Beiträge von AnnaBlume

    Einzelhandelskauffrau ist doch gut- da findest du immer was. Und die Kinder sind ja auch in der Schule und unterwegs. Da könnt ihr eben die geringere Zeit intensiver nutzen. Aber eins nach dem anderen. Ihr müsst unbedingt da raus. Ich drücke die Daumen für eine Wohnung und über die praktische Umsetzung machst du dir Gedanken wenn du eine Wohnung hast.

    Bin auch unsagbar müde und traurig

    Und das ist doch kein Wunder! Ich würde wegen dem Geld mal mit einer Anwältin reden, kostet zwar auch aber lohnt sich.

    Dass du finanziell gut aufgestellt bist ist schon mal toll- jetzt musst du nur dafür sorgen dass du nicht für Dinge aufkommen musst die er verbockt.

    Deine Kinder sind groß und du könntest nochmal für dich Dinge tun auf die du mal richtig Lust hättest. Hast du mal drüber nachgedacht alleine zu verreisen? Mit Abstand sieht man vieles klarer…

    Warum können alle jetzt fröhlich im Biergarten sitzen, nur ich nicht usw.)

    Die berühmte FOMA (Fear of missing out) war bei mir immer extrem ausgeprägt. Schon mittwochs musste ich wissen was ich Freitag/Samstag vor habe- natürlich immer saufen. Aber wo und mit wem?

    Ich hatte das lange noch nüchtern- genau wie du und mir fiel- genau wie dir- kein Alternativprogramm für Freitag und Samstag Abend ein. Der Trick: ich hab mir was für Samstag und Sonntag morgen vorgenommen!

    Mal eine yogastunde, mal wandern mit der Freundin oder Leute zum Frühstücken einladen oder sie zum Frühstücken besuchen und dafür ein längere Strecke laufen bzw. Fahrrad fahren.

    Es ist ein unglaublich gutes Gefühl samstags ganz früh durch einen noch schlafenden Ort zu laufen. Ich fand das großartig!

    Wie ist bei euch das Wetter? Wenn es nicht in Strömen regnet würde ich einen langen schönen Spaziergang machen und ein Hörbuch dabei hören. Für wunderbare Stimmung sorgt ‚fünf Viertelstunden bis zum Meer‘. Das ist in ca. 2 Stunden durch- wunderbar für einen längeren Spaziergang.

    das werde ich auch tun wenn ich das Gefühl habe das ich nicht weiter komme.

    Ich glaube es ging darum dass du deinen Arzt auf jeden Fall anrufst und ihm mitteilst, dass du ab jetzt nichts mehr trinkst. Find ich super, aber dein Arzt sollte das unbedingt wissen, damit du nicht alleine (und du sagst ja du bist sehr alleine) in den kalten Entzug läufst. Ein kurzer Anruf- das geht und jetzt ist guter Zeitpunkt dafür! Nur Mut!

    weil ich die anderen auch verstehen kann.

    Ich kann es auch verstehen und finde es gerade deshalb wichtig, diese Hürde hier zu setzen. Es war für mich eine echt krasse Überwindung hier gleich zu Beginn die ‚Hosen Runterzulassen‘, aber gerade das hat den Kompass in die richtige Richtung gedrückt. Ich war nämlich eine von denen die dachte, dass es ihr zwar ‚etwas entgleitet‘ aber ‚noch nicht so schlimm‘ war. Pustekuchen. Ganz stinknormale Alkoholikerin bin ich und runter vom hohen Ross kann ich besser für meine Abstinenz sorgen.

    Stellt man sich vor, es wird einem die die stationäre oder ambulante Behandlung verweigert, nur weil man das dieses Wort "Alkoholiker" nicht ausspricht. Wo würde das denn hinführen?

    Ich glaube das würde auch niemand machen. Hier gehört es halt zu den Regeln und bringt alle quasi ‚auf ein Level‘.

    Gibt ja sehr bekannte Aktivisten *edit*, die den Begriff ‚Alkoholiker‘ bewusst vermeiden. Das mag seine Berechtigung haben. Mir hat dieser Ansatz am Anfang auch besser gefallen, weil eben die Stigmatisierung weniger ist.Allerdings war das auch noch in der Phase wo ich mir noch nicht sicher war ob ich echt Alkoholikerin bin- oder es noch nicht wahrhaben wollte. Aber hier finde ich gut, wenn alle vom gleichen reden.

    So lange man innerlich genau weiß, dass man abhängig ist und das auch bleibt ist es draußen ganz egal wie man sich nennt.

    Hauptsache man findet einen Weg in seiner Nüchternheit wichtig genommen zu werden- in erster Linie von sich selbst. Und dass es kein ‚nur ein Schlückchen‘ geben darf.

    Nebenbei habe ich mit der *edit* Sache eh so meine Probleme inzwischen. Ich habe mir am Anfang viel von ihr angeschaut, aber letztendlich ist mir das viel zu geschicktes Marketing.

    Inzwischen gibt es noch mehr Menschen, die über Social Media mit ihrer Sucht Geld verdienen. Ich bin da irgendwie zwiegespalten. Einerseits finde ich gut, wenn jemand seine Erfahrungen teilt, andererseits ist schwierig dass er damit sein Leben finanziert.

    Gerade wurde wieder ein Vorstellungsthread geschlossen weil jemand sich nicht als Alkoholiker bezeichnen will.
    Tat mir leid war aber konsequent und richtig. Sie hat die Stigmatisierung des Begriffs angeführt- soweit nix neues. Aber sie hat was anderes sehr interessantes aufgeführt, nämlich würde man einen Koks-Abhängigen ein Leben lang mit seiner Abhängigkeit assoziieren.

    Abgesehen davon, dass ein Alkoholiker das nicht als einziges identitäststiftendes Merkmal hat und es nur für ihn selbst eine Rolle spielt, ist die Situation bei anderen Drogen völlig anders.

    Ein Kokssüchtiger der jetzt clean ist muss auch schauen, dass er nicht mehr unter Leute kommt für die Koks nehmen normal ist.

    Aber er wird ganz selbstverständlich Kreise finden, wo nicht konsumiert wird und wenn es relativ normal läuft muss er sich an Omas 80. nicht dafür rechtfertigen, dass er keine line zieht. Auch keine klitzekleine.

    Er muss sich vor niemandem rechtfertigen, sich nicht überlegen was er sagt, wenn im Arbeitsumfeld konsumiert wird.

    Noch eins: Niemand wird ernsthaft auf die Idee kommen, dass er nach einer gewissen Clean- Phase kontrolliert konsumieren kann. Jedem leuchtet das ein aber bei einer anderen Substanz kommt man auf diese abstruse Idee.
    Weil immer noch Leute glauben es sei wichtig ‚dazuzugehören‘, wenigstens ein Glas Sekt an Silvester, den ‚guten Wein‘ zum Essen- ist doch nix dabei- Radler ist isotonisch.

    Man vertausche einfach die Substanz und es wird völlig klar, wie lächerlich das ist.

    So viel meine Gedanken dazu.