Beiträge von Sonnenschein CoA

    Vielen Dank für alle eure Zusprüche und Kopfwäschen. Das hat heute sehr geholfen und mich wachsen lassen.
    Ich habe für mich folgendes erörtert: Mein Ehemann ist Alkoholiker und ich werde ihm mehr Grenzen setzen. Der Vater meiner Kinder ist Alkoholiker und ich werde darüber offener mit den Kindern kommunizieren. Mein bester Freund ist Alkoholiker und ich kann ihm nicht helfen und habe die Freundschaft auf Eis gelegt. Mein Vorgesetzter ist Alkoholiker und es geht mich nichts an, denn dafür sind andere zuständig. Und schon ist der Berg auf meinen Schultern erheblich geschrumpft.

    Kurzes Update:

    Nachdem er heute ab mittags wieder seinen Pegel aufgefüllt hat, wurde er gemein und unfair zu mir. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn nichts getan habe, sondern immer geholfen und unterstützt und er nicht so gemein zu mir sein soll. Schließlich entscheidet er sich doch jeden Tag aufs Neue für den Alkohol und gegen seine Familie und die Angestellten. Das hat gut getan und mich befreit. Auch wenn er nur dasaß und gegrinst hat. Die erste Grenze ist gesetzt :thumbup:

    Guten Morgen,

    heute ist wieder ein schlechter Tag.
    Grundsätzlich bin ich ein sehr starker Mensch und meine Sorgen sieht man mir nicht an. Ich kann mich gut verstellen und wenn man IHN nicht „erlebt“ hat, dann würde man mir nichts ansehen. Daheim komm ich mit der Situation meistens klar. Ich lasse ihn links liegen und gehe ihm aus dem Weg. In der Arbeit funktioniert das leider nicht. Wir sind Teilhaber einer Firma und arbeiten dort. Er ist auch mein Vorgesetzter. Vorgestern hat mich ein Geschäftspartner auf seinen Zustand angesprochen. Das er ihn nur in der Früh anruft, weil er mittags schon betrunken ist und das ihn auch schon Kunden angesprochen haben, dass er am Telefon lallt und er alles vergisst. Das ist mir nicht nur unglaublich peinlich, sondern widerstrebt meinen Idealen vollkommen. Ich versuche immer alles perfekt und allen gerecht zu machen. Tag für Tag übernehme ich seine Aufgaben im Büro um die Angestellten zu schützen. Dadurch arbeite ich grundsätzlich für 2 Jobs und seit 2 Wochen mach ich 3, da ich eine Urlaubsvertretung übernehmen muss, wofür er eigentlich zuständig ist. Er kommt jedoch erst nachmittags ins Büro, ab 11:00 Uhr lallt er schön am Telefon, und dann ist er nach 1-2 Stunden wieder verschwunden ohne etwas großartig getan zu haben und kommt aber nicht vor 20:00 Uhr nach Hause.
    Gestern Früh ging es mir sehr schlecht. Nachdem er gefahren und die Kinder in der Schule waren, bin ich unter der Dusche zusammengebrochen. Ich habe lange geweint und mir eine schützende Person gewünscht, die mir all die Last von meinen Schultern nimmt. Heute geht es mir nicht viel besser. Es steht ein wichtiger Termin heute an und er wird es versauen oder mich damit hängen lassen und nicht auftauchen. Ich bekomme tagtäglich alles ab.
    Seit Wochen stehe ich jeden Morgen auf und verbringe erst einmal die meiste Zeit auf der Toilette. Magenkrämpfe, Übelkeit, Duchfall. Ich nenne es „meine morgendliche Panikattacke“. Zusätzlich kann ich die meiste Zeit nicht essen und schlafen. Ich funktioniere nur und versuche alle belastenden Gefühle auszuschalten.

    Ich habe hier sehr viel davon gelesen, dass man etwas Gutes für sich tun soll, doch wie kann ich das in meiner Situation? Ich versuche aktuell irgendwie jeden Tag durchzustehen und mir für die Kinder nichts anmerken zulassen. Ich kann doch nicht meinen Job hinschmeißen und meinen Mann aus der Wohnung und das in meinem emotionalen Zustand. Davon abgesehen würde er dann sehr wahrscheinlich seinen Job verlieren und und irgendwo einsam weitertrinken. Ich bin seit über 20 Jahren seine beste Freundin und seine Familie. Es gibt niemanden mehr in seinem Leben. Hab ich da nicht die Pflicht ihn bei seiner Krankheit zu helfen und beizustehen? Darf man einen besten Freund so fallenlassen?

    Ich dreh mich in einer Spirale und finde nicht raus. Was soll ich tun?

    Hallo Hera und ByMyselfFlowers,

    ihr hab vollkommen Recht. Wie sich die Kinder fühlen, weiß ich nicht so wirklich. Wir haben eine enge Bindung und ich versuche immer einen offenes Ohr für sie zu haben. Sie sind inzwischen schon groß (17 und 14). Die 14 Jährige leidet wahrscheinlich am meisten unter seinen Stimmungsschwankungen und den ungerechten Unterstellungen. Ich bin fast nie weg, um in solchen Momenten für sie einzuspringen. Die Große ist voll im Bilde. Da fallen immer wieder Sätze wie: er hat wieder getrunken, oder warum ist er so gemein? Ich versuche es zu erklären, doch wie kann man das ohne sein Verhalten zu entschuldigen? Ich scheu mich nicht davor offen mit den beiden darüber zu reden, aber ich will ihn auch nicht schlecht machen. Sie lieben ihren Vater trotzdem sehr.
    Leider macht er auch immer wieder diese Spielchen mit uns. Gestern Abend nachdem ich hier geschrieben habe, kam er wie gewohnt viel zu spät und viel zu betrunken nach Hause. Diesmal mit einer Tüte Süßem für die Kids und einem Blumenstrauß für mich. Ich kann das einordnen und es macht mich sauer, aber wie verstehen es die Kinder?

    Hallo zusammen,

    ich habe einige Beiträge gelesen und festgestellt, dass ich nicht alleine bin. Sehr vieles kommt mir bekannt vor. Ich kann seit ca. 2 Jahren von mir behaupten, dass ich bewusst CoA bin. In den letzten Jahren hab ich mich immer weiter zurückgezogen und meinem alkohlabhängigen XY aus meinem Leben und meinem Alltag ausgeschlossen. Leider sind meine Schritte sehr klein und ich muss zugeben, dass ich noch nicht weit gekommen bin. Ohne mich in Ausreden zu flüchten drehen sich immer wieder die selben Fragen in meinem Kopf, die dafür sorgen, dass ich abwarte. Ich möchte, dass er aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, aber es hängen Kinder mit drin. Ich will ihn in der gemeinsamen Arbeit nicht immer decken, weil ich am Ende meiner Kräfte bin. Was tu ich zuerst? Wenn ich die Trennung verkünde, dann hab ich ein Spießrutenlauf in der Arbeit und umgekehrt. Kann ich überhaupt sooooo viel Kraft aufbringen?

    Was ist der richtige Weg?