Beiträge von Pingu_001

    Hallo ihr Lieben,

    da bin ich mal wieder.

    Ich merke, dass ich am Ende mit meinem Latein bin. Ich habe so viel gegeben und gehofft, wenn ich mich nur doll genug anstrenge, ändere und anpasse, dann sieht er was er hat und wie duch Zauberei gibt es keine Sucht und keine Probleme mehr.

    Meine Therapeutin meinte auch, dass sie merkt, dass ich resigniere. Nicht in Bezug auf, dass alles so bleibt wie es ist, aber das ich die Realität immer mehr sehe und das analysiere und verstehe, dass beide etwas bewegen müssen in einer Beziehung.

    Eine Freundin meinte zu mir, dass ich entweder den Mann haben kann, den ich will oder die Beziehung die ich will. Beides ist in der Konstellation nicht vereinbar und das tut weh.

    Ich gehe nicht mehr auf Zehenspitzen durch die Wohnung, ich versuche nicht mehr aus Höflichkeit und Respekt gute Miene zum bösen Spiel zu machen, denn es beruht eh nicht auf Gegenseitigkeit. Ich bin die, die nervt, böse oder absichtlich Dinge tut, die ihm nicht passen. Na klar 🙄 Wenn ich die Dinge klar und ruhig benenne, ist er kurz wütend und dann kommt die Mitleidstour. Ich durchschaue das Muster langsam. Und doch schreit alles in mir "Bitte sei nicht böse auf mich, entziehe dich mir nicht. Was kann ich dir noch gutes tun, damit du nicht mehr böse auf mich bist?" Es ist gruselig, wie lange ich das schon so (mit)mache.

    Ich weiß, dass ich das so nicht mehr will und kann. Aber ich weiß auch wie anstrengend eine Trennung wird. Was hier einige erlebt haben, wird mir wahrscheinlich auch passieren. Z.B. Dass er nicht gehen wollen wird, mit unterschiedlichen Ausreden. Darauf bereite ich mich derzeit vor. Meine Therapeutin ist deshalb verschiedene Szenarien mit mir durchgegangen.

    Ich weiß, dass ich bei mir bleiben muss. Aber wenn der eine sich verändert, dann passiert meistens was beim anderen. Dann wird sich angestrengt. Dann bekomme ich Brotkrumen von ihm und denke mir "Mhm lecker, Brot hatte ich schon lange nicht." Aber davon wird die Seele nicht satt. Also heißt es nicht immer das gleiche machen, sondern neue Wege gehen und vielleicht damit anfangen kleine Brötchen zu backen.

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo verzweifelte Tochter,

    schön dass du hier bist.

    Wie Linde schon sagte, weißt du nicht, ob dein Vater das nicht schon mehrfach angesprochen hat.

    Ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst, meine Mutter hat auch viele Jahre getrunken. Erst nach einem Koma und einem langen Prozess, hat sie es sein lassen. Neulich als ich zu Besuch war, stand wie früher eine angefangene Weinflasche in der Küche. Ich war wie gelähmt. Scheinbar war es ein Überbleibsel von der letzten Party und sie trinkt weiterhin nichts. In meinen Augen ist es ein Spiel mit dem Feuer, aber ich weiß auch, dass ich das nicht kontrollieren kann und will, sollte sie wieder anfangen.

    Nun zu dir und deinem Kind. Betreut sie das Kind alleine in der Zeit oder ist dein Vater auch dabei? Gibt es andere Möglichkeiten der Betreuung?

    Der Vater einer Freundin fing nach mehreren Jahren Trockenheit wieder an zu trinken und sie entzog ihm den Umgang zum Enkelkind. Das hat gefruchtet.

    Ich glaube es gibt keinen perfekten Weg das anzusprechen. Einfach gerade heraus. Egal wie nett du es verpackt, wird sie entweder angefressen sein und/oder sich schämen und es vielleicht auch leugnen. Aber auf diese Gefühle würde ich als Mutter deines eigenen Kindes keine Rücksicht nehmen. Du musst dein Kind schützen und nicht deine Mutter auch wenn es schwer fällt.

    Ich schicke Umarmungen aus der Ferne.

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo Luffi,

    wie Morgenrot schon sagte, gibt es Pflegeberatungsstellen. Jedes Bundesland ist da nach Landkreisen nochmal etwas unterteilt. Googlet das mal oder frage bei der Krankenkasse nach. Da gibt es zwar auch Pflegeberater, aber die aus den direkten Stützpunkte kennen sich nochmal mehr aus und sind von mehreren Krankenkassen beim Stützpunkt zusammen vor Ort.

    Inwieweit ein Pflegegrad möglich ist, ist jetzt gerade schwer zur beurteilen, aber der Zustand wird sich ja wahrscheinlich verschlechtern. Es wird da nach unterschiedlichen Punkten immer geschaut: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Gestaltung des Alltagslebens und Bewältigun und selbständiger Umgang mit der eigenen Krankheit. Die Gewichtungen sind auch nochmal unterschiedlich.

    Ich wünsche dir auch viel Kraft. Versuche auf dich zu achten🍀

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo Roser,

    all das was du schreibst, könnte fast eins zu eins von mir stammen.

    Wir waren „Kurzurlaub“ machen und er hat für paar Stunden nichts getrunken. Da hatte ich seit langem das Gefühl, den Menschen vor mir zu haben und nicht den ekligen Menschen der er nur von Bier wird.

    Du hast es vielleicht als tolle Geste aufgenommen und siehst ein "Auf", also kommt man ins wanken und verharrt länger so. Nur eigentlich sollte das die Normalität sein. Ein paar Stunden nichts trinken gibt uns ein "auf", verrückt oder?

    Ich schreibe bewusst eklig, weil der Geruch den er dann ausdünnstet, mich anekelt. So sehr, dass ich keine Nähe mehr ertragen kann.

    Ich glaube er weiß das auch aber es scheint ihm egal geworden zu sein.

    Auch das kenne ich und manchmal konnte ich sogar Gespräche späte darüber führen. Meinem Partner ist es bewusst, aber die Sucht ist stärker.

    Wegen einer beruflichen Weiterbildung und großer Renovierung im Haus, habe er keine Zeit mehr jede Woche zur Therapie zu gehen und seit dem trinkt er wieder täglich mindestens 2 Bier.

    Mich stört das, ich habe ihm schon getroht zu gehen und er kommt wieder mit ja hast recht, ich achte darauf, wird sich ändern….

    Also macht er das gleiche wie immer und du auch. Heißt: Ihr dreht euch im Kreis und nichts ändert sich. Man arrangiert sich mit den Gegebenheiten. So war es bisher jedenfalls.

    ABER: Dadurch, dass du hier bist, versuchst du ja gerade das zu ändern und zu hinterfragen. Also machst du schon was anders und neu. Das ist super :) Jemand hier hat mal geschrieben, dass man vom Denken irgendwann ins Handeln kommt. Also bist du einen wichtigen Schritt weiter als vorher.

    Ich habe als Kind so für mich gekämpft und dafür eingestanden, so wenig Umgang wie möglich mit Alkoholikern (nassen) zu haben und das war jetzt alles umsonst, denn jetzt bin ich genau da, wo ich nie wieder sein wollte.

    Auch das kommt mir bekannt vor. Ich denke auch gerne mal negativ, aber dann kommt meine rationale Seite durch. Nichts ist umsonst. Du bist hier und versuchst für dich und dein Kind da raus zu kommen.

    Daher: Was tut ihr zwei euch gutes? Wie kommt ihr aus dem schlimmen Alltag mal raus? Denn das ist auch wichtig auf dich und dein Kind zu schauen und was ihr benötigt. Er hat gerade auch nur sich und die Sucht im Vordergrund.

    Ich hoffe nichts hiervon klang zu hart. Ich bin an einem ähnlichen Punkt und versuche mich und meinen Umgang dazu zu ändern.

    Eine Therapeutin hatte mir mal was spannendes gesagt. Die meisten Familien sind wie ein Kronleuchter der schief hängt. Fängt einer an sich wieder in eine andere Richtung zu bewegen und gerade zu werden, muss das Gegenstück reagieren.

    Liebe Grüße Pingu :)

    Hallo EllaDrei,

    Danke nochmals für deine Zeilen.

    Es verletzt doch Grenzen, einen nahestehenden Menschen, der einem eigentlich wohlgesonnen ist, zu beleidigen. Und es nimmt ihn irgendwie aus der Verantwortung, wenn Du denkst, das stimmt gar nicht, was er mir da an den Kopf wirft (weil er jetzt gerade betrunken ist). Indirekt entlastest Du ihn damit.

    Das hatte ich so irgendwie noch gar nicht gesehen. Ich dachte nur "gut, dass ich mir das nicht mehr einreden lasse, dass ich so oder so bin"

    Aber es kommt noch mehr unter die Räder - allen voran die eigene Wahrnehmung. Bei mir waren auch die Emotionen irgendwann völlig platt. Ich war nicht mehr traurig oder verletzt oder wütend, sondern abgestumpft und dauermüde.

    Ja das trifft es ganz gut. Ich bin müde mich zu erklären und Mühe in etwas zu investieren, wenn von der anderen Person gefühlt so wenig zurück kommt.

    Deine Arbeitskollegin als Außenstehende und vermutlich Nicht-Co-Abhängige kann das nicht nachvollziehen.

    Sie kannte es von ihrem Vater, daher konnten wir uns auch schon gemeinsam über unsere Kindheiten austauschen. Ähnlich wie hier, ist es schön mit jemanden mit ähnlichen Erfahrungen zu sprechen und regt zum Nachdenken und Handeln an.

    Ja was tue ich mir derzeit Gutes? Diese Woche steht Therapie und Friseur an und ich habe die Woche Urlaub, also kann ich alles im entspannten Tempo machen. Ansonsten spiele ich derzeit wieder vermehrt Videospiele, dabei muss ich nur etwas aufpassen, dass ich nicht dadurch vor dem Hier und Jetzt fliehe. Ich telefoniere regelmäßig mit meiner besten Freundin, das ist immer sehr schön.

    Liebe Grüße

    Hallo Rainbow,

    schön von dir zu lesen.

    Oh man, da habt ihr die letzten Monate eine Menge durchgemacht.

    Du hattest damals geschrieben, dass deine Mama und dein Bruder zurück zu den Großeltern sind. Jetzt scheint es so, dass sie wiederum zurück gegangen sind zu ihm bzw. der gemeinsamen Häuslichkeit? Wahrscheinlich weil sie nachdem ganzen Hoffnung hatten, dass alles gut wird.

    Ich halte mich fern so gut es geht, was meine Mutter und mein Bruder leider nicht können.

    Sie können sich auch fernhalten, auch die beiden haben sich und was sie tun in der Hand. Ich verstehe, dass es dich zerreißt, aber es ist gut, wenn du erkennst, dass du dich dieser Situation entziehen möchtest und genau das auch tust.

    Tipps habe ich keine. Außer den Dingen, die wir hier immer raten bzw. fragen: Was tut dir gut? Was kannst du für dich tun?

    Ihr könnt ihn nicht beeinflussen. Selbst die Situation der letzten Monate scheint bei ihm keinen Denkprozess und eine Krankheitseinsicht hervorgerufen zu haben.

    Ihr könnt nur auf euch schauen.

    Liebe Grüße :)

    Liebe EllaDrei,

    Vielen Dank für deine Zeilen.

    Ich weiß nicht, wie es mir damit geht. Meine Kollegin fragte mich das auch. Schließlich müsste ja Liebe flöten gehen, wenn solche Dinge passieren. Ich meinte dann zu ihr, dass meine Mutter auch immer ungerecht war, wenn sie trank und sie hat mich ja trotzdem lieb. Dabei kamen mir dann die Tränen.

    Ich bin wütend in dem Moment, etwas verletzt und gleichzeitige musste ich lachen, weil das so unwirklich ist und ich weiß, dass diese Beleidigungen nicht stimmen. Kurzum ein Gefühlschaos.

    Ich weiß auch irgendwie gerade nicht so richtig wer ich bin, wenn ich nicht seine Retterin bin?

    Hallo ihr Lieben,

    da bin ich wieder. Ich dachte ich mache für meine Verhältnisse gute Fortschritte, aber ich merke richtig wie viel Arbeit es für mich ist, nicht in alte Muster zu fallen.

    Vielleicht ein kleiner Einblick:

    Neulich war es soweit. Er hat mich im Flur unseres Blocks lauthals beleidigt. Nicht wie hin und wieder wenn wir alleine sind. Es war mir soo unangenehm. Erst wollte ich mit Ruhe reagieren. Aber als es mir zu bunt wurde, habe ich gesagt, dass er wenn er weniger saufen würde, die Dinge auch nicht falsch interpretieren würde. Ich bin stolz auf mich, dass ich Kontra gegeben habe, aber weniger stolz, dass ich hmm nicht nett war?:/

    Neulich gab es dann ein Gespräch, indem ich ihm (nochmals) sagte, dass ich den täglichen Konsum rieche und es eklig ist. Und es für mich ein Trennungsgrund ist. Bei der letzten Trennung war ich ihm nichts "offen" genug, also dachte ich mir, jetzt spreche ich es offen an und aus. Er sagte, er nimmt sich jeden Tag vor weniger zu trinken und dass es ihm derzeit nicht gut geht und er sich schämt und er weinte. Ich sagte ihm, dass es Hilfe gibt. Er muss nur fragen und wollen.

    Anfang der Woche hatte ich Therapie und erzählte, dass es ein Auf und Ab mit uns ist. Nachdem ich alles erzählt hatte, kam ein trockenes "Und wo ist das auf?"

    Und klar, da hat sie recht. Aber für mich fühlte sich das Gespräch so gut an und es keimt Hoffnung.

    Jetzt habe ich mit der Therapeutin vereinbart, dass ich nichts mehr kommentieren soll. Ich soll beobachten und mir Notizen machen. Ist eine Änderung da? Übernimmt er Verantwortung? Denn es wurde oft genug geredet. Er ist erwachsen. Wie fühle ich mich dabei? Was ist mein erster Impuls? Denn momentan will ich alles retten. Wenn jemand Hilfe braucht, besonders, wenn man die Person liebt, dann will man ja helfen. Und ich übernehme dann für alle gerne die Verantwortung. Aber nicht für mich. Ich habe mich noch nicht genug geändert, damit das System nicht mehr funktioniert.

    Ich weiß, dass es hart für mich wird. Wir sind dann noch einige Situationen durchgegangen, die passieren könnten und welche Knöpfe bei mir gedrückt werden müssen, um wieder die Retterin sein zu wollen.

    Es wird anstrengend, aber es muss etwas pausieren. Mindestens auf einer Seite und da ich nur mich bearbeiten kann, muss ich eben was tun.

    Liebe Grüße

    Pingu

    Also wenn ich alleine unterwegs war und weder Lust auf Ausreden, aber auch nicht bereit für die Wahrheit war, dann habe ich gesagt "Ich bin allein unterwegs. Man muss ja nicht immer 24/7 aneinander kleben."

    Als wir mal einige Zeit getrennt waren (vordergründig wegen anderer Sachen), habe ich gesagt wir sind getrennt. Er und ich wissen Bescheid und ich will da mit dir nicht drüber reden. Fertig.

    Die Leute werden so oder so reden und Gerüchte, gerade in kleineren Orten, sind immer da und spannender als die eigenen Probleme 😉

    Wahrscheinlich wissen aber auch alle Bescheid. Mich haben die Leute eigentlich schon frühzeitig auf seinen Konsum angesprochen, den habe ich aber durch damalige Wochenendbeziehung gar nicht so mitbekommen. Mir wird in letzter Zeit erst klar, wie lange das unterschwellig immer mal wieder Thema war.

    Ok das mit dem Verein verstehe ich. Würde mir ähnlich gehen. Leider macht man sich so sein eigenes Hobby zumindest eine Weile kaputt. Schade 😕

    Tut dir noch was anderes gut, dass er vielleicht nicht so mochte? Dann kann man sich ja eher darauf konzentrieren für eine Weile.

    Hallo Poni,

    schön dass du hier bist. Aber es tut mir leid, was du gerade erträgst.

    Ich kenne meinen neuen Freund erst seit ein paar Monaten. Ich bin so verliebt wie nie zuvor in meinem Leben.

    Es ist immer schön frisch verliebt zu sein. Aber wenn in wenigen Monaten schon das Thema Alkohol so auftaucht, dann kann man das auch zu recht selbst mit rosaroter Brille nicht ertragen. Und das musst du auch gar nicht.

    "Ich brauche dich", "du bist eiskalt", "du lässt mich im Stich"

    Das habe ich früher immer von meiner Mutter gehört. Tat sehr weh und hat mich wütend gemacht.

    Das sind auch so Sätze, die ich von meinem Partner niemals hören wollen würden und besonders nach kurzer Zeit nicht. Wie konnte er vor dir überleben, wenn er dir jetzt die ganze Verantwortung und dann auch noch diese Manipulationen zuwirft?

    Er ist erwachsen und hat sich scheinbar mehrfach in seinem Leben für den Alkohol und gegen eine dauerhafte Genesung entschieden. Sonst wäre die Krankheit wahrscheinlich nicht soweit fortgeschritten. Selbst eine neue, deine Liebe, wird das wahrscheinlich nicht ändern. Diese Erkenntnis tut weh. Ich weiß.

    Vielleicht erinnert er sich morgen nicht mehr daran.

    Das ist sogar sehr wahrscheinlich so. Manchmal ist das gesagt schon nach wenigen Minuten weg. Was habe ich schon für Diskussionen mit meinem xy geführt, weil er mir etwas an den Kopf warf und ich ihn kurz darauf darauf ansprach und er sich nicht erinnern konnte und für ihn wieder alles gut war. Ich hörte das gesagte noch Tage lang und er konnte genüsslich neben mir schnarchen.

    Ich verstehe total, dass du dir Sorgen machst um ihn. Leider liegt es aber allein in seiner Hand etwas zu ändern oder genau so weiter zu machen.

    Warum denkst du, dass du einknicken könntest?

    Hast du vielleicht eine Freundin oder Familie, die Bescheid wissen und denen du schreiben kannst, wenn du eigentlich ihm schreiben willst? Alternativ kannst du natürlich auch hier immer schreiben.

    Ich schicke dir viel Kraft 🍀

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo Hope,

    dass man nicht erpressen möchte, ist klar. Du erpresst ihn aber gar nicht. Du hast deine Grenze klar gemacht. Eine Therapie an sich wird im nassen Zustand aber nicht bringen. Den Denkfehler hatte ich auch mal.

    Du hast klar gemacht, dass eine Beziehung, in der sich sein Trinkverhalten nicht ändert, für dich und deine Tochter nicht tragbar ist. Zuverlässigkeit und Beziehung auf Augenhöhe haben du und dein xy nicht. Aber ich denke mal diese Sachen wären dir wichtig, richtig?

    Es ist normal, dass sich deine Gedanken um ihn und seinen derzeitigen Zustand drehen. Leider wird damit weder ihm noch dir geholfen.

    Versuche dich auf dich und deine Tochter zu konzentrieren. Was tut dir/ euch gut? Gemeinsamer Mädelsabend mit einem lustigen Film vielleicht? Damit könnt ihr die Alltagssorgen kurz vergessen.

    Ich habe mir letzte Woche viel Gutes getan und konnte mit zwei blöden Situationen (eine durch meinen xy) viel besser umgehen. Ich fühlte mich stärker, konsequenter und gefasster. Das ist ein tolles Gefühl 😊

    Er wohnt gerade mal 1km entfernt- dieses gleiche Umfeld macht es mir schwer, da ich einiges meide.

    Ich kenne das. Aber warum meidest du das Umfeld. Du hast doch gar nichts falsch gemacht? Hast du Angst, dass andere dich nach ihm fragen oder angst ihn zusehen?

    Zu den Sachen von ihm: Die Idee mit dem Keller finde ich gut. So hast du etwas zu tun und packst gedanklich seine Sachen. Du kannst ihm auch schreiben, er soll seine Sachen bitte abholen, er soll dir bis Mitte Mai einen Terminvorschlag oder so geben, ansonsten würde ich die Sachen entsorgen. Du kannst ihm die Sachen auch vor seine Tür stellen.Dann würde ich aber nicht alleine hinfahren, damit man nicht aus Mitleid oder so einknickt.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft🍀

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich lange nicht gemeldet. Es passiert viel und doch wenig 😂

    Ich hatte das Gefühl, dass mir das Forum zwar hilft mit entsprechenden Denkanstößen und dem Gefühl nicht alleine zu sein, aber ich mich eben auch ganz stark nur noch auf das Thema Alkohol stürze. Und das tat mir glaube ich nicht gut. Ich muss jetzt nur die Balance finden. Nicht, dass ich dann wieder wegschiebe und verdränge, das hilft auch niemanden und mir am wenigsten.

    Ich habe häufiger angebracht, was mich stört und Grenzen gesetzt. Xy weiß am nächsten Tag nichts mehr davon, also erzähle ich was passiert ist. Daraufhin gab es Trinkpausen? und es wurde sich zusammen gerissen.

    Tja und dann kam es neulich dazu, dass er mich in die Rolle seiner Mutter schieben wollte. Früher habe ich das gerne gemacht. Liebe zeigt man dadurch, dass man sich kümmert und aufopfert. So dachte ich jedenfalls lange. Ich habe aber wirklich konsequent reagiert und gesagt, dass ich nichts dafür kann, dass er betrunken ist und ich nicht schaue ob er geduscht oder gebadet hat. Er ist kein Kind und ich nicht seine Mutter. "Ja aber ich war doch vorhin richtig betrunken, du musst mir doch sagen, dass ich duschen muss." "Nein muss ich nicht." Mich hat das auch nicht ganz so sehr aus der Bahn geworfen wie sonst. Ich habe es so angenommen und mich um mich gekümmert.

    Selbst bei meinen Eltern bin ich neulich standhaft geblieben und habe erklärt, dass ich einige Sachen für die beiden einfach nicht machen will. Ich helfe euch bei der Beantragung bei der Pflegekasse, suche Leistungserbringer raus, aber mehr nicht. Wenn ihr niemanden fremden bei euch haben wollt, kann es so schlimm noch nicht sein. Und es wurde so hingenommen. Natürlich nicht freudig, aber es wurde nicht diskutiert.

    Ich denke ich bin auf einem guten Weg. Mal sehen wohin genau, aber es wird sich alles finden. Freunde, Hobby, Arbeit und neulich meine erste Wellnessbehandlung 😁 geben mir wahrscheinlich die nötige Kraft und Energie und dafür bin ich dankbar.

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo Hannover1996,

    super dass du für dich einstehst.

    Da du selbst eine Sucht hast, weißt du ja auch, dass derjenige selbst erkennen muss, dass es ein Problem gibt und die Person es selber angehen muss.

    Ich verstehe total, dass du dich erklären und rechtfertigen willst. Dieser Typ Mensch bin ich auch. Das musst du aber nicht.

    Du merkst, es ist Dir zu viel und du wirst mit Sicherheit das vorher auch schon häufiger angesprochen haben, so wie wir alle. Das ist dein gutes Recht und klar freut sich deine Cousine über Hilfe durch eine andere Person. Aber es ist weder deine noch ihre Aufgabe die Aufpasserin deiner Tante zu sein.

    Sie muss es selbst erkennen und bearbeiten und ändern wollen.

    Und du kannst nur versuchen dir gutes zu tun und wie ich gelesen habe, machst du das auch schon. Das ist wundervoll. Wenn die Gedanken wieder kreisen, greife ich auch gerne auf spazieren gehen, malen oder Hörbücher zurück.

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo Schmetterling,

    bei mir war es auch die Mutter, die getrunken hat und mein Vater hat zu wenig in meinen Augen übernommen.

    Ich bin viel in die Rolle der verantwortungsvollen Erwachsene gerutscht, obwohl ich ja eigentlich jemanden gebraucht hätte.

    Vielleicht kommt deine Anziehung daher, dass du auch immer mal geliebt und dann wieder weggestoßen würdest bin beiden? Daher ist das bekannt für dich und fühlt sich für dich nach Liebe an obwohl es das ja gar nicht ist.

    Die Frage ist, wie kann man das ändern? Weißt du was dir unabhängig von diesen beiden Männern gut tut?

    Sich darüber bewusst werden ist schon mal gut. Ich habe mir durch das Forum auch ein gutes Buch gekauft "Familenkrankheit Alkoholismus". Da hat es auch viel "Aha" gemacht. Und dann versuche ich ebenfalls mit Therapie und konkretes Umdenken auch ins Handeln zu kommen.

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo Livia,

    schön, dass du hier bist.

    Diese Ausrede kenne ich auch sehr gut. Es ist natürlich einfacher, dir die Schuld zu geben. Damit bist du wieder ruhig, denkst nach und er kann ohne weitere Nörgeleien trinken.

    Ich habe auch noch kein Heilmittel für mich gefunden. Es ist alles ein Prozess. Früher hätte ich mich z. B. niemanden anvertraut, aber ich habe mir Hilfe gesucht durch das Forum, Freunde und Therapie und das ist schon ein riesen Schritt. Manches benötigt Zeit.

    Ich verstehe auch, dass man gleich alle Widrigkeiten abklären will, dann ist der Haufen etwas nicht zu können aber sehr groß und dann fühlt man sich wie gelähmt, daher ist es wirklich wichtig mit sich anzufangen, sei es auch noch so klein.

    Tu etwas für dich, damit distanzierst du dich ganz automatisch und machst dich unabhängiger. Das wird er auch merken.

    Liebe Grüße Pingu

    Über die Phase bin ich zumndest einigemaßen weg ich nehme mir wieder bewusst Dinge für mich und ohne ihn vor.

    Richtige Ausraster gibt es zwar nicht, eher ein häufiges Aufbrausen, Ungehaltensein, was ja auch schon schlimm genug ist. Und anderes inakzeptables Verhalten. Hast Du schließlich Konsequenzen gezogen?

    Über die Phase bin ich zumndest einigemaßen weg ich nehme mir wieder bewusst Dinge für mich und ohne ihn vor.

    Ich kämpfe mit Ansätzen zur Depression

    Richtige Ausraster gibt es zwar nicht, eher ein häufiges Aufbrausen, Ungehaltensein, was ja auch schon schlimm genug ist. Und anderes inakzeptables Verhalten. Hast Du schließlich Konsequenzen gezogen?

    Ja so ähnlich ist es bei mir auch. Ich bin derzeit in Therapie, aber noch ganz am Anfang.

    Ich bin gerade am lernen, wie man Grenzen setzt und das auch durchsetzt ohne schlechtes Gewissen zu haben bzw. das dann aushalten muss. Ein Satz, den mir meine Therapeutin mitgegeben hat ist, dass meine Gefühle richtig und wichtig sind. Hat in mir viel ausgelöst.

    So ganz umsetzen kann ich das noch nicht, aber ich versuche auch mehr für mich zu tun. Ich mache also kleine Tippelschritte😅

    Hallo EllaDrei,

    das umfallen und eigene Grenzen verschieben kenne ich auch sehr gut. In der Vergangenheit habe ich sie immer mal wieder kommuniziert und dann wurde sich daran gehalten, bis wieder etwas passierte und ich stumm blieb, weil ich Gründe für seine "Ausraster" gesucht habe. Zum Teil für ihn, aber wahrscheinlich auch für mich um nicht so wirklich handeln zu müssen?

    Weißt du warum du so Angst vor dem alleine sein hast? Und auch eine wichtige Frage: Bist du nicht jetzt schon oft alleine?

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo zoezoe,

    Du machst eine Trennung durch und dein Geist hat voll viel geleistet, die letzten Jahre in dieser Beziehung. Jetzt ist Ruhe und Dein Körper holt sich was er braucht durch den Schlaf.

    Ich verstehe auch, dass wir nach sowas glücklich sein wollen, aber es ist doch völlig normal, dass man traurig ist und ich sehe weinen auch gerne als etwas befreiendes. Es spült Gefühle und Gedanken durch mich durch.

    Warum denkst du, dass du so schlecht alleine sein kannst? Was geistert dir da durch den Kopf?

    Vielleicht kannst du ja auch mal überlegen, was du alles durch ihn nicht konntest? Also vielleicht war er keine Wasserratte und du könntest dann jetzt alleine ins Schwimmbad. Ist die ersten Male komisch alleine, aber mir ist aufgefallen, dass ich damit gar nicht alleine war. Ich konnte alles so viel, so kurz oder so lange machen wie ich wollte. Ohne zu überlegen, wie meine Begleitung das wohl findet. Und das tat mir gut. Vielleicht hilft dir dieser Blickwinkel ja auch 😊

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo lila-blau,

    logistische wäre das verständlicherweise ein Traum, aber da die Beziehung ja aufgrund des Alkohols nicht mehr tragbar ist, wäre der Abstand nicht groß genug, denke ich.

    Bedenke, so kann er auch später immer beobachten, ob du Besuch hast usw. und du kontrollierst vielleicht auch weiter wie viel Alkohol er einkauft. Damit könnt ihr euch nicht weiterenwickeln und eure Kinder nicht angemessen schützen.

    Bei meinen Eltern stand auch öfter mal eine Trennung im Raum. Grundsätzlich finde ich es auch gut, den Kindern eine Trennung zu erklären, aber wenn du es nicht auch wirklich machst, dann schürrt dass nur unnötig Stress und Wut auf euch beide.

    Innerlich habe ich meinen Vater angeschrien endlich mit mir zu gehen, aber gesagt habe ich nichts, denn ich habe ja auch meine alkoholkranke Mutter geliebt und dann tat sie mir wieder leid und dann wieder Wut. Und so war der Kreis andauernd.

    Die Bestätigung, die du suchst für deine Entscheidung, solltest du dir versuchen woanders zu holen, also durch das Forum oder Familie und Freunden. Meine Eltern haben mich gerne als "Freundin missbraucht" so habe ich beiden die Hand gehalten und wir alle blieben im System. Tja und nun bin ich Co bei meinem Partner und mache eine Therapie ;) also natürlich nicht nur deswegen. Es sind viele unglückliche Dinge passiert, aber es ist toll, wenn man mindestens ein Elternteil hat, dass für einen richtig einsteht und unangenehme, aber wichtige und richtige Entscheidungen trifft. Davon nehmen Kinder für die Zukunft viel mit. Daher hoffe ich, dass du bald ins handeln für euch alle kommen kannst 🍀

    Liebe Grüße Pingu

    Hallo Sebi,

    du bist ja schon einen Schritt weiter als viele andere. Daher bleibe bitte dabei. Für dich und dein Seelenheil und vor allem auch für dein Kind.

    Sie will aufhören und im nächsten Augenblick gibt sie dir und der Beziehung die Schuld für ihr trinken? Passt alles nicht so wirklich.

    Und guten Morgen gute Nacht, schreibe ich auch eher in einer Beziehung und die habt ihr nicht mehr. Daher bleibe stark und bei dir und deinem Kind.

    Sollte sie wirklich trocken werden wollen, hilft (wieder) einmal reden nicht. Taten sind das was zählt.

    Liebe Grüße Pingu