Beiträge von Ino

    Hallo zusammen,

    Die letzte Zeit habe ich eher gelesen und immer wieder geschrieben, jedoch nicht bei mir.
    Ich schaue jeden Tag hier rein und das gibt mir viel Kraft und erdet mich, relativ erfolgreich.
    Mir geht es insgesamt gut. Bin extrem ausgelastet und finde leider noch nicht die innere Ruhe.
    Bin weiterhin überzeugt, ich bin auf dem richtigen Weg. Mein Mann trinkt nicht mehr, und das freut mich sehr für ihn. Andererseits merke ich, dass er seine ursprünglichen Probleme nicht löst, somit glaube ich nicht an seiner langfristigen Abstinenz. Ich hoffe, ich irre mich.

    Ich liebe die Weihnachtszeit, unser Baum steht bereits parat, unser Wichtel ist schon zu uns eingezogen. Ich verspüre eine Mischung aus Freude, Trauer, Sehensucht und Hoffnung. Hoffnung, dass es meinem Vater gut geht, dass meine Tochter trotz Geschehen sich an einer schönen Kindheit erinnert. Und für mich, bitte, mehr innere Ruhe 🙏

    Liebe Grüße Ino

    Liebe releasme,

    Ich kann es mir vorstellen, wie es dir geht! Aber: dein Mamaherz hat entschieden, dass es so nicht mehr weitergeht. Für dich und für deine Kinder. Und das zählt. Du gibst dir eine Chance der Mensch sein zu dürfen, welcher Bedürfnisse hat und diese äußeren darf. Du gibst deinen Kindern eine Chance dich als eine Führsorgerin zu erleben. Das ist Gold wert. Als ich meinen Weg gegangen bin, habe ich mir immer vor den Augen gehalten welche Schäden Kinder bekommen, wenn sie in einer kranken Ambiente gefangen sind.
    Ich habe viele Fragen seitens meiner Tochter aushalten müssen, und habe geantwortet. Manchmal war ich mir gar nicht sicher, ob meine Antworten „richtig“ sind, manchmal war es mir nach Schreien. Kinder beziehen viel auf sich, wenn sie keine Erklärung haben, was passiert. Ich bin mir sicher, deine Kinder werden es auch verstehen und sich sogar sicherer fühlen, da du eine Orientierung gerade vorgibst.

    Nimm dir Zeit und lass dir helfen.

    Liebe Grüße Ino

    Hallo Liebe Sonnenschein,

    Erstmal schicke ich dir eine dicke Umarmung. Ich kann gut nachfühlen, wie es dir geht. Vermutlich ist dein Mann alles andere als glücklich. Er hat so viel verloren durch seine Aktionen. Es ist trotzdem so, dass Manches nicht rückgängig gemacht werden kann.
    Vor dem Gericht würde ich mich nicht fürchten, deine Geschichte spricht Bänder und es war auch keine Gefälligkeit, dass dein Mann fern von euch bleiben musste.
    Mein Mann hat erst vor kurzem realisiert, dass ich es ernst gemeint habe und dass jetzt schlicht und einfach Schluss ist. Dann kam die Aussage, sein Leben mache keinen Sinn mehr.
    Liebe Sonnenschein, sei weiterhin für dich und die Kinder da, das kannst du nämlich ganz gut! ❤️

    Liebe Grüße Ino

    Hallo maibisjuni,

    Meine Geschichte ist noch relativ jüng, und bei gewissen Themen bin ich noch mittendrin. Die Konsequenzen der Sucht meines Mannes sind sehr weitgehend geworden und ich kämpfe weiterhin, trotz Trennung.
    Ich kann mich meinen Vorrednerinnen anschließen, es ist ein Prozess und es benötigt seine Zeit. Ich persönlich habe aktuell keine definierten Erwartungen mir gegenüber: wenn ich glücklich bin - freue ich mich, wenn ich traurig bin - es ist so und es ist ok. Was ich aktiv vermeide sind Ausflüge in die Vergangenheit, ebenso vielen Warums. Solang ich heute im Klaren bin mit mir, bin ich zufrieden. Wenn ich mit jemandem Spazieren gehe, quäle ich mich nicht mit den Gedanken, dass ich eigentlich lieber mit meinem Mann wäre spazieren gewesen. Es tut manchmal weh, insbesondere jetzt, wenn die intakten Familien mir über den Weg auf dem Weihnachtsmarkt laufen, und ich bin alleine mit dem Kind und einer mit Schokolade überzogenen Banane unterwegs.

    Liebe Grüße Ino

    Liebe Cathy,

    Heißt das, mit dem Wissen von heute hättest du deinen Partner ganz schnell verlassen, auch wenn ihr dadurch die positiven Sachen nicht gehabt hättet? Wenn ich fragen darf?

    eine sehr gute Frage! Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Mir hat eine gute Portion Selbstliebe gefehlt und als ich mich darum gekümmert habe, erst dann war ich überhaupt fähig aus der Starre / „Opfermodus“ rauszukommen und ehrlich mit der Situation umzugehen. Das war meine Kapitulation, oder anders gesagt die Erkenntnis, dass ich nichts machen kann und die Folgen seiner Sucht am Ende auch meine psychische und finanzielle Gesundheit ruinieren. Es gab kein gutes Ende als Vorstellung in meinem Kopf, egal welche Variante gewählt gewesen wäre. Nur Schadenminimierung.
    Hier glaube ich tatsächlich, heute würde ich kein zweites Mal ein Risiko auf mich aufnehmen mit lange abwarten, wegen der guten alten Zeiten.

    Liebe Rosa,

    Erstmal wünsche ich dir einen schönen ersten Advent!

    Ich kann deine Zerrissenheit nachvollziehen. In meinem Fall war es so, dass mein Mann Jahre lang trocken gewesen ist. In dieser Phase ist viel positives passiert. Es schien alles gut geregelt, die Zukunft war gedanklich einladend. Und irgendwann, ohne Vorwarnung, ist das ganze zusammengebrochen. Stück nach Stück, heimlich, voller Scham seinerseits, mit vielen Vorwürfen meinerseits, Lügen und noch mehr vorwürfe. Das Kind war irritiert, ich wütend und ohnmächtig. Retrospektiv gesehen verstehe ich, dass ich damals keine Ahnung hatte worum es bei der Sucht geht und dass meine Chance genau gegen 0 konvergiert! Deswegen denke ich heute radikal, emotionslos (wenn es geht) - Finger weg! und retten was geht. Weil wenn es schief läuft, sprechen wir von gravierenden Schäden und Problemen.


    Liebe Grüße Ino

    Hallo LadyWega,

    Ja, ich kann deine Gedanken nachvollziehen. Durch meine Erfahrung kann ich nur behaupten, dass es sehr schwierig ist, „den Moment“ genau zu erwischen/ erkennen. Es sind oft viele Momente, dazu kommt, dass die eigene Toleranz bestimmt nicht immer konstant ist. Meiner persönlichen Erfahrung nach, ist das eine unkontrollierbare Reise. Als Beifahrer, Ohne Zuversicht wohin diese Reise geht und wie der Fahrer sich entscheidet zu fahren.

    Liebe Grüße Ino

    Hallo Mel,

    Retrospektiv betrachtet, habe ich mich als Partnerin eines Alkoholikers auf „Lösungen“ eingelassen, welche nicht zielführend waren. Mit zielführend meine ich, dass er nicht langfristig abstinent geblieben ist.
    Gehandelt habe ich so (wenn passives Abwarten als Handlung überhaupt zählen könnte), weil mir persönlich viel nicht klar gewesen ist und ich so zu sagen wenig informiert war. Ich lese immer wieder in dem Bereich der trockenen Alkoholiker und sehe eine Gemeinsamkeit aller diesen, die es geschafft haben und den Erfolg zu pflegen schaffen. Sie haben reflektiert, gehen radikal vor und haben keine Wischi Waschi Pläne und suchen keine Ausreden warum sie das Notwendige nicht machen müssen.
    Für mich bedeutet diese Erkenntnis, dass ich jetzt wüsste, wenn jemand zu mir kommen würde und mir eine App präsentiert, um trocken zu werden und zu bleiben, dass ich eher skeptisch wäre.
    Informiere dich hier in dem Forum, die Geschichten sind sehr ähnlich.

    Liebe Grüße Ino

    Hallo liebe Sonnenschein,

    Es ist schön von dir zu lesen, wie’s dir und den Kindern geht.
    Bei dem Thema Wesensänderung finde ich es richtig verstörend, wie jemand so anders sein kann. Du kennst deinen Mann ja nicht seit gestern! So wie ich meinen.
    Manchmal frage ich mich, wie kann man sich so verändern, dass Grundsätze, Werte, Moral komplett die gegenteilige Richtung auf dem Kompass zeigen. Verrückt!

    Du machst es super, bleib bei deinem Kurs 💪

    Liebe Grüße Ino

    Guten Morgen liebe releasme,

    Du kannst keine Sicherheit haben, wie es in der Zukunft sein wird. Außer du bist stolze Besitzerin einer Kristallkugel, Diese Frage/n haben, glaube ich, die Mehreren von uns gehabt, und genau so harrt man aus in einer Situation, welche nicht akzeptabel ist. Du hast die Information wie es war und wie es heute ist. Das ist der richtige Anker, um Entscheidungen zu treffen,

    Liebe Grüße Ino

    Liebe Marliese,

    Ich habe mir therapeutische Unterstützung gesucht und im Gespräch mit dem Jugendamt wurde ich sogar bestätigt, dass es richtig war. Die eigene Fürsorge ist ein wichtiger Baustein für die persönliche Stabilität.
    Ich wäre sehr überrascht sollte jemand dies negativ auslegen.

    Liebe Grüße Ino

    Guten Morgen zusammen,

    Sucht hat aber viel mit Verleugnung zu tun. Und im Konflikt geht es ja oft auch ums Recht haben und Schuldzuweisungen

    Genau so habe ich es erlebt und erlebe es weiter. Früher habe ich mich immer gefragt, woher diese Verbissenheit kommt (bei meinem Mann) vorrangig die Schuldfrage zu diskutieren, und nicht nach Lösungen zu suchen, egal welches Thema. Wenn ich angesprochen habe, dass ich mich nicht gut fühle und mit Sorgen mache, hat er das Gespräch schnell in die Schiene „ah so, da bin ich wieder der Schuldige/ du bist anscheinend die Bessere von uns..“ gelenkt. Ich hatte die Wahrnehmung, ich diskutiere mit einem unreifen Mann mit Trotzreaktionen eines 4 jährigen.
    releaseme dazwischen bin ich auch gegangen, weil ich gemerkt habe, dass mein Mann nicht fair zu dem Kind ist. Ist jedoch für alle verwirrend so ein Verhalten, und keine gute Schule für das Kind. Ich konnte es nicht sein lassen, da ich viel Manipulation gesehen habe (bewusst oder nicht bewusst) in Richtung Kind. Ist aber letztendlich keine Situation, in welcher ein Kind aufgewachsen sollte.

    Liebe Grüße Ino

    Liebe Haferflocke,

    Ich verstehe dich sehr gut. Ich bin mit meiner Tochter auf mich alleine angewiesen, ohne Oma, ohne Opa in Sicht, mit einem full time job und 50 min Fahrweg eine Richtung. Finanziell auch alleine , d.h. mein Job ist für mich fulminant wichtig. Mein Vater lebt im Ausland, wurde operiert, da ihm Krebs diagnostiziert wurde, und ich kann nicht mal nach Hause „in Ruhe“ fliegen, da ich dann nicht weiß wohin mit dem Grundschulkind. So viel zum Thema „so hab ich mir mein Leben vorgestellt“. Was ich hier sagen möchte - es läuft nicht wie geschmiert!
    Was mir hilft, ist meine Ansprüche runterzuschrauben. Es gibt Phasen im Leben, welche viel abverlangen und die Kräfte sind endlich. Konzentriere dich auf deine wichtigsten Themen, man kann nicht alles in einer 100% Qualität leisten. Ich verzeihe mir mittlerweile viel mehr als ich es früher getan habe. Und es fühlt sich gut an.

    Liebe Grüße Ino

    Guten Morgen liebe ☀️,

    Tolle kinder hast du ❤️ gratuliere! Die Psychotherapeutin, mit welcher ich mich unterhalte, sagte mir mehrfach „du zeigst dem Kind gerade wie man Krisensituationen bewältigt“ , Diesen Satz möchte ich dir weitergeben, deine Entschlossenheit und Fähigkeit dich zu mobilisieren und agieren sind beeindruckend.
    Das Verhalten und mindset deines Mannes sind zum Fremdschämen. Kein normaler Mensch würde erzählen, er habe schon geleistet. Ich als Frau finde das ausgesprochen unmännlich. Wie bereits erwähnt, same here.

    liebe Grüße Ino

    Liebe ☀️

    Inzwischen verdreht er nicht nur die Tatsachen und bringt Dinge durcheinander, sondern er hat sich eine komplett eigene Geschichte zu unserer Beziehung zusammengesponnen.

    ich habe mich lange nicht gemeldet, da bei mir das gleiche Phänomen auftritt, und ich gerade ziemlich viel daran zu hadern habe.
    Dabei stelle ich fest, eine der wichtigsten Sachen hier ist standhaft zu bleiben und bei dir keine Verwirrung zuzulassen. Mittlerweile glaube ich, „die andere Seite“ ist in einem Vermeidungsmodus und daraus zu kommen ist nicht einfach, auf jeden Fall ohne Einsicht unmöglich. Mein Mann erzählt mir, ich habe ihm seine Verantwortung abgesprochen. Mann, hätte ich früher gewusst, dass ich so mächtig bin…

    lass dich nicht unterkriegen.

    Eine dicke Umarmung Ino

    Liebe Martina,

    Was kann ich tun ??? …Ich kann am Wochenende nichts unternehmen, weil er ansonsten wieder trinkt und nicht nach Hause kommt…ich kann ihn ja nicht einsperren.

    Als ich dein Text gelesen habe, war ich irritiert, warum du es als deine Aufgabe siehst, ihn zu überwachen und hindern zu trinken. Das was ich rauslese als Vorhaben deinerseits, ist m.E. causa perduta und keine Beziehung auf Augenhöhe.

    Ganz liebe Grüße Ino