Beiträge von Landliebe

    Hallo Lavendel,


    ich würde dir von einem Kontakt abraten, ich befinde mich in einer ähnlichen Situation (2 Monate alte Zwillinge und eine alkoholkranke Mutter). Sie wird ihre Enkel auch nicht mehr sehen bevor sie einen Entzug gemacht hat und es sich selbst beweisen wird trocken zu sein und zu bleiben. Meine Kinder sollen in einer einigermaßen gesunden Umgebung groß werden. Konzentriere dich auf deine Geburt, deine Kinder und auf dich! Die Zeit während und nach der Geburt wird so oder so überwältigend sein. Dein Vater würde es eh nicht realisieren geschweige denn wertschätzen, dass du dir Gedanken um ihn machst oder versuchst den Kontakt wieder aufzubauen.

    Alles Gute dir! 🍀

    Ihr Lieben, das Kraft wünschen hat etwas gebracht. Das Aufeinandertreffen vor der Kirche war wirklich nicht unangenehm, natürlich hatte sie noch eine Fahne und sah im Gesicht deutlich gezeichnet aus aber sie sogar vorher ihre Haare gefärbt, vernünftige Sachen an und war sehr freundlich aber auch nervös (was erwartet man auch, wenn der eigene Mann beigesetzt wird). In der Kirche saß ihre Schwester neben ihr und hat ihr Kraft gegeben. Die Trauerfeier war wirklich sehr schön und die Kirche rappelvoll, das hat mich gefreut, dass so viele Menschen meinen Papa noch die letzte Ehre erweisen.

    Nach der Kirche haben wir uns knapp aber freundlich umarmt und verabschiedet und nun bleibt weiterhin der Kontakt über WhatsApp. Meine Tante hat mir auch alles an Post mitgebracht.

    Ich bin insgesamt sehr erleichtert, diesen schweren Tag hinter mich gebracht zu haben und ohne meinen Mann würde ich das meiste sowieso nicht schaffen. ❤️


    wir warten nun die Tage bis zum 14.11. ab. Ich denke aber positiv in die Zukunft, das wird schon wieder mit mit meiner Mama, zwar anders aber es wird besser.

    Danke für eure Antworten. Gestern war jemand vom sozial psychiatrischen Dienst und ein Mann vom Gesundheitsamt bei ihr. Natürlich hatte sie da einen relativ guten Tag, er sagte ihr aber nun auch, wenn sie am 14.11. nicht freiwillig in die Klinik geht, dann wird er dafür sorgen und dann wird es unschön. Das hat sie soweit auch verstanden, aber sicherlich auch direkt wieder vergessen.

    Pflegestufe habe ich beantragt, leider kommt ja alles an Post bei ihr an und da ich den Kontakt meide, weiß ich leider nicht ob da von der Krankenkasse was zurück gekommen ist. Sobald sie in der Klinik ist, kümmere ich mich drum.

    Heute ist unser erster Aufeinandertreffen nach fast 2,5 Wochen.. Heute ist die Trauerfeier von meinem Papa .. ich bin sehr nervös und aufgeregt.

    Für mich gestern war ich bei einem AA Treffen wo auch Angehörige hingehen können. Das war sehr interessant und hat mir nochmal Kraft gegeben. Das ich nicht Schuld bin, das ich nicht für sie verantwortlich bin und besonders das ich auf mich achten muss. Ich werde nächste Woche wohl wieder hingehen.

    Wünscht mir gleich Kraft für die Beerdigung ❤️

    Ich schreibe mir mal den Kummer von der Seele… Meine Mutter ist immer noch alleine zuhause, ich habe nur wenig Kontakt mit ihr über WhatsApp. Ihre Schwester hat sie heute besucht und sie ist in keiner guten Verfassung. Wieder sehr verwirrt, kommt mit den Tagen Uhrzeiten durcheinander und auch mit Ereignissen. Sie isst nichts und nimmt keine Medikamente, sie kümmert sich weder um sich noch um das Haus.

    Sie geistern draußen umher weil sie ihren Mann sucht, bis ihr irgendwann wieder einfällt das er gestorben ist. Somit körperlich und psychisch absolut am Ende .. sie fährt aber weiterhin Auto um sich Nachschub zu besorgen.

    Habt ihr eine Idee wie ich ihr helfen kann oder Hilfe erzwingen kann? Psychisch kann sie ihre eigene Lage gar nicht mehr einschätzen.. einem Gesetzlichen Betreuer wollte das Amtsgericht nun bestellen, da ich abgelehnt habe. Sollte ich die Lage dem Amtsgericht nochmal schildern das hier wirklich solangsam Gefahr in Verzug ist?

    Für den 14.11. hat sie einen Termin zur Entgiftung, ich habe Angst, dass sie es bis dahin gar nicht mehr schafft 😟

    Hallo Eka,


    mir geht’s ähnlich. Mein Papa ist vor 3 Wochen gestorben, war da bereits zwei Jahre trocken. Meine Mama ist noch tiefer drin als ich dachte - ein Entzug ist bei ihr für den 14.11. geplant mit anschließender Reha (sofern sie dafür noch bereit ist). Auch ich mache mir Gedanken wie das erste Weihnachten ohne meinen Papa ablaufen soll und auch Silvester 🤔 mit der Familie von meinem Mann verbringe ich gerne Zeit und würde mit ihnen auch Weihnachten verbringen, nur habe ich wenig Lust auf meine Mutter wenn sie bis dahin weiterhin noch trinken (will / wird). Das bereitet mir auch Bauchschmerzen. Auch fühle ich diese Gefühle (Magenschmerzen, Unwohlsein etc.) wenn ich zu meinen Eltern gefahren bin. NIE ohne mich vorher anzukündigen und nie später als 16 Uhr weil dann solangsam der Pegel stieg. Bin auch nie an Telefon gegangen wenn sie abends versucht haben mich anzurufen (hab sie immer mit Ausreden über WhatsApp abgewimmelt) weil ich immer Angst hatte das sie betrunken sind und mich voll lallen.

    Naja so richtig konnte ich dir glaube ich gerade nicht helfen, dir aber vielleicht das Gefühl geben, nicht alleine zu sein in solchen Situationen.

    Ich höre seit den Wochen wirklich nur noch auf meinen Bauch, wenn mir unwohl wird nehme ich mich aus der Situation raus auch wenn das derzeitig bedeutet, das ich so gut wie keinen Kontakt zu meiner Mutter habe.


    Was sagt dir denn dein Bauch wenn du bei deinem Papa bist?

    LG Landliebe

    Danke Alex für deine Worte! Muss ich ihr denn nicht helfen weil sie schon die Wernicke Enzephalopathie Hat und zwischendurch total verwirrt ist und ja selbst nicht mehr frei entscheiden kann was richtig oder falsch ist. Da ich ja auch nun quasi die gesetzliche Betreuerin bin, bin ich ja leider noch in der Verantwortung.

    Ich werde morgen mal beim Amtsgericht und beim sozialpsychologischen Dienst von unserem Landkreis anrufen und mal nach Hilfe fragen, ob die sich dann um sie kümmern können.

    Heute Abend hat sie schon wieder die halbe Familie kontaktiert wo denn ihr Mann ist und dass er nicht nach Hause gekommen ist.

    Hallo zusammen,


    für morgen hätte sie eigentlich einen Termin zum Entzug gehabt. Sie hat ihn auf den 14.11. verschoben, weil sie die Trauerfeier erst überstehen möchte und keine hin und her haben möchte. Sie rief mich an und sagte mir, dass die Klinik überfüllt wäre und deswegen der Termin verschoben werden würde. Ich habe direkt in der Klinik angerufen, das war natürlich eine Lüge. Als ich dann mit meiner Mutter telefonierte, bin ich explodiert vor Wut und hab ihr gefühlt alles an den Kopf geknallt. Die lügen, die sie mir ständig erzählt.

    Sie sagte sie wolle mich schützen ich sollte mir keine Sorgen um sie machen. Sie wolle erstmal zuhause alles durchgucken - keine Ahnung was das zu bedeutet hat?! Was will man durchgucken? Sie kümmert sich ja kein Stück um die Trauerfeier geschweige denn um alles andere organisatorische umzu. Habe ihr auch mitgeteilt, dass mein Vertrauen weg ist und sie sich nicht mehr bei mir melden soll. Das hat sie „nüchtern“ mit einem ja ok tschüss getan.

    Nach der Trauerfeier gäbe es eigentlich eine Kaffeetafel im kleinen Familienkreis, diese werde ich aber morgen absagen. Sie muss mir nun erstmal beweisen, dass sie es ernst meint und wirklich am 14.11. in die Klinik geht. Wobei sie da sicherlich dann auch wieder eine Ausrede findet weil sie zum Beispiel Ende des Monars Geburtstag hat, dann kommt die Adventszeit, Weihnachten, Silvester, der Osterhase und so weiter.

    Ich bin so sauer, wütend, enttäuscht und traurig.

    Leider hat sie sich ja im wahrsten Sinne des Wortes schon etwas Hirn weggesoffen und ihr fehlt jeglicher Bezug zur Realität. Leider habe ich auch dieses unglaubliche Schamgefühl in mir also das ich mich für sie schäme. Wir wohnen sehr ländlich wo jeder jeden kennt und es wird eh schon so viel getratscht. Oh man ich bin wirklich mit meiner Kraft am Ende. Erst der verlust meines Vaters vor zwei Wochen und nun auch der Verlust meiner Mutter (jedenfalls in der Form, dass sie nicht mehr die alte sein wird).

    Danke für eure Antworten. Meine Mama möchte nun morgen den Termin zum Entzug absagen, weil kommende Woche die Trauerfeier von meinem Papa ist und sie kein Hin und her haben will mit erst Klinik und dann den Tag wieder raus und rein. Das klingt für mich wieder nach einer billigen Ausrede um weiter zuhause trinken zu können.

    Aktiv lügt sie mich über WhatsApp an, dass sie ihre Medikamente beim Arzt und Apotheke abgeholt hätte. Ihre Schwestern können solangsam auch nicht mehr, weil man ihr nichts mehr glauben kann und sie sich jeden Tag sorgen machen ob ihr was passiert ist. Sie wohnt alleine in einem großen Haus, fährt weiterhin Auto um sich Nachschub zu besorgen. Körperpflege ist auch nicht mehr vorhanden, ich will gar nicht wissen wie sie nächste Woche auf der Trauerfeier auftaucht sofern sie den richten Tag und Uhrzeit auf die Kette bekommt.

    Sollte sie Mittwoch wirklich nicht hingehen, werde ich den Kontakt abbrechen müssen weil es mir nicht gut tut. Ich hab zwei Monate alle Babys und die kommen schon deutlich zu kurz.

    Über etwas Zuspruch, andere Meinungen oder Kommentare würde ich mich sehr freuen.

    Danke Lara, für deine lieben und aufbauenden Worte. Ich warte jetzt mal bis zum 30.10. ab, letzte Nacht hat sich bei mir, meinem Mann und ihren Schwestern Telefon terror gemacht, weil sie sich gefragt hat wo ihr Mann ist, der wäre nicht nach Hause gekommen. Meine Tante hat sie dann aufgeklärt, dann war für sie alles okay. Heute über WhatsApp hat sie mich auch aktiv angelogen, ich hab gefragt ob sie einkaufen war (Nachschub kaufen) und sie sagte nein. Ich habe zum Glück eine Kontenvollmacht und habe beim Online Banking gesehen, dass sie bei Aldi war. Auch hatte meine Tante heute das Gefühl, als sie mit ihr telefoniert hat, dass sie neben sich stand und drei mal die gleiche Geschichte erzählt hat.

    Nun kam heute Post vom Amtsgericht, dass diese mich nun als gesetzliche Betreuerin bestellen für meine Mutter. Ohne dies irgendwie mit mir zu besprechen oder mich zu kontaktieren. Ich weiß nicht ob ich dies annehmen soll??

    Hallo zusammen,


    ich habe mich gerade neu registriert und hoffe, dass ich hier einen guten Austausch finde.

    Ich selbst bin nur Angehörige aber tief betroffen. Mein Vater war nasser Alkoholiker bis er im November 2022 mit einer Hepatischen Enzephalopathie ins Krankenhaus gekommen ist, da wurde dann eine Leberzirrhose Stadium 2 festgestellt. Er ging danach in den Entzug, machte aber keine anschließende Therapie. Ab dem Moment war er aber trocken und hat es bis zum 13.10.24 auch geschafft, bis er an einer Blutvergiftung verstarb.

    Meine Mutter hat in diesem Jahr stark abgebaut und im Nachhinein fiel mir dann einiges auf, was mir vorher nicht aufgefallen war. Sie wurde unzuverlässiger, sagte Termine und Treffen ab, gab vor Magen-Darm Probleme zu haben, ließ sich krankschreiben und igelte sich immer mehr ein. Als mein Vater dann Ende September wegen der Blutvergiftung ins Krankenhaus gekommen ist und es da schon schlecht aussah, hat es ihr wohl den Rest gegeben. Sie aß nichts mehr, trank nur noch und wurde tüddelig. Sie kam dann ins Krankenhaus und es wurde eine Wernicke-Enzephalopathie diagnostiziert sowie der Abbau der Gehirn Masse. Sie selbst hat dort angegeben jeden Tag eine Flasche Wein zu trinken seit 1,5 bis 2 Jahren, dies geschah heimlich oben in ihrem Schlafzimmer (als sie im Krankenhaus war haben wir ihre verstecke gefunden). Meine Eltern hatten getrennte Schlafzimmer und mein Vater war selten bis nie in der ersten Etage weil er unten alles hatte. Sie hat alles immer Bar bezahlt (habe eine kontenvollmacht und hätte es sonst mitbekommen).

    Sie wurde nun heute aus dem Krankenhaus entlassen, ich hab ihr extra einen Platz im Betreuten wohnen organisiert. Es gab heute ewige Diskussionen, dass sie dort partout nicht hin möchte, sondern nach Hause will. Ich habe ihr zu verstehen gegeben, dass ich sie nicht betreuen kann (zwei kleine Babys zuhause) und dort noch alles von Papa liegt (Trauer hat bei ihr noch gar nicht eingesetzt). Sie wollte aber nur nach Hause auf ihre eigene Verantwortung. Ich kann sie schlecht zwingen ins betreute wohnen zu gehen.

    Für mich selbst habe ich nun gesagt, dass ich mich nicht weiter um sie kümmern werde außer sie geht ins betreute wohnen. Selbst dies wäre auch nur befristet, da sie am 30.10. einen Platz für einen Alkoholentzug hat (hoffentlich tritt sie den an). Was kann ich noch machen? Bin ich egoistisch, nun zu sagen, dass ich mich nicht mehr kümmere (einkaufen, Medikamente holen etc. ). Zudem bin ich Einzelkind, die eine Schwester meiner Mutter selbst Alkoholikerin.

    Ich freue mich auf den Austausch.