Beiträge von Lebenskuenstler

    Nun ja. Ich will jetzt nicht schon wieder mit der Geduld kommen, aber in 10 Tagen könnte das schon wieder anders aussehen.

    Ausserdem hast Du zwar eine Endlosdiskussion geführt, die Du selbst gefüttert hast, und dann hast Du trotzdem das getan, was Du ursprünglich vorhattest, und Du bist immer noch hier und niemand hat Dir das Wort verboten.

    Was genau erwartest Du Dir eigentlich von so einem Austausch? (ernstgemeinte Frage, die du aber mir nicht beantworten musst. Reicht, wenn Du es weisst.)

    Übrigens habe ich das genau deswegen nicht bei Dir geschrieben, weil ich es NICHT als Empfehlung für Andere geschrieben habe, sondern als meins.
    Es ist ein bisschen Gratwanderung für mich, was ich hier schreibe, da vieles so ähnlich ist, dass ich es mühelos verstehe, und manches aber doch anders.

    Vor allem kommen meine Vorstellungen von einem Rückfall durchaus an das ran, was Du Dir vorstellst.

    Und Suchtdruck kenne ich ja auch, aus meinen Trinkpausen. Da habe ich alles in Bewegung gesetzt, um trinken zu können. Ich konnte es aber aufschieben, bis die Gelegenheit günstig war. Und die Gelegenheiten habe ich geschaffen, vielfältig. Es mussten Gelegenheiten sein, bei denen ich hemmungslos trinken konnte, deswegen habe ich ja nicht tagsüber gesoffen. Ich hatte einen Trinkplan. Musste ja laufen, da ich nicht aufhören konnte.

    Die Zeit, von der ich schreibe, also damals in der Firma, da war ich mit meinem Leben unzufrieden. Ich sah aber wenig Möglichkeiten, das zu ändern, weil im nächsten Job das Gleiche in Grün war. Und selbstständig konnte ich mich nur mit einem Polster machen. Ich war mal bei der Bank, eine Million können Sie kriegen, hunderttausend sind uns zu popelig, und ich wollte mich nicht so binden. Auch meine Entscheidung, klar. Und aus heutiger Sicht eine richtige Entscheidung.
    Ich war aber trotzdem in dem Sinn zufrieden trocken, als ich diese Entscheidung, nicht mehr zu trinken, trotz aller Schwierigkeiten als richtig empfand.

    Würdest du heute auch noch so denken?

    Ich komme aus einer Branche, in der es zum guten Ton gehört, nach Meetings und Erfolgen anzustoßen. Ich habe mich jedoch bewusst daraus zurückgezogen und mich im selben Berufsfeld als "Alleinunterhalter" weiter gemacht.

    Ich habe so gedacht, bis ich einen schweren Unfall hatte, der mit meiner Sauferei nichts zu tun hatte. Danach lernte ich, die kleinen Dinge zu schätzen. Seit dem weiss ich aber auch, dass mich so schnell nichts kleinkriegt.

    Ausserdem habe ich mich irgendwann selbstständig gemacht, weil mir das Firmenleben auf den Sack ging. Jetzt geniesse ich sowieso nur noch die Früchte.

    Das, was du beschreibst, sind Kompromisse, die du für dich aus materiellen Gründen eingegangen bist.

    Du hast Du nur teilweise recht. Nicht nur aus materiellen Gründen.
    Ich war auch nüchtern erst einmal der Ansicht und es war auch mein Gefühl, dass MIR mein Leben nichts wert ist, wenn bestimmte Bedingungen nicht erfüllt sind.

    Ja, es war ein Kompromiss. Aber sonst hätte ich einfach weitergesoffen. Oder eine andere Möglichkeit gefunden, mich auszuknipsen.

    Mein Senf zum Thema Rausschleichen

    Da es um Erfahrungsaustausch geht, kommt Meins jetzt auch noch.

    Ich habe erst mal alleine aufgehört und im Prinzip erst einmal nur eine meiner Trinkpausen verlängert. Und weil ich die ja sowieso laufend gemacht habe, habe ich mir auch keine Gedanken über den Entzug gemacht. Dass mein Arzt meinte, ich soll doch einfach weniger trinken, habe ich an anderer Stelle schon mal geschrieben. Im Prinzip hatte ich vermutlich jede Woche einen kalten Entzug, aber ich die Einstellung, wer saufen kann, der kann auch arbeiten. Schönheit muss leiden und Strafe muss sein.
    Ich bin da eigentlich sowieso ziemlich unbedarft reingestolpert, weil es ein spontaner Entschluss war, aufzuhören. Ja, durch die Situation gepusht, aber im Prinzip ungeplant.

    Es gab auch keine Warnungen, die ich ignorieren konnte, es gab schlicht keine Warnungen, da ich mit trockenen Alkoholikern zu dem Zeitpunkt nichts zu tun hatte. Also bin ich rein ins kalte Wasser und habe das so gemacht, wie ich es mir vorgestellt habe. Und bei mir blieb ja der Rückfall die Theorie und die Nüchternheit war die Praxis. Selbstvetrauen hatte ich, weil ich in meinen Trinkpausen Saufdruck widerstehen konnte. Ich habe als Erwachsener fast nie nach dem Glas gegriffen, weil es da stand, ich habe die Saufgelegenheiten fast immer selbst geschaffen.

    Schüchtern war ich nicht, auch nicht, als ich noch gesoffen habe. Ich fand es ja völlig normal, zu trinken, für mich waren eher die Wenigtrinker diejenigen, die vom wirklichen Leben keine Ahnung hatten. Ich war die Sorte "ich trinke schon immer gern und viel", auch im Gespräch..

    Ich hab mich dann auch geoutet, bin aber selbst bei engsten Kollegen, mit denen ich täglich zu tun hatte, auf Unverständnis gestoßen. Ich habe einfach nicht ausgesehen wie die sich einen Alkoholiker vorgestellt haben. Tagsüber hatte ich mich ja im Griff und der eigentliche Suff fand zu Hause statt. Kneipen fand ich schon da schon lange nicht mehr spannend. Selbst jemand, der sich über meine Sauferei schon mal aufgeregt hatte, meinte, deswegen hätte ich doch nicht gleich ganz aufhören müssen. Manche fanden es auch schlicht blöd von mir.

    Langer Rede kurzer Sinn, es war lange eine einsame Angelegenheit mit dem Trockenwerden bei mir. Auch in der ersten Selbsthilfegruppe fühlte ich mich ziemlich alleine, weil ich Manager war und in der Gruppe hatten alle Anderen eine Menge Tagesfreizeit. Und auch sonst völlig unterschiedliche Lebenssituationen. Ausserdem hatten die mehrheitlich viel stärker mit Suchtdruck und Rückfällen zu kämpfen als ich, für mich passte das gar nicht, was die mir geraten haben. ich bin dann da wieder verschwunden.

    Der einzige Ort, wo ich mich ernstgenommen gefühlt habe, war die Suchtberatung. Und auch deren Vorschläge habe ich genau so weit umgesetzt, wie es mir sinnvoll erschien.

    Ja, OK, und dann kommt die Ehrlichkeit zu mir selbst und raus aus der Opferhaltung. Das konnte ich. Ich konnte sehr gut in mich hineinhorchen, wie es mir geht, was ich mir zutrauen kann, und ich beherrschte es, die Verantwortung für mich nicht abzugeben. Rausgeschlichen habe ich mich mit Sicherheit nicht, ich habe meine Trockenheit im Gegenteil gegen meine Aussenwelt verteidigt.

    Und Risiken musste ich eingehen, weil in den letzten Jahren der Job und Feierabend meine grössten Saufrisiken waren. In sämtlichen Jobs, die ich hatte, wurde gesoffen, und Arbeitslosigkeit und Schulden hätten das nicht besser gemacht. In meinem letzten Job, also trocken, musste ich nur irgendwo einen Kühlschrank aufmachen, da fielen gleich die Biere raus, und einer der Kollegen war mir jahrelang beleidigt, weil ich zu seinem Geburtstag im Büro nicht mit Alkohol anstossen wollte.

    Selbstvertrauen zu unterstützen wäre vielleicht ein wichtiger Punkt auch hier fürs Forum.

    Ich habe bei Weitem nicht alles gelesen, mir ist nur der Satz da aufgefallen.

    Selbstvertrauen kommt aus mir selbst.
    Wenn mich jemand bestätigen muss, dann ist das das Gegenteil von Selbstvertrauen für mich.

    Und wenn ich die Meinung Anderer zu meinen Vorhaben nicht hören will und sowieso nicht vor habe, mich danach zu richten, was die denken, dann halte ich gelegentlich einfach die Fresse. Spart Zeit und Energie.

    Ich hätte mir gewünscht das ich mich vor dem ausloggen hier noch mitgeteilt hätte weil mich das erleichtert hätte.

    Gestern haben hat sich mein inneres Kind (Kinder) irgendwann sehr lautstark und verweifelt gemeldet, weil es sich alleine, nicht gesehen und nicht beschützt gefühlt hat. Nun das traf zwar nicht ganz zu. Aber mein inneres Kind(Kinder) kennt nur schwarz und weiß. Ich habe dann den Kontakt aufgenommen und konnte es langsam beruhigen.

    Du sollst auch noch das Bild wissen, was mir spontan in den Kopf kam, als ich Deinen Beitrag gelesen habe. Und wie immer ist eine Selbstreflektion dabei.

    Vielleicht hast Du hier zu sehr auf Andere geguckt und da haben Deine inneren Kinder protestiert. Vielleicht hatten sie es eilig und wollten verhindern, dass Du Dich hier noch lange beschäftigst?
    Meine sagen mir das gerade:)

    Schöne Grüße LK

    Und LK Du natürlich auch.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Es ist für mich OK.
    Und die Moderation auch.

    Man kann nicht nicht kommunizieren .. das ist auch nicht auf meinem Mist gewachsen. Wenn Man sich unter Menschen bewegt, und das tun wir auch in einem Forum, findet immer Austausch statt. Sei es, dass es passiv ist, in dem man nur wahrgenommen wird, oder aktiv, indem man irgendwo seinen Senf dazugibt.

    Und Moderatoren können aus meiner ganz persönlichen Sicht nicht nur bei sich bleiben, weil sie ja irgendwie den Laden am Laufen halten müssen und auch auf die Einhaltung der Regeln achten. Und auch Regeln sind natürlich etwas, was man nicht für jeden anpasst. Ich verstehe es und werde mich dran halten.

    So weit erst mal. Ich bin jetzt tatsächlich bald reif für eine Pause. Und davor muss ich noch telefonieren, also erst mal schönes Wochenende.

    Jeder ist so wie er ist. Da mache ich mir keine Gedanken drüber. Ändern kann man niemanden. Das ist Fakt. Hauptsache, deine Leute um dich rum kommen mit dir klar und mögen dich so wie du bist. Ich finde dich ok.

    Ich bin ein kontaktfreudiger, sozialaffiner Einzelgänger. Mit langjähriger Partnerschaft und ein paar wenigen guten Freunden. Und stellenweise bekannt wie ein roter Hund.
    Ich habe mich lange selbst nicht verstanden.

    Bis ich vor nicht allzulanger Zeit einen Artikel in den Fingern hatte, in dem es um Introvertiertheit und Extrovertiertheit ging. Da schrieb ein schlauer Mensch das Wort "Ambivertiert" ... mal so, mal so. Es ist ein Spektrum, auf dem ich mich bewege.

    Zusätzlich habe ich einen Freund, der sich als hochsensibel bezeichnet. Ich betrachte mich eher als Grobmotoriker.
    Aber dann habe ich mal nach den Eigenschaften geguckt, die Hochsensible auszeichnen. Viele Übereinstimmungen mit mir.
    Unter Anderem: braucht nach intensiven Kontakten viel Ruhe. Stimmt.

    Irgendwann ist gut (meine ich ernst und werde es gleich erläutern).

    Und ich gönne es Dir, wenn Du auf Deinem Weg unterwegs bist.

    Zu dem irgendwann.

    Mich haben schon öfter Leute in Diskussionen verwickelt (und ich habe mich darin verwickeln lassen, meine Verantwortung. Muss keinem leid tun). Ich kann es nachvollziehen, weil ja jeder, der aufhört, vor dem Problem steht, wie das geht, und ich sage ja auch, fragen Sie jemanden, der sich damit auskennt.
    Bei manchen (musst Du jetzt nicht auf Dich beziehen, ausser Du erkennst Dich darin wieder, und das weiss ich eben nicht) hatte ich den Eindruck, sie wären am liebsten gleich da, wo ich bin, und die Jahre meiner eigenen Erfahrungen mit der Trockenheit würden sie sich am liebsten schenken.

    Ich habe mal jemandem geantwortet: wenn Du gleich so lange trocken sein willst wie ich, und die gute Fee käme, dann wärst Du aber auch gleich 80. Willst Du das?

    Und ja, ich bin eigen und habe einen für manchen seltsamen Stil.

    Ich bin da durchaus bei mir, weil mir meine Anfangsschwierigkeiten beim Lesen wieder einfallen. Es ist Selbstreflektion.

    Ich gebe gar keine Ratschläge. Ich antworte nur auf Fragen. Und erzähle von mir.
    Das muss jetzt reichen. Auch ich bitte, das in meinem Faden nicht fortzusetzen.

    Ich schreibe manchmal indirekt.

    Irgendwer ganz woanders sagte mir mal, dass er es so besser annehmen kann.
    Ausserdem könnte dieser Begriff als Vorwurf verstanden werden und ich habe beim Lesen zwar Gefühle, aber ich kann nicht in anderer Leute Köpfe gucken. Vielleicht habe ich ja auch absolut unrecht?
    Jo, und mir wurde das mal vorgeworfen und ich weiss, wie ich reagiert habe.

    Wer sich angesprochen fühlt, kann dem ja nachgehen.