Beiträge von stef2303

    Guten Morgen! Und auf DVD gibt's die Verfilmung auch. Die hatte ich mir gekauft. Dramaturgisch absolut top. Ich mag auch heute morgen gar nicht dran denken. So etwas zieht mich arg runter. Ich denke, zur Abschreckung / zum Aufhören / zum Nachdenken über sich selbst und was hätte werden können, ist dieses Bühnenstück ideal. Aber ein Stimmungskiller aber leider auch...

    Liebes Forum!

    Auch heute nur kurz: Wie kann man sich einen an sich schönen Samstag so richtig ruinieren?

    Naja, ich habe mir jetzt noch vor dem Schlafengehe "Morgen hör' ich auf - Psychogramm eines Trinkers" angesehen und bin entsetzt, was aus einem Trinker werden kann...

    Dieses Bühnenstück ist dermaßen bedrückend; arg! Wenn ich denke, dass so etwas, was da gezeigt bzw. eher angedeutet wird, für manchereiner die Realität ist, dann schätze ich mich froh, dass ich trotz so mancher Baustellen, die ich dank meiner Trinkerei derzeit zu bearbeiten habe, auch in den für mich hässlichste Phasen nie in so ein Stadium gekommen bin...

    Wieder ein Grund, die Finger vom Glas / der Flasche zu lassen...

    LG, Stef.

    Hallo, liebes Forum!

    Für Sportbegeisterte bzw. Sportinteressierte hätte ich da eine super Lebensgeschichte (leider schon etwas älter und eher nur mehr schwer bzw. gebraucht zu bekommen):

    Lendner, Johann Maria: Mein Marathon zurück ins Leben (2010), Knaur TB-Verlag.

    Inhalt:

    "Intensiv leben, das war immer sein Ziel. Selbst wenn es schmerzt. Tatsächlich kann ein Leben kaum intensiver sein, und tatsächlich wartete es mit unsäglichen Schmerzen auf: Er erlebte eine tragische Liebesgeschichte. Er wurde alkoholkrank. Er starb fast bei einem unverschuldeten Unfall und ist seither zu 70 Prozent behindert. Aber er läuft Marathon – schneller als die meisten. Im Januar 2000 war Johann Lendner zum letzten Mal auf der Entgiftungsstation. Jetzt sollte endgültig Schluss sein mit Depressionen und Alkohol. Das Mittel dazu: der Marathon. Johann Lendner beginnt zu laufen, er läuft gegen die Uhr, er läuft gegen seine Behinderung, er will sich frei laufen. Und er wird immer schneller, der Marathon-Mann."

    Hier sieht man, was alles möglich ist, wenn man vom Alkohol wieder los kommt.

    LG,

    Euer Stef.

    Hallo liebes Forum!

    Hätte nicht gedacht, dass meine Frage hier zu so vielen Statements führt. Natürlich ist es für das Jetzt vollkommen unerheblich, welcher Trinkertyp man zu nassen Zeiten war. Aber wie überall, wo es Probleme gibt, denen man sich stellen oder die man lösen oder beseitigen möchte, sollte sich meines Erachtens der Blick nicht nur auf das Hier und Jetzt, sondern auf den gesamten Prozess (also auch auf Grund, Ursache, Verlauf etc.) mit Ausblick auf die Zukunft richten.

    Gestern, in meinem AA-Meeting (ganz schöner Zufall) sagte z.B. ein Teilnehmer, der schon über 40 Jahre trocken ist, dass er sein Alkoholikerleben nach folgenden Prinzipien ausrichtet bzw. lebt (sinngemäß):

    1. Reflektiere über das, was war. Akzeptiere es und auch wenn Du es nicht mehr ändern kannst, so liegt darin doch der Grund für all das, was ist und noch kommen mag.

    2. Lebe das Jetzt auf der Grundlage von dem, was war und im Hinblick auf das, was Du Dir für Deine Zukunft wünscht.

    3. Freue Dich auf das, was noch kommen wird.

    Da ich selbst immer wieder über mein Vergangenheit nachdenke, führe ich mir schon oft mein Trinkerleben vor Augen und da stellte sich für mich auch die Frage, wie ich eigentlich früher mit dem Alkohol umgegangen bin und vor allem wann und warum ich getrunken habe. Mir persönlich hilft diese Erkenntnis schon, um jetzt und hoffentlich auch in Zukunft mit meiner Alkoholsucht besser umgehen zu können.

    Nicht mehr und nicht weniger. ;)

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Alkoholiker gibt, die aus Gewohnheit saufen.

    Lieber Stern, da bin ich mir nicht so sicher. Meiner Ansicht nach können sich auch aus der Gewohnheit Sucht und Abhängigkeit entwickeln oder zumindest verstärkt werden.

    Hierzu nur zwei Beispiele:

    Zu früheren Zeiten (lang, lang ist es her) hatte sich bei mir die Praxis eingependelt, dass ich jeden Donnerstag um ziemlich genau 21.00 Uhr in mein Auto gestiegen und in ein nahe gelegenes Casino gefahren bin. Umziehen brauchte ich mich nicht; Anzug und Schlips hatte ich schon in der Arbeit an. Wie lange ich dann dort war, ja, das war unterschiedlich. Es ging aber um das punktgenaue Hinfahren an sich. Das war fast schon "automatisiert". Ich hätte um 20.45 Uhr oder um 22 Uhr fahren können, aber nein: Ich war es gewohnt, um 21 Uhr zu fahren und deshalb fuhr ich ziemlich genau zu dieser Zeit (o.k., +/- 5 Minuten oder so). In gewisser Weise hat sich da auch eine Art "Sucht" ergeben. Mit meinem Arbeitsplatzwechsel und vor allem aufgrund meines Umzugs hörte sich das dann aber zwangsläufig auf.

    Oder: Bei einer jeden Berg- oder Wandertour mit Einkehr in einer Schi-, Alm- und sonstigen Hütte war für mich immer klar: Zuerst ein großes, kaltes Bier. Hätte das sein "müssen"? Nein, aber ich dachte da gar nicht mehr nach, weil es eben immer so war.

    Alkoholiker war ich bereits damals (ich trank zu oft und regelmäßig - im Grunde über 20 Jahre lang, jedoch mit Trinkpausen), was aber nicht heißt, dass ich z.B. auf der Almhütte das Bier hätte trinken "müssen". Es wäre auch ohne gegangen. Bloß der Umstand, dass ich das gemacht habe, was ich eben immer "automatisch" gemacht habe, der hat die Sucht bzw. Abhängigkeit natürlich schon verstärkt. Jedes Glas weniger wäre freilich besser gewesen. Natürlich hängt es dabei schon davon ab, wie stark die Abhängigkeit ist. Bei einem Spiegeltrinker stellt sich die Situation sicher anders dar als bei anderen; Spiegeltrinker wird man vermutlich nicht "aus der Gewohnheit heraus".

    Ist aber nur ein Gedankengang meinerseits; ich kann damit natürlich auch komplett daneben liegen.

    Aber an dieser Stelle in der SHG über derartige Themen zu schreiben, ist wahrscheinlich ohnehin nicht wirklich sinnvoll, da ja in der Tat hier die Erkenntnis im Vordergrund steht, dass man / frau Alkoholiker/-in ist und dauerhaft abstinent bleiben möchte.

    LG, Euer

    Stef.

    Liebes Forum!

    Danke für die Bestätigung. Ich denke mir auch, dass der Umzug gut geeignet ist, um besser in ein neues Leben starten zu können.

    Was mir derzeit noch etwas zum Nachdenken aufgibt, ist Folgendes:

    Wie ich schon mal weiter oben geschrieben habe, tue ich mich recht schwer, mich einem der "klassischen" Trinkertypen zuzuordnen, weil ich zu meinen nassen Zeiten "nicht Fisch und nicht Fleisch" war. In der Zeit im Jahr (sagen wir mal so ca. 6 Monate, meistens von Juli bis Dezember - dann kam ja wieder der "dry january" mit Verlängerung), in der ich getrunken hatte, war das im Wesentlichen aufgrund von Belastung / Stress (beruflich wie auch familiär / privat) und - leider viel zu vielen - gesellschaftlichen Anlässen (viel im Kunst- und Kulturbereich, Veranstaltungen, Bälle etc.). Also war ich aus meiner Sicht so eine Art Mischung aus Alpha- und Beta-Trinker, aber schon mit der klaren Tendenz zum Alpha-(Problem-)trinker. Interessanterweise aber nur in der Zeit im Jahr, wo ich dann auch tatsächlich getrunken habe, was meine Psychotherapeutin nach wie vor wundert, nämlich wie das eigentlich sein kann, sprich: Wieso war die Problemtrinkerei (obwohl es auch da Belastungen und Stress gab) das halbe Jahr nicht notwendig und dann auf einmal schon wieder? Antwort: Ich habe keine Ahnung, ich finde das auch sonderbar.

    In den totalen Filmriss getrunken habe ich mich eigentlich nie, was auch fast gar nicht möglich war, da ich meistens schon vor 20 Uhr das letzte Glas Wein oder die letzte Flasche Bier getrunken habe (zu Hause musste ich mich ja entsprechend gesittet benehmen). Daher ging es eben zuvor entsprechend rund, was die Menge betrifft, in der Regel abhängig davon, wie groß der Stress bzw. der Ärger war. Damit sehe ich mich aber auch nicht als Rausch- und Spiegeltrinker und beim Quartalstrinker (als solchen habe ich mich weiter oben mal bezeichnet) gibt es auch gewisse Zuordnungsprobleme, da sich der typische Quartalstrinker nach Phasen der Abstinenz doch für eine mehr oder minder kurze (oder etwas längere) Zeit richtig "zuschüttet" oder sich ins Aus säuft. Das passt bei mir auch nicht so richtig.

    Auf mich bezogen würde ich daher eine andere Trinker-Kategorie wählen, nämlich vielleicht den sogenannten "Gewohnheitstrinker" (oder eventuell auch "Bequemlichkeitstrinker").

    Ich könnte so auch sagen: Häufig wäre es bei mir wahrscheinlich gar nicht "nötig" (schlechte Wortwahl, ich weiß) gewesen, unter dem Tag eine Flasche (oder mehrere) aufzumachen, aber irgendwie war es z.B. einfach Teil des Nachmittags, mir nach der Mittagspause ein oder zwei Bier aus dem Kühlschrank zu holen. Da dachte ich gar nicht wirklich nach drüber. Ich tat es, weil ich z.B. gerade vom Sport zurückgekommen bin und das dann immer so machte. Daran zu denken, dass ich ja auch ein Mineralwasser trinken könnte, kam mir da gar nicht in den Sinn...

    Gerade derartige Gewohnheiten machen die Sache mit der Trinkerei aber glaube ich noch umso gefährlicher, weil hier überhaupt jedweder Anlassfall zum Griff zur Flasche fehlt. Bei mir war es tatsächlich teils auch so: So wie man sich die Zähne putzt oder zum Briefkasten geht oder sich z.B. sonntags die Zeitung holt, so automatisiert ging ich einfach zum Kühlschrank.

    Dass derartige Gewohnheiten abzulegen nicht ganz einfach ist, habe ich bereits anfangs meiner Abstinenz gemerkt, weil es für mich zumindest schon einen Unterschied macht(e), ob ich z.B. sage: "Jetzt habe ich Stress mit xy gehabt, normalerweise hätte ich mir ein Bier geholt und das mache ich jetzt aber gerade eben nicht." [Situation / Aktion: Ärger - Reaktion: Kein Bier.] oder ob ich eigentlich ohne zu überlegen über das Warum und Weshalb "einfach so" zum Kühlschrank gegangen bin und mir was geholt habe, ja weil es eben so die Zeit war und gerade das nicht mehr stattfinden soll. Also für mich war Letzteres psychisch irgendwie weit schwieriger zu bewältigen, weil hier einfach die Gewohnheit so festgefahren war.

    Insgesamt ändert das natürlich nichts an der vorhandenen Sucht, vor allem, wenn die Menge an Alkohol viel zu groß ist, die man - vielleicht auch nur aus Gewohnheit - zu sich nimmt.

    Hattet ihr auch mit solch tief verankerten Trinkgewohnheiten zu kämpfen, von denen es sich zu verabschieden galt? Hat bei Euch das Loslassen bzw. Verabschieden leicht geklappt?

    LG, Stef.

    Liebes Forum!

    Auch diesmal nur ein kurzer Zwischenbericht:

    Nach dem vielen Grübeln vorige Woche (habe gepostet) und der Erkenntnis, dass ich nicht nur immer über notwendige oder sinnvolle Änderungen was meine Lebensweise und mein Lebensumfeld betrifft sinnieren, sondern diese vielleicht auch mal umsetzen (!!) sollte, habe ich heute tatsächlich ernst gemacht:

    Um das alte Umfeld (falsche Nachbarn / "Freunde", Stammlokal, mein Lieblingssupermarkt mit den anziehenden Regalen, der Ort des Umtrunks (v.a. Garage und Wohnung) und der gescheiterten Beziehung und und und) zu vergessen, habe ich mir heute tatsächlich eine Eigentumswohnung (bezugsfertig) im Nachbarort gekauft. Unterschriftstermin beim Notar ist am kommenden Dienstag. Ich kann es fast noch nicht glauben, dass ich das durchgezogen habe.

    Und was mich besonders freut: Die paar Leute, die mein Problem kennen, wie auch meine Psychologin (hatte da heute noch einen Termin und dann gleich Nägel mit Köpfen gemacht) finden das richtig gut und den besten Weg, von der (Sauf-)Vergangenheit wegzukommen. Mit den Menschen, die mir wichtig sind, kann ich weiterhin problemlos in Kontakt bleiben; die anderen werde ich nicht mehr viel sehen... * Gott sei Dank! *

    Hoffe, dass der Umzug dann auch noch einigermaßen rasch und reibungslos klappt.

    Diesmal schon wesentlich optimistischer (als vorige Woche), mit einem guten Gefühl und im Glauben, endlich nicht nur (wie so oft) geredet, sondern auch das Richtige getan zu haben...

    Also: "Auf zu neuen Ufern!", LG, Euer Stef.

    Hallo liebes Forum!

    Heute nur kurz (ja, das gibt es bei mir auch ;)):

    Habe mir gerade den Film "Rückfälle" angesehen (hier im Forum empfohlen), und jetzt habe ich wieder einen Grund mehr, die Finger von der Flasche zu lassen. Der Film ist echt schockierend und in der Wirkung wohl einmalig.

    Bin gespannt, ob ich davon heute träume (kann gut sein), denn der Streifen geht wirklich unter die Haut und rüttelt einen wach...

    LG

    Stef.

    Bono59 :

    Ich kann da nur zustimmen, und:

    Es gibt Berufsgruppen, da wird gebechert, was das Zeug hält. Damit man so manches überhaupt erträgt, vielleicht auch gegen das Zittern, für die notwendige Eloquenz und und und...

    ABER wehe man gibt als Mitglied zu, dass man Alkoholiker ist, dann ist man gesellschaftlich unten durch und kann sich in aller Regel einen neuen Job suchen oder gleich auswandern...

    Hallo, liebes Forum!

    Es ist Sonntag und hier bei mir auf dem Land ist es ruhig, sehr ruhig, furchtbar ruhig. Ganz im Gegensatz zum Trubel unter der Woche hält hier die Stille Einzug. Und nachdem ich diesen Zustand nur sehr schwer aushalte, war ich heute bereits in einer Messe, wärme mich gerade im Büro bei ein, zwei Kaffee auf und gehe dann mal eine größere Runde laufen. Im Anschluss steht noch Schreibkram an; aufgrund eines eher "hässlichen" Rechtsstreits muss / sollte ich ein paar Dinge für meinen Rechtsanwalt zusammenstellen.

    Nicht zuletzt auch eben dieser Rechtsstreit, der jetzt schon über Jahre geht und sich innerhalb der näheren Verwandtschaft abspielt, hat mich - neben anderen Umständen - speziell in den beiden vergangenen Jahren in die Ablenkung und die tröstenden Arme von Bier, Wein und sonstigem getrieben. Mit all seinen unschönen Konsequenzen.

    Doch eigentlich geht es um das gar nicht.

    Es geht darum, dass wir heute Sonntag haben, Stille herrscht und viel Zeit zum Nachdenken da ist.

    Und das tue ich wieder mal:

    Viele Jahre lang (zwar mit regelmäßigen und durchaus auch langen Trinkpausen) habe ich mich Stück für Stück in die Abhängigkeit, Krankheit und in das - vor allem - soziale Aus gesoffen. Das mit dem Ergebnis, dass ich jetzt zu Beginn meiner zweiten Lebenshälfte stehe und in vielen Bereichen wieder von vorn anfangen kann. Traurige Tatsache ist, dass ich mir so viele schöne Jahre, in denen ich Bäume hätte ausreißen können, ruiniert habe. Freundschaften sind zerbrochen (ein paar konnte ich noch retten), mit Teilen der Familie herrscht nur noch Streit und von der Partnerschaft gar nicht zu reden. Wie schon mal gesagt: Das hat sich auch erledigt. War die Sauferei das alles wert? Natürlich nicht. Dennoch (und im besten Wissen und zumindest in der Vorahnung dessen, was kommen wird) wurde fleißig weitergetrunken. Das Leid und Schicksal vieler Alkoholiker, nehme ich an. Ich gehe auch nicht davon aus, dass es nur mir so geht. Auch in den AA-Meetings bekommt man Dinge zu hören, die zeigen, was unsere Volksdroge so alles anrichten kann bzw. angerichtet hat.

    Habe mir gerade wieder einmal die Einteilung der Trinker nach Alpha-, Beta-, Gamma-, Delta- und Epsilon-Trinkern durchgelesen und versucht, mich hier irgendwie einzuordnen. Ja und es ging nicht. Eigentlich war ich - außer dem klassischen Spiegeltrinker vielleicht - alles irgendwann mal. Bzw. war ich auch mehreres zugleich. Was die Sache aber auch nicht besser macht. Egal, wie der Alkohol konsumiert wird, ich denke im Ergebnis geht es praktisch immer auf den Abgrund zu.

    Für mich, und deshalb schreibe ich auch hier und freue mich und bin auch dankbar dafür, dass es diese Möglichkeit und dieses Forum hier gibt, ist die Zeit derzeit nicht ganz einfach. Vieles ist neu auf die Beine zu stellen, was natürlich nicht von heute auf morgen geht. Familiär ist nichts mehr zu retten (wobei die Streitigkeiten wenigstens nicht den Alkohol als Grund haben). Jedenfalls mein Sozialverhalten muss ich weiter ändern - hier hat der Alkohol schon einen massiven Einfluss auf das Miteinander (v.a. in der Arbeit) gehabt. Meine Wohnsituation sollte ich ebenfalls bald ändern (hier erinnert mich alles an die Vergangenheit - und das ist nicht gut, deshalb bin ich z.B. jetzt ja auch im Büro), ebenso wie die Freizeitgestaltung wieder in normale Bahnen gelenkt werden muss (Vereine, Ehrenamt). Überhaupt ist es mir aufgefallen, dass mich der Alkohol zu einem maßlosen Egozentriker verkommen hat lassen, dem so ziemlich alles und jeder egal ist, außer er hat unmittelbar einen Vorteil davon. Im Nachhinein betrachtet ist das auch schlimm... Und meine Psychotherapeutin wird hier noch einiges zu tun haben.

    Ja und so plage ich mich derzeit herum - bin aber doch der guten Hoffnung, dass ich in absehbarer Zeit wieder etwas Positives berichten kann und nicht in ständigem Grübeln versumpfe...

    In diesem Sinne danke fürs lesen und noch einen schönen Sonntag!

    Euer Stef.

    Liebes Forum!

    Melde mich zurück, nach ein paar ruhigen Tagen über Silvester und Neujahr. Nach einem turbulenten Jahr 2024 fand ich es sinnvoll, einmal in Ruhe und Abgeschiedenheit über mich und die Zukunft nachzudenken. Deshalb buchte ich ein entsprechendes Seminar weit weg auf dem Land mit psychologischer, psychotherapeutischer und - ja - auch klerikaler Unterstützung. Das Ganze dauerte mehrere Tage.

    Abgesehen davon, dass ich derzeit mehrere Baustellen zu bewältigen habe, brachte mir diese Einkehr mit vielen Impulsen auch in Bezug das Thema Alkohol etwas:

    Zum einen fand ich heraus, dass eine geregelte Tagesstruktur mit gewissen Fixpunkten (z.B. Frühstück um xx Uhr, Mittagspause, abendlicher Spaziergang usw.) und das Verbringen des Tages mit "erfüllenden" Aktivitäten (Arbeit, Sport, Sozialkontakte, ehrenamtliche Tätigkeiten oder auch "nur" Spaziergänge, Lesen usw.) so auf meine Psyche einwirkte, dass während meines "Urlaubes" in der ländlichen Abgeschiedenheit Alkohol zu keiner Zeit ein Thema war. Und das, obwohl man im Seminargebäude sogar Alkohol hätte konsumieren können (z.B. beim Essen - was aber niemand tat). Zentraler Aspekt für mich war, dass der Tag so genutzt wird, dass ich am Abend zufrieden entspannt und müde, aber nicht erschöpft bin. Sagen zu können: "Das war heute ein guter Tag. Heute habe ich das, was ich mir vorgenommen habe, umgesetzt. Jetzt bin ich zwar müde, aber ich freue mich schon auf morgen." Oder etwas in der Art.

    Das zweite, was ich für mich mitgenommen habe, ist, dass ich - auch was die Aufrechterhaltung der Abstinenz betrifft - nicht nur (aber freilich vor allem) meine innere Einstellung auf "Kein Alkohol!" festigen muss, sondern auch meine äußeren Umstände von Grund auf neu regeln bzw. definieren muss. Alles im Sinne von: Weg vom alten Leben, das mich stetig und konsequent dem Abgrund näher gebracht hat. Tag für Tag. Bin daher bereits am überlegen, ob ich mir z.B. nicht eine neue Wohnung suchen soll (vielleicht im Nachbarort)!? Das würde an meinen Sozialkontakten kaum etwas ändern, aber eine (tatsächliche wie auch mentale) Distanz zu dem Ort, an dem die Sucht so ausufernd ausgelebt wurde, schaffen. Ob das nicht sogar besser wirkt, als die Wohnung umzuräumen? Ich weiß es nicht, kann mir das aber durchaus vorstellen.

    Und vielleicht hilft auch das System von "Belohnungen" etwas, um die Motivation zur Abstinenz aufrechtzuerhalten. Z.B. möchte ich mir ein E-Bike kaufen. Kaufe ich mir das sofort, hätte das (als solches) direkt wohl null Auswirkung auf das Vorhaben und den Wunsch, nüchtern zu bleiben. Wenn ich jetzt aber z.B. hergehe und für jeden Tag, den ich nichts getrunken habe, am Abend vor dem Schlafengehen z.B. 10 Euro (oder so) in ein Sparschwein oder sonst wohin werfe, weiß ich, dass ich mir in einem Jahr von diesem Geld ein Bike kaufen kann. Hier motiviert einerseits der Gedanke des "Sammelns" und irgendwann gibt es dann auch die Belohnung. Natürlich sollte danach ein neues Projekt angegangen werden, schon klar. Ich denke mir, auch so etwas hilft bzw. steigert ebenfalls die Motivation. Und: Neben der Einstellung und der festen Überzeugung, dauerhaft nüchtern zu bleiben (was natürlich am wichtigsten ist), braucht es wohl auch einer entsprechenden Motivation hierfür - zumindest macht eine solche die Sache wohl leichter.

    Wie andere Forumsmitglieder richtig geschrieben haben, stellt sich natürlich immer die Frage, welcher Schlüssel nun eigentlich der richtige ist, mit dem man das Schloss zur dauerhaften Nüchternheit knackt. Und für jeden / jede Alkoholiker/-in ist der Schlüssel ein anderer.

    Für meinen Teil fand ich die Inputs, die ich über die letzten Tage erhalten habe, interessant und ich denke mir, dass ich auch ein wenig in diese Richtung gehen werde.

    Vielleicht könnt ihr auch etwas damit anfangen...

    Ich werde mal den Versuch wagen... ;)

    LG Stef.

    Ich habe damals den Tod meiner Eltern und beider Großmütter absolut verdrängt. Für mich waren sie halt nicht mehr da. Als ob sie auf Weltreise wären... Und wenn die Trauer, Einsamkei oder Sehnsucht kam... schnell eine Flasche Wein runter (im schlimmsten Fall auf ex in der Garage) und alles war für mich wieder gut...

    Zu Zeiten als ich zu oft zu viel getrunken habe...

    Leider, aber das Sorgen-Wegsaufen, scheint eine gern praktizierte Methode zu sein...

    Liebes Forum!

    Bin gerade für 5 Tage auf einem Seminar über Silvester und Neujahr, wo Selbstreflexion und Weiterentwicklung Thema sind.

    Gestern mussten wir uns unter anderem Situationen in Gedächtnis rufen, die 2024 eingetreten und richtig schiefgegangen sind. Naja, bei mir gab es da mehr als genug...

    In meinem Vorstellungsposting hier habe ich abschließend festgehalten, dass ich die richtig peinlichen Ausrutscher, was mein Trinken betrifft, vorerst weglassen möchte.

    Aber schreiben hilft ja bekanntlich und man dann sich dadurch auch leichter von der Trinkerei distanzieren... Auch im Nachhinein, wenn man sich wieder mal vor Augen führt, wie man gelebt und gehandelt hat.

    Urlaub im Ausland. 2 Wochen. Der Klassiker: Während meine Partnerin am Pool war, habe ich mich auf dem Hotelzimmer zugeschüttet. Minibar - na klar!

    Am Abreisetag schickte mich meine Partnerin mit den Koffern in die Tiefgarage zum Auto. Dann kam ich wieder hoch zur Rezeption und wollte die Hotelrechnung bezahlen. Mein "Pech" war nun aber, dass meine Partnerin gerade schon am bezahlen war. Und sich in einer recht aufgeheizten Auseinandersetzung mit dem Rezeptionisten befand.

    Als ich kam, sagte sie zu mir: "Du, die wollen uns Dinge verrechnen, die wir nicht konsumiert haben! Aus der Minibar angeblich. Der spricht von Vodka und Weißwein und Bier. Schau Dir das an!!"

    Wohl wissend, dass ich die Minibar täglich leer geräumt hatte, sagte ich nur knapp: "Das wird schon stimmen.", packte die Rechnung weg und meine Partnerin zahlte fertig. Das alleine war schon richtig unangenehm, kann man sich denken...

    Und dann, als ob das nicht schon genug gewesen wäre, fragte mich meine Partnerin, wieviel ich eigentlich aus der Bar genommen habe (wurde ja täglich wieder ausgefüllt) und bevor ich antworten hätte können, antwortete der Rezeptionist (ein junger Bursche und ich glaube sogar völlig ohne Hintergedanken): "Das steht alles auf der Rechnung drauf." Dann las er die Getränke und deren Anzahl laut vom Monitor ab (ich wurde immer kleiner) und meinte zuletzt: "Das ist aber ganz schön viel, was da während Ihres Aufenthalts zusammengekommen ist!". Dass an der Rezeption auch andere Gäste gestanden sind und diese Geschehnisse in erster Reihe fußfrei miterleben durften, war klar.

    Die Heimfahrt war - man kann es sich denken - ein Horror. Stundenlang sagte keiner etwas.

    Ich glaube, da habe ich das erste Mal ans gänzliche Aufhören mit der Trinkerei (und nicht bloß an eine Trinkpause) gedacht, weil ich mich einfach so dermaßen geniert habe...

    Ein bisschen hat es zwar noch gedauert, bis ich tatsächlich aufgehört habe mit der Trinkerei, aber ich denke, auch solche Momente der absoluten Peinlichkeit können ungemein helfen, einen Anstoß zu geben, sein Leben zu ändern.

    So etwas - auch wenn es für andere bloß eine unbedeutende Kleinigkeit sein sollte - hängt einem ein Leben lang nach. Will man so etwas nochmals erleben? Ich nicht. Mir hat das gereicht!

    Vielleicht hilft es, wenn man während der Phasen des Zweifels in der Trockenheit an solche Ereignisse zurückdenkt, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass man so etwas nicht mehr erleben möchte.

    LG Stef.

    Liebe Leute!

    Bevor sich der Tag seinem Ende zuneigt:

    5 kleine Dinge, die mir heute - weil sie auch tatsächlich heute passiert sind - bewusst geworden sind, jetzt nach ca. zwei Monaten Abstinenz. Kleinigkeiten, unbedeutend und vielleicht auch geradezu lächerlich, über die ich mir nie so richtig Gedanken gemacht habe, aber über die ich mich jetzt so richtig freuen kann:

    Auf Alkohol zu verzichten bedeutete heute für mich (in keiner bestimmten Reihenfolge):

    - Im Restaurant endlich wieder einmal eine Suppe bestellen zu können und diese so zu essen, dass mir weder Hand noch Löffel zitterten und ich nicht die Hälfte verschüttete. [Das war früher richtig peinlich, weshalb ich zuletzt nie mehr eine Suppe bestellte.]

    - Die Frage der Kellnerin: "Eine Cola light wie letztes Mal!?" [Man kann sich denken, wie früher gefragt wurde.]

    - Eine Arbeitskollegin, die meinte, dass meine Weihnachtsfeiertage wohl super gewesen sein müssten, so ruhig und ausgeglichen wie ich heute im Büro sei. [Kein Alkohol und damit weniger Frust und Unausgeglichenheit.]

    - Die Einladung eines Bekannten, ob ich Anfang des Jahres mal mit ihm eine Trainingseinheit machen wolle und ich sagte tatsächlich "Ja!". [Früher fragte man mich gar nicht mehr, weil man die Antwort ohnehin schon kannte.]

    - Die Bemerkung ebenfalls einer Arbeitskollegin heute morgen (und das rüttelte mich wirklich wach), ob mir eigentlich bewusst sei, dass ich sie heute das erste Mal gefragt habe, wie es ihr und ihrer Familie gehe? [Derartige Befindlichkeiten waren mir damals in der Regel so was von egal.]

    Das alles war nur heute.

    Auch solche Kleinigkeiten, die einem an sich selbst selbst und auch anderen auffallen, sind doch die beste Motivation weiterzumachen, oder?

    LG und gute Nacht!

    Stef.

    Liebes Forum!

    Im Umgang mit der Sucht sucht man immer wieder neue Wege, damit klarzukommen und schwierige - "verlockende" - Situationen zu meistern.

    Aus einem Buch, das eigentlich ein ganz anderes Thema behandelt, habe ich vor einiger Zeit für mich und auf meinen Sucht- bzw. Saufdruck bezogen eine dort vorgestellte Übung oder Verhaltensweise etwas adaptiert. Seit ich nichts mehr trinke, wende ich diese - wenn es passt (in größerer oder lauterer Gesellschaft funktioniert das leider nicht so toll) - an. Und ich muss sagen, zumindest mir hilft sie tatsächlich im Umgang mit dem Verlangen, etwas trinken zu wollen, vor allem dann, wenn der plötzlich kommt und es schnell gehen soll:

    Das Suchtgedächtnis vergisst nicht, niemals und es meldet sich. Manchmal selten, manchmal öfters, aber doch immer wieder. Im Alltag, in Ausnahmesituationen. Das lässt sich nicht vermeiden.

    Kommt nun der Suchtdruck und klopft dieser an meine (Gedanken-)Tür, dann sehe ich diesen inzwischen als anstrengenden Bekannten aus alten Tagen (ich weiß, das klingt jetzt erstmals etwas irre) oder als aufdringlichen Nachbarn (wie mein lieber Onkel F.), der zwar immer mal wieder gerne vorbeischaut, den man aber gar nicht so gerne um sich haben will, an.

    Kommt dieser unangekündigte "Besuch" (ich sage jetzt bewusst nicht Gast!!) bzw. höre ich das Klopfen, dann konzentriere ich mich genau auf diesen Besuch und auf den Bereich meines Körpers, wo es gerade flau wird (meist Bauch / Magen). Es folgt ein langsames Ein- und Ausatmen zur Beruhigung. Im Geiste und wenn ich ruhig bin, öffne ich sodann die Tür und grüße den Besuch freundlich im Sinne von "Hallo xy, ach bist Du auch wieder mal da!?" oder was auch immer, lasse ihn aber gar nicht erst zu Wort kommen und sage schon an der Türschwelle, dass ich jetzt nicht über die alten Zeiten, über die wir ohnehin schon so oft geplaudert hätten, reden könne, weil ich in der Wohnung gerade Besuch habe: Mein neues Leben! Dann verabschiede ich mich mit ein paar höflichen, aber bestimmenden Worten (z.B. "Du, ich habe jetzt wirklich keine Zeit, das musst Du bitte verstehen. Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag!" und schließe die Tür.

    Danach habe ich nicht nur ein gutes Gefühl, sondern ist bei mir der Saufdruck weg und mir geht es insgesamt besser. Kaum zu glauben, bei mir funktioniert das. Im Grunde trickst man seine Gedanken dabei zwar ein wenig aus bzw. lässt sie vor der Tür stehen - mich wundert es aber nach wie vor, dass das bei mir so gut klappt.

    Klar klopft das Suchtgedächtnis immer wieder an (das wird es immer tun), aber vielleicht merkt es sich ja auch, dass der "Gastgeber" gerade keine Zeit hat!? Und kommt dann seltener... ;)

    Auf was man nicht alles kommt, oder?

    LG

    Stef.

    Natürlich, das Eingeständnis, der Alkoholsucht zu unterliegen und der Wille, dauerhaft Abstinenz zu sein und danach zu handeln, ist das einzig probate Mittel, um erfolgreich sein zu können. Das steht außer jedem Zweifel. Die Beweggründe sind selbstverständlich individuell.

    Ich denke mir nur, sich bildlich vorzustellen, wieviel man getrunken und was das gekostet hat oder noch viel (viel!) besser: wieviel Gift (Flaschen) man sich dem Körper eigentlich erspart hat (und wieviel Geld dadurch auch im Portemonnaie geblieben ist), das kann schon glaube ich auch eine gewisse Motivation sein, abstinent zu bleiben.

    Ich stelle mir da immer Reihen von Flaschen vor, die ich seit Beginn der Abstinenz nicht getrunken habe (und sonst getrunken hätte) - diese Reihe wird von Tag zu Tag länger...

    Irgendwie gibt das schon ein gutes Gefühl...

    Hallo, liebes Forum!

    Zwei, drei Gedanken am heutigen Tag...

    Es gibt viele Anstöße und Denkansätze, die Sauferei zu lassen. Bei jedem sind diese individuell. Heute morgen bei meiner inzwischen täglichen Laufrunde fielen mir wieder einmal die Aspekte "Menge" und "Kosten" ein. Und auch was das betrifft, so hat mein inneres Ich letztlich die Stop-Taste gedrückt.

    Wieso?

    Denke ich an meine besonders intensiven Saufzeiten, so hatte ich in Summe täglich ca. 1 bis 2 Flaschen Wein (je 0,75 l)in unterschiedlicher Form (Schorle, pur) und 3 bis 5 Flaschen Bier zu je 0,33 l konsumiert. Manchmal auch mehr, selten weniger.

    Da mir dieser Konsum auf Dauer zu viel war, stoppte ich das Trinken regelmäßig zur Gänze. Faktisch soff ich so Pi mal Daumen gerechnet ein halbes Jahr (oder sieben Monate), den Rest vom Jahr nix.

    Und nun ein Rechenbeispiel: Wenn ich aus den Mengen oben eine Durchschnittsmenge nehme und bei einem halben Jahr (sagen wir von Juli bis Dezember) täglich zumindest 1,5 Flaschen Wein (= 1,125 l) und 4 Flaschen Bier (= 1,33 l) getrunken habe, dann sind das (und die Saufereien bei Feiern und sonstigen Anlässen lasse ich jetzt mal weg) bei 184 Tagen 207 l Wein und ca. 245 l Bier. Oder anders: 276 Flaschen Wein zu 0,75 l und 736 Flaschen Bier zu 0,33 l. Das sind also 1.012 Glasflaschen. Stellt diese mal in einen Raum!!! Alleine wenn ich mir das vorstelle, wird mir schon schlecht!

    Damit hat sich's für mich schon deshalb, da dieser Menge nur ein Körper (meiner) zur Verfügung steht.

    Und weiter (auch nicht zu unterschätzen): Bei einem derzeitigen Preis von ca. € 10 für eine Flasche Wein und € 1,33 für eine Flasche Bier ergibt das für ein halbes Jahr € 2.760,-- für den Wein und € 978,88 für das Bier. Also knapp € 3.750,-- in einem halben Jahr nur für den Alk zu Hause!! Selbst unter Ausnützung von Sonderangeboten, Rabatten udgl.: auf € 2.500,-- kommt man immer, außer man kippt sich den kompletten Fusel runter. Von den Getränken in den Restaurants, Kneipen, Almhütten etc. gar nicht erst zu reden.

    Ist es einem das wert? Tausende Euro nur dafür zu verwenden, sich und sein Umfeld körperlich und seelisch kaputt zu machen? Mir nicht mehr.

    Rechnet man dies auch noch auf ein ganzes Jahr hoch, dann wird alles noch viel mehr und ich kann da nur mehr den Kopf schütteln - die schiere Menge bildlich dargestellt genügt mir vollends. Mir, glaube ich, auch für eine dauerhafte Abstinenz in Zukunft, weil, wenn ich umrechne, wieviel ich die letzten Jahre in mich hineingeschüttet habe (und was das gekostet hat), dann reicht das jetzt schon für drei oder mehr Leben (die ich aber nicht habe)...

    Als Mensch, der immer schon mit Zahlen gespielt hat, hilft mir auch dieser Ansatz.

    Glaubt ihr, dass man mit so einer Denkweise die Abstinenz zusätzlich unterstützen kann oder sind derartige Gedanken zwar schön und gut, dem Suchthirn jedoch einerlei?

    LG

    Stef.

    Hallo, liebes Forum!

    Ich dachte mir, Folgendes möchte ich loswerden - schreiben hilft ja bekanntlich:

    Gestern, der 24. und der Heilige Abend, verlief erstaunlich gut. Gut, mein Tag war so dermaßen durchgeplant, da konnte ich gar nicht auf die Idee kommen, was zu trinken...

    Vormittags um 10 Uhr ein Theatervorstellung besucht (der Betrieb, wo ich arbeite, bietet so etwas immer am 24.12. an), dann mit zwei guten Bekannten Kinderpunsch (ja, wirklich!) auf unserem Hauptplatz getrunken, in weiterer Folge etwas gelesen, dann am Nachmittag eine große Runde laufen gewesen, danach wieder ein wenig lesen, essen gefahren (Himbeerlimo - die Kellnerin schaute etwas ungläubig), dann auf den Friedhof gegangen (da war ich schon lange nicht mehr), das Grab der Eltern und Großeltern besuchen und Kerzen anzünden, später nach Hause geeilt, am Online-Meeting der AA teilgenommen, dann Weihnachtswünsche verschickt, etwas telefoniert, um 23.00 Uhr war noch Christmette in der Kirche und um 1.30 Uhr bin ich tatsächlich hundemüde bei einem Hörbuch eingeschlafen...

    Den ganzen Tag nicht eine Spur von Saufdruck.

    Aber um das geht es eigentlich gar nicht.

    Gestern, beim AA-Meeting, war das Thema "Zufriedenheit und Glücklichsein". Auch wenn ich meist nur zuhöre und selten was sage, musste ich diesmal schon was loswerden - sinngemäß Folgendes:

    Dass mir der Alkohol in den vergangenen Jahren so dermaßen viel kaputt gemacht hat, kann mich natürlich nicht glücklich und zufrieden machen. Ganz im Gegenteil: Die Sauferei hat mir einen Teil meines Lebens ruiniert und vieles dauerhaft und irreparabel zerstört. Was nicht hätte sein müssen, aber leider eingetreten ist. Als ich das alles realisiert hatte, war es zu spät.

    Und dennoch: Heute (also gemeint gestern, am Heiligen Abend), auch wenn ich seit vielen Jahren zum ersten Mal allein in Wohnung sitze und mein künftiges Leben (ein paar Jährchen habe ich hoffentlich noch) von Grund auf neu ordnen und gestalten muss, bin ich trotzdem in dieser an sich schmerzlichen und für mich völlig neuen Situation glücklich und zufrieden, und zwar, weil ich erstmals hier auf dem Sofa sitze und mich eben NICHT mit ein paar Flaschen Wein oder anderem zuschütten muss, um mit all den Schwierigkeiten klarzukommen. So etwas gab es früher nie, da wurde alles Unangenehme sofort im Alkohol ersäuft - geholfen hat es freilich nicht.

    Diese Einstellung (und dies wurde mir erst heute wieder bewusst) hilft mir sehr, nüchtern durch das Leben zu gehen. Vielleicht hilft dieser Denkanstoß auch hier im Forum jemandem, der über sich, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft nachdenkt...

    Danke fürs zuhören / lesen.

    Noch einen schönen Weihnachtstag!

    Stef.

    Dem kann ich mich nur anschließen! Alkohol am Heiligen Abend hat fast immer noch bei mir zu Stress und Streit geführt.

    Und weil Du, liebe AnnaBlume, die sprichwörtliche Schwiegermutter ansprichst: Ja, das kenne ich auch nur zu gut. Die Schwiegermutter abends in trauter Einigkeit mit der Tochter - da wusste ich schon vorher, wie das abläuft. Mein Alkoholkonsum zu Weihnachten vor allem vor dem gefürchteten Zusammensein am Heiligen Abend war dann schon heftig. Auf dem Weihnachtsmarkt bereits am Vormittag Glühwein und Jägermeister. Entsprechend war ich dann abends beieinander. Hätte ich das mal bloß gelassen - viel Ärger, Streit und auch Tränen hätten wir uns alle erspart... aber es war damals noch keine Einsicht da. Schuld waren immer die anderen. Glaubte noch, dass ich nur mit einem ordentlichen Pegel den Abend überstehen könnte... oh Mann!

    Dann ergab halt wieder mal ein Wort das andere und der Streit war perfekt.

    Der folgende Morgen war dann natürlich besonders schlimm. Weihnachten sollte eigentlich anders sein.

    Jetzt liegt aber die Betonung auf "war". Heuer wird es anders. Abgesehen davon, dass mich meine Schwiegermutter (übrigens in meinem Haus!) nicht mehr sehen will, trinke ich ohnehin nix mehr.

    Und ich schließe mich AnnaBlume an: Toitoitoi für heute, es ist ein weiterer Tag, der so schön sein kann - auch ohne Alkohol!

    LG

    Stef.