Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Für mich ist es auf jeden Fall ein Rückfall. Aber jemand das als Vorfall zu verkaufen um wieder trocken zu werden ist das eigentlich eine gute Idee, wenn es klappt. Meinst du das? Oder habe ich das falsch verstanden?
Ich hab mich mit Rückfälligen beschäftigt, hatte aber nie einen. Irgendwie gehörte das auch zu meiner Selbsthilfe und Rückfallprophylaxe, zu gucken, was da die Auslöser waren und wie und unter welchen Umständen die Leute wieder aufhören konnten. Ich habe mit vielen geredet.
Lange war das Problem, und ist es vielleicht heute noch, weil es hiess, wenn Du nur eins trinkst, dann gehts wieder voll runter, und zwar so zwangsläufig, dass es dann halt vielleicht gar nicht mehr da raus geht.
Rückfälle gehören für mich nicht dazu, denn ich hatte auch aus guten Gründen lieber keinen, aber es gibt sie und dann müssen die Betroffenen irgendwie damit umgehen.
Und eins ist dabei wichtig, den Rückfall möglichst schnell zu kappen. Abschneiden, sobald wie möglich wieder aufhören.
Es gibt auch Rückfälle, gabs auch hier im Forum, da kommen Leute über längere Zeit immer tiefer rein und dann brauchen sie nochmal den Tiefpunkt, so interpretiere ich das. Aber das versuchen wir ja alle zu vermeiden.
Deswegen gibt es gleich am Anfang möglichst viel keine Vorwürfe und so. Und auch keine Selbstvorwürfe. Ich weiß nicht, ob Du das "Ich arme Sau"-Syndrom kennst, wenn man dann ins Selbstmitleid verfällt, weil man so ein Versager ist und es sowieso nicht schafft. Und das kenne ich auch noch vom Ende meiner Saufzeit.
Da muss man eben schleunigst wieder raus. Das hat nichts damit zu tun, das zu beschönigen und drüber nachdenken, wie es dazu kam, weil das macht ja jeder aktiv da sich der Alkohol einem ja nicht von selbst einflößt, ist sicher kein Schaden. Aber sich selbst fertig machen bringt halt eher wenig.