Liebe Uschi,
manchmal sind es genau die gegensätze,die einander anziehen und die Ecken und Kanten, die einen Menschen interessant machen.
Wie mir scheint bist Du ein ganz gesellschaftsfähiges junges Mädchen, so wie Du Dich beschreibst.
Aber genau diese Harmonie, dieses auf der einen Seite perfekte leben kann auch für manch einen monoton und langweilig werden. Und genau , was Du dir geschaffen hast , ein Stückchen Sicherheit, Zukunft, heile welt ist vermutlich auch das, was ihm fehlte und er sich bei Dir angezogen fühlt. Ihr ergänzt Euch in gewisser Weise, das bringt u.U. eine sehr schöne Spannung in eine beziehung, kann aber eben auch ins gegenteil umschlagen. all das auch ohne Alkohol. Kritisch wird es eben dann, wenn man versucht den anderen umzukrempeln, ihn auf seine Seite der Welt zu ziehen. Ich hatte früher auch mal so eine Beziehung und als ich es dann geschafft hatte aus meinem 'Freak' einen vorzeigbaren Partner zu machen war es plötzlich mit meinen Gefühlen vorbei. Das war irgendwie eigentlich richtig übel. Ich habe ein wirklich schlechtes Gewissen gehabt. Mittlerweilen ist er auf den Geschmack gekommen und meint, dass es ihm gut getan hat. Aber ich habe für mich herausfinden müssen, dass mein Partner auch Ecken und Kanten haben soll. Aber Alkohol gehört nicht dazu. Alkoholismus hat nichts mit dem zu tun, ist eine Krankheit, die sowohl Leute mit Tattoos als auch sogenannte Spießer betrifft. Ich denke, man muß Äußerlichkeiten, innere Werte, psychische Konstitutionen voneinander unterscheiden. Du bist noch sehr jung und brauchst da sicher noch Erfahrungen.
Weißt Du, ein Alkoholiker läßt sich nicht bevormunden. Und wenn Du dazu noch eine erfolgreiche Faru bist kommst Du umso mehr für ihn als nervige besserwisserin rüber und er erhoff sich vielleicht in diesen äußerlich anders aussehenden Geschöpfen mehr Toleranz. Was sicher durchaus auch ein irrtum bzw Vorurteil ist. Auch tätowierte Damen wünschen sich sicher zuverlässige Partner. Wir sind hier in einem Forum und können einander nicht sehen. Wer weiß, wie bunt die Welt hier sonst aussehen würde. ich denke, dass es da viele Überraschungen gibt.
Ich habe auch garnicht den Eindruck, dass es Dir an Selbstbewußtsein fehlt. ich höre schon heraus, dass Du dein Leben lebst und auch stolz daruf bsit. und das darfst Du ja auch. ich finde es auch schön, dass Du Eltern hast, die Dich so auffangen in so einer schwierigen Situation. auch finde ich es sehr schön,dass Deine Mutter auch gleichzeitig eine gute Freundin von Dir ist. Besser kann man es sich eigentlich nicht wünschen.
Du bist nun eben in diese Beziehungen hineingeschlittert. Das sind viele hier. Viele merken ja erst nach Jahren was mit ihrem Partner los ist.
Das typische an der Sucht ist ja eben auch, dass man versucht sie zu verbergen.
In Zukunft mußt Du eben wacher sein, wissend , dass Du vielleicht gerade wegen Deines geraden Lebensstils süchtige menschen anziehst. Solltest also in Zukunft mehr 'auschecken' mit wem Du es zu tun hast bevor du eine Beziehung eingehst. Schau hie rim Forum- viele schrieben, dass sie bereits 15, 20 , 30 Jahr emit einem Alkoholiker zusmamen sind. Was denkst Du wie alt die sind. Sicher waren die auch noch recht jung. Viele haben es dann möglicherweise erst nach Jahren gemerkt was los ist. oder die sucht hat sich erst allmählich entwickelt. Man muß also nicht mit einem süchtigen Partner zusammen sein, weil man kein Selbstbewußtsein hat.
Sich nicht so ohne weiteres trennen zu können von jemandem den man liebt oder zumindest geliebt hat ist auch völlig normal.
Die Sache ist doch die, zu erkennen, dass der Partner nun mal dieser Sucht wie und wann auch immer verfallen ist und nur er selebr sich da wieder heruasmanövrieren kann. und das kann wie oben erwähnt 10, 20, 30 Jahre dauern oder auch nie passieren. Und das leben mit einem nassen Alkoholiker wird Tag für Tag unerträglicher. Auch für Dich.
Das ist hart das anzunehmen und damit zu leben. Dafür braucht man Zeit. Ich habe mich lange im Kreis gedreht und versucht Hilfe hier, Hilfe da zu suchen. Vergeblich.
Auch hier im Forum habe ich keine Geschichte gelesen, die so verlaufen ist , wie ich es mir gewünscht hatte und an der ich mir ein beispiel hätte nehmen können meinen Mann zu heilen. Es wäre ein wunder. Und das hatte ich mir gehofft, eingebildet, dass ich mit meiner immensen Liebe solche ein wunder vollbringen könnte. heute muß ich mich fast selber schon belächeln. Aber warum war das so? Unwissenheit. Vieles habe ich nicht gewußt, nicht verstanden. was ist Sucht und was macht Sucht. Das mußte erstmal rein in den Kopf.
Sehr viel hier zu lesen ist auf jeden Fall sehr hilfreich.
Diese Einsamkeit nach einer Trennung auszuhalten ist sicher für jeden hier schwer. trauer ist normal und man sollte diese gefühle einfach zulassen. Dann weiß man, dass man ein Mensch ist mit Gefühlen. Da ist nichts falsches dran. am besten kommt man drüber weg, wenn man alles wegstellt, was ein an den Partner erinnert. Fotos, Briefe usw. Ertsmal ab in den Keller. Ich habe mir vorgenommen täglich nur eine halbe Stunde an ihn zu denken. Diesen tipp habe ich mal irgendwo gelesen und das tat mir gut um nicht ins grübeln zu geraten. Und dann neue Dinge anfangen. Reisen, Ausflüge, neue Plätze sehen, neue Gesichter. Wenn eine Tür sich schließt öffnen sich viel andere. Ich wette, dass es unter den vielen Milliarden von Männern irgendwo einen gibt, der gut zu Dir paßt.