Ich möchte dir meine Gedanken mitteilen, diese müssen nicht zwangsläufig deiner Meinung entsprechen, sie beruhen auf meiner Erfahrung.
Zur Einordnung, ich männlich, lebe seit vielen Jahren mit meiner Alkoholiker-Ehefrau zusammen, mittlerweile räumlich getrennt und ohne unternehmerische Schnittflächen. Ich mach mein Ding, sie hängt den ganzen Tag locker ab. Kinder sind groß, kommen regelmäßig mit ihren Partnern vorbei, halten sich aber ausschließlich in meinem Bereich auf. War aber eigentlich schon immer so.
Meine Sichtweise bezieht sich auf alle deine Beiträge über die 2 Seiten, das sind quasi Multi-Zitate, nur ohne die direkten Kontexte.
Du schreibst von Trennungsgedanken seit 2,5 Jahren, und weist nicht so recht wie du seinen Konsum einordnen sollst. Die Antwort ist einfach, dein Bauchgefühl hat dich hier her geführt, dein Bauchgefühl hatte recht.
10 Liter Bier die Woche sind sehr bedenklich, zumal er es bereits versteckt. Das ist ein Kasten. Du tust ihm und deinen Gedanken kein Unrecht, diese Menge ist absolut bedenklich. Hinzu kommt, Alkoholiker beginnen ihre Vorräte zu verstecken, wenn sie selbst merken, dass hier was aus dem Ruder läuft. Ist so ne Art Schamgefühl, das geht aber mit der Zeit verloren. Stell dir vor, er würde 10 Liter Cola die Woche trinken, das wäre genau so untypisches Verhalten. Leider wird er früher oder später auf effektivere Getränken umsteigen, im Bier sind immer noch zu 92 % Wasser. das heißt er muss viel "Material" ran schleppen.
Auf Liebe zu dir wird er vermutlich nicht aufhören, das ist ein Teufelskreis, den er nur schlecht durchbrechen kann.
Du hast keine Lust mehr auf körperliche Nähe? Dein innerer Entschluss bzgl. einer Trennung ist schon weiter als du denkst. Selbst wenn er sich reduzieren kann, es wird immer im Hinterkopf bleiben, das unbeschwerte Gefühl, Zuneigung und Vertrauen ist teilweise "aufgebraucht". das kommt nie wieder zurück.
Seinen Führerschein mit 2,4 Promille zu verlieren ist schon eine Leistung, welche eigentlich Respekt verdient. Meine Frau hat ihren Führerschein verloren mit 2,7 Promille (Blutwert nach 1 Stunde im KKH) und sie konnte noch normal geradeaus laufen. Das sind Bereiche in denen wir "Normalos" bereits einen Filmriss haben. Das deutet auf eine gute Konditionierung hin, was auf Alkohol bezogen natürlich schlecht ist. Ist leider eine unerfreuliche Tatsache.
Das du eine eigene Wohnung hast ist ein Riesen Vorteil, du kannst also jederzeit auf Fluchtdistanz gehen. Das unterscheidet dich von den allermeisten hier.
Du schreibst von Kindern und äußerst gleichzeitig bereits deine Bedenken. Sehr gut erkannt, du weist jetzt schon was passieren wird. So logisch denken nicht alle, und das meine ich nicht abwertend sondern ehrlich. Du weißt mehr über den Alkohol als du dir eingestehst, deine Denkweise ist analytisch und richtig. Natürlich liebst du ihn (sehr wahrscheinlich), und hast gleichzeitig eine objektive Sicht. (anerkennendes Kopfnicken)
Stell dir folgende Fragen: Ist er der Richtige für gemeinsame Kinder, Ist er der Richtige für ein glückliches und unbeschwertes Leben, ausgelassene Urlaube, gemeinsame Hobbys / Unternehmungen? Könntest du mit ihm ein Häuschen bauen / kaufen?
Niemand hier kann dir sagen was für dich das richtige ist, diese Entscheidung bleibt leider an dir hängen. Aber du bist erst 36 Jahre, es ist noch alles möglich.