Beiträge von Lebenskuenstler

    wir können nicht hexen.Ist leider so.
    Erzähl mal genauer, was los ist. Du wolltest Dich nicht verstecken, denk an den Wiedererkennungswert im Internet, ansonsten, schreib Dir die Finger wund. Das habe ich auch getan, allerdings nur für mich. Alles, was mir plötzlich so im Kopf um ging, was ich überhaupt wollte, warum ich unzufrieden war, was ich ändern müsste und wollte, wo ich im leben hin will, alles.
    ich habe auch sehr lange und sehr viel getrunken, ich wusste gar nicht, was ich nüchtern für ein Mensch bin. Zu früh in der Jugend schon angefangen, Erwachsen und länger nüchtern gab es mich gar nicht.

    Also das geht auch als privates Tagebuch, hier gehts nicht ums Ausfragen. Aber hier wirst Du gelesen.

    Ja, ich bin ja meine Sucht, es ist mein Körper und mein Gehirn, die materielle Basis meines Fühlens und Denkens, in der die Sucht steckt. Wir leben und sterben gemeinsam.
    Das sehen hier manche anders, glaube ich, aber ich bin damit gut gefahren.

    Das kannst Du immer noch machen, wenn Du stabil trocken bist. Und lieber regelmäßig, aber vernünftig essen. Diät macht Jojo-Effekt, da können viele ein Lied davon singen.

    Und Alk hat jetzt erst mal Prio, Du kämpfst schon lange, wie ich lese, und Du kämpfst nicht, weil Du verlieren wilst. Du willst das gewinnen, sonst würdest Du ja nicht Langzeit machen, Dich von Deinem trinkernden Partner trennen, also willst Du Dir dabei auch nicht selbst im Weg stehen.

    Ganz viele wollen dann plötzlich alles auf einmal lösen, ein Rundumschlag, der alle Probleme gleichzeitig löst, das führt zur Überforderung. Das ist gar nicht gut, wenn der Druck noch so nahe ist.

    Spring über Deinen Schatten und trink Apfelschorle.
    Flüssigkeit brauchst Du sowieso, das hast Du früher vielleicht als Nebeneffekt des trinkens zu Dir genommen, und es ist garantiert besser als was alkoholisches in Deiner Situation.

    OK.

    Essen wurde schon erwähnt.
    Hast Du zwei Liter Apfelschorle zu Hause oder kannst Du Dir so was machen? Tee vielleicht, Jetzt um trocken zu werden ist auch Zucker erlaubt, Ich hab immer Eisbecher gegessen. Hilft ungemein, genug zu trinken ohne Alkohol.

    Ich kenn das, was Du schreibst, ein wenig, trotzdem anders. Jederf ist halt ein bisschen anders.

    Ich habe mich ein paar Wochen nach dem Aufhören mit meiner Sucht darauf geeinigt, dass sie, meine Sucht, und ich, also ich, doch beide wollen, dass es uns gut geht. Ja, und wir sind nun eben so weit, das es uns mit Alkohol nicht mehr gut geht. Auch meine Sucht will nüchtern bleiben, um sich wohl zu fühlen.

    Seitdem lässt sie mich in Ruhe meine Dinge tun.

    Gut, schreiben wir. Du willst trinken, wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du wieder nüchtern wirst? Warum wolltest Du aufhören?

    Ansonsten kannst auch Du gerne das Thema vorgeben, dann müssen wir Schreiber nicht rätseln, ob es Dir hilft. Also Rückmeldung, passt das, passt es nicht.
    Das kannst Du ja, ich habs gelesen.

    Das kann ja sein.
    Gestern wolltest Du Dich nicht verstecken. Heute gehst Du auf Rückzug.
    Ich werde Dich zu nix überreden und ich versuche auch nicht, hellzusehen.

    Einzige Frage: brauchst Du das Forum? Dann wärs nämlich besser, drüber zu schlafen.

    Dann hab ich mich doch gemeldet und hab als Antwort bekommen das es besser ist, wenn wir das wie zwei Erwachsene beenden. Es sollte nicht werden und wird auch nix mehr. Ich würde ihm seine Energie nehmen und das zieht ihn runter. Das das eigentlich immer andersrum war, vergisst er völlig.

    Vielleich solltest Du einfach ernst nehmen, was er sagte und ihm nicht seine Gefühle absprechen.Subjektiv aus seiner Sicht kann das durchaus so sein, und das gibt es auch ohne Alkohol.

    Wenn ich früher Beziehungen beendet habe, dann wollte ich, dass diese Beziehungen anschliessend auch beendet sind. Ich hab mir mal angehört, dass eine Ex sehr enttäuscht von mir ist, soll sie.
    Das Angebot, das wie Erwachsene zu beenden, war fair, und du hättest drauf eingehen können. Aber Du stellst Deine Gefühle über seine.

    Ich bin in die Suchtberatung gegangen und dachte, da werden die Gründe eruiert. Ne, es ging nur darum, was aktuell in mir vorgeht, wenn ich trinken will. Und was ich aus dieser Erkenntnis in Zukunft anders machen kann.

    Wie es anfing, weiss ich. Ein sehr wichtiger Grund war, dass ich lustig davon wurde. Ansonsten hatte ich durch mein Umfeld viele Gelegenheiten zum Trinken, aber ich habe in anderen Lebensbereichen auch nicht gemacht, was mir vorgelebt wurde. Der Vorbildcharakter griff nur, weil er in mir eine Entsprechung fand.

    Und als ich aufghört habe, war ich in einer völlig anderen Situation, als da wo ich angefangen habe. Ich habe auch aus anderen Gründen aufgehört.

    Das Feeling, auch die Peinlichkeit, ist eine absolut subjektive Sache.

    Ich habe meine Lebensgefährtin für verrückt gehalten, als sie mich das erste Mal fragte, ob auch mal ein Tag ohne ginge. Welcher Erwachsene kommt auf die bescheuerte Idee, nüchtern zu bleiben?

    Ich war gerne besoffen, je besoffener, um so lieber.
    Schreibe ich jetzt, 25 Jahre trocken. Ich weiss aber noch deutlich, wie ich drauf war.

    Alkoholiker sind vom Grundcharakter her sehr unterschiedliche Leute, da es sprichwörtlich jeden treffen kann. Jeden, der anfänglich die Wirkung des Alkohols angenehm findet, und das sind die Meisten. Manchen fehlt eben die Bremse, dann werden wir abhängig. Aber Sucht hat nichts mit Suchen zu tun, es ist schlicht ein alter Begriff für Krankheit. Schwindsucht, Wassersucht, etc.

    Du musst Dir dessen bewusst sein, wenn Du ihn vom Alkohol wegbringen willst, befindet Ihr Euch sehr wahrscheinlich in einer Art Krieg. und gekämpft wird wie in jedem Krieg mit allen Mitteln, es geht um "Du oder er".
    Die allermeisten Alkoholiker betrachten es als persönlichen Angriff, wenn jemand gegen ihr Trinken redet.
    Und die meisten empfinden das so, dass man ihnen eins vom Liebsten wegnehmen will, was sie haben, den Alkohol. Der Ausdruck "mit der Flasche verheiratet" kommt nicht aus dem Nichts, bei vielen ist das so. Du bist in einer Dreierbeziehung und Du spielst eine Nebenrolle.

    Und dann läuft beim Trinker meistens irgendwas im Leben schlecht, oft ist das die Folge, nicht die Ursache des Trinkens. Bei Depressionen, die Deiner hat, weiss man oft nicht, was zuerst da war. Trinkt er wegen den Depressionen oder sind die durchs Trinken erst verursacht. Bei mir kamen sie eindeutig vom trinken, sie verschwanden, als ich aufgehört habe. Jedenfalls, wenns schlecht läuft, ist eine aggressive Grundstimmung sowieso oft der Normalzustand.

    Und wenn einer abhängig ist, dann werden Gründe gesucht, warum man trinken kann. Mir war dann alles recht. Oft sogar einen Streit gesucht, weil ich dann einen Anlass zum Trinken hatte, hält man doch sonst im Kopf nicht aus....so sieht das dann eben aus.

    Meine Nahtoderfahrung war übrigens sehr davon geprägt, dass plötzlich alles sehr hell war und ich das Leben schön fand.

    Nur gehörte für mich zu einem schönen Leben eben auch Rausch. Bis der Rausch nicht mehr schön war, ne, schlimmer.

    Und danach, ich bin 25 Jahre trocken und ich bin es aus Überzeugung. Genau deswegen halte ich das Gedenken auch aufrecht, indem ich beispielsweise hier schreibe. Und immer wieder sehe ich dabei, wo ich nie wieder hinwill. Halb so wild, es ist kein Kampf, ich unterhalte mich gerne darüber.

    Wenn es das jetzt nicht war, frag mich weiter. Ich antworte so gut ich kann.

    Ich weiss nicht genau, was Du jetzt von mir wissen willst.

    Das meiste steht in meiner Bilanz, hatte Dir den Link ja geschickt.

    Nach der Nahtoderfahrung war es für mich vorbei mit den Depressionen und Selbstmordgedanken.

    Aber Alkohol war für mich immer noch eine harmlose Droge, im Vergleich zu denen, die ich davor genommen hatte. Ich fand die Wirkung angenehm, er war nicht illegal, ich musste keine schrägen Bekanntschaften unterhalten, um dranzukommen.

    Ging noch 17 Jahre so weiter, bis ich auch vom Alk genug hatte.

    Erstens gings mir dann sehr schlecht, und ich hatte keine Angst vor dem Tod, vielmehr davor, dass ich mit einem dauerhaften Hirnschaden, verblödet, weiterleben würde. Die Angst, davor nicht rechtzeitig aufhören zu können, bestimmte meine letzten Monate Sauferei.