Hallo,
wie im Titel bereits beschrieben würde ich Euch um Eure Hilfe bitten. Ich bin knapp über 50, männlich und habe insgesamt 15 Jahre meines Lebens jeden Abend 1 Flasche Wein getrunken. Das war von ca. 30 - 45. Ich trank nie untertags und mir grauste auch vor dem Gedanken untertags zu trinken, aber am Abend konnte ich nie ohne meine Flasche Wein sein. Ich hatte damals ein recht schwierige Zeit und große Existenzängste, war permanent überfordert, da ich meine Kinder fast allein großgezogen habe und generell viele berufliche und private Probleme hatte. Untertags wollte ich tun und arbeiten, aber am Abend wollte ich meine Ängste und Gedanken vergessen und auf der Welle sein. Ich hatte in der Zeit nach dem Ende einer Beziehung einmal eine Trinkpause von ca. 6 Monaten und dann vier oder fünf Jahre später von wieder 6 Monaten. Dann 2 Jahre später habe ich eines Tages in der Früh beschlossen, dass ich mit dem Rauchen aufhören möchte und bin am gleichen Tag am Vormittag in einen Dampfshop gegangen, hab meine Zigaretten weggeschmissen und nie wieder eine geraucht. Fiel mir auch abgesehen vom ersten Tag nicht schwer, was ich nie gedacht hätte. Ich dachte ich könnte unmöglich mit dem Rauchen aufhören. An dem Tag habe ich mir auch gedacht, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, dann probiere ich auch gleich mit dem Trinken aufzuhören und habe somit von einem Tag auf den anderen mit dem Trinken aufgehört und hatte komischerweise überhaupt keine Entzugserscheinungen, obwohl ich über 15 Jahre fast durchgehend unmöglich ohne Alkohol sein konnte. Das war für mich sehr, sehr überraschend, aber machte mich sehr glücklich. Das ist jetzt 6 Jahre her. Ich hatte dann vor 5 Jahren einmal die Situation, dass der Chef meiner damaligen, damals neuen Arbeit unbedingt wollte, dass ich mit ihm ein Glas Wein trinke. Meine Bitte es nicht tun zu müssen, hat der Idiot damals nicht gelten lassen und ich hab es gemacht. Resultat war, dass ich das Glas richtig grauslich fand und ich überhaupt keine Lust auf Alkohol bekam. Ich blieb also abstinent und war glücklich darüber. Vor ca. 3-4 Monaten hat mir meine jetzige Lebensgefährtin dann einmal zum Testen so eine Art Beruhigungstabletten oder -tropfen (weiß ich nicht mehr genau) gegeben, weil sie gemeint hat, damit könnte ich vielleicht besser schlafen. Ich habe erst ca. 2 Wochen nachdem ich sie täglich genommen hatte auf dem Etikett gelesen, dass sie Alkohol beinhalten. Ich hab deswegen sofort aufgehört sie zu nehmen, hab aber in den Tagen darauf mit dem Gedanken gespielt wieder mal einen Drink zu probieren. Ich habe dann auch tatsächlich ca. 1 Woche später mir an einer Tankstelle 2 Whisky Cola gekauft, am nächsten Tag wieder und am darauffolgenden Tag wieder, Am vierten Tag bin ich dann in den Supermarkt gegangen und hab mir eine Flasche Whisky gekauft, Die habe ich dann zuhause aufgemacht und daran gerochen und der Geruch war so ekelerregend für mich, dass ich die Flasche ohne einen Schluck zu probieren in den Mülleimer gehaut habe, Ich habe das Ganze dann für mich als blöden Ausrutscher abgestempelt und habe das auch geistig abgehakt. Ich hab dann ganz wie bisher abstinent weiter glücklich gelebt, Wie gesagt war das vor ca. 3-4 Monaten. Jetzt vor ca.3 Wochen ist aber irgendwas passiert was mich getriggert hat, dass ich plötzlich täglich an Whiskey denke (das komische ist, dass ich in meiner Zeit als aktiver Alkoholiker nie Whisky getrunken habe, weil er mir nicht geschmeckt hat) und ich auch irgendwie so komische Bilder von mir für meinen Lebensabend vor meinem inneren Auge sehe, wo ich mit einem Glas Whisky und vielleicht mit einer Zigarre sitze. Hier bräuchte ich jetzt bitte Eure Hilfe und Meinungen: Ich komme nicht drauf was mich getriggert hat, dass ich jetzt täglich diese komischen Gedanken habe (getrunken habe ich deswegen nichts, aber der Reiz ist da leider). Wenn ich mir den Geruch und Geschmack von Whisky vorstelle, graust mir davor. Aber auf der anderen Seite spüre ich innerlich diese komische Luxusillusion, dass das was tolles wäre mit einem Whisky und einer Zigarre auf der Couch zu sitzen (ich hab auch in meinem ganzen Leben nie Zigarren geraucht, nur Zigaretten). Irgendwas scheint mich zu triggern und trotz meiner Abneigung gegen Whisky in der Praxis dann wieder weiter zu triggern und ich komm aus dieser Denkspirale nicht raus. Ich bitte Euch freundlich um Eure Meinung, Danke