Nur noch ein paar Tage, dann bekomme ich die Schlüssel für die neue Wohnung. Meine Gefühle sind weiterhin gemischt. Das Zuhause aufzugeben fällt nicht leicht. Das macht mich nach wie vor traurig. Ich bin kein Mensch, der schnell neue Kontakte schließt, daher werde ich die Nachbarschaft schon vermissen. Auch für die Kinder tut es mir leid. sie haben ja auch Freunde hier.
Die finanzielle Belastung, die dann weiteren Wege zur Arbeit, Schule und Kindergarten. Das ganze Leben wird umständlicher.
Aber wie sagte der Mitbewohner:“Du wolltest ja ausziehen!“
Eine ähnliche Aussage kam heute von meinem (rotzbesoffenem) Vater:“ deine Mutter hat uns ja auseinandergebracht“.
Wie sich alles wiederholt. Es sind immer die anderen Schuld, aber natürlich nicht die Sucht.
Die letzten Wochen waren wirklich zäh. Ich merke, dass ich raus muss. Da bin ich wieder froh um die Wohnung.
Der Mitbewohner liegt nach wie vor viel im Bett. Er will irgendwann wieder arbeiten gehen. Ich habe leichte Bedenken, aber es ist nicht mein Problem.
Die Kinder hängen im Moment sehr an ihrem Vater. Er hat sich die letzten Tage öfter mit eingebracht, bzw war halt anwesend.
Mein großes Kind hat dazu einen Satz gesagt, der für mich sehr aussagekräftig ist:“Der Papa ist jetzt so nett“.
Ja, der Papa ist gerade nett. Und wenn er nett ist, klammern die Kinder natürlich umso mehr. Eigentlich ist es wirklich traurig. Der Papa ist unberechenbar. Mal nett, mal liegt er nur rum und das Handy ist wichtiger als alles andere, mal aufbrausend. Ein ewiger Eiertanz.
Darauf freue ich mich wirklich sehr. Den Eiertanz müssen wir nicht mehr mitmachen und können endlich wieder Leben wie es uns passt! Ich möchte endlich wieder im hier und jetzt ankommen, ohne diese ewigen Gedanken.