Beiträge von cat2cat
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Hi, ich bin über 30, aufgewachsen in einer Familie mit Alkoholproblemen. Seit ich verstehen kann was ein Alkoholproblem ist habe ich realisiert, das meine Mutter eins hat.
Ich hatte eine Freundin on/off über drei Jahre die auch ein Alkoholproblem hat aber mehr oder weniger ein ziemlich extremes Trinkverhalten hat, klassisches "Komatrinken" und nur die harten Sachen aus der Flasche direkt, dauernd in Krankenhäuser, Unfälle gebaut, Job verloren, wenig Freunde, gescheiterte Beziehungen, LÜGEN und und und...
Trotz allem kann ich mich einfach nicht von diesen Problemen lösen, meine Mutter wird erstmal nicht mehr trinken was mir persönlich zwar dieses beruhigende Gefühl gibt. Gleichzeitig habe ich vor Jahren die Hoffnung und die Mühe aufgegeben, weil ich immer dachte ich kann helfen. Tief im inneren weiß ich, ich kann diesen Menschen nicht helfen und sollte mich distanzieren. Dennoch überrumpelt es mich und ich habe ständig diese Fragen im Kopf wie eine Mutter sich so verhalten kann, wie kann man sich so verhalten dass es ihr "scheißegal" ist wie es ihrer Familie geht. Dann die Freundin die ich hatte, das Ganze hat mich mental wieder um Jahre zurückgeschmissen. Ich dachte eigentlich dass ich mir recht gute Grenzen setzen konnte durch die Erfahrung mit meiner Mutter aber dann durch Verletzungen (war tatsächlich sehr sportlich unterwegs) und mentalen Problemen gleich wieder auf Null. Seit dem ich mich da nochmal raus kämpfe habe ich ständig diese Fragen im Kopf, wie ich mich so gehen lassen konnte, wie konnte ich die "red flags" nicht erkennen, wieso habe ich so den Drang dazu immer anderen zu helfen vor allem diejenigen die ein Problem haben, was ist der Sinn sich wieder rauszukämpfen wenn alles andere einfach keinen Sinn mehr ergibt... Ich hab im Prinzip mich selbst verloren, ich kann den Sinn in allem nicht mehr sehen, ich hab kaum Freude mehr, ich distanziere mich von allen Menschen die mir etwas bedeuten, ich vernachlässige so viele Dinge die mir mal leicht gefallen sind und wichtig waren.
Dann kommt dazu dass ich immer dachte im jüngeren Alter mag es vielleicht noch funktionieren die Sucht besser in den Griff zu bekommen aber scheinbar täusche ich mir hier gewaltig denn so richtig "abgeschlossen" mit der Hoffnung und Mühe hatte ich ja wohl nicht. Das ging soweit dass ich mich mental sehr sehr müde fühle und es einfach nur noch anstrengend ist. Ich wünschte ich könnte die Zeit um ein paar Jahre zurückdrehen...
Ich hoffe ich kann hier ein paar Leute finden denen es ähnlich geht und wie ihr es meistert so durch den Tag zu kommen oder generell sich zu lösen von dem ganzen ...