Ich klau mal ein paar Sätze von Kazik .
Der Grund dafür ist das meine Eltern die Menschen denen ich am meisten vertrauen wollte mein Vertrauen gründlich missbraucht haben.
Ich war und bin ein offener Mensch der auf Menschen zugeht weil ich Menschen mag. Aber meine Offenheit beruht auf meinem Selbstvertrauen was ich über die Jahre entwickelt habe. Heißt ich war immer nur so offen wie ich mit meinem Selbstvertrauen sein wollte und wo ich wusste das mich mein Gegenüber nicht verletzen kann. Und dann habe ich über die Jahrzehnte noch gelernt das mich eigentlich nichts verletzen kann und wenn doch dann kann ich das aushalten und mich wehren. Ich hatte gelernt das niemand die Macht meiner Eltern hat.
Meine Frau kam und kommt mir näher als meine Eltern. Das ging und geht mir mehr an die Substanz.
Das Verhältnis zu meinen Eltern war schon seit relativ früher Kindheit darauf getrimmt, dass ich bald erwachsen werden und mich abnabeln sollte. Sie haben mich auch frühzeitig dazu gedrängt, was ich im Nachhinein als eigentlich gut bewerte. Ich musste raus auf die Strasse, und mir das Selbstbewusstsein selbst erarbeiten. Es war schon ein bisschen darwinistisch, Survival of the fittest. Überbehütet war es ganz sicher nicht. Dass meine Eltern dann bald selbst Schwierigkeiten damit hatten, dass ich eigene Wege gehen wollte, und sie überhaupt nicht mehr wussten, was ich ausser Haus und in der Schule so trieb, machte ihnen mehr Schwierigkeiten als mir. Gleichzeitig war dieses Leben ausserhalb aber auch ein gutes Gegengewicht zu der Situation zu Hause, ich habe oft gar nicht so richtig wahrgenommen, was da lief. Erst als meine Mutter merkte, dass ihr die Felle davonschwammen, da war ich aber schon 17, wurde sie sehr besitzergreifend. Ich benahm mich zu Hause weitgehend unauffällig, so lange ich in der Schule nicht sitzenblieb, war das für meine Eltern meine Angelegenheit, was ich da so trieb. Mein Vater beendete seine Gewalt gegenüber mir, als ich 10 war, und danach hatten wir mehr oder weniger Waffenstillstand.
Dass meine Eltern kein geschlossener Block, die beiden Großen gegen den Kleinen, waren, wusste ich spätestens mit 14. Und ich war ja auch nicht blöd und nutzte das aus.
Das Thema Beziehungen mit Frauen beschäftigte mich deutlich mehr. Ich dachte selbst, ich sei irgendwie cool und gefühllos und wollte das auch sein, den Begriff Macho gabs da vieleicht noch nicht, traf aber auf so einen Halbstarken wie mich zu, und es erwischte mich ziemlich kalt, als ich mich das erste Mal verliebt hatte. Man muss sich immer dazu denken, das ich da ja auch schon gerne trank.
Auf jeden Fall war es dann ein ziemliches Hin und Her. Ich war auch einmal extrem verliebt und so wie Kazik beendete ich das, weil ich merkte, ich bewege mich unaufhaltsam in ein tiefes Loch, was ebendiese Frau dringend verhindern wollte, aber ich sah das war unmöglich, ausserdem hatte sie auch ganz erhebliche Schwierigkeiten, da war es schon die Frage wer da wen runterziehen würde. Wir hatten auch beim Drogenkonsum ziemlich Gemeinsamkeiten, sie eine Gewaltbeziehung hinter sich, war besser das zu beenden.
Parallel dazu hatte ich eine mehrjährige On-Off-Beziehung, selbige sagte mir mal, dass sie mich in 5 Jahren gemeinsamer Bekanntschaft nie nüchtern gesehen hätte.
Es gab noch mehr Geplänkel, aber diese beiden stellten mich ernsthaft vor das Thema Familiengründung.
Dann beendete ich diese beiden Beziehungen, beide waren extrem enttäuscht von mir und liessen mich das auch wissen, aber ich wurde lieber der Grosse Einsame.
Was wiederum andere Frauen scheinbar in den Wahnsinn trieb, ich glaube von aussen sah das oft so aus, als ob ich nur mit Frauen unterwegs wäre, wobei mich das gar nicht so sehr interessierte. Ich zahlte irgendwo dann auch über ein Jahr keine Miete, weil ich lieber in den Tag hineinlebte, statt irgendwas zu arbeiten, wurde obdachlos und wo landete ich dann, in einer Frauen-WG. Mich schleppte eine einfach ab und dann war ich da. Einen Stock tiefer war eine Männer-WG-, die kannte ich und die baggerten die Frauen an und ich war dann plötzlich in einer seltsamen Situation.
Meine spätere Frau tauchte auch in dieser Umgebung auf und war auch mit einem meiner damaligen Unikumpels zusammen, wir gingen zusammen schifahren und hingen oft bis zuletzt morgens um drei in unserer gemeinsamen Studentenstammkneipe ab. Ich natürlich gerne sturzbetrunken, aber da war ich in erster Linie noch unterhaltsam.
Er war manisch-depressiv, wurde dann mehrfach zwangsweingewiesen und ging ihr rgendwann an den Hals und versuchte sie umzubringen, was das abrupte Ende dieser Beziehung bedeutete.
Und dann sie und ich, sie war eigentlich nicht mein Typ, aber man konnte Pferde mit ihr stehlen. Wir waren dann lange "nur" befreundet, aber schon ziemlich gut. Sie war dann mal ein knappes halbes Jahr auf einem Auslandspraktikum, und als sie wiederkam, gingen ein Kumpel aus dieser eben erwähnten Männer-WG, mehrere seiner anderen Kumpels, sie und ich in München aufs Oktoberfest. Dieser Kumpel hatte ein Auge auf sie geworfen, und wir gingen zu dritt nach dem Otto noch in eine Kneipe, nur er war schon zu betrunken und dann war halt plötzlich ich derjenige, sie fiel mir um den Hals.
Jetzt kommt eben der Knackpunkt mit der Nähe. Ich und sie hatten ja schon Einiges an Erfahrungen, deswegen wussten wir ziemlich bald, dass so etwas wie zwischen uns beiden so schnell nicht wiederkommt. Und ich hatte mir nach meinen Erfahrungen schon mal ganz genau überlegt, auf was ich mich überhaupt noch mal einlassen würde.
Und da ging es dann eben nicht ums Abnabeln, sich innerlich abkapseln und stark sein, sondern darum, die Nähe überhaupt zuzulassen. Und es war sofort ziemlich extrem, wir sahen uns das erste Mal 4 Tage nach der Startzündung, und danach wechselten wir nur noch gemeinsam zwischen unseren beiden Wohnungen (ich war derweil ziemlich in Alpennähe gezogen weil ich Berge mag), bis wir endgültig zusammenzogen. Also wir kriegen voneinander so ziemlich alles mit. Wir haben aber auch immer jeder ein eigenes Zimmer, weil wir von symbiotischen Beziehungen eigentlich nichts halten.
Inzwischen glaube ich, es rührt fast nichts alles so gründlich durch wie so eine langjährige Beziehung, weil da irgendwann wirklich jeder Persönlichkeitsaspekt durchkommt und man sich selbst nichts mehr vormachen kann. Von Extrem sch... bis extrem gut alles dabei. Und von wegen ich denke so und so über mich, kann fast alles widerlegt werden, kann man auch anders machen. Beiderseits natürlich. Das Leben mit mir härtet ab, sage ich gerne. Und mir geht es so, ich lerne mich manchmal anhand meiner eigenen Reaktion auf schwierige Situationen selbst erst richtig kennen.
Und Trinken war für mich auch lange das Mittel zur Gefühlsregulation, und es war eine Herausforderung, das dann nüchtern zu meistern. Und statt das wegzusaufen, Schwamm drüber, schwapps runter, mich dann nüchtern oft gefragt, wie ich eigentlich tatsächlich ticke, unterhalb des selbstgezeichneten Selbstbildes.