Beiträge von Schmetterling85

    Hallo Linde,

    seit einem halben Jahr bin ich in ambulanter Therapie wegen Depressionen und zumindest diese habe ich überwunden. Habe noch mit starken Verlustängsten zu tun und nun mit Hilfe des Therapeuten herausgefunden, dass diese noch aus der Kindheit kommen. Es ist das erste mal, dass ich mich mit nun knapp 40 mit mir und meinen Gefühlen (hatte ich keinen Zugang zu) auseinander setze und langsam anfange zu verstehen, warum ich so bin wie ich bin (und das es ok ist!). Weshalb ich z.B. nicht mit meinem Erwachsenen Ich reagiere, wenn ich rieche und an dem Tonfall merke, dass mein Mann Alkohol getrunken hat.
    Aber am schlimmsten ist tatsächlich meine Verlustangst, an der ich momentan arbeite, vielleicht gibt es hier noch einige, denen es genauso geht?Für mich war es einfach „normal“ diese Gefühle zu haben, aber mittlerweile ist es einfach sehr belastend. Und mir war es nicht bewusst, dass mein Innereres Kind in dem Moment reagiert und Angst hat. Lange hatte ich dazu auch einfach keinen Zugang. Dieses Bewusstsein über das Vorhanden sein hilft schon etwas. Aber in den Momenten der Angst ist die Angst so real, da habe ich darauf keinen Zugang/Einfluss. Die Therapie hilft mir gerade sehr und es ist erschreckend und befreiend zugleich zu wissen, dass die Wunden in der Kindheit liegen.

    Aufgewachsen bin ich mit einer alkoholkranken Mutter (2021 an Darmkrebs gestorben) und einem narzisstischem Vater, der mich und meine Schwester immer wieder vertröstet hat, aber letztendlich nichts gemacht hat und sich in seine Arbeit gestürzt hat und uns alleine gelassen hat mit der Situation. Im Nachhinein ist mir nun klar, es war einfach keine verlässliche Bezugsperson da in der Kindheit, was nun einige meiner Verhaltensweisen und ich nenn es mal Gefühle (konnte viele nicht benennen und hatte auch lange keine) erklärt.
    Habe dann Dokumentationen angeschaut und im Internet gelesen, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht…