Beiträge von Co-Pilot

    Vielleicht bist du einfach noch nicht so weit. Irgendwann wird dein Moment schon kommen.
    Ich vermute auch dass du / ihr noch ziemlich jung seid, weil du schriebst von deinen Eltern die dir zur Seite stehen, oder auch seine Eltern könnten ihn aufnehmen. Klingt nur für mich so ca. 20-30 höchstens.

    Danach kommt Mama als Home normalerweise nicht mehr in Frage.

    So lange du nicht „innerlich gekündigt“ hast wirst du leiden, es muss erst Klick bei dir machen.
    Seine Takt ist ein Standardprogramm, das läuft bei ganz vielen Alkoholikern ab wenn sie merken, es wird langsam ungemütlich, meine Servicekraft ist gerade dabei zu gehen. Mehr bist du leider nicht mehr.
    Natürlich möchte er das du immer mal wieder vorbeikommst, um Sachen zu erledigen, so hält er die Verbindung am Leben.
    Auf seine Frage, ob du gerade die Füße hochlegst, hättest du Ja sagen sollen, Joho ich spitze hier gemütlich und chille mein Leben, und du so?

    Du hast ihm aber leider genau das gesagt was er hören und bezwecken wollte, stänkern und diskutieren. Aber da kommst du auch noch hinter 😎.

    Das kenne ich persönlich zu genüge, ich lächle und ignoriere die Verbitterung meiner Alkoholikerin allerdings.

    Regelmäßig kommen auch hier so Sprüche wie „ich muss dies, ich muss dass, mir hilft ja keiner“… und ich sage dann nur, jo geht mir nicht anders, lächle und gehe, rums ist ihre Tür zu.

    Lange Rede kurzer Sinn, genieße dein Leben, den Menschen den du geliebt hat’s gibt es nicht mehr, da wohne jetzt ein Alkoholiker der zufällig so ähnlich aussieht, mehr nicht, und dem bist du nichts schuldig.

    Sie ist zwar eine gute Freundin, aber sie ist nicht Familie. Sie ist streng genommen eine Fremde und hat ihres eigenes Ökosystem. Genau wie du. Du kannst nicht die Welt retten, du hast deine eigene Welt.

    Mir hat mal jemand gesagt:

    Wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht…. Ok ist natürlich zu einfach gedacht aber grundsätzlich deckt es sich mit den hier genannten Forums-Mantra, gucke auf Dich selber, was kannst du für dich tun.

    Ich musste tatsächlich schmunzeln bei den letzten Worten. Aber zurück, deine Berührung mit dem Problem Alkohol ist bestimmt nicht neu, das besteht ja vermutlich viel länger wenn du zurück blickst. Nun schreibst du darüber, das ist gut. Mach dir ruhig Luft, es ist hier doch alles anonym, keiner kennt dich persönlich.

    Kümmere dich in erster Linie um dich selbst, das mache ich und viele andere nicht anders. Mein Geburtstag dieses Jahr war meine Frau nicht dabei, Gartenpartys ebensowenig. Hochzeit von Freunden war ich alleine und Urlaub hab ich auch schon kürzlich eine Woche alleine verbracht. Da geht die Welt nicht von unter, da kommst du auch noch hin.

    Du bist ein Optimist, wenn Erfahrung nach und nach hinzu kommt, wird daraus ein Realist.

    Natürlich kannst du hoffen, vielleicht wird es ja wieder, aber wenn eine Tür zu geht geht irgendwo eine andere auf.

    Ich zB. Habe eine Riesen Geschichte zu erzählen, darf ich aber nicht aufgrund anwaltlicher Empfehlung.

    Ich lebe mit meiner Frau getrennt innerhalb der ehelichen Wohnung, für gewöhnlich sehe ich sie nur, wenn sie mal auf Toilette geht, oder irgendwie „leicht verstrahlt“ durch die Gegend läuft. Kommunikation findet kaum statt, wenn dann vorzugsweise per WhatsApp. Mündliche Nebenabreden gibt es keine mehr, das lässt sich im Zweifel nicht belegen.

    Hej hej,

    mir war gar nicht bewusst wie schwierig es ist sich vorzustellen.

    Ich lebe seit 16 Jahren mit meinem Partner zusammen.

    Das klingt generell erst einmal gut, ihr seid offensichtlich nicht verheiratet.

    Psychische Probleme hat er schon lange, Vater war Alkoholiker, Mutter Co und Schwester schwer narzistisch. Beide Eltern starben innerhalb kürzester Zeit im mittleren Alter, zur Schwester herscht kein Kontakt.

    Das ist natürlich teilweise schwer zu verarbeiten, und Probleme gibt es immer um einen herum, und gestorben wird auch immer. Das ist ein Naturgesetz, jeder hat bei der Geburt dem Tode zugestimmt. Das sind keine Gründe um zu Trinken, höchstens später mal passende Ausreden.

    Mein Grund, dass ich mich hier angemeldet habe ist zu verstehen, ob es "normal" ist, dass im Zuge der Therapie der Patient sein gesammtes Leben ändert und sich vorallem auch gegen das stabile Umfeld richtet. Ich kann durchaus verstehen, dass Ihn unser zu Hause triggert, hat er dort doch seine persönliche Hölle erfahren. Kann durchaus auch verstehen, dass er erstmal ausziehen möchte, der neue Job ist gute 2,5 Stunden entfernt von uns.

    Das ist ein normaler Vorgang und nennt sich „geographische Flucht“. Wenn das gesamte Umgeld langsam „Wind“ von seinem Problem bekommt, wird das Umfeld gewechselt, das ist so etwas wie ein Neustart, alles ist auf 0 gesetzt, er ist dann ein Fremder ohne Vorgeschichte.

    Was ich nicht nachvollziehen kann, wie sich innerhalb von einer Woche angeblich Gefühle ändern, man keine Beziehung mehr möchte (aber alle Benefits weiter in anspruch nehmen möchte), sich aber 2-3 mal telefonsich am Tag meldet, von zu Hause spricht, durchaus jetzt schon Pläne für Weihnachten macht, all son Tüddelkram plant, aber Gefühlstechnisch nicht mehr so fühlt. Oder ist das durchaus eine verbreitete Reaktion aufgrund der Therapie, dass man erstmal alles hinterfragt, überfordert ist mit alles Gefühlen?

    Er ist innerlich zerrissen, es wechseln sich normale und suchtbelastete Gedanken ab. Es ist die normale Achterbahnfahrt, hoch runterrechts links. Da ist wenig vorhanden, was wir „Normalos“ als ausgeglichen und konstant nennen würden.

    ps: ich habe selber einen Alkoholiker hier sitzen incl. 5 erfolgreich abgebrochener Entzügen / Therapien, das grenzt schon an Nomadentum. Auch ich habe früher viel nachgedacht und gegrübelt, aber irgendwann habe ich auf „Spock“ umgeschaltet, faszinierend. Ich bin nur noch Beobachter und lass es laufen, irgendwann regelt sich alles.

    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Ja, die meisten der Angehörigen hier werden es ähnlich erlebt haben.

    Konnte bei euch Vertrauen nach so etwas wieder wachsen oder seid ihr irgendwann an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr ging?

    Nein, Vertrauen was einmal weg ist ist weg, man kann sich sicherlich viel Mühe geben, aber es würde nie wieder so werden wie vorher.

    Es kommt aber irgendwann der Moment, wo du von Hoffnung und Gefühlen umschaltest auf rational, aber das dauert bei jeden unterschiedlich lange.

    Natürlich wünscht er sich, dass er in aller Ruhe seiner Sucht nachgehen kann und du dich um alles andere kümmerst. Rechnung zahlen, organisieren, verwalten und so weiter.
    Da du nun aber anfängst eigenständig zu werden, er sieht ja wie du deine Sachen zusammen sammelst und dein Leben umorganisierst, versucht er dich zu halten aus reinem Selbstschutz, erst mit guten Worten und Dankbarkeiten, wenn das nicht funktioniert mit Schuldumkehr.

    Meine Frau hat sich früher auch um vieles gekümmert, aber nach und nach habe ich diese Sachen übernommen. Sie hat gar keine Funktion mehr. Sie ist im Grunde ein Hotel Besucher, der sich allerdings seine Lebensmittel und was sonst noch alles dazugehört selbst besorgen muss und sich ansonsten im Zimmer einschließt.
    Momentan ist sie wieder mal auf Therapie, wenn ich richtig gezählt hab müsste dass die Fünfte sein.

    Es ist eine himmlische Ruhe. Ich bin tiefenentspannt. Ich komm von der Arbeit, muss nicht irgendwo Sch…. aufsammeln oder was wegwischen, ich weiß was mich erwartet und ich kann mich gechillt auf dem Balkon setzen und einem Kaffee trinken, bisschen lesen, die Zeit totschlagen, Motorrad fahren gehen oder was auch immer mir in den Sinn kommt.

    Das ist auch deine Zukunft, wenn du die Zöpfe abschneidest und die Tür hinter dir zu ziehst.

    Das ist super angenehm, das weißt du nur noch nicht.

    Aber für deinen Mann (vorausgesetzt, er kann solche Zusammenhänge noch erkennen) ist das eine echte Bedrohung, die er versuchen wird, mit allen Mitteln abzuwenden.

    Pass gut auf dich auf. Wenn er sich in die Ecke gedrängt fühlt, wird es eventuell gefährlich für dich. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen, wobei meine Frau mit ihren 45 Kilo keine Gefahr mehr darstellt. Sie kann keine 2 Minuten mehr auf ihren Füßen stehen, dann muss sie sich hinsetzen und schnauft, als hätte sie einen Marathon gelaufen. Aber das kann ja bei dir völlig anders sein,,, und gefährlich werden.

    Die rechtssicherste Methode ist zum Amtsgericht zu gehen und eine Räumungsklage einzureichen. Du benötigst ein paar Angaben zur Person, den Mietvertrag, die abgelaufene Kündigung und einen Grund (Eigenbedarf). Dann hast du einen Termin, welchen du rechtlich auch hart durchsetzen kannst, alles andere wird in deinem Fall nicht sauber funktionieren. Ihr seit nicht verheiratet, es ist keine „eheliche Wohnung“, ihr befindet euch rechtlich nicht in einer „Bedarfsgemeinschaft“ das ist ziemlich einfach in dem Fall.

    Der Staat / Sozialamt sieht das gerne etwas anders, die haben eine alternative Rechtsauffassung , weil die wollen unter keinen Umständen zahlen. Die betrachten zur Not auch eine erkaltete Zweckgemeinschaft wie eine Ehe. Solange er bei dir wohnt, arbeitslos wird…. Und irgendwann Sozialleistungen beantragen möchte / muss werden sie dich durchleuchten und zur Kasse bitten.

    Ich will dir keine Angst machen, nur die Zukunft zeigen was kommen könnte, das kann hässlich enden wenn er bei dir gemeldet bleibt. Deshalb sollte dein primäres Ziel sein ihn loszuwerden, und er muss sich amtlich ummelden, erst dann ist der Zopf abgeschnitten.

    Ich habe nichts anderes erwartet, wenn ich ehrlich sein soll. Das ist normale Hinhaltetaktik, er hat es ausgesessen und er weis nun, dass du dich verarschen lässt. Jetzt nimmt er dich gar nicht mehr ernst, er wird auch am 15.07 nicht weg sein.

    Ich wollte ursprünglich vor einer Woche schreiben“ fahr zum Baumarkt und Kauf 20 Umzugkartons“ damit es für ihn sichtbar wird, und packe die zur Not selber. Hab’s aber aus Anstand gelassen, du hast ja vermutlich wirklich an den Termin geglaubt. Aber Mann / Frau wird ja an jeder Erfahrung schlauer.

    Ich selber kenne solche Aussagen von meiner Frau auch, ich ziehe aus, ich bringe mich um…. Immer wenn das passiert schreibe ich das in mein iPhone Kalender mit jährlicher Erinnerunge, was soll ich sagen, es sind schon viele Einträge, und jedes Mal wenn wieder mal einer aufploppt muss ich schmunzeln.

    Oh je du scheinst ja echt schlimm zu leiden. Jetzt lass ihn erstmal sein Zeug abholen und dann kommt Ruhe rein, auch in dein Gefühls-Chaos. Ich bin mir sicher es wird mit der Zeit und etwas Abstand besser, dann werden auch die „rationalen Gedanken“ zurück kommen, wegen derer du dich von ihm getrennt hast.
    Natürlich gibt er alles auf was er hätte hätte Fahradkette haben können, Frau, Wohnung Perspektive. Er leidet aktuell an einer Drogensucht, nach dem Kick ist vor dem Kick. Da interessiert es nicht wie schön du die Blümchen aufs Regal gestellt hast oder lecker Essen gekocht hast.
    Vermutlich hast du die richtig üblen Begleit,- und Ausfallerscheinungen der Sucht zB. Kontrollverlust der Schließmuskel nicht miterlebt, das würde dich anders denken lassen. Seih froh und vor allem stolz auf dich, du hast rechtzeitig die Kurve gekriegt. Viele einschließlich mich beneiden dich heimlich, sei dir dessen bewusst 😎.

    Du hast dir gerade ein Haus gekauft mit deinem Bruder, da benötigst du Ruhe, Stabilität und Planungssicherheit, ein aktiver Alkoholiker ist da „diplomatisch ausgedrückt“ nicht so die Idealbesetzung.

    Er war meine große Liebe und ich wahrscheinlich auch seine. Aber nicht mit Alkohol, damit ist er ein anderer Mensch, damit komme ich nicht zurecht.

    Deine Worte lauten „war“ das ist ein gutes Zeichen, du bist folglich drüber hinweg.

    Ich glaube auch ihm geht es mittlerweile sehr schlecht, die Anzeichen dafür sind überdeutlich. Gelbe Haut, die juckende und kratzt, Selbstgespräche in einer Tour, Tag und Nacht, er vergisst sehr viel, Nasenbluten, beim Husten kommt öfter ein Blutklumpen, 4-5 Stunden schlafen am Tag.

    Das kenne ich von meiner Frau auch, gelbe Haut wie bei den Simpsons, der ganze Körper mit Flechte überzogen welche blutet und offensichtlich juckt wie verrückt. Schlafen am Tag scheine normal zu sein, die Notärzte erzählen mir das jedesmal aufs neue, ohne das ich danach frage. Aber ok, sie meinen es ja gut und wollen mich aufklären oder Fürsorge aktivieren, oder eine Mischung aus beiden…..

    Und er sieht es nicht. Warum erwacht er nicht und sucht sich Hilfe

    Das geht irgendwann nicht mehr und das solltest du akzeptieren, kämpfe dagegen nicht an, das zermürbt dich nur. Ich habe auch lange gehofft und geredet und geschimpft, aber irgendwann macht es Klick und du bist nur noch Beobachter.

    Aber die Tage bei dir sind doch gezählt, der 30.06 ist in 4 Tagen, rein theoretisch sollten bei euch schon Umzugkartons rumstehen.

    Falls du noch immer mit deiner Entscheidung haderst, vielleicht hilft dir ja eine einzige Frage:

    Warst du die Wichtigste Säule / Komponente in seinen bestehenden Ökosystem, oder nur Beifang, welcher zufällig dazu gestoßen ist? Wenn du nicht 51% ausmachst in seinem Leben, wird es immer einseitig bleiben.

    Natürlich werden wir alle älter, und dem einen oder anderen wird so langsam seine Sterblichkeit bewusst, aber nicht mit 50, da fließt noch viel Wasser den Bach runter. 😎

    Zu Trauma Bonding kann ich nichts beitragen, noch nie gehört, muss ich wohl mal recherchieren.

    Das nennt sich Konfabulation, ist ne üble Sache, kenne ich von meiner Alkoholiker Ehefrau auch. Je mehr man sich ( rational ) mit der Alkoholkrankheit beschäftigt, des so klarer werden die entsprechenden Verhaltensmuster. Der Umgang damit wird dann einfacher, bzw. Stellt kein Problem / Überraschung mehr dar.

    Deine Situation ist jedenfalls sehr unangenehm, das kann ich gut nachvollziehen. Deine Schilderungen kannst du hier mehrfach wiederfinden, sie scheinen eine Art Normalzustand bei Alkoholikern zu sein. Ich werde jetzt mit Sicherheit wieder eine von den Admins auf den Deckel bekommen,,, für die Wahrheit.

    Ihr habt 4 Kinder, im Falle einer Trennung wird er wohl gehen, nicht du. Ein Alkoholiker kritisiert immer alles, weil er mit sich selbst nicht im Reinen ist. Den stört die Fliege an der Wand, zumindest ist das meine Erkenntnis. Du kannst noch viel Zeit mit Hoffen verbringen, aber ändern kannst du ihn nicht, nur er kann sich ändern. Ich habe auch lange gehofft, das meine Frau zur Vernunft kommt, tat sie aber nicht. Heute hoffe ich dass sie die Scheidungsvolgenvereinbahrung unterschreibt oder einfach nur verschwindet, tut sie auch nicht. Du siehst also Hoffnung zahlt sich nicht aus, Hoffnung ist ein Zeitdieb. 😎

    Gleichzeitig hofft der Alkoholiker das alles so bleibt wie es ist, die Kompfortzone sich nicht ändert.