Beiträge von Kazik

    Nun zu der Idee mit dem Gartenhaus wurde ja schon etwas geschrieben. Und ich persönlich würde in Deiner Situation eher nach einer kleinen Wohnung oder einem Zimmer Ausschau halten.

    Aber um auch etwas konstruktives bei zu tragen. Ich weiß ja nicht was Du bei einem Ofen so im Sinn hast? Aber ich hatte schon die unterschiedlichsten Öfen. Mir würde spontan eine Gasheizung einfallen. Gibts für wenig Geld in jedem Baumarkt. Und ich habe mit so etwas schon einen Winter ganz bequem überstanden.;)

    Kazik

    Ich bin eigentlich ein offener Mensch aber ich trage da etwas mit mir herum das vermutlich die Ursache meiner Probleme ist.

    Achtung Trommelwirbel, es ist meine Kindheit wie bei vielen. Irgendwann schreib ich mal einen Faden darüber um das alles mal abzuladen

    Hallo TM,

    ich musste irgendwann unfreiwillig lernen das mir einige unfreiwillig erlernte Denk- und Verhaltensmuster aus meiner Kindheit und Jugend freundlich ausgedrückt ziemlich auf die Füsse fielen. Das Problem für mich bei diesen erlernten Mustern war das ich diese zu einer Zeit erlernte in der ich in der Trainingsphase für meine erwachsenes Leben war. Das machte diese Muster sehr hartnäckig. Zum Glück konnte ich mich ab ca. 12 Jahren zunehmend erfolgreicher gegen meine Eltern wehren oder ich entzog mich Ihnen einfach. Und so konnte ich auf der Straße und bei Freund*innen andere Muster erlernen die funktionaler waren und mit denen ich mich selbst behaupten konnte. Allerdings bekam ich dann mit Ende Zwanzig und danach einige psychische Erkrankungen wegen denen ich mich in therapeutische Behandlung begeben habe/musste. Und irgendwann auf diesem Weg traf ich dann auf zwei für mich sehr gute Therapeutinnen mit denen ich dann in zwei unterschiedlichen therapeutischen Wegen meine Kindheit und Jugend und deren Auswirkungen auf mein weiteres Leben beackert habe. Und nun bin ich schon eine lange Zeit weitestgehend stabil. Vielleicht ist die Idee Deine Kindheit mal therapeutisch an zu gehen ja etwas für Dich.

    Zu Deiner Idee hier etwas von Deiner Kindheit zu schreiben, von mir der Hinweis das dies keine therapeutisch begleitete Gruppe ist. Soll heißen wenn Du hier ein Fass aufmachst was Du nicht von alleine wieder zu kriegst dann ist hier niemand der Dir professionell helfen kann.

    Zu Deiner jetzigen Situation. Mein Eindruck ist das Du ziemlich reflektiert bist und das Du eigentlich ganz gut selbst weißt was Phase ist. Du hast von Anfang an geschrieben das das Verhältnis zu Deiner Frau und ihr Verhalten vor und nachdem Du trocken geworden bist der Knackpunkt für Deine Abstinenz ist und bleibt. Somit ist die Situation jetzt nicht unerwartet für Dich. Was Du jetzt machen solltest kann ich Dir nicht sagen. Mein Eindruck ist das eine räumliche Trennung hilfreich sein könnte in dem Du mit etwas Abstand und ohne den ständigen Druck und den Gefahren auf Armeslänge mit Alk konfrontiert zu werden dir erstmal Klarheit verschaffen kannst. Damit wäre ja noch nichts entschieden.

    Soweit, stay strong heute Abend.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Es gab Zwangseinweisungen, die ich jedoch nicht als Hilfe empfand, sondern fortlaufende Quellerei - weitere Ausgrenzung, ich wurde verschlossener. Es war mir nicht möglich auch nur irgendetwas einzusehen.

    Dass ich jetzt so schreiben kann - ist schon ein riesen Schritt für mich.

    Aus irgendeinem Grund habe ich das überlesen. Deswegen noch einmal von mir mach alles in Deinem Tempo und so das es Dir gut tut.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Maya,

    darf ich mal Fragen welche zwei Krankheiten Du bei Dir meinst?

    Wie ich mit meinen psychischen Krankheiten Krankheiten umgegangen bin würde jetzt zuviel. Aber ich habe auch schon in meinem und anderen Fäden dazu etwas geschrieben. Was sie mit meinem Alkoholismus verbindet ist das ich damit offen umgehe. Ich habe die Erfahrungen von Dir nie gehabt das sich Menschen wie Du es beschreibst verhalten. Weder hier noch wo anders davor. Mit Menschen die mir nahestehen oder hier spreche ich offen und es für mich auch okay wenn Menschen fragen stellen. Denn psychische Krankheiten sind ja auch nicht so einfach zu verstehen.

    Seit ich trocken bin habe ich eine etwas engere Taktung mit meiner Hausärztin vereinbart von der ich auch meine Antidepressiva verschrieben bekomme. Ich habe jetzt noch ein Bedarfmedikament bekommen, was ich nehmen könnte wenn die Depressionen von jetzt auf gleich stark sind. Was seit ich trocken bin zweimal passiert ist. Darüber hinaus habe ich vorsorglich eine Klinikeinweisung von Ihr, weil wenn ich zu instabil werde in eine Klinik gehe. Tatsächlich waren meine Depressionen seit ich trocken bin in meiner Welt leicht bis aus zu halten. Aber ich habe eben trotzdem meinen "Notfallkoffer" und ich habe auch Menschen in meinem Umfeld die mich umgehend in die nächste Klinik verfrachten wenn ich sie darum bitte. Mir hilft die Offenheit bei meinen psychischen Krankheiten und bei meinen Alkoholismus, weil wenn ich mich mitteile dann geht es mir gleich meist schon ein wenig besser.

    Allerdings habe ich zu Anfang hier die Erfahrung gemacht das ich gut bei mir bleiben muss und wenn ich zuviel geschrieben habe das es nachgewirkt hat. Beispielsweise das ich schlecht oder wenig geschlafen. Das ist inzwischen allerdings besser.

    Schlaf war schon in den letzten Jahren meiner Sauferei ein echtes Problem. Was daran liegt das Alkohol die ganzen für den Schlaf notwendigen Abläufe im Körper (zer)stört. Aber das ist bei mir inzwischen schon besser. Ich gehe für meine Verhältnisse früh schlafen. Teils richtig früh. Ich habe während meiner Sauferei oft Abends länger gesessen weil ich meine Menge auch nicht druckbetanken wollte und später auch gar nicht mehr konnte.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo ahMaya,

    die Steinlawine die Dich getroffen hat liest sich sehr traurig. Um so mehr mein Respekt das Du Dich durch und aus dem ganzen raus gearbeitet hast. Viele Menschen schaffen nicht mal eins dieser Hindernisse zu bewältigen. Und das meine ich nicht wertend. Und vielleicht helfen Dir ja einige Fähigkeiten die Du auf Deinem Weg erworben hast jetzt auf Deinem neuem trockenen Weg. Ich kann mir das gut vorstellen.

    Zwei Fragen, auf die Du natürlich nicht antworten musst.

    Du schreibst das Du zur Zeit keine therapeutische Begleitung hast weil Du Dich nicht mehr auf Deine Krankheiten konzentrieren willst. Ich kann das gut verstehen. Manchmal reicht es einfach. Und wenn Du stabil bist gibt es ja auch keinen Grund. Hast Du noch Ärzte/Therapeuten im Hintergrund oder weisst Du wo Du hingehst wenn Du instabil wirst?

    Du hast geschrieben das Du Deinen Alkoholismus und Abstinenz für Dich behälst. Und ich habe es von Dir einerseits so verstanden das Du es nicht notwendig findest und andererseits hast Du geschrieben das es dann ja bloss Gaffer gebe die sich an einem Absturz von Dir weiden würden. Meine Frage ist ob Du von allen Menschen die kennst glaubst das sie sich so verhalten würden?

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Myla und 123,

    wie geschrieben ich möchte Euch nicht zu nahe treten. Ich will nicht die Taten eines Täters kleinreden oder entschuldigen. Und ich möchte nicht das was ich geschrieben habe in irgendeiner Weise als Täter Opfer Umkehr verstanden wissen. Ich bin als Kind und Jugendlicher Opfer von körperlicher und seelischer Gewalt durch meine Eltern geworden. Damals konnte ich mich nicht oder nicht gut genug wehren. Aber das kann ich heute ganz gut. Aber dafür brauchte ich Unterstützung und musste mich ändern.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Es ist bei mir ein reiner Kontrollzwang und es treibt mir im wahrsten Sinne des Wortes in den Wahnsinn, wenn ich ihn nicht kontrollieren bzw. keinen Einfluss habe.

    Jedes Mal nehme ich mir vor "beim nächsten Mal bleibst du ruhig, lässt ihn und wartest bis zum nächsten Tag" - doch das trifft nie ein.

    Es folgt Telefonterror ohne Ende, wenn er nicht ran geht. Eben auf Grund dessen, da er schon mehrfach iwo war, wo er nicht mehr wusste, wie er da hin gekommen ist bzw. wie er heim kommt.

    Es ist die Sorge... dann ist es der Hass.


    Hi Myla,

    ich möchte Dir wie geschrieben nicht zu Nahe treten aber was Du beschreibst ist das Dein Kontrollzwang bei Dir zu massiven grenzüberschreitenden bösartigen Kontrollverlusten führen. Etwas was Du Deinem Partner zu recht vorwirfst. Der Unterschied ist und das meine ich nicht als Entschuldigung für irgendetwas das Dein Partner Alkoholiker und somit krank ist. Für mich wäre Dein Verhalten in jeder Beziehung von mir, sei es Partnerschaft, Freundschaft, Familie oder Arbeit ein no go. Und für mich ist Dein Verhalten gegenüber kranken Menschen ein no go.

    Und wenn Du schreibst das Du weder Hilfe annehmen noch Dich ändern willst dann finde ich das sehr besorgniserregend. Weil das heißt das Du Dich weiterhin schädlich gegenüber Dir selbst und Anderen verhalten wirst.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Myla,

    ich will Dir nicht zu Nahe treten aber mein Eindruck ist das Du ob der Situation mit Deinem Partner sehr sehr unter Druck stehst. Weil die Situation immer unkontrollierbarer wird und du sie immer verzweifelter kontrollieren willst. Ich vermute aber das Du in Dir drin ahnst das Du die Situation schon lange nicht mehr unter "Kontrolle" hast. Wenn ein Schiff untergeht dann heißt es rette sich wer kann. Einzahl. Es heißt nicht rettet Euch nur alle zusammen.

    Ich bin so ein Mensch von Natur aus, der generell Dinge mit sich selbst aus macht.

    Ein Mensch unterscheidet sich von allen anderen Lebewesen darin das er die Fähigkeit hat sich zu entscheiden auch bei Dingen die scheinbar von "Natur" so sind. Wir beide sind völlig verschieden, aber ich habe in meinem Leben gelernt das es Situationen gibt bei denen ich alle Hilfe annehme die ich kriegen kann. Auch ich nehme sehr sehr ungern Hilfe an. Aber da wo es notwendig war hat es mir geholfen und mich vor dem Schlimmsten bewahrt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Matrix,

    ich freu mich das Du hier wieder schreibst. Mir hilft es hier zu lesen und zu schreiben.

    Ich bin in Deinem Faden noch einmal ganz zu Anfang gegangen weil ich mir bezüglich einer Sache nicht mehr ganz sicher war. Es ist Deine Wohnung. Das heißt Du hast dort das Hausrecht. Wenn Du Deinen Partner aufforderst die Wohnung zu verlassen und er kommt dieser Aufforderung nicht nach begeht er Hausfriedensbruch. In diesem Fall kannst Du die Polizei rufen und die setzt das Hausrecht für Dich durch. Du musst der Polizei nicht mitteilen warum er die Wohnung verlassen soll. Das ist alleine Deine Sache. Du musst auch nicht dann oder Später keine Anzeige gegen ihn stellen. Auch wenn die Polizei Dich danach fragen sollte. Auch das ist Deine Sache. Aber Du kannst natürlich jederzeit eine Anzeige stellen. Und Du kannst Dich auch an die Polizei wenden ob es andere Schritte gibt die sicherstellen das Dein Partner sich an das Betretungsverbot hält. Aber auch hier musst Du nur mitteilen das Du nicht möchtest das er Deine Wohnung nicht betritt. Und Du kannst die Polizei zur Hilfe rufen auch wenn nichts anderes vorgefallen ist ausser das er Deine Wohnung nicht verlässt oder betritt wenn Du es nicht möchtest. Es ist Deine Wohnung.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi TM,

    ich freue mich das Du wieder schreibst! Denn ich hatte mir auch schon Gedanken gemacht.

    Zu allem was Du geschrieben hast schreibe ich erstmal nichts weil eigentlich alles schon geschrieben ist. Ich wünsche Dir das Du hier einen Weg findest wie Du Dich für Dich am Besten austauschen kannst.

    Ein Gedanke ist mir noch gekommen. Dein Faden hier im offenen Bereich bleibt doch. Es können sich also auch Alle aus dem offenen Bereich zu einem Thema aüssern, wenn Du hier Du das hier in Deinem Faden schreibst. Kann aber sein das ich das auch falsch verstanden habe.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Wichtelmama,

    ich bin Alkoholiker und auch EKA.

    Mein inneres Kind liest durch mich das erwachsene Ich hier im Forum immer mit und wird dann sehr sehr verzweifelt weil es sich dann plötzlich in selber in selber seinen eigenen schlimmsten Situationen mit meinen Eltern wiederfindet. Dafür kann mein inneres Kind nichts, genauso wenig wie es dafür konnte das es sich in diesen Situationen nicht verteidigen konnte.

    Ich schreibe mal auf was meine inneres Kind mein erwachsenes Ich fragt wenn es Deinen Faden liest.

    Warum schützt die Mama Ihre Kinder nicht jetzt sofort?

    Warum sieht die Mama wenn sie es schon nicht versteht das die Kinder mt dem Papa die Hölle erleben?

    Warum schützt die Mama den Täter Papa und redet seine Taten klein?

    Nun mein erwachsenes Ich weiß das mein inneres Kind ein absoluter Experte ist wenn es um Kinder geht. Ein größerer Experte als mein Erwachsenes Ich jemals sein wird. Deshalb stellt sich mein erwachsenes Ich dieselben Fragen.

    Das Verhalten des Täters ist für mich ohne jeglichen Zeifel körperliche und seelische Gewalt. Ich glaube Dir wenn Du schreibst das Du vollständig über das Verhalten des Vaters berichtest. Aber ich bezweifele das Du erkennst welches Verhalten schädlich ist und wie schädlich es ist. Zumal die Kinder ja auch mit dem Vater alleine waren und sind. Aber Du schreibst z.B. das Dein großes Kind bereits große Schwierigkeiten in der Schule hat. Und ich frage mich ob Du eigentlich weißt warum das so ist. Denn das können auch Experten oft nicht wirklich erkennen weil es sich eben um Kinder handelt.

    Dein Verhalten ist in meinen Augen auch schädlich nicht nur weil Du Deine Kinder jetzt nicht schützt und sie vor dem Täter in Sicherheit bringst. Sondern das Du sie bisher nicht geschützt hast und sie Dir einfach nicht vertrauen können. Den Grundvertrauen lernen Kinder von Ihren Eltern. Und Deine Kinder können Ihren beiden Eltern nicht vertrauen.

    Zu dem wie Deine Kinder sich verhalten oder was sie sagen wenn das gewaltätige des Täter Vaters zur Sprache kommt oder Du Zeuge von Taten wirst. Es sind Kinder! Kinder die nicht nur schlimme Taten erleben sondern sich in dem schwersten emotionalen Konflikt befinden. Wem können sie vertrauen? Können sie überhaupt jemals jemand trauen?

    Das einzige was Deine Kinder im Moment schützt ist Ihre innere und äußere Widerstandskraft. Und in einer solcher Situation sollen und dürfen sich Kinder nicht befinden. Niemals.

    Ich war das Opfer von körperlicher und seelischer Gewalt durch meine Eltern. Die schwerwiegensden Folgen waren, eine Angsterkrankung, mehrere schwere Depressionen, eine Persönlichkeitsstörung und Traumata die ich bis jetzt nicht bewältigt bekommen habe. Und diese Folgen habe ich bekommen ohne das mein erwachsenes Ich irgendetwas hätte anders machen können. Und es gibt auch eine Verbindung zu meiner Alkoholsucht.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi LK,

    danke für Deine Ideen wie ich mit meiner Vergangenheit abschliessen könnte oder an was ich jetzt nüchtern anschliessen könnte damit es mir gut geht.

    Ich habe mir in der Zeit seitdem ich nüchtern bin Luft verschafft. Und mein "Plan" ist diese Luft nicht gleich wieder zu verplanen. Sondern das ich etwas nachsichtiger mit mir bin. Den im planen bin ich sehr gut und da wo es drauf ankommt setze ich die Pläne auch um oder sorge dafür das sie umgesetzt werden. Und da ich im planen gut bin habe ich auch viele Pläne (in den Grundzügen) im Kopf oder anderweitig liegen. Und dann kommt es regelmässig vor das ich mit der Abarbeitung der notwendigen Pläne/Aufgaben so beschäftigt oder angestrengt bin, das die ganzen anderen Pläne (auch die die nur für mich ganz persönlich gut sind) zu einer Belastung und Anstrengung werden. Und das möchte ich ändern in dem ich lockerer und entspannter mit Plänen und deren Umsetzung umgehe und mich nicht so sehr unter Druck setze.

    Die Geschichte mit dem alten Mann, seinen Bauten und vor allem mit den ganzen Spänen fand ich schön. Ich würde mir wünschen das der Alte Mann auch seinen Frieden mit den Spänen gemacht hat. Den damit bin ich als Tischler sehr eigen. Deine Frau und Du scheinen eine besondere Art zu haben auf Menschen zu zu gehen. Den das der alte Mann Euch als einzige seine Tischlerei gezeigt hat sagt etwas aus. Und ich finde es auch schön das diese jetzt ein Museum ist. Denn dadurch wird ja nicht nur sein "Werk" erhalten sondern dient ja auch als Inspiration. Dich hat es ja schon mal inspiriert mir davon zu erzählen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    nun bin ich doch hier weil das Wetter hier heute ungemütlich ist und obwohl ich frei habe ist es mir in meiner Bude heute am liebsten.

    Noch einmal auf Klinik und Urlaub. Ich glaube es hat sich in der Medizin inzwischen rumgesprochen das Krankheiten besser heilen wenn die Kranken in einer angenehmen Umgebung sind und oder Ihnen soweit das möglich ist erlaubt ist eine angenehme Umgebung auf zu suchen. Die Umsetzung dieser Erkenntnis scheitert dann oft an den Kosten, aber es hat sich etwas getan.

    Für mich waren die Klinikaufenthalte keine Urlaube nicht weil es mir dort nicht "gut" ging, sondern weil es mir in meinem Leben und in der Klinik nicht gut sondern schlecht ging. Und da meine Depressionen dazu führen könnten das sie schwerwiegend meine Gesundheit oder sogar mein Leben gefährden, habe ich mich in "Sicherheit" gebracht. Meine Ärztin hat mich zu Anfang gefragt was ich mit in "Sicherheit" meine und dann habe ich es ihr so erklärt. Und seitdem stellt sie eben nichts mehr Infrage, was sie sowieso nie getan hat, wenn ich mich bezüglich meiner Depressionen an Sie wende. Sondern sie berät mich so gut sie kann, was sie vorher auch getan hat.

    Meine Depressionen waren "anlassbezogen". Aber die "Anlässe" lagen bis auf einen Fall weit zurück. Und ich befand bis auf einen Fall auch nicht in einer besonders belastenden oder extremen Lebenssituation. Mir wurde die Diagnose PTSB nie "offiziell" gestellt. War aber für mich bis jetzt auch nicht notwendig weil ich die offizelle Diagnose nirgends gebraucht habe. Für mich war notwendig das meine Angsterkrankung behandelt wurde bis ich sie überwinden konnte. Und das meine Depressionen behandelt wurden bis ich sie "bewältigen" konnte oder sie auf ein Mass abgeklungen waren das ich weiterleben konnte.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi LK,

    auch ich war gestern müde, ich war genervt hauptsächlich von mir selbst und ich war dünnhäutig. Ich habe das gestern dann an Dir ausgelassen und das tut mir leid. Ich lese Dich gern.


    Hi LK und Ihr,

    Dein Vorschlag wie Du es machen willst ist für mich völlig okay. Mir ist es auch wichtig das Du und auch alle anderen Wissen das sie alles (na fast alles;)) in meinem Faden schreiben können was Ihnen zu meinen Themen einfällt. Ich bin schon lange Groß und nehme für mich dann wie Du schreibst mit was ich gebrauchen kann.;)

    Kurz zu meinen Klinikaufenthalten, ich war immer auf offenen Stationen. Ich war nur im Jahre 2005 zweimal ganz kurz zu Beginn auf einer geschlossenen weil auf der Station noch kein Bett frei war. Ansonsten konnte ich die Stationen bis auf Nachts jederzeit verlassen (und auch dafür gab es meistens Wege;)). Ansonsten konnte ich mich in und ausserhalb des Klinikgeländes frei bewegen und habe das auch gemacht. Am Anfang eines Aufenthaltes musste ich mich an und abmelden. Das hatte aber eigentlich den Hintergrund das die Klinik im Zweifelsfall nachweisen konnte das ich das freiwillig gemacht habe. Einige empfanden das als Überwachung ich hatte damit kein Problem. Auf den Stationen wo ich war wurden nur Patient*innen stärker eingeschränkt und überwacht die beispielsweise gerade am Anfang stark agiert waren und völlig ziel und planlos waren. Oder Patient*innen die eine wahnhafte Symptomatik hatten und auch agiert waren. Die Patient*innen die in Ihrer Depression erstarrt sind sind "freiwillig" auf Station oder der unmittelbaren Umgebung geblieben, weil sie eben einen sehr eingeschränkten Radius hatten. Ich hätte mich auch jederzeit selbst entlassen können. Ich war freiwillig gekommen und konnte freiwillig jederzeit gehen. Ich schreibe das so explizit weil ich nicht möchte das ein falscher Eindruck von Psychiatrien entsteht.

    Ich habe mich auf Stationen auch immer eingerichtet. Es war für mich kein Urlaub aber mir ging es dort gut.

    Ich werde mich jetzt mal wieder ein paar Tage hier rarer Machen und mein Leben leben.

    Bis dann Kazik

    Hi Ihr,

    in meinen Depressionen bin ich weder agiert heißt ich renne nicht die ganze Zeit auf der Station rum. Noch bin ich erstarrt und sitze oder liege die ganze Zeit herum. Bei mir ist es eher so das ich meistens das Gefühl habe ich könnte etwas machen aber nicht weiß was. Weil mir alles sinnlos erschien. Meistens habe ich mir dann irgendetwas gesucht. Ich bin dann beispielsweise stundenlang wie ein Roboter spazieren "gegangen". In vielen anderen Therapieangeboten besonders in denen ich die ganze Zeit rumsitzen musste war ich unruhig und ungeduldig. Besonders wenn es selbstbildendende waren die ich schon mehrmals gemacht hatte. Ich habe dann meistens abgesprochen das ich zu bestimmten Angeboten nicht mehr gegangen bin. Das war im System Krankenhaus nicht vorgesehen aber ich habe mich eigentlich fast immer verständlich machen können.

    Wie geschrieben hatte ich 2015 meine schwerste und längste Depression. Während dieser Zeit hatte ich zwei mehrmonatige Klinikaufenthalte. Das was diese Depression so schwer machte war das ich über Monate die Depression überhaupt nicht gespürt habe. Ich habe körperlich und seelisch nichts gespürt. Zero. Und ich war im Kopf "völlig" klar. Das hat mir zu Anfang echt Angst gemacht. Weil ich mir das ja noch weniger erklären konnte als die Symptome die ich sonst hatte. Dazu kam das ich von Zeit zu Zeit das Gefühl hatte innerlich auseinander zu fallen. Das machte auch Angst. Mir wurde dann zu Anfang erklärt das dies alles ein Sympton meiner Depression war. Mein Unterbewusstsein hatte alles nicht notwendige einfach abgeschaltet. In gewisser Weise war diese Depression die "angenehmste" meiner Depressionen.

    Als ich das erste Mal auf Station kam begann dort das übliche Programm, welches ich auch zu Anfang abgerissen habe. Aber so nach und nach wurde alles abgesetzt. Und die Ärzte waren so langsam ratlos was sie mit anfangen sollten. Raus lassen konnten sie mich nicht da wäre ich nicht zurecht gekommen. Im Keller der Klinik gab es eine Holzwerkstatt der Ergotherapie. Aus irgendeinem Grund war Ergotherapie auf meiner Depressionsstation nicht vorgesehen, vielleicht weil die Patient*innen dafür nicht genug motiviert werden konnten. Ich habe dann einen jungen Mitpatienten kennen gelernt der mir irgendwann die Holzwerkstatt gezeigt. Und da ich gelernter Tischler bin habe ich dann die Ergotherapeut*innen gefragt ob ich dort teilnehmen kann. Die waren es zwar nicht gewohnt das Patient*innen zu Ihnen kommen machten aber alles klar das ich teilnehmen konnte. Am Anfang zwei Stunden Vormittags. Sie hatten ein paar einfache Projekte, die auch in der Klinik verkauft wurden. Also ratterte ich die Projekte durch. Irgendwann konnte ich dann auch Nachmittags zwei Stunden kommen. Ich musste allerdings meinen Therapeuten davon überzeugen das alles gut bei mir war. Bei meinem zweiten Aufenthalt fing ich erst mit Vormittags wieder an und dann auch bald wieder Nachmittags. Mit den Ergotherapeut*innen hatte ich ein gutes Verhältnis. Aber sie hatten was mich anging auch nichts zu tun, außer Material heran zu schaffen. Ich setzte mich ab und zu in Ihr Büro und dann tranken wir Kaffee und ich erzählte ein wenig was bei mir los ist. Einer der Ergotherapeut*innen war auch Tischler. Und er hatte einige Projekte liegen die für die Klinik bestimmt waren und die er eigentlich selbst mit Patient*innen bauen wollte. Von denen gab er mir dann nach und nach welche und ich ratterte diese durch. Nach der Klinik war ich dann noch ambulant dort bis ich mich gesundschreiben liess.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi LK,

    auch ich war gestern müde, ich war genervt hauptsächlich von mir selbst und ich war dünnhäutig. Ich habe das gestern dann an Dir ausgelassen und das tut mir leid. Ich lese Dich gern.

    Ich will mich zur Zeit eigentlich nicht mit meinen Depressionen beschäftigen. Aber da ich sie schon oft hatte un das immer schwere Zeiten für mich waren triggert es mich wenn ich mich hier wieder erkenne. Und dann komme ich manchmal nicht so schnell wieder aus dem Thema raus.

    Ich will mich eigentlich nicht mit meiner Vergangenheit beschäftigen. Aber auch hier bin ich irgendwie dort gelandet, weil es immer ein sehr präsentes Thema bei mir ist. Und auch dort komme ich dann oft nicht so schnell wieder raus.

    Du hast in Deinem Faden das Du Dich von mir Deinem partner in crime verabschiedest. Das ist für mich okay. Und auch ich verabschiede mich von Dir partner in crime. Du warst eigentlich auch nie mein partner in crime. Es gibt in meinen Leben nur sehr wenige partner in crime. Und nur noch Eine mit der ich weiterhin in engen Kontakt bin. Mit einigen bin ich losen Kontakt. Aber es sind Menschen auf die ich mich in Zeiten tausend Prozent verlassen konnte. Und die Qualität dieser Menschen für mich war das wir alle unabhängig waren und wir uns manchmal zusammengespannt haben und so gemeinsam etwas erreicht haben was mir alleine unmöglich gewesen wäre. Und wir haben auch schwere Zeiten zusammen erlebt. Und alle vermisse ich hin und wieder sehr.

    Ich habe sonst alle crimes auch wenn ich in Gesellschaft war alleine gemacht, weil ich das am allerbesten kann.

    Aber die allermeisten Dinge in meinem Leben habe ich zusammen mit Menschen gemacht und erreicht. Den ich mag Menschen. Und das waren auch keine crimes. Den obwohl ich Dinge alleine am Besten kann, mache ich sie am liebsten zusammen.

    Liebe Grüße LK und Ihr

    Kazik

    Es werden ja heute diverse Experimente von wegen Traumabewältigung etc. gemacht und ihm wäre das zuzutrauen gewesen.

    Auch in diesem Fall keine Hilfe zur Selbsthilfe was meine Traumata angeht. Ich will nicht das eine Ärzt*in an mir Experimente zur Traumbewältigung durchführt. Schon gar nicht ohne mein Wissen. Dazu sind die Folgen dieser Traumata für mich zu schwerwiegend und der Preis den bis jetzt schon bezahlt habe zu hoch.

    Das heißt nicht das ich mich nicht darauf einlassen würde wenn eine Ärztin mir genau erklären würde warum sie genau dieses Experiment machen will und sichergestellt ist das ich behandelt werde wenn das ganze nach hinten losgeht. Diesen Preis würde ich möglicherweise dann bezahlen wenn ich soweit überzeugt bin das das Experiment auch klappen könnte.

    Wenn ich mich irre, sags mir.

    Wie sollte ich sagen das Du Dich irrst. Erstens weißt Du selbst nicht was Du da eingenommen hast. Zweitens bin ich nicht DEIN Arzt. Und drittens bin überhaupt kein Arzt noch ein Homöopath.