Beiträge von Wichtelmama

    Nur noch ein paar Tage, dann bekomme ich die Schlüssel für die neue Wohnung. Meine Gefühle sind weiterhin gemischt. Das Zuhause aufzugeben fällt nicht leicht. Das macht mich nach wie vor traurig. Ich bin kein Mensch, der schnell neue Kontakte schließt, daher werde ich die Nachbarschaft schon vermissen. Auch für die Kinder tut es mir leid. sie haben ja auch Freunde hier.
    Die finanzielle Belastung, die dann weiteren Wege zur Arbeit, Schule und Kindergarten. Das ganze Leben wird umständlicher.

    Aber wie sagte der Mitbewohner:“Du wolltest ja ausziehen!“
    Eine ähnliche Aussage kam heute von meinem (rotzbesoffenem) Vater:“ deine Mutter hat uns ja auseinandergebracht“.

    Wie sich alles wiederholt. Es sind immer die anderen Schuld, aber natürlich nicht die Sucht.

    Die letzten Wochen waren wirklich zäh. Ich merke, dass ich raus muss. Da bin ich wieder froh um die Wohnung.
    Der Mitbewohner liegt nach wie vor viel im Bett. Er will irgendwann wieder arbeiten gehen. Ich habe leichte Bedenken, aber es ist nicht mein Problem.

    Die Kinder hängen im Moment sehr an ihrem Vater. Er hat sich die letzten Tage öfter mit eingebracht, bzw war halt anwesend.
    Mein großes Kind hat dazu einen Satz gesagt, der für mich sehr aussagekräftig ist:“Der Papa ist jetzt so nett“.

    Ja, der Papa ist gerade nett. Und wenn er nett ist, klammern die Kinder natürlich umso mehr. Eigentlich ist es wirklich traurig. Der Papa ist unberechenbar. Mal nett, mal liegt er nur rum und das Handy ist wichtiger als alles andere, mal aufbrausend. Ein ewiger Eiertanz.

    Darauf freue ich mich wirklich sehr. Den Eiertanz müssen wir nicht mehr mitmachen und können endlich wieder Leben wie es uns passt! Ich möchte endlich wieder im hier und jetzt ankommen, ohne diese ewigen Gedanken.

    Hallo Nika,

    mein Mitbewohner hat Ende letzten Jahres eine Trinkpause gemacht.

    Vorher hat er täglich konsumiert, ein bis zwei Bier, eine Dose Mixgetränke. Manchmal auch Schnaps dazu. Am Wochenende hat er schon morgens angefangen und den ganzen Tag getrunken. Natürlich deutlich mehr als unter der Woche.

    Nach zwei Monaten Trinkpause wollte er wieder trinken. Nur weniger, kontrollierter. Weil das ja gehen würde. Er sagt bis heute, dass er einfach nur weniger trinken muss.

    Stand der Dinge jetzt, soweit ich das weiß: er trinkt gleich nach dem Aufstehen. Eine Flasche Vodka geht jeden Tag durch, Tendenz steigend. Von kontrolliertem Trinken oder weniger trinken wohl eher keine Spur.

    Hallo Hartmut,

    Zwar sorge ich noch nicht allein für die Kinder, möchte aber etwas dazu sagen.
    Gedeckt und umsorgt habe ich den Vater der Kinder nie. Ich habe ihn nie geweckt wenn er verschlafen hat etc. Durch meinen Suchtkranken Vater wusste ich ja wie der Wind weht, zumindest in Ansätzen.

    Was aber sehr wohl aufgetreten ist: das übermäßige Kontrollieren des Alkoholkonsums. Denke durch die Sorge um die Kinder hat sich da sehr viel um Kontrolle gedreht. Wie viel hat er getrunken, kann er sich um die Kinder kümmern etc. Und sicherlich habe ich auch die Kinder einige Zeit „überbehütet“. Das was der Vater den Kindern nicht geben konnte/wollte, habe ich versucht auszugleichen.

    Ohne Kinder hätte ich definitiv anders gehandelt. Entweder hätte ich mich früher getrennt oder mitgesoffen.

    Ich verstehe dein Sorge wegen dem Jugendamt. Die Geschichten die man hört, sind wirklich teils gruselig.
    Aber dennoch hilft es ja nichts. Ein Anwalt kann dich gut beraten. Hinsichtlich aller Schritte die notwendig sind.

    Alkoholismus ist übrigens auch nachweisbar mittels Haarprobe. Sowas kann das Gericht anordnen, sollte es zu Unstimmigkeiten kommen. Also auch da solltest du dir erstmal keine Gedanken machen.

    Wie Elly schon schreibt, einfach starten. Suche dir einen guten Anwalt und lass dich beraten.

    Hallo Sundancer,

    Aurora hat ja schon alles wichtige geschrieben. Falls du bei faceb…k bist, dort gibt es Gruppen bzgl Scheidung/Trennung. Dort kann man dir sicherlich auch einige Fragen beantworten. Ansonsten rate ich auch zu einem Anwalt.

    Als Vater musst du auch nicht der Ersatz für die Mutter sein. Du musst einfach der Papa sein! Das reicht. Gib den Kindern Sicherheit und Stabilität, das brauchen sie. Und vieles andere wird sich fügen.

    Liebe Grüße, Wichtelmama

    Dann kommt wieder der Gedanke, wenn er dort ganz alleine ist, ohne Pflegedienst und es passiert was, ihn versteht keiner am Telefon. Also doch warten, bis alles bearbeitet ist?

    Es gibt den Hausnotruf, so einen Knopf den man ums Handgelenk bindet oder um den Hals hängt. Dafür braucht man nicht sprechen, einfach Knopf drücken. Dann kommt Hilfe. Muss man sich halt nur leider drum kümmern und kostet glaube ich auch Geld.

    Rennschnecke ich muss mit dem Vermieter reden. Ich habe ihm erst vor kurzem mitgeteilt, dass ich ausziehe. Jetzt hat er ein paar Tage Zeit gehabt die Info sacken zu lassen. Ich hoffe er streicht mich einfach raus.
    Ansonsten muss ich noch mit dem Vater vom Mitbewohner sprechen. Der ist da sehr vernünftig.
    Ich möchte gern vermeiden, dass ein ganz neuer Vertrag aufgesetzt wird. Die Miete könnte sonst locker um 500€ kalt angehoben werden.

    Ich muss für mich mal was aufschreiben. Vielleicht lese ich es irgendwann nochmal durch, also meinen ganzen Faden.

    Ich habe Post bekommen. Von meinem vergangenen Ich. Erst habe ich beim Lesen des Briefes geschmunzelt. Die Themen die mich vor einem Jahr bewegt haben, sind jetzt gar nicht mehr so richtig von Bedeutung. Also eigentlich schon, aber sehr in den Hintergrund gerückt.

    Dann hat mich dieser Brief aber echt runtergezogen. Man vergisst so vieles im Laufe der Zeit, verdrängt, verharmlost oder was auch immer. Ich will nicht jammern, dass wir es immer schlecht hatten, das wäre ja gelogen. Aber so viele Situationen die passiert sind, so viel Mist einfach. Dinge die mich verändert haben.
    Ich denke nach wie vor viel nach über vergangenes. Bin sauer, dass wir unser gewohntes Umfeld verlassen müssen. Die Kinder haben Angst. Sie wollen weder ihr Zuhause noch ihren Vater verlieren. Und doch ist es der einzig richtige Weg.

    Der Mitbewohner ist jetzt schon einige Zeit „nüchtern“. Man merkt ihm den Konsum nicht an, wirkt immer Klar. Keine Eskapaden mehr. Fast ein normales Leben(wären da die vielen anderen Dinge nicht auch noch). Das macht es für die Kinder schwerer.

    Das kleine Kind hat letztens gefragt: Papa, warum zittert deine Hand immer so?

    Also selbst das Kleine bekommt langsam etwas mit.

    Das große Kind hat festgestellt, dass unsere neue Wohnung kleiner ist als die Alte(dafür aber teurer). Konnte es gar nicht verstehen, warum wir dann nicht in der großen Wohnung bleiben.
    Ich kann ja schlecht sagen, dass der Papa nicht ausziehen will und lieber in Kauf nimmt, dass wir drei komplett neu anfangen müssen.

    Ich bin gespannt was die Zukunft bringt. Es kommen sicher noch sehr große Hürden. Ich denke der Mitbewohner kann die Wohnung nicht halten, er hat jetzt schon finanzielle Probleme. Wir werden sehen. Gott sei Dank stehen wir beide im Mietvertrag…Ironie off!

    Ich könnte seitenweise schreiben was mich gerade bewegt. Das würde den Rahmen sprengen.

    Ich wünsche allen einen guten Endspurt ins Wochenende

    Hallo Tulpe,

    Das tut mir leid, was du mitmachen musst. Ich kenne die Ängste und Sorgen sehr gut, vor allem in Bezug auf Kinder. Mein Mitbewohner trinkt auch in Gegenwart der Kinder. Da ist schon so einiges passiert, von einschlafen in der Bahn bis die Treppe runterstürzen während der Aufsicht. Vor allem wenn dein Kind noch so klein ist, ist es echt heikel.

    Meine Kinder sind zwar noch klein, aber etwas älter als dein Kind. Sie fangen an ihrem Vater auf der Nase rumzutanzen, besonders wenn er getrunken hat und schläft. So stellt man sich die Aufsichtspflicht auch nicht vor.

    Wie Aurora schon schreibt, würde ich dir auch als erstes ein Beratungsgespräch beim Anwalt empfehlen. Du hast den Wunsch mit deinem Kind umzuziehen, das geht aber nicht so einfach. Dafür brauchst du das Einverständnis deines Mannes(jedenfalls wenn es um das Kind geht). Ein Anwalt kann dich da am Besten beraten, wie du vorgehen solltest. Auch das Jugendamt kannst du kontaktieren. Die stehen auch beratend zur Seite.

    Liebe Grüße

    Liebe Tiger,

    das klingt toll mit Haus und Wohnung. Ich drücke euch die Daumen!

    Für die Kinder tut es mir Leid. Es ist so traurig. Sie verstehen es ja noch nicht so wirklich. Mein großes Kind macht sich zur Zeit auch furchtbar viele Sorgen, da ist einiges los im Kopf. Ich hoffe ihr könnt bald zur Ruhe kommen.

    Liebe Grüße

    Hat das jemand hier mal so erlebt oder mitgemacht? Ich hatte heute Abend eine echt blöde Situation.

    Die Kinder hatten von den Großeltern Schokoeier bekommen. Ich habe nicht kontrolliert, was in dem kleinen, offenbar selbst zusammengestellten Tütchen war. Ein Ei haben die Kinder mir sogar gegeben.
    Das Große Kind hatte ein Schokoei schon ausgepackt und wollte es zum Nachtisch essen. Beim Kauen hat es dann das Gesicht verzogen und sagt: Iiiih, Mama das ist scharf.

    So, ihr könnt euch denken was es war. Ich guck auf das Papier und es war eine alkoholische Praline. Ich Trottel hab leider nicht nachgedacht und gleich gesagt: „da ist ja Alkohol drin“.

    Da nahm das Drama dann seinen Lauf. Das Kind hat angefangen zu weinen, sich selbst als Trottel tituliert und war völlig aufgelöst. Es wollte mir auch nicht sagen was jetzt los ist. Erst einige Zeit später im Bett hat es dann gesagt, dass es furchtbare Angst hat. Der (unbewusste) Konsum von Alkohol hat das arme Kind so verängstigt, das ist wirklich erschreckend.

    Das tut mir so Leid. Diese sch…Sucht.
    Kaum einer sieht, was das mit den Kindern macht. Also Außenstehende zumindest.
    Ich weiß gar nicht was ich schreiben soll. Da sind so viele Dinge….

    Nur noch wenige Wochen, dann kehrt zumindest etwas Ruhe ein.

    Mein ExPartner hadert mit der Trennung, versteht die Welt nicht mehr, ist depressiv.

    So ähnlich ist es auch hier. Seitdem der Mitbewohner weiß, dass wir ausziehen, verkriecht er sich nur noch und jammert wie schlecht es ihm geht.
    Mittlerweile geht es wieder etwas besser. Ich bin gespannt was kommt, wenn wir wirklich ausgezogen sind. Bald ist es ja soweit bei uns.

    Aktuell verwandelt sich mein Mitleid in Wut. Er ist so auf dem Ego Tripp,

    Das kenne ich mit der Wut. Die kommt hier auch immer wieder hoch. Der Alkohol ist wichtiger, das Ego ist wichtiger. Und dann kommen so Sätze wie: ich habe ja eh nichts mehr erfreuliches am Leben, mir ist vieles egal. Aber ich will dass es euch gut geht. (Wäre er ausgezogen, hätte es uns das Leben deutlich einfacher gemacht, die Kinder hätten ihr gewohntes Umfeld nicht verloren und so einiges andere wäre einfacher gewesen) so viel dazu.

    Ich bin auch sehr gespannt, ob er sich nach dem Auszug um die Kinder bemüht. Ich bin nicht die einzige die sich vorstellen kann, dass er den Kontakt schleifen lässt und sich zurückzieht.

    Liebe Tiger, du machst das super! Ich drücke dir die Daumen, dass alles jetzt ganz problemlos klappt und ihr Ruhe finden könnt!

    Liebe Grüße

    Liebe koda ,

    nein, noch sind wir nicht umgezogen, der Vertrag ist aber unterschrieben. In ein paar Wochen ist es soweit. Ich freue mich schon sehr auf die neue Wohnung. Weniger auf die ganze Umstellung die damit verbunden ist. Aber auch daran werde ich mich gewöhnen. Ich werde das Umfeld der alten Wohnung vermissen, die gute Nachbarschaft, die Gegend und natürlich auch mein Netzwerk. In der neuen Wohnung will das alles erst wieder aufgebaut werden. Ich hoffe es wird alles gut, das muss es werden. Denke da liegen vor allem die Zweifel, oder Angst. Das Neue. Ohne Kinder kein Problem, aber mit…Ich trage die Verantwortung. Macht es nicht leichter.

    Die Zeit vor unserem Urlaub war sehr durchwachsen zuhause. Ich will das alles nicht mehr. Jetzt scheint der Mitbewohner in unserer Abwesenheit wieder richtig aufzublühen. Er schafft wieder was, ist voller Elan. Ganz so, als hätte es die letzten Wochen nicht gegeben. Ein ganz neuer Mensch. Freut mich für ihn. Wäre schön, wenn es länger hält. Ich schätze aber, der Absturz wird wieder wie immer kommen.

    Das mit dem Hund deiner Freundin kann ich total verstehen. Mir würde es ganz genauso gehen🤭 aber da hast du natürlich recht, einfach bei sich bleiben und sich nicht zu sehr einmischen. Spart Energie und Nerven.

    Das klingt ansonsten sehr schön was du schreibst. Der Frühling ist wunderbar und den sollte man schon genießen. Das freut mich sehr für dich, dass du dich um dich selbst kümmerst und keine Sorgen mehr mit dem Ex-Mitbewohner hast. Wenn er in einer anderen Stadt wohnt, werdet ihr euch sicherlich auch nicht zufällig über den Weg laufen, das ist doch prima.
    Das Leben kann so viel einfacher sein wenn man niemanden retten muss, sich keine Sorgen oder Gedanken machen muss. Genieß es.

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Ostersonntag🐰🐣🥚

    Guten Morgen koda ,

    im Moment geht’s uns gut. Wir sind im Urlaub und genießen unsere Ruhe🙃.

    Der Abstand tut mir sehr gut, ich komme etwas runter. Die Zukunftssorgen sind aber dennoch täglich präsent. Ja, und die Zweifel natürlich, die Selbstvorwürfe und und und. Ich versuche es so gut es geht wegzuschieben. In einem halben Jahr wird sich sicher zeigen, ob meine Entscheidung richtig war.

    Wie geht es dir liebe Koda?