@ DTT: Und fordere vom alten Vermieter die Kaution zurück, denn die kann der neue Vermieter von Dir einfordern! Meine zumindest, das gelesen zu haben. Informier Dich vorher mal; auch was einen notfalls gewünschten neuen Mietvertrag (mit plötzlich neuen Konditionen) angeht. Allerdings, steht beim aktuellen Vertrag Dein Ex noch mit im Vertrag und haftet auch für offene Forderungen des Vermieters. Ein zweischneidiges Schwert! Ich würde erst den Vermieter fragen, ob er eine Teilkündigung akzeptieren würde.
Beiträge von Julia2009
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Es ist spannend zu lesen, welche Dynamik diese einfache -neutrale- Frage ausgelöst hat.
Ich habe nichts von Dankbarkeit geschrieben, sondern einfach die neutrale Frage, warum sich ein Alkoholiker (dem trinkenden) vom Partner (nicht trinkenden) trennt.
Ich fasse mal zusammen, was ich aus Euren Beiträgen verstanden habe: Der Alkoholiker trennt sich nach einer Therapie, weil er erkannt hat, dass er in seiner Beziehung nicht glücklich ist.Aber warum trennt er sich nicht vorher oder während der Trinkphase?
Mein Mann muss mir für nichts dankbar sein, sondern höchstens gewisse komfortable Situationen, in denen er leben kann. Wenn er das nicht will, kann er jederzeit gehen. Ich zwinge ihn doch nicht, bei mir zu bleiben.
Persönlich glaube ich, dass mein Mann mit gewissen Zwängen im Leben nicht klar kommt, also mit Dingen, die man im Leben akzeptieren muss und die man nicht ändern kann. Niemand kann verhindern, dass ein Mensch stirbt und das Situationen dann sind wie sie sind. Man kann dann entscheiden, wie man mit der neuen Situation umgeht, aber die Tatsache, dass ich vor einer neuen Situation stehe, kann ich nicht ändern. ich kann mich dann entscheiden, dass der Weg A oder der Weg B mein weiteres Leben ist, aber wenn ich mich für einen Weg entscheide, dann natürlich auch mit allen Konsequenzen, wenn ich den Weg will.
Es ist hier schwierig zu erklären, ohne zu viel preis zu geben. Während der letzten zwanzig Jahre sind Menschen gestorben, wodurch sich unser Leben immer wieder um 180 Grad gedreht hat und was positive als auch negative Folgen hatte, weil wir uns für Weg A oder B entschieden haben.Ich versuche es, an einem anderen Beispiel (!!!) zu erklären: Wenn ich kein Geld habe, aber einen neuen, teuren, Mercedes kaufen WILL, dann muss ich einen Kredit aufnehmen und im Zweifel neben meinem Hauptjob auch noch einen Nebenjob machen, um das Auto behalten zu können. Das weiß ich aber bei Abschluss des Kreditvertrages. Wird mir aber der Hauptjob und der Nebenjob zu viel, muss ich mich entscheiden, entweder gebe ich das Auto ab (und muss weniger arbeiten) oder ich behalte das Auto (und muss mehr arbeiten). Mein Mann wäre der Typ, der das Auto kauft, dann feststellt, oh, ich muss ja viel arbeiten, das will ich nicht, aber das Auto abgeben will ich auch nicht. Darum trinke ich.
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Vielen Dank für Eure Antworten. Sie waren sehr interessant.
Wie ist das aber, wenn der Partner Quartalstrinker ist und dazwischen -teilweise Wochenlang - absolut nüchtern? Ist der Alkoholiker dann nicht in der Lage, seine Probleme egal ob in einer Beziehung, Job oder Leben zu benennen und im nüchternen Zustand zu ändern?
Und ich meinte mit: Der Alkoholiker kann doch nach einer Therapie froh sein, noch ein Zuhause/Familie zu haben, da sicher viele Partner (ich schreibe hier extra kein Geschlecht, weil es egal ist) doch trennen und nicht mehr abwarten, bis der Alkoholiker eine Therapie gemacht hat. Das Leben mit einem Alkoholiker ist ja nun nicht gerade ein Zuckerschlecken und wenn der Partner dem Alkoholiker die Chance der Entwöhnung gibt (und nicht bereits vorher weg ist) ist das doch ein Zeichen, dass ihm noch was an der Beziehung liegt. Eigentlich sollte das einem Alkoholiker doch Halt geben. Klar, wenn der Partner die Ursache des Trinkens ist, natürlich nicht. Als Antialkoholiker fällt es mir aber auch schwer zu verstehen, warum ich dann -im trockenen Zustand- nicht mit meinem Partner über die Probleme rede und nach einer Lösung suche. Selbst wenn dies eine Trennung wäre.Da mein Mann schon seit Jahren immer mal wieder trinkt, habe ich schon fast eine halbe Wohnungsausstattung aus einer Wohnungsauflösung (wg. Tod) im Keller. Er könnte jederzeit gehen und ich würde ihm noch alles mögliche mitgeben, was alles mir gehört. Da ich vorher eine volleingerichtete Wohnung hatte, würde mir fast alles bei einer Trennung gehören. Da ich aber vieles doppelt habe, habe ich es nie weg gegeben, sondern immer für den Fall einer evtl. Trennung aufgehoben (ich bin Scheidungskind und von Natur aus Misstrauisch und vorsichtig, schon immer gewesen).
Ich versuche auch immer, mit ihm zu sprechen, warum er trinkt, ob er ausziehen möchte oder was sein Problem ist, aber er sagt nichts. Zumindest nichts, was realistisch ist. Er wollte Tiere und wusste vorher, dass dann ein Urlaub irgendwann nicht mehr möglich ist, wenn man keinen Sitter mehr hat, was vorher klar war. Trotzdem wollte er Tiere. Jetzt möchte er in Urlaub, hat aber auch dafür eigentlich kein Geld. Damit kann ich wenig anfangen. Ich fände eine tolle Villa mit Schwimmbad/Sauna auch toll, kann sie mir aber nicht leisten und denke deswegen nicht darüber nach und es wäre für mich auch kein Grund zu trinken.Aber ich werde über Eure Aussagen mal drüber nachdenken.
@ Hartmut:
ZitatNach meinem Verständnis sollte man als trockener Partner doch froh sein, wenn er nach dem Entzug udn der Therapie noch eine Zuhause mit Frau, Tieren etc. hat.
Echt jetzt? Er soll froh sein? Warum bitte? Ein Partner oder Alkoholiker ist doch keine Sache, die man einfach an und ausschaltet, um sie nach eigenen Vorstellungen zu formen. Ein Alkoholiker lässt sich auch nicht auf seine Krankheit reduzieren. Und materielle Dinge sollen eine Partnerschaft aufrechterhalten? Irgendwie habe ich da eine ganz andere Vorstellung von Partnerschaft.
Dir kann ich leider überhaupt nicht folgen. Die Erklärung, warum ein Alkoholiker froh sein kann, in ein Zuhause/Partnerschaft zurück zu können, habe ich oben versucht zu erklären. Aber wer hat denn gesagt, dass ein "Partner oder Alkoholiker eine Sache ist, die einfach an und ausgeschaltet wird". ??? Ich kann Dir nicht folgen.
Eine Beziehung nach über 20 Jahren hat einen gewissen Alltag, aber man schätzt sich auch, sonst wäre man doch nicht mehr zusammen. So sehe ich das zumindest. Wer soll hier die Sache sein? Ich verstehe leider kein Wort. -
Hallo Ich82,
was hält Dich denn bei einem Mann, der Dich schlecht behandelt, missbraucht und Dir Gewalt antut? Glaubst Du, er wird sich freiwillig ändern oder es kommen die schönen Zeiten nochmals wirklich zurück? Das können sie nicht, denn Du hast ja erlebt, was danach kam und Dein Unterbewusstsein wird es nicht vergessen, selbst wenn der Wunsch da ist. Selbst wenn er sich theoretisch ändern würde, Du würdest immer im Unterbewusstsein Angst haben, dass er sich um 180 Grad dreht und Dir wieder Gewalt antut.
So was ist für mich persönlich DIE entscheidende Frage. Habe ich Angst vor Veränderung, dem Alleinsein, der Trennung? Was sind meine Gründe, warum ich mich (noch) nicht trenne. Man möchte doch nicht freiwillig dauerhaft mit einem Menschen Zusammensein, der einen schlecht behandelt? Helfen kannst Du einem Alkoholiker eh nicht. Entweder er will selber aus der Sucht oder er trinkt weiter. So weit bin ich selber zumindest schon.
Stell Dir mal in einer stillen Stunde diese Fragen und beantworte sie für Dich. Vielleicht hilft Dir das.
Mir hat auch das Buch "Alkoholismus - Mißbrauch und Abhängigkeit" von Wilhelm Feuerlein (ein trockenes aber hilfreiches medizinisches Fachbuch) geholfen, klarer zu sehen. -
Hm, vielen Dank für die vielen Antworten.
Ich meinte eigentlich, gibt es Literatur darüber, warum sich Alkoholiker NACH einer Therapie von der Partnerin trennen? Uns hat das die Drogenberatung gesagt, dass es wohl öfter vorkommt und passieren kann, dass sich der Alkoholkranke nach der Therapie vom Partner trennt. Hatte er vorher nicht den Mut oder warum?
Nach meinem Verständnis sollte man als trockener Partner doch froh sein, wenn er nach dem Entzug udn der Therapie noch eine Zuhause mit Frau, Tieren etc. hat.
Eigentlich könnte ich mir inzwischen vorstellen, dass er geht, allerdings sieht es übergangsweise katastrophal aus bis sich unser Mini-Zoo aus Altersgründen so reduziert hat, dass es finanzierbar ist. Ich habe ja geschrieben, dass ich mich darauf vorbereite, dass er in Entzug und Therapie geht und habe daher einen Vorrat an Futter/Streu/Sprudelkästen etc. angelegt. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich bei einer Trennung kein Geld mehr für Lebensmittel habe, was echt übel ist. Meine Tiere sind meine "Kinder" und es bräche mir das Herz, mich insbesondere von den ganz alten Tieren zu trennen, die mich ihr komplettes Leben begleiten und die ich über alles liebe. Alleine deren tot wird mir den Boden unter den Füßen weg ziehen, weil die drei alten Miezen mein ein und alles sind.
Aber ich komme von der Frage ab: Also lt. Drogenberatung ist es wohl nicht selten der Fall, dass Alkoholkranke NACH einer Therapie sich vom Partner trennen. Ich frage mich, was der Hintergrund ist?Hä? Verstehe ich nicht. Man ist über 20 Jahre zusammen und dann ist der Partner der Grund, sich zu trennen, nicht die Sicht und das stellt man erst nach einem Entzug und einer Therapie fest? Man kann sich doch auch ohne Therapie trennen! ?? Und bei mir ist ganz sicher der Alkohol Zuhause nicht vorhanden und wird auch nicht von mir beschafft. Im Gegenteil, bei mir gilt nach der Trennung vor 8 Jahren, in meinem Haus wird jeglicher Alkohol weggeschüttet. Das hindert ihn freilich nicht am weiter trinken, wohl aber ist der Alkohol nicht so griffbereit wie er sein könnte (und ich rettet mir hoffentlich doch den einen oder anderen Abend, weil überraschend doch nichts da ist).
Eigentlich kam dieser Hinweis von der Drogenberatung. Im Augenblick versucht er wirklich nicht zu trinken und das glaube ich ihm sogar. Fragt sich nur, wie lange er das schafft. Er ist Quartalstrinker und hat es immer wieder geschafft, eine Zeitlang nicht zu trinken.
Eine Drohgebärde könnte es sogar sein. Da gebe ich Dir Recht. Das wird aber nur bedingt bei mir funktionieren.
Grundsätzlich arbeitet es in meinem Köpfchen, wie ich nach einer Trennung alleine klar komme, sei es, weil er wieder trinkt oder mich nach einer Therapie verlässt. Mich hat seit gestern nur erschreckt, was unsere Tiere kosten und dass ich das alleine (noch) nicht finanzieren kann, weil es im Augenblick zu viele sind. Wir haben uns das die ganzen Jahre immer aufgeteilt, so das jeder eine relativ hohe Summe bezahlt hat. Ich müsste dann fast alles alleine finanzieren, was nicht gehen wird. Aber wer will 3 alte Katzen (fast 16 Jahre und 2 x fast 15 Jahre) doch nicht abgeben, denn sie sind wie meine eigenen Kinder, die in meinem Bett geboren sind und die ich mit groß gezogen habe, weil die Mutter 4 Wochen nach der Geburt verstorben ist. Später möchte ich max. noch 2 Katzen haben und auch sonst keine Tiere mehr. Das könnte ich noch schaffen. Wie wir dieses finanzielle Problem lösen, wird sich noch zeigen. Abschreckend für ein weiteres Zusammensein mit einem Alkoholiker finde ich die medizinische Fachliteratur. Vor über 30 Jahren war ich schon mal mit einem Alkoholiker kurz (2 Jahre) zusammen. Nach dem Lesen eines medizinischen Fachbuches war das Thema sofort durch. Um sich als Co klar zu werden, was da so passiert, finde ich die medizinischen Fachbücher sehr hilfreich, auch wenn sie teuer sind - aber abschreckend. Aktuell habe ich -wie gesagt- ein bisher nicht berücksichtigtes finanzielles Problem, welches sich aber mit Sicherheit in den nächsten Monaten/2 Jahren von alleine löst. Wie gesagt, in meinem Köpfchen arbeitet es ...
Aber es muss doch einen Grund geben, warum sich viele Alkoholiker nach einer Therapie trennen und nicht vorher. Hatten sie vorher nicht den Mut und haben lieber getrunken? Waren sie nicht zufrieden mit ihrem Leben und anstatt es zu ändern, haben sie getrunken? Ich habe in der Fachliteratur da bisher nichts gefunden und es interessiert mich sehr, was da in einem Alkoholiker vorgeht, warum er sich nach der Therapie trennt und nicht vorher.
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Alkoholiker trennt sich nach Entzug und Therapie
Hallo,
mein Mann hat mir gerade erklärt, dass es sein kann, dass er sich nach einem Entzug von mir trennt und irgendwie habe ich hier im Forum auch was davon gelesen.
Was sind denn die Hintergründe, warum sich der Alkoholiker selbst vom Partner trennt? Klar liegt jeder Fall anders, aber ich finde darüber aktuell keine Fachliteratur und es interessiert mich, warum das so ist.
Als Co kann ich das verstehen, dass man die Nase voll hat, aber warum der Alkoholiker? Es scheint ja offenbar keine Seltenheit zu sein.
Habt Ihr da Erfahrungen? -
Sag mal, kann es sein dass Dein Freund nur einen Entzug oder anschließende Therapie gemacht hat? Da wundert mich sein Verhalten nicht wirklich. Wenn er wirklich vom Alkohol loskommen WILL, dann reicht ein Alkoholentzug im Krankenhaus nicht aus. Da ist anschließend eine stationäre Behandlung von mindestens 10-12 Wochen in einer Klinik mit Therapie notwendig. Ich vermute mal, er wollte diese Therapie nicht -oder? Warum sonst hat er sie nicht gemacht?
Für mich hört sich das auch nur danach an, dass er Dich für alles verantwortlich macht, um weiter zu trinken. Ich befürchte, er wird auch nicht ausziehen, solange Du keinen Druck mit Anwalt machst. Ich vermute, dass er selbst dann nicht auszieht.
Beim nächsten Absturz, wo er Dich beschimpft, beleidigt, bedroht oder gar körperliche Gewalt ausübt, würde ich an Deiner Stelle die Polizei rufen und dafür sorgen, dass er aus der Wohnung entfernt wird. Anschließend würde ich mit einem Anwalt dafür sorgen, dass er nicht mehr in die Wohnung kommt.
Dann ist er draußen!
Obwohl ich selber mehrere Katzen im Eigentum habe, kann ich dir als Vermieter sagen, dass es mit 3 Katzen sehr schwer sein wird, eine andere Wohnung zu finden. Vermieter erleben in Deutschland ihr blaues Wunder und versuchen, den finanziellen Schaden möglichst gering zu halten, deswegen wollen viele u.a. keine Haustiere. Deswegen halte ich diesen Weg eigentlich auch nicht als machbar.Was seine Familie sagt, kann dir völlig egal sein. Wichtig bist DU!
https://Er kann gerade nicht klar denken was in seinem Kopf vor sich geht es täte ihm leid.
Selber Schuld, muss er weniger trinken. Mein Mitleid hält sich da in Grenzen, wenn keine Einsicht vorhanden ist.
Ich bin die Letzte, die anderen Menschen nicht hilft, aber alles hat seine Grenzen. Einen alkoholabhängigen Menschen, der sein Verhalten nicht ändern WILL (und das auch dadurch zeigt, dass er 1. nicht trinkt und 2. professionelle Hilfe an den richtigen Stellen sucht (mehrwöchige Klinik nach Entzug, Drogenberatungsstelle und dann erst Selbsthilfegruppe) und 3. einen auch noch weiter beleidigt, belügt und was weiß ich noch tut, dem helfe ich nicht mehr.
Mancher Alkoholiker muss erst völlig abstürzen, ehe er begreift, dass er selber etwas ändern muss und sich die richtige Hilfe holt.
ich wünsche Dir viel Kraft und starke Nerven! Halte durch und mach so weiter. Du machst das richtig! Achte auf Dich selber und tue Dir selber auch gutes! -
Hallo Findus, hallo Somadi,
es kommt mir alles so bekannt vor, was Ihr schreibt.
Alkoholkranke gibt es beim einfachen Handwerker bis zum Professor, also in allen Schichten.
Auch ich hatte und habe teilweise immer noch Probleme zwischen den beiden Zuständen, also dem alkoholisierten Mann, der brüllend und tobend die Wohnung /das Haus niederschreit, mich beschimpft, bedroht, beleidigt, schubsen, etc. und dem Menschen am Menschen am nächsten Tag. Ich mache das jetzt seit bald 18 Jahren mit. Am Anfang habe ich den Zusammenhang nicht mal gesehen (sprich, dass er betrunken war), später habe ich gedacht, es ist ja nur ab und an, aber die "ab" und an"-Abstände werden immer kleiner. ich bin schon mal ausgezogen und in mein eigenes Haus geflohen. Nun wohnt er wieder bei mir seit knapp 8 Jahren und irgendwann fing alles wieder von vorne an und ... es wurde immer schlimmer. Bis zu dem Tag wo ich das alles nicht mehr wollte.Inzwischen bin ich an dem Punkt, dass ich einfach nicht mehr kann und das alles will. Und je mehr ich hier im Forum lese oder in einem früheren Medizinbuch über Alkoholismus, um so weniger will ich das auch zukünftig haben. In einem anderen Beitrag habe ich geschrieben, dass ich die Zeit bereits vorbereite, wenn er (hoffentlich) in der Klinik ist. Je mehr ich vorbereite und mir Lösungen für die Probleme suche, um so mehr bestärkt es mich auch, dass ich das hier vielleicht doch alleine schaffe. Die Angst, das hier alles nicht alleine zu schaffen war es nämlich, warum ich immer geblieben bin. Diese Planungen machen mir auch klar, wie meine wirtschaftliche Lage ist, was ich bei einer Trennung ändern muss, was ich schaffe und der Klinikaufenthalt ist auch so eine Art Probelauf, wenn es danach wieder nicht klappen sollte.
Natürlich gab es viele schöne Zeiten und Erinnerungen, aber inzwischen ist mir klar, das ist Vergangenheit, eine Vergangenheit die es so nicht mehr gibt. Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht, aber die Gegenwart kann ich noch gestalten und ändern. Auch wenn ich hier im Augenblick (!) sage, ich schaffe das, ich will es schaffen, so weiß ich nicht, ob ich es schaffe. Aber wenn ich es nicht versuche, wird sich nichts ändern.
Es ist ein SEHR langer weg, bis man zu dieser Einsicht kommt. Der ist schmerzhaft und vielleicht ist es auch am Anfang noch nicht das, was man will. Die Angst vor Veränderung, evtl. finanzielle Einbußen, ggf. dem Verlust des Zuhauses, dem zukünftigen Alleinsein hat wohl jeder. Aber will ich wirklich den Rest meines Lebens mit einem brüllenden, tobenden Alkoholiker zusammen sein, der immer weniger Verantwortung übernimmt, mit dem ich immer weniger schönes erleben kann? Das ist die Frage, die man sich unbedingt stellen muss, wenn der alkoholkranke Partner nicht einsichtig ist. Und selbst wenn er eine Einsicht zeigt, weiß man nicht, ob er die Einsicht nicht nur spielt. Das weiß man auch erst, wenn man auch erst, wenn eine Therapie erfolgreich war und selbst das ist eine Garantie, dass er später irgendwann nicht wieder rückfällig wird.
Wie bei mir geschrieben, bin ich völlig überrascht, was mein konsequentes Verhalten verändert hat. Es hat Jahre gedauert, bis ich an den Punkt kam, bis hier und nicht weiter. Ich kann das, was Ihr hier alle schreibt, so gut nachvollzeihen, da ich das alles auch erlebt habe. Ich wollte es nicht wahrhaben, dass es so ist.
Ich kann keinen anderen Menschen ändern, nur mein Verhalten, das kann ich ändern.
und vielleicht noch ein kleiner Hinweis: Die Mehrzahl meiner Freunde/Bekannte ist in den letzten 10 Jahren verstorben, aber es gibt immer noch welche, mit denen ich ab und an Kontakt habe. Und siehe da, als ich mich bei ihnen gemeldet habe und meine Situation geschildert habe, haben die beiden, die ich gefragt habe, sofort ihre Hilfe angeboten, wenn ich Hilfe benötige. Das hat mir enormen Druck und Angst genommen und mich psychisch sehr gestärkt, denn ich habe festgestellt, ich bin nicht alleine.Sprich mit Deinen Freunden und bitte sie, wenn Du Dir sicher bist, dass Du was ändern willst und den jetzigen Zustand nicht mehr erträgst, um Hilfe. Es ist unglaublich, was dieses Hilfsangebot von Freunden verändert. Du wirst Dich stärker und sicherer fühlen, etwas zu verändern!
Ich habe noch nie das Alkoholproblem von meinem Mann gedeckt, im Gegenteil. Bei Feiern habe ich extra darauf hingewiesen und darum gebeten, dass es keinen Alkohol gibt oder er möglichst schwierig dran kommt. Das verhindert natürlich nicht, dass ein Alkoholiker trinkt, aber er kommt u.U. nicht so einfach dran und es macht mir das Leben nicht noch schwerer als es eh schon ist. Vermutlich käme ich auch nie auf die Idee, einen betrunkenen Ehemann vom Boden aufzuheben, alleine schon, um ihm am nächsten Morgen zu zeigen, wo er endet, wenn er trinkt. Ich greife nur ein, wenn der Blutzucker entgleist und das Messgerät Alarm schreit. Dann hat er meist zu viel Insulin auf den Alkohol gespritzt. Dann fordere ich ihn auf, etwas zu essen oder der Krankenwagen kommt (wieder).
Ich bin froh hier mitlesen zu können, denn es bestärkt mich immer mehr in meiner Haltung. Ich hoffe, dass ich nicht umfalle, wenn er entgegen seiner Zusage nicht in die Klinik geht. Ich wünsche Dir viel Kraft und starke Nerven! -
Hallo Ich 82,
herzlich Willkommen hier im Forum. Du machst alles richtig!
Ich glaube, ich darf hier innerhalb der ersten 4 Wochen nicht schreiben, aber eins muss ich doch sagen:!https://So einen Mann finde ich nie mehr, sagt er,ich habe alles kaputt gemacht!!
HOFFENTLICH findest Du so einen Mann nie mehr wieder und Du hast nichts kaputt gemacht. Er trinkt; nicht Du!
Denk an Dich und Dein Leben! Du bist auf dem richtigen Weg, auch wenn es noch weh tut!