Beiträge von Funny303

    Hi Landliebe,

    danke für deine Antwort!! Und deine lieben Worte. Mir fällt es manchmal schwer, mich selbst da zu prioritisieren - irgendwie geht's mir im Vergleich ja "besser" und ich hab das Bedürfnis mich deswegen zurückzustellen. Auch wenn du natürlich total recht hast. Bei den Beratungsstellen versuche ich auch einen Termin zu bekommen, aber da heißt es aktuell nur warten, warten, warten.

    Das mit dem Spazieren gehen finde ich richtig süß und eine gute Idee. Ich habe aber das Gefühl, dass Hobbys wiederentdecken gar nicht mal so einfach wird. Als Hobby-Psychater denke ich, dass das Trinken auch viel mit Depression zu tun hat, weil mein Elternteil die letzten Jahre für nichts mehr so wirklich viel Freude empfunden hat.

    Aber Haushalt alkoholfrei machen ist sicher noch möglich, bevor es aus der Reha zurück kommt. Gut, dass du das, mit dem Essen sagst - mein anderes Elternteil trinkt zwar nie Alkohol, liebt aber die ein oder andere Pralinensorte. Dann sollte ich mich auch einsetzen, dass dieser Kram aus dem Haus kommt.

    Viele liebe Grüße

    Funny

    Ich schreibe vielleicht einfach hier mal weiter, danke fürs Verschieben!

    Aktuell fühle ich mich etwas hilflos, gerade wegen der Angst vor einem Rückfall und weil meine Familie ansonsten eher die Einstellung hat "wir schauen mal was wird" und nicht so richtig viel eigenes Interesse zeigt, sich vielleicht beraten zu lassen von außen (auch wenn niemand glaube ich im strikten Sinne "dagegen" wäre, es wird nur nicht so eine große Notwendigkeit gesehen).

    Mein Elternteil ist gerade noch auf Reha, kommt in einer Woche aber zurück nach Hause. Arbeiten oder Autofahren ist aktuell noch nicht drin und sonst ist niemand groß daheim. Es stehen auch noch alle Alkohol-Flaschen zuhause - niemand (inklusive mir) war sich sicher, wie man damit umgehen soll.

    Ich kann mir vorstellen, dass es helfen kann, alles wegzubringen, bevor mein Elternteil zurück nach Hause kommt. Aber vielleicht ist es auch heilsam, das gemeinsam zu machen? Weg muss der Alkohol in jedem Fall, aber ich will es auf eine Weise machen, die mehr gute als schlechte Effekte zeigt. Ich glaube das wäre, was mich grade am brennendsten interessiert, weil es so zeitkritisch ist. Wie seid ihr damit umgegangen? War es eine gute oder eher eine schlechte Entscheidung?

    Hi alle zusammen,

    ich hab ehrlich gesagt seit Jahren nicht mehr in Foren geschrieben, aber ich habe dieses aus Zufall gefunden, als ich Online nach Hilfe gesucht habe.

    Bin selbst nur "aus zweiter Hand" betroffen, weil mein Elternteil (jetzt auch mit eigener Einsicht) alkoholabhängig ist. Ich wohne nicht mehr zu Hause und habe dadurch irgendwie eine Distanz zu dem Thema bekomme, die ich für Jahre nicht haben konnte. Ich fühle mich aber wegen der Personen, die noch im Haushalt wohnen, irgendwie verpflichtet, trotzdem zumindest emotional zu unterstützen und für alle da zu sein. Das zählt auch für mein Elternteil, weil wir trotz der Suchtproblematik eigentlich eine gute Beziehung zueinander haben (auch wenn der Alkohol sein bestes getan hat, dass die auch manchmal gebröckelt hat.)

    Mein Elternteil hat nach ein paar Krankheitsvorfällen mehr oder weniger gezwungenermaßen eine körperliche Entgiftung im Krankenhaus durchgemacht - jetzt stehen wir alle irgendwie ratlos da, wie es weiter geht. Auch wenn es vom Kopf endlich einsieht, dass der Alkohol ein Problem ist, habe ich sehr viel Angst, dass die psychische Abhängigkeit das ihre tut und alles wieder von vorn anfängt.

    Ich glaube, ich würde viel vom Austausch im Forum lernen können - es war auch irgendwie heilsam zu lesen, dass viele andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Und ich erhoffe mir auch ein bisschen, dass ich für meine Familie ein paar praktische Ratschläge einholen kann, was anderen so geholfen hat. Vielleicht tut es das bei uns ja auch. Die Termine bei Suchtberatungsstellen sind erst in weiter Ferne frei, da warte ich also noch eine Weile...

    Liebe Grüße

    FunnyFrisch