hast noch Überbleibsel aus der Nassen Zeit Deines Vaters sind. An vieles erinnert man sich als Erwachsener auch nicht mehr, hat es aber "verinnerlicht", im Unterbewusstsein.

    ...Warum interessierst Du Dich eigentlich dafür? Hast Du auch so viele Probleme durch diese Vergangenheit wie viele hier? Mir hat das Forum sehr geholfen mal innerlich aufzuräumen, und der Staub hat sich noch lange nicht gelichtet :) ... Ich würde es schön finden, wenn Du hier Deine Probleme besser verstehen lernst.

    Ganz lieben Gruß von KM

    Hallöle liebe Gemeinde :D

    ...@ Hobbit

    Ich hab mich eben schlapp gelacht! Ich finds toll, wieviel Humor Du immer noch in deine Beiträge einbringen kannst, obwohl das Grundthema so ernst ist. Aber ich denke, dass fehlt uns oft. Der Humor. Mit Humor an die Sache gehen finde ich toll. Ich meine jetzt nicht um den Ernst der Lage zu überspielen, aber Humor kann immer noch wieder verdeutlichen dass wir eben alle nur Menschen sind :wink: ...

    Zum Thema...

    Ist es nicht verrückt, wieviele Paralelen zwischen unserern einzelnen Fällen liegen?
    Es ist aber schon richtig, dass wir Co's (wenn uns noch nicht bewusst ist, dass wir Co sind) viele unserer Marotten "normal" vorkommen. Wir gelten unter der "Normalbevölkerung" als überdurchschnittlich verantwortungsbewusst, hilfsbereit und liebenswürdig. DAS sind wir aber aus dem (unbewussten) Grund, weil wir uns halt auf diese Weise Anerkennung verdienen, uns so die Art von Liebe und Zuneigung holen die wir verstehen und auch "verarbeiten" können.

    Wieviele von uns können mit "körperlicher" oder im allgemeinen "partnerschaftlicher Liebe" nicht so recht umgehen? Ist DAS vielleicht auch einer der Gründe, warum wir uns manchmal bis zur Selbstaufgabe für andere in anderen Situationen regelrecht "aufopfern"? Weil wir dort die Art von "Zuneigung" (sprich: Anerkennung, Aufmerksamkeit, Lob, etc.) für uns selbst überhaupt annehmen können? Weil wir nur DIESE ART von Zuneigung verstehen??

    Ich ertappe mich selber auch oft dabei, dass ich die Probleme anderer besser lösen kann, als die von mir selber :roll: ... Mein Mann sagte, diese Eigenschaft hätte er auch schon immer gehabt. Für andere Probleme lösen, und selbst im Chaos leben (...als er noch nass war). Das scheint auch "weit verbreitet zu sein"...

    Lieben Gruß, KM

    Hallo wassolls!


    ...Ich denke mal dass Du mit "rauchen" eigentlich "kiffen" meinst...
    Mein allererster richtiger fester Freund (ich war damals 18 Jahre alt) hat damals gekifft. Anfangs nicht regelmäßig, aber später entwickelte er ein Suchtmuster. Zuerst habe ich auch hin und wieder mitgekifft, aber einmal habe ich dabei dermaßen über die Stränge geschlagen (hatte heftige Halluzis), dass ich ein paar Jahre die Finger davon ließ.

    Zwei Jahre später etwa habe ich auf einer Urlaubsreise in Dänemark in Verbindung mit Alkohol Gras geraucht und mich dermaßen dabei übergeben müssen, dass ich echt sterben wollte. Ich brauchte zwei Tage um mich davon zu erholen :roll: . Das war echt verschwendeter Urlaub! Und als ich mit 21 Jahren dass letzte mal kiffte, wobei es mir auch echt dreckig ging habe ich dann beschlossen die Finger ganz davon zu lassen.

    Genauso vorsichtig bin ich heute mit Alkohol, obwohl ich sagen kann, dass ich mittlerweile ganz darauf verzichte, wegen meinem Mann. Und das, ohne das Gefühl was zu verpassen. Ehrlich gesagt graut es mir schon vor Samstag, denn da sind wir zu meiner Freundin zum Geburtstag eingeladen und ich habe keine Lust da mit Besoffenen abzuhängen...

    Aber das gehört ja jetzt nicht zum Thema (sorry! :oops: )...
    Das Deine Gefühle morgens negativ sind ist eigentlich ein gutes Zeichen. Denn im Grunde weißt Du, dass es Dir nur schadet. Allerdings weigert sich irgendein Teil noch von Dir das einzusehen. Lass es am besten ganz sein mitz dem Rauchen, dann brauchst Du auch keine schlechten Gefühle zu haben. Hört sich jetzt einfacher an als es vermutlich ist, aber ich sprech da aus Erfahrung. Ich vermisse ehrlich nichts. Übrigens habe ich bis vor anderthalb Jahren auch noch Zigaretten geraucht. Ich habe 2005 im September von heute auf Morgen aufgehört und seit dem nicht eine Zigarette mehr geraucht. Und es war gar nicht so schwer. Die Sucht beginnt halt doch irgendwo im Kopf... Die körperlichen Entzugserscheinungen bei rauchen dauern höchstens drei Tage an.

    Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig Mut zusprechen und drück Dich auch mal virtuell zurück ;)
    Lieben Gruß, KM

    Hallo nochmal zusammen...

    Ich verstehe Dich gut Skye. Auch ich schleppe mit mir die berühmte Kugel am Fuß herum, ständig Angst davor zu haben nicht gemocht zu werden, nicht geliebt zu werden, verlassen zu werden. Ich suche noch nach den genauen Gründen. Denn nicht immer sind nur die Eltern schuld daran. Zwar sind und waren meine Eltern Alkoholiker (auch schon seit ich geboren bin, und davor), allerdings habe ich ihre Ehe immer als recht harmonisch angesehen. Ich sehe das heute so, dass sie den Alkohol gebraucht haben, um sich gegenseitig zu "öffnen".

    Ich erinnere mich, das sie oft stundenlang in der Küche saßen und sich ruhig und sachlich (wenn auch angetrunken) unterhalten haben. Sie wurden sich gegenüber und uns Kindern nie gewalttätig. Ich kann diese "Trennungsängste" also wohl nicht mit meinen Eltern in Verbindung bringen. Auch das sich ständig Sorgen um den Partner und die Kinder machen kenne ich. Manchmal möchte ich mich an meinen Mann klammer wenn er alleine mal kurz mit dem Auto weg will, weil ich Angst habe ihm könnte etwas zustoßen :roll: ...

    Ich habe mal gelesen, dass auch mobbing in der Kindheit dazu (zu solch massiven Ängsten) führen kann. Kennt sich damit jemand aus?? Ich wurde als Kind in der Grundschule und auch kurz vor der Lehre reichlich gemobbt. Als ich älter war konnte ich damit besser umgehen. Ich war da regelrecht abgestumpft. Aber das Gefühl des Verletzt werdens hat glaube ich viel in mir zerstört. Heute weiß ich das ich gemobbt wurde, weil ich mich aufgrund meines Elternhauses nicht wie "normale" Kinder verhalten habe. Ich war in der Grundschule hypersensibel, habe wegen jedem Schnott angefangen zu heulen und habe auch Klamottentechnisch (meine Eltern haben damals mehr Geld fürs saufen ausgegeben...) immer eins oben drauf bekommen...

    Diese Gefühle zu verstehen und von mir fern zu halten versuche ich auch heute noch zu lernen (heute weiß ich aber wenigstens, woher sie kommen...). Ich habe selten Spaß im Leben, weil immer irgendwelche "Sorgen" in meinem Kopf rumgeistern, ich mir selbst darüber Gedanken mache: "Darf ich überhaupt jetzt Spaß haben?", oder ich mir extreme Gedanken um die Umwelt mache... Bis hin zu Depressionen. Allerdings arbeite ich daran und es ist auch schon besser geworden.

    Jeder von uns hier trägt sein "Säcklein" an Selbstarbeit mit sich herum, und ich finde es toll wie alle sich gegenseitig helfen. Ich fühle mich jedesmal besser, wenn ich mich hier im Forum mitteilen konnte...

    Lieben Gruß, KM