Beiträge von Co-Pilot

    Natürlich wünscht er sich, dass er in aller Ruhe seiner Sucht nachgehen kann und du dich um alles andere kümmerst. Rechnung zahlen, organisieren, verwalten und so weiter.
    Da du nun aber anfängst eigenständig zu werden, er sieht ja wie du deine Sachen zusammen sammelst und dein Leben umorganisierst, versucht er dich zu halten aus reinem Selbstschutz, erst mit guten Worten und Dankbarkeiten, wenn das nicht funktioniert mit Schuldumkehr.

    Meine Frau hat sich früher auch um vieles gekümmert, aber nach und nach habe ich diese Sachen übernommen. Sie hat gar keine Funktion mehr. Sie ist im Grunde ein Hotel Besucher, der sich allerdings seine Lebensmittel und was sonst noch alles dazugehört selbst besorgen muss und sich ansonsten im Zimmer einschließt.
    Momentan ist sie wieder mal auf Therapie, wenn ich richtig gezählt hab müsste dass die Fünfte sein.

    Es ist eine himmlische Ruhe. Ich bin tiefenentspannt. Ich komm von der Arbeit, muss nicht irgendwo Sch…. aufsammeln oder was wegwischen, ich weiß was mich erwartet und ich kann mich gechillt auf dem Balkon setzen und einem Kaffee trinken, bisschen lesen, die Zeit totschlagen, Motorrad fahren gehen oder was auch immer mir in den Sinn kommt.

    Das ist auch deine Zukunft, wenn du die Zöpfe abschneidest und die Tür hinter dir zu ziehst.

    Das ist super angenehm, das weißt du nur noch nicht.

    Aber für deinen Mann (vorausgesetzt, er kann solche Zusammenhänge noch erkennen) ist das eine echte Bedrohung, die er versuchen wird, mit allen Mitteln abzuwenden.

    Pass gut auf dich auf. Wenn er sich in die Ecke gedrängt fühlt, wird es eventuell gefährlich für dich. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen, wobei meine Frau mit ihren 45 Kilo keine Gefahr mehr darstellt. Sie kann keine 2 Minuten mehr auf ihren Füßen stehen, dann muss sie sich hinsetzen und schnauft, als hätte sie einen Marathon gelaufen. Aber das kann ja bei dir völlig anders sein,,, und gefährlich werden.

    Die rechtssicherste Methode ist zum Amtsgericht zu gehen und eine Räumungsklage einzureichen. Du benötigst ein paar Angaben zur Person, den Mietvertrag, die abgelaufene Kündigung und einen Grund (Eigenbedarf). Dann hast du einen Termin, welchen du rechtlich auch hart durchsetzen kannst, alles andere wird in deinem Fall nicht sauber funktionieren. Ihr seit nicht verheiratet, es ist keine „eheliche Wohnung“, ihr befindet euch rechtlich nicht in einer „Bedarfsgemeinschaft“ das ist ziemlich einfach in dem Fall.

    Der Staat / Sozialamt sieht das gerne etwas anders, die haben eine alternative Rechtsauffassung , weil die wollen unter keinen Umständen zahlen. Die betrachten zur Not auch eine erkaltete Zweckgemeinschaft wie eine Ehe. Solange er bei dir wohnt, arbeitslos wird…. Und irgendwann Sozialleistungen beantragen möchte / muss werden sie dich durchleuchten und zur Kasse bitten.

    Ich will dir keine Angst machen, nur die Zukunft zeigen was kommen könnte, das kann hässlich enden wenn er bei dir gemeldet bleibt. Deshalb sollte dein primäres Ziel sein ihn loszuwerden, und er muss sich amtlich ummelden, erst dann ist der Zopf abgeschnitten.

    Ich habe nichts anderes erwartet, wenn ich ehrlich sein soll. Das ist normale Hinhaltetaktik, er hat es ausgesessen und er weis nun, dass du dich verarschen lässt. Jetzt nimmt er dich gar nicht mehr ernst, er wird auch am 15.07 nicht weg sein.

    Ich wollte ursprünglich vor einer Woche schreiben“ fahr zum Baumarkt und Kauf 20 Umzugkartons“ damit es für ihn sichtbar wird, und packe die zur Not selber. Hab’s aber aus Anstand gelassen, du hast ja vermutlich wirklich an den Termin geglaubt. Aber Mann / Frau wird ja an jeder Erfahrung schlauer.

    Ich selber kenne solche Aussagen von meiner Frau auch, ich ziehe aus, ich bringe mich um…. Immer wenn das passiert schreibe ich das in mein iPhone Kalender mit jährlicher Erinnerunge, was soll ich sagen, es sind schon viele Einträge, und jedes Mal wenn wieder mal einer aufploppt muss ich schmunzeln.

    Oh je du scheinst ja echt schlimm zu leiden. Jetzt lass ihn erstmal sein Zeug abholen und dann kommt Ruhe rein, auch in dein Gefühls-Chaos. Ich bin mir sicher es wird mit der Zeit und etwas Abstand besser, dann werden auch die „rationalen Gedanken“ zurück kommen, wegen derer du dich von ihm getrennt hast.
    Natürlich gibt er alles auf was er hätte hätte Fahradkette haben können, Frau, Wohnung Perspektive. Er leidet aktuell an einer Drogensucht, nach dem Kick ist vor dem Kick. Da interessiert es nicht wie schön du die Blümchen aufs Regal gestellt hast oder lecker Essen gekocht hast.
    Vermutlich hast du die richtig üblen Begleit,- und Ausfallerscheinungen der Sucht zB. Kontrollverlust der Schließmuskel nicht miterlebt, das würde dich anders denken lassen. Seih froh und vor allem stolz auf dich, du hast rechtzeitig die Kurve gekriegt. Viele einschließlich mich beneiden dich heimlich, sei dir dessen bewusst 😎.

    Du hast dir gerade ein Haus gekauft mit deinem Bruder, da benötigst du Ruhe, Stabilität und Planungssicherheit, ein aktiver Alkoholiker ist da „diplomatisch ausgedrückt“ nicht so die Idealbesetzung.

    Er war meine große Liebe und ich wahrscheinlich auch seine. Aber nicht mit Alkohol, damit ist er ein anderer Mensch, damit komme ich nicht zurecht.

    Deine Worte lauten „war“ das ist ein gutes Zeichen, du bist folglich drüber hinweg.

    Ich glaube auch ihm geht es mittlerweile sehr schlecht, die Anzeichen dafür sind überdeutlich. Gelbe Haut, die juckende und kratzt, Selbstgespräche in einer Tour, Tag und Nacht, er vergisst sehr viel, Nasenbluten, beim Husten kommt öfter ein Blutklumpen, 4-5 Stunden schlafen am Tag.

    Das kenne ich von meiner Frau auch, gelbe Haut wie bei den Simpsons, der ganze Körper mit Flechte überzogen welche blutet und offensichtlich juckt wie verrückt. Schlafen am Tag scheine normal zu sein, die Notärzte erzählen mir das jedesmal aufs neue, ohne das ich danach frage. Aber ok, sie meinen es ja gut und wollen mich aufklären oder Fürsorge aktivieren, oder eine Mischung aus beiden…..

    Und er sieht es nicht. Warum erwacht er nicht und sucht sich Hilfe

    Das geht irgendwann nicht mehr und das solltest du akzeptieren, kämpfe dagegen nicht an, das zermürbt dich nur. Ich habe auch lange gehofft und geredet und geschimpft, aber irgendwann macht es Klick und du bist nur noch Beobachter.

    Aber die Tage bei dir sind doch gezählt, der 30.06 ist in 4 Tagen, rein theoretisch sollten bei euch schon Umzugkartons rumstehen.

    Falls du noch immer mit deiner Entscheidung haderst, vielleicht hilft dir ja eine einzige Frage:

    Warst du die Wichtigste Säule / Komponente in seinen bestehenden Ökosystem, oder nur Beifang, welcher zufällig dazu gestoßen ist? Wenn du nicht 51% ausmachst in seinem Leben, wird es immer einseitig bleiben.

    Natürlich werden wir alle älter, und dem einen oder anderen wird so langsam seine Sterblichkeit bewusst, aber nicht mit 50, da fließt noch viel Wasser den Bach runter. 😎

    Zu Trauma Bonding kann ich nichts beitragen, noch nie gehört, muss ich wohl mal recherchieren.

    Das nennt sich Konfabulation, ist ne üble Sache, kenne ich von meiner Alkoholiker Ehefrau auch. Je mehr man sich ( rational ) mit der Alkoholkrankheit beschäftigt, des so klarer werden die entsprechenden Verhaltensmuster. Der Umgang damit wird dann einfacher, bzw. Stellt kein Problem / Überraschung mehr dar.

    Deine Situation ist jedenfalls sehr unangenehm, das kann ich gut nachvollziehen. Deine Schilderungen kannst du hier mehrfach wiederfinden, sie scheinen eine Art Normalzustand bei Alkoholikern zu sein. Ich werde jetzt mit Sicherheit wieder eine von den Admins auf den Deckel bekommen,,, für die Wahrheit.

    Ihr habt 4 Kinder, im Falle einer Trennung wird er wohl gehen, nicht du. Ein Alkoholiker kritisiert immer alles, weil er mit sich selbst nicht im Reinen ist. Den stört die Fliege an der Wand, zumindest ist das meine Erkenntnis. Du kannst noch viel Zeit mit Hoffen verbringen, aber ändern kannst du ihn nicht, nur er kann sich ändern. Ich habe auch lange gehofft, das meine Frau zur Vernunft kommt, tat sie aber nicht. Heute hoffe ich dass sie die Scheidungsvolgenvereinbahrung unterschreibt oder einfach nur verschwindet, tut sie auch nicht. Du siehst also Hoffnung zahlt sich nicht aus, Hoffnung ist ein Zeitdieb. 😎

    Gleichzeitig hofft der Alkoholiker das alles so bleibt wie es ist, die Kompfortzone sich nicht ändert.

    Oh man, soweit bin ich noch lange nicht. Wir haben über 20 Jahre liebevoll ein Haus ausgebaut und modernisiert. Ich hänge sehr daran. Über einen Verkauf als einzige Alternative möchte ich noch nicht nachdenken. Das schaffe ich mental einfach nicht. Aber keiner von uns beiden könnte sich das Haus alleine leisten.

    Das ist aus einem anderen Bereich, aber ich möchte hier in deinen Beitrag antworten.

    Ich empfehle dir, dich mit dem Gedanken anzufreunden. Dein Alter kennen wir natürlich nicht, aber nach 20 Jahren gemeinsames Haus bist du mindestens 38, könntest aber auch 70 sein. Daher sind solche Empfehlungen immer relativ, weil keiner weis, wieviel Rest…..


    Wenn dein Mann wirklich Alkoholiker ist, und er den gängigen Weg weiter geht, wird er früher oder später seinen Job verlieren. Dann kommt noch eine Weile Arbeitslosengeld, dann wieder mal ein Job für kurze Zeit und wieder Arbeitslosengeld. Mach dir besser jetzt schon Gedanken wie es dann weiter läuft.

    Wenn du die laufenden Verbindlichkeiten NICHT alleine bedienen kannst, erstelle dir / für euch eine Ausstiegs-Strategie.

    Das willst du vermutlich noch nicht sehen wollen, aber leider müssen.

    Ich bin aktuell genau an diesem Punkt, ich kann aber glücklicherweise alles alleine tragen.

    Ja mach dich mal schlau was sinnvoll ist und was nicht, und denke nur an das Wohl deiner Kinder. Die können sich nicht alleine frei entscheiden, deine Frau hatte mal diese Möglichkeit.

    Pass bitte auf, dass eure Kinder nicht zur „Kriegwaffe“ werden, das wird sich irgendwann rächen.
    Und immer daran denken, die suchen irgendwann mal euer Altersheim aus 😂😂

    Ich kenne mich mit der Thematik Suchtreha in Kombination mit Kindern nicht wirklich aus, aber ich frage mich, was das soll? Deine Frau hat doch mit sich selbst zu tun, kommt mit sich selbst nicht klar. Was sollen denn Kinder dabei? Die Logik erschließt sich mir nicht. Die haben doch bereits einiges mitbekommen, sollen die das wirklich alles mitmachen? Irgendwie klingt das nicht nach Kindeswohl.

    Hallo Eloed, das kommt mir bekannt vor, meine Situation ist sehr ähnlich.

    Um deine Frage zu beantworten, nein du schlägst nicht den falschen Weg ein, das hat sie gemacht vor langer Zeit. Schütze dich und deine Kinder, mehr liegt nicht in deiner Macht.

    Wenn beim Schreiben die Spontanen Ideen und Beschreibungen fehlen, hab ich einen Tip.
    Wenn du viel Monolog in Kopf durchspielst, immer dann greifst du zum Handy, öffnest die Notizen App und drückst auf Aufnahme. Es wird dann sauber zu Text und du kannst dir alles von der Seele reden. Das machst du bei jedem Gedankengang den du so hast. Irgendwann hast du genug Material zusammen und machst einen Brief daraus. Habe ich früher auch gemacht um meine Gedanken und Vorkommnisse zu dokumentieren. Selbst wenn ich hier etwas kommentiere mache ich das so, sonst tippt man sich ja wund, und im Schreibfluss vergisst man schnell seinen nächsten Gedanken. Das kann beim Reden nicht passieren, hinterher mistest du aus und bringst Struktur rein.

    Wir sind umgeben von Technik und sollten sie angemessen nutzen, da geht mehr als nur WhatsApp und Tiktok mit den Handy. Dafür ist Technik da, sie soll Zeit sparen, nicht rauben.

    Auch von mir großen Respekt.
    Das es ihn ums finanzielle geht ist doch klar, das liegt in der Natur der Sache bei einer Trennung. Das betrifft aber beide Seiten, jeder will was haben, keiner gibt gerne mehr raus als nötig.

    Mach zur Not Screenshots vom Chatverlauf, dann kann er hinterher so viel löschen wie er möchte. Und seine Drohung sich arbeitslos zu melden wird empfindlich nach hinten los gehen, er darf nicht absichtlich seinen Wert schmälern um dich zu schaden. Selbst wenn er es macht, wird sein bisheriges Einkommen als fiktives angesetzt.

    Wünsche dir Kraft und Ruhe für die nächsten Tage und Wochen.

    Kenne ich auch.
    Jedesmal wenn ich einen RTW rufe, weil sich meine Frau wieder über Gebühr abeschossen hat kommen Weißheiten von den Sanitätern, da müssen sie doch was machen, das ist eine Krankheit, da gehören immer 2 dazu, das hat doch ne Vorgeschichte usw.
    Ja alles richtig, aber irrelevant. Ich sage dann nur: ich habe sie gerufen, um der ersten Hilfe genüge zu tun, um nicht angreifbar zu sein.

    Bewustlose Person am Boden, da muss ich handeln, obwohl ich es schriftlich von meiner Frau habe, das sie von mir keinerlei Hilfe möchte…
    Der Rest liegt in Ihrem Ermessen. Dann werden die in der Regel ziemlich persönlich, aber da habe ich ein dickes Fell und eine eigene Meinung.

    Natürlich wissen die externen Personen nur das, was sie gerade als Momentaufnahme sehen, das ganze Drama drumherum sehen sie nicht, wie auch, sie können ja aus 15 Minuten, oder mal draußen treffen keinen Gesamtüberblick generieren. Aber jemanden Anklagen oder in Mitschuld bringen ist schnell und einfach. Sich tiefer damit zu beschäftigen kostet ja nur deren Zeit, und setzt echtes Interesse voraus. Das ist aber in der heutigen schnelllebigen und oberflächlichen Zeit garnicht mehr vorhanden, jeder guckt nur nach sich und will davon eigentlich nichts wissen.