Beiträge von Paddy

    Hallo Nys,
    ich weiß nicht ob das was Du beschreibst mit den Gedanken zu tun hat. Gedanken rauben mir die Energie, wenn ich anfange zu grübeln oder negativ zu denken.

    Wenn Du nicht genügend Schlaf hast solltest Du Dir am nächsten Tag die Ruhe gönnen. Ich kenne es auch, dass ich dann ein schlechtes gewissen bekomme. Aber mittlerweile gebe ich mich mit kleinen Dingen zufrieden. Wenn ich den Abwasch geschafft habe beispielsweise.
    Ich hatte vor ein paar Jahren einmal Depressionen und habe während dieser zeit garnichts geschafft. Das wurde dann jeden Tag schlimmer, weil neben der Energielosigkeit auch noch das schlechte gewissen dazu kam. Da möchte ich nciht wieder hin. Man muß sich den Maßstab selber nicht so hoch setzen. Und wenn dann ein Tag kommt, wo man voller Power ist dann einfach loslegen.
    Ich selber habe auch gerade mal wieder ne schlappe Phase. Kann mich zu nichts aufrappen udn ärgere mich auch deswegen über mich. Ich führe das aber nicht auf Gedanken zurück, sondern eher auf die Hormone und Lichtmangel. Oft wache ich schon mit schlechtem Gefühl auf. Manchmal hilft es sich kurz nochmal hinzulegen und wieder neu aufzustehen. Ich merke ausserdem, dass ich nicht mehr so ein junger Hüpfer bin wie früher und auch das fällt mir schwer zu akzeptieren. Leider ist es bei mir auch mit Sport nciht besser geworden ( war auch ein versuch).
    Aber Deine Ängste kann ich gut verstehen.
    Doch worin siehst Du die Verbindung zur Coabhängigkeit?

    Hallo Jonas,
    bei Dir scheint alles so reibungslos abzulaufen. Keine Ecken und Kanten. Das erstaunt mich.
    Besonders erstaunt mich, dass Du so geplant getrunken hattest, ohne dass andere etwas gemerkt hatten.
    So kenne ich das nicht. Mein Exmann hatte da nichts mehr verstecken können, selbst wenn er es gewollt hatte. Klar hatte auch er versucht was zu vertuschen, aber dafür wars schon zu spät.
    Ist Deine Familie bis heute nicht eingeweiht? Weiß niemand, dass Du süchtig bist und Du gerade dabei bist Deine Trockenheit zu erlangen?

    Freue mich, dass da doch noch so viel für mich zum Überdenken zusammen gekommen ist.

    Ich glaube, in etwas so wie Oldie es zuletzt geschrieben hat war es bei mir. Zuerst bin ich relativ hoffnungsvoll an das Thema gegangen. mein XY trinkt zu viel, sein Wesen schein sich mehr und mehr zu verändern und meine ehe schien den Bach runter zu gehen. Wie kann ich nur rausfinden was er für Probleme hat und wie kann ich ihm helfen. irgendwie habe ich alles versucht und nichts hat was gebracht.
    Das war die Phase des unbewußten würde ich sagen.
    Da wußte ich noch nicht, dass all mein Tun witzlos ist.

    Dann habe angefangen im Internet zu recherchieren um Rat zu finden, wie ihm zu helfen sei. Coabhängigkeit war bis dahin ein Fremdwort für mich. ich tue doch mein Bestes, weil ich ihn liebe. Das schien mir alles normal zu sein. Wie sehr ich bereits darunter litt war mir garnicht bewußt.
    Auch Coabhängigkeit ist in schleichender Prozeß.
    Das Lesen im Forum öffnete mir mehr und mehr die Augen.
    Aber - erstmal war überhaupt keine Einsicht da.
    Hunderte Frauen im Forum haben es nicht geschafft ihre XY vom Trinken abzubringen. Aber ICH liebe meinen XY ja auf ganz besondere Weise. Ich glaubte, dass etwas ganz besonderes uns verbinden würde. Ich müßte ihn nur mit Liebe überschütten, indem ich ihm Lösungen für all seine Probleme bot. Alles was er schon verloren hatte wurde nach Plan X aufgearbeitet. Da gab es prima Lösungen für alles mögliche, aber an seinem Trinkverhalten änderte sich nichts.
    Das war für mich eben die Phase des Größenwahnsinns, dass ich trotz all dem Rat hier im Forum nochmal ein drauf legte. Die anderen waren für mich die Looser, die Versager, die viel zu früh aufgegeben haben. Die sind eh schon in Beziehungen, wo nichts mehr zu retten war. Die hauen lieber alle ab als zu kämpfen. Und als ich meinen XY endlich soweit gebracht hatte, dass er mal zugegeben hat, dass er ein Problem hat und sogar eines Tages sagte: Du mußt mir helfen, ich schaff das nicht alleine, da kam mir plptzlich die frage: Wie soll ich ihm helfen?
    Dieses gefühl von Megapower zerplatzte wie eine Seifenblase.
    Ich fing an im Forum mit einem völlig neuen Bewußtsein zu lesen und mir wurde klar was ich da alles schon hab über mich ergehen lassen, wie krank wir beide waren, wie wenig ich dabei an meine Kinder gedacht hatte.
    War das überhaupt noch eine Beziehung, wie ich sie mir vorstellte? war oder ist das Liebe? Fühle ich mich überhaupt geliebt, glücklich...? meien Fragen drehten sich immer mehr um mein eigenes Wohlergehen und es ging sehr schenll, dass ich erstmal auszog. ich wollte plötzlich einfach nur meine Kinder retten, dass sie wieder richtig zur Ruhe kommen. Alles andere war mir erstmal Nebensache. Das ging so schnell, dass ich nach der räumlichen Trennung erstmal alles aufarbeiten mußte und noch muß.

    Vielleicht war bei mir alles extrem. Aber ich muß schon gestehen, dass ich trotz heftigstem Leid in einer rosaroten Wolke von Größenwahn schwebte. Diese 'wahnsinnige' Vorstellungskraft war derzeit eben die Kraft, die ich zum Kämpfen mobilisieren konnte.

    Und in dem Moment, wo mein Hoffen dahin war ( Kapitulation) fühlte ich mich so richtig kraftlos. Schon fast depressiv. ich las im Forum immer wieder sowas wie: nur Trennung hilft und habe mich Hals über Kopf getrennt und fühle mich selber einerseits schlimmer wie vorher. Andererseits fühle ich mich auch erlöst und hoffe darauf allmählich wieder Kraft schöpfen zu können.

    Gerade kann ich es gut verstehen, dass die Arbeit erst richtig anfängt, wenn der Alkoholkranke kapituliert hat und aus seiner Entgiftung entlassen wird.
    ich weiß jetzt, dass ich bei mir bleiben muß, mir nichts vormachen darf.

    Das aufgeführte Beispiel mit dem Obdachlosen ist mir so klar. Aber vor einiger Zeit hätte ich auch zweifel gehabt:
    in der akuten lebensbedrohlichen Situation soll und muß ich helfen. Ein Alkoholiker ist krank und ihm muß dann geholfen werden, wenn er sich selbst nicht mehr helfen kann, sosnt sterben oder verhungern, erfrieren würde. aber ich darf keine alltäglichen Dinge für ihn übernehmen und ihm die Verantwortung für sein Leben aus der Hand nehmen, schon garnicht, wenn ich mich dabei selbst vernachlässige.

    Die ersten versuche das bei meinem Mann zu realisieren fühlten sich richtig komisch an. Ich mußte mich dazu zwingen. Ich spürte sowas wie einen Schmerz in mir, wenn ich das gewohnte nicht mehr tat. Eine Schuld, ein schlechtes Gewissen, eine Härte, wie ich es nie sein wollte. eien gesunde Frau würde einfach gehen und ihm die Dinge überlassen. Ich war in einem Gewissenskonflikt, in einem Kampf mit meinem alten und meinem neuen Ich. als ob ich nun alles neu lernen mußte. Darf ich noch dies, darf ich noch das? Ist es falsch, wenn ich mal für ihn koche? Soo er sich um dies oder jenes kümmern, wenn er die Kinder abholte.
    Soll ichs so belassen oder scheidung einreichen. Ich mußte nun anfangen tausende kleine Entscheidungen treffen, was gut für MICH ist. Wieso kann das so schwer sein, zu wissen, was MIR gut tut?

    Ich glaube, dass meine Äußerung hier vollkommen mißverstanden wurde.
    Es geht hier ja nicht darum, wer Jonas und seine mit lateinischen Fachausdrücken angereicherten Sprache versteht. Jeder, der sie versteht kann sich ohne Zweifel glücklich schätzen. Oder besser ausgedrückt: Jonas kann sich glücklich schätzen, dass er von diesen wenigen verstanden wird.

    Es geht hier in Deinem thread doch um Dich, Jonas, der Du hier Hilfe suchst ( geh ich mal von aus).
    Möchtest Du von den 'lediglich deutsch' sprechenden Foristen nicht verstanden werden und verzichtest damit auf den Austausch mit ihnen?

    In welcher Funktion siehst Du Dich hier?
    Hast Du Dich als Hilfesuchender angemeldet, um an Deiner Trockenheit zu arbeiten und von den Erfahrungen der bereits langjährig trockenen zu profitieren?

    Möchtest Du Dich vorwiegend mit anderen Intellektuellen über Deine Vorstellungen von Alkoholsucht und Methoden der Dekonditionierung etc austauschen?

    Es ist schon interessant, was Du da alles schreibst. Es gehört meiner Meinung nach aber überwiegend in einen neuen thread unter 'Sonstiges' oder auch 'Freizeit'.

    Die Idee das Wort Vorstellung doppeldeutig zu nutzen ist witzig. Aber leider in Deinem thread irgendwie unangebracht, weil man sehr schnell den Faden verlieren kann.
    Deine Trockenheitsarbeit geht leider irgendwie unter.
    Daher entsteht der Eindruck, dass es Dir an erster Stelle garnicht darum geht.

    Den Austausch über andere Themen wie Musik oder auch Theorien der Suchtbekämpfung etc empfehle ich Dir einfach in neuen Threads in anderen Rubriken zu diskutieren. Dafür sind die ja eingerichtet.

    Ich habe den Eindruck, dass Du schnell blockierst, wenn Dich jemand hier kritisiert und Du dann 'eben garnicht mehr' darüber schreiben willst. Das ist nicht mein Anliegen.
    Schreibe ruhig weiter auch über solche Themen.
    Auch mir fallen im Laufe des Lesens und des Schreibens hier immer wieder Dinge auf, die nicht unmittelbar nur mit 'meiner' Suchtsituation zu tun haben.

    So wie Du es aber gerade tust gerätst Du aber wieder in die Rolle 'ausschweifende Vorträge' zu halten. Dein eigentliches Thema wird aber nicht auf den Punkt gebracht und es würde ein endlos langer Thread entstehen.

    Und das ändert auch nichts, wenn jetzt ein paar Leute sich melden und schreiben: ich habe Dich aber verstanden und finde alles interessant, was Du schreibst. Weißt Du jetzt was ich meine?

    Hallo lieber Jonas,
    bei Dir las ich am Anfang heraus, dass Du an Abgrenzung von Deinen Mitmenschen leidest oder zumindest als Jugendlicher gelitten hast.
    Immerhin hast Du nach Deinen Angaben 40 Jahre getrunken.
    Das ist schon eine recht lange Zeit, meine ich.
    An der Tatsache, dass Du Dich von anderen Menschen 'sehr' (jeder ist ja anders) unterscheidest hat sich nichts geändert, an Deinem Trinkverhalten schon.

    Was ist aber mittlerweile mit dem ursprünglich von Dir beschriebenen Bedürfnis, diese Barriere zwischen Dir und der Welt überwinden zu wollen?

    Da ist genau der Punkt auf den ich hinaus wollte.
    (Meiner Meinung nach schaffst Du Dir durch die Wahl Deiner Wörter wieder - gewollt oder ungewollt -neue Barrieren)

    Hallo,
    ich glaube, dass man die Englischkenntnisse der User nicht mit den Lateinkenntnissen und dann auch noch Fachbegriffen vergleichen kann. Und User und sowas ist natürlich für zumindest die Forenbesucher ein mittlerweile wohl geläufiger Begriff. Und wie einige User ja schon geschrieben haben können Sie Dir folgen, wenn Sie ihr Wörterbuch neben sich auf dem Tisch liegen haben. oder aber: Sie fragen DICH, was das Wort bedeutet. Das könnte ziemlich anstrengend werden. Also für einen von beiden ist es auf jeden Fall doch anstrengend.

    Hintergrund ist aber tatsächlich der, zu wissen, ob Du das bewußt machst, vielleicht um Dich irgendwie abzugrenzen. Kann ja auch sein, dass es erstmal so eine Art Schutzwall ist, den man sich als Mensch mit Asperger aufbaut, um sich Menschen fern zu halten.
    Mir ist nämlich aufgefallen, dass Deine ersten Einträge total überhäuft waren mit sogenannten 'Fremdwörtern' und jetzt auf Seite 52... Du Dich irgendwie angenähert hast.

    Man kennt ja hier die Menschen nicht, sondern kann sie ja nur nach dem beurteilen, was sie schreiben. Du hast ja beispielsweise viel über die Mittel der Manipulation geschrieben. Könnte also auch bewußt eingesetzt sein.

    Ich lese aus Deinem Thread heraus, dass Du ja einen ganz besonderen Weg gewählt hast Dich von Deiner Sucht zu befreien.
    Das hört sich schon (für mich) spannend an, was Du da schreibst. Wenn ich das lese, frage ich mich ob das wohl funktionieren wird. Ich frage mich auch, ob man es dann auch auf andere Süchte übertragen könnte.
    Sinn und Zweck des Forums hier ist es ja von den Erfahrungen der anderen zu lernen.

    Kannst Du, obwohl Du offenbar einen anderen Weg gehst ( Konditionierung) überhaupt von den anderen hier profitieren, in dem Sinne, dass es Dir weiterhilft beim Trocken werden?

    Für mich bist Du schon ein ganz besonderer Fall.
    Eigenartiger Weise schreibst Du zu Anfang über Dich, dass Du Dein Leben nicht besonders spannend findest, Deine Geschichte hier aber gerade durch ihre Einzigartigkeit für mich zumindest schon spannend 'ist'.
    Nur für mich, für uns Leser - oder auch für Dich selber?
    Wenn ich das so lese, denke ich darüber nach, was mein eigenes Leben eigentlich spannend, interessant macht. Trotz meiner Coabhängigkeit finde ich mein Leben spannend, aufregend, lebenswert.
    Möglicherweise ist ein Leben/ eine Geschichte/ ein thread/ erst dann spannend, wenn man sich selber dessen bewußt ist, wie einzigartig es/sie ist.
    Dann kommt bei mir die Frage auf, ob ein Leben überhaupt spannend sein muß/ sollte. Denkbar wäre für mich auch ein Leben ohne Spannung, ganz harmonisch ohne Ecken und Kanten. Auch so kann ich mir Zufriedenheit für mich vorstellen, vielleicht später.
    Das könnte man vergleichen mit der Musik. Da gibt es die eine Richtung, voller Harmonie, die man gerne hört, wenn man abends bei Kerzenlicht im Bett liegt, um zu 'entspannen' . Die andere - voller Spannungen - hört man sich lieber an, wenn man aktiv wird.

    Hallo c2h5oh,
    ist Dir eigentlich aufgefallen, dass Du Dich hier in einem Forum angemeldet hast, um Dich (höchstwahrscheinlich) mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen, dass Du Dich aber durch Deine Wortwahl für viele unverständlich machst? Ist das bewußt so von Dir gewollt oder setzt Du als Minimum das Kleine Latinum hier voraus?

    Noch etwas wunderliches für mich:
    Du schreibst zu Anfang, über die Eigenheit, die Du durch das Aspergus hast, dass Du keinen Kontakt zu anderen Kindern hattest. Hat sich das im Laufe Deines Lebens geändert, also mit dem Erwachsenwerden? Hier im Forum bewegen sich ja eine große Zahl von Menschen mit all ihren Gedanken, Gefühlen und Eigenschaften, ist das was anderes für Dich als im realen Leben? Oder befriedigen hier die 'gschriebenen Gedanken' Dein Intellekt? Besser weiß ich jetzt meine Frage nicht auszudrücken, aber vielleicht ahnst Du ja was ich damit meine.

    Ein Austausch in einem Forum scheint für mich ein Widerspruch zu sein für einen Menschen, der eigentlich Kontakt zu anderen Menschen meidet.

    Das Verwenden einer Sprache, die nur ein kleiner Prozensatz von Foristen versteht scheint mir ein Widerspruch dazu zu sein sich in einem Forum von unterschiedlichsten Individuen verstanden werden zu wollen und sich mit Ihnen austauschen zu wollen.

    Liebe Grüße
    Paddy

    Hallo Eneglchen,
    im Grunde sollte es keine menschen geben, die dir nicht gut tun. Kein Mensch ist perfekt und jeder trägt so sein Paketchen mit sich rum. Wenn nun jemand versucht dich zu beeinflussen, Dich zu manipulieren, Dich zu beschimpfen oder ähnliches dann hast Du noch immer die Wahl zu gehen und vor allem, die Wahl das kranke des anderen nicht auf dich persönlich zu beziehen. So nach dem Motto: Lass ihn dich schwätzen. Das ist eines der großen Probleme , das wir Coabhängige haben. Nur solange man selber noch nicht gelernt hat die richtigen Entscheidungen zu treffen und auch mal Nein zu sagen , auch nein zu denken ist man doch in Gefahr. Ich galube für alle gilt, dass man sich selbst wieder in den Mittelpunkt seines Lebens rücken sollte ud auf seine feinen signale hören sollte. Man muß beispielswiese nciht in unangenhemen Situationen ausharren. Man kann gehen. Man muß sich nicht in endlose Gespräche verwicklen, bei denen offenbar nichts raus kommt. Man muß sich nicht den Launen eines anderen Menschen aussetzen und sich zum Opfer machen lassen. Das bedeutet ja nicht dass man Menschen generell meidet, sondern im hier und jetzt reagiert und Zb geht. Am nächsten Tag kann Dein gegenüber schon ganz anders sein.
    Ich habe zum Beispiel eines Tages den Mut gefaßt und meinem Ex gesagt, dass er nie mehr bei mir vorbei kommen soll oder mich anrufen soll, wenn er schlechte Laune hat. Denn vorher habe ich mich dahingehend ausgenutzt gefühlt, dass er immer bei mir war um sich auszukot***. Das lasse ich nicht mehr zu. Für mich war es ein großer Schritt zu meinem eigenen Wohlbefinden. Ob und warum die anderen so und so drauf sind habe ich aufgehört drüber nachzudenken. Ist nicht meine Baustelle. Meine ist es mich zu schützen. Was ich aber betonen möchte ist, dass es kaum Menschen gibt, die immer nur gut oder immer nur schlecht für dich sind. Oft sind es eher immer wieder kehrende verhaltensmuster, die Du mit der entsprechenden person durchbrechen mußt. bei Fremden ist es ja eher egal, daher schrieb ich mal als beispiel: Wenn Du eine Mutter hast und sie quengelt immerzu an der gleichen Sache herum , so dass es dich aufregt dann sag ihr ruhig auch mal Klartext: Mich interessiert das nicht, können wir mal über was anderes reden etc. Und am besten schlägst Du gleich etwas besseres vor. Andere Gespräche wie ZB mit nassen Alkoholikern sollte man ganz abbrechen, wenn sie betrunken sind. Das bringt garnichts.

    Hallo,
    grundsätzlich ist es doch so, dass man jemanden so lieben und nehmen soll wie er/ sie ist. Sobald man versucht an einer Person herumzudoktorn veruscht man sich den Idealmenschen zu schaffen. Das kann nicht klappen.
    Man kann kritisieren. Wenn der andere es einsieht gut. Wenn nicht ist es eben auch sein Recht. Es gibt Dinge, die man ausdiskutieren kann, wo man Kompromisse finden kann. Bei einer Sucht geht das nicht. Daher vermutlich auch dieses Verhalten des Süchtigen, dass er/sie garnicht darüber bereit sind zu reden. Für mich gäbe es auch Dinge, die ich mit mir allein ausmachen wollte. Auch wenn sie unschön für den Partner sind.
    Jeder hat das recht so viel zu trinken und zu essen wie er es möchte. Du hast das Recht und auch nur die Möglichkeit zu entscheiden, ob Du mit den Konsequenzen umgehn möchtest.
    Was ich eben lange Zeit nicht bedacht hatte: Ich bin diejenige die leidet. Ich habe lange Zeit nach Gründen gesucht, warum mein Partner wohl trinkt, was er wohl nur hat. Er hat nichts. Ich wollte ihn bemitleiden und da ist er ne zeitlang schön drin aufgegangen.
    Du mußt also schon recht plausible Gründe hervorbringen, warum Dir diese Beziehung nicht mehr recht ist. Dann nämlich kann sie entscheiden, ob sie um dich kämpft oder auch nicht.
    also nach dem motto: du darfst trinken so viel Du willst, ich steige aus. Nur. Das Problem ist dann, dass sie womöglich versucht sich auf Kompromisse einzulassen und versucht kontrolliert zu trinken. In diesem Moment ist sie vielelicht noch im Glauben, dass es funktionieren könnte. Dann hast Du nichts mehr in der Hand. Denn solange sie selber nicht eingesehen hat, dass sie süchtig ist und Du selber es ja auch nicht weißt ist das alles zwecklos.
    Du schreibst ja: meine Partnerin trinkt zu viel. Wer bestimmt denn was zu viel ist?
    Die Sucht ist ein schleichender Prozeß.
    Vielleicht ist sie noch kurz davor.
    Wie also sehen Deine Argumente aus? Wünscht Du Dir, dass sie weniger trinkt oder dass sie nie mehr trinkt?
    Vielleicht kann sie ne Weile weniger trinken und dann trinkt sie vielleicht heimlich weiter. Du hast keinerlei Kontrolle.
    Und im Grunde steht es Dir auch nicht zu zu kontrollieren.
    So bitter es ist kannst Du nur die Beziehung jetzt beenden oder später, wenn Du Dir sicher bist, dass sie süchtig ist und es sich auch zeigt durch Wesensveränderungen, Ausfällen usw. . Der Vorteil sich jetzt zu trennen wäre: Du würdest sehen, ob es ihr etwas ausmacht, ob sie um Dich kämpfen würde, ob sie selber Fehler bei sich sucht usw.

    zu uschi:
    So geht es vielen. Der Alkoholiker und auch nadere Süchtige entwickelt um seine Sucht aufrecht zu erhalten gewisse Mechanismen ( Zb Manipulation, emotionale Erpressungen...) , die seine Umwelt gefügig macht. Diese Dinge sind aber auch aus der not heraus geboren. Es ist ein system, dass zueinander paßt. Gut dass du weißt, dass das nicht du bist und dass du vorher anders warst. Geh dahin zurück, bzw knüpf an an dein altes gesundes ICH.

    In letzter Zeit habe ich hier wieder viel gelesen und viel über mein eigenes Handeln nachgedacht. Besonders beschäftigt hat mich plötzlich dieser Gedanke, dass wir Coabhängige meinen, dass unsere Liebe die Sucht besiegen könne. Die Sucht, so sehen wir es doch jeden Tag aufs neue hat eine so große Macht über unseren Partner, dass er es so einfach nicht einmal selber schafft aufzuhören. Dennoch meinen wir irrtümlicherweise, dass wir das schaffen könnten. Mit unserer Liebe oder wer weiß womit. Ist das nicht eine fatale Selbstüberschätzung oder gar Größenwahn?
    Bis heute war mir noch nie so bewußt geworden wie fatal diese Vorstellung ist. Oder ist es nur das Wunschdenken solche Kräft besitzen zu können?
    Im moment ist diese Vorstellung verpufft. Aber zu Anfang meiner Anmeldung hier war ich doch tatsächlich solch einem Irrglauben verfallen. So sehr, dass ich gerade entsetzt ? / erstaunt? bin, was da eigentlich für Kräfte in mir brodeln. Und kann ich davon irgendwann wieder überrascht werden, ruhen die jetzt nur? Manchmal kann man schon vor sich selbst Angst bekommen. Kennt ihr das?

    Liebe Uschi,
    manchmal sind es genau die gegensätze,die einander anziehen und die Ecken und Kanten, die einen Menschen interessant machen.

    Wie mir scheint bist Du ein ganz gesellschaftsfähiges junges Mädchen, so wie Du Dich beschreibst.
    Aber genau diese Harmonie, dieses auf der einen Seite perfekte leben kann auch für manch einen monoton und langweilig werden. Und genau , was Du dir geschaffen hast , ein Stückchen Sicherheit, Zukunft, heile welt ist vermutlich auch das, was ihm fehlte und er sich bei Dir angezogen fühlt. Ihr ergänzt Euch in gewisser Weise, das bringt u.U. eine sehr schöne Spannung in eine beziehung, kann aber eben auch ins gegenteil umschlagen. all das auch ohne Alkohol. Kritisch wird es eben dann, wenn man versucht den anderen umzukrempeln, ihn auf seine Seite der Welt zu ziehen. Ich hatte früher auch mal so eine Beziehung und als ich es dann geschafft hatte aus meinem 'Freak' einen vorzeigbaren Partner zu machen war es plötzlich mit meinen Gefühlen vorbei. Das war irgendwie eigentlich richtig übel. Ich habe ein wirklich schlechtes Gewissen gehabt. Mittlerweilen ist er auf den Geschmack gekommen und meint, dass es ihm gut getan hat. Aber ich habe für mich herausfinden müssen, dass mein Partner auch Ecken und Kanten haben soll. Aber Alkohol gehört nicht dazu. Alkoholismus hat nichts mit dem zu tun, ist eine Krankheit, die sowohl Leute mit Tattoos als auch sogenannte Spießer betrifft. Ich denke, man muß Äußerlichkeiten, innere Werte, psychische Konstitutionen voneinander unterscheiden. Du bist noch sehr jung und brauchst da sicher noch Erfahrungen.
    Weißt Du, ein Alkoholiker läßt sich nicht bevormunden. Und wenn Du dazu noch eine erfolgreiche Faru bist kommst Du umso mehr für ihn als nervige besserwisserin rüber und er erhoff sich vielleicht in diesen äußerlich anders aussehenden Geschöpfen mehr Toleranz. Was sicher durchaus auch ein irrtum bzw Vorurteil ist. Auch tätowierte Damen wünschen sich sicher zuverlässige Partner. Wir sind hier in einem Forum und können einander nicht sehen. Wer weiß, wie bunt die Welt hier sonst aussehen würde. ich denke, dass es da viele Überraschungen gibt.

    Ich habe auch garnicht den Eindruck, dass es Dir an Selbstbewußtsein fehlt. ich höre schon heraus, dass Du dein Leben lebst und auch stolz daruf bsit. und das darfst Du ja auch. ich finde es auch schön, dass Du Eltern hast, die Dich so auffangen in so einer schwierigen Situation. auch finde ich es sehr schön,dass Deine Mutter auch gleichzeitig eine gute Freundin von Dir ist. Besser kann man es sich eigentlich nicht wünschen.

    Du bist nun eben in diese Beziehungen hineingeschlittert. Das sind viele hier. Viele merken ja erst nach Jahren was mit ihrem Partner los ist.
    Das typische an der Sucht ist ja eben auch, dass man versucht sie zu verbergen.
    In Zukunft mußt Du eben wacher sein, wissend , dass Du vielleicht gerade wegen Deines geraden Lebensstils süchtige menschen anziehst. Solltest also in Zukunft mehr 'auschecken' mit wem Du es zu tun hast bevor du eine Beziehung eingehst. Schau hie rim Forum- viele schrieben, dass sie bereits 15, 20 , 30 Jahr emit einem Alkoholiker zusmamen sind. Was denkst Du wie alt die sind. Sicher waren die auch noch recht jung. Viele haben es dann möglicherweise erst nach Jahren gemerkt was los ist. oder die sucht hat sich erst allmählich entwickelt. Man muß also nicht mit einem süchtigen Partner zusammen sein, weil man kein Selbstbewußtsein hat.

    Sich nicht so ohne weiteres trennen zu können von jemandem den man liebt oder zumindest geliebt hat ist auch völlig normal.

    Die Sache ist doch die, zu erkennen, dass der Partner nun mal dieser Sucht wie und wann auch immer verfallen ist und nur er selebr sich da wieder heruasmanövrieren kann. und das kann wie oben erwähnt 10, 20, 30 Jahre dauern oder auch nie passieren. Und das leben mit einem nassen Alkoholiker wird Tag für Tag unerträglicher. Auch für Dich.
    Das ist hart das anzunehmen und damit zu leben. Dafür braucht man Zeit. Ich habe mich lange im Kreis gedreht und versucht Hilfe hier, Hilfe da zu suchen. Vergeblich.
    Auch hier im Forum habe ich keine Geschichte gelesen, die so verlaufen ist , wie ich es mir gewünscht hatte und an der ich mir ein beispiel hätte nehmen können meinen Mann zu heilen. Es wäre ein wunder. Und das hatte ich mir gehofft, eingebildet, dass ich mit meiner immensen Liebe solche ein wunder vollbringen könnte. heute muß ich mich fast selber schon belächeln. Aber warum war das so? Unwissenheit. Vieles habe ich nicht gewußt, nicht verstanden. was ist Sucht und was macht Sucht. Das mußte erstmal rein in den Kopf.

    Sehr viel hier zu lesen ist auf jeden Fall sehr hilfreich.

    Diese Einsamkeit nach einer Trennung auszuhalten ist sicher für jeden hier schwer. trauer ist normal und man sollte diese gefühle einfach zulassen. Dann weiß man, dass man ein Mensch ist mit Gefühlen. Da ist nichts falsches dran. am besten kommt man drüber weg, wenn man alles wegstellt, was ein an den Partner erinnert. Fotos, Briefe usw. Ertsmal ab in den Keller. Ich habe mir vorgenommen täglich nur eine halbe Stunde an ihn zu denken. Diesen tipp habe ich mal irgendwo gelesen und das tat mir gut um nicht ins grübeln zu geraten. Und dann neue Dinge anfangen. Reisen, Ausflüge, neue Plätze sehen, neue Gesichter. Wenn eine Tür sich schließt öffnen sich viel andere. Ich wette, dass es unter den vielen Milliarden von Männern irgendwo einen gibt, der gut zu Dir paßt.

    Liebe Uschi,
    genauso wie Du es erlebt hast habe ich es auch mit meinem XY erlebt. Auch er hatte seine zwei Gesichter entwickelt. Auch bei mir gab es diese emotionalen Höhen und Tiefen. Mehr Tiefen. Dennoch hing ich an ihm wie Sekundenkleber. Durch das Lesen hier im Forum kam die Erleuchtung, dass meine Geschichte kein Einzelfall ist. Es ging nicht mehr darum ihn vom Alkohol wegzukriegen, das hatte ich im nächsten Schritt eingesehen, sondern darum meine eigene Haut zu retten. Ihm gings ja gar nicht schlecht mit seinem Alkohol. Das sah nur für mich so aus. MIR GING ES SCHLECHT. Meine Gedanken kreisten sich dazu noch ständig um ihn.
    Das war dann mein nächster Schritt. Das sollte sich ändern und ich hörte auf mich um ihn zu kümmern, an ihn zu denken und mich mehr auf mein Leben und mein Wohlbefinden zu konzentrieren, was nicht gleich einfach ging. Aber mit der Zeit , genauer gesagt nach einigen Monaten kam ich allmählich zu mir. Mich zu trennen war noch nicht drin. Er war nicht mehr so extrem wie vorher und merkte wohl, dass ihm da etwas ( = ich als sein Hausmütterchen) entglitt . An Aufhören dachte er aber noch lange nicht, trank dann noch mehr heimlich weiter. Auch ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass er eine andere kennenlernen würde und er dann für sie aufhören würde zu trinken und die dann mit ihm glücklich wird. Dieser Gedanke kam immer wieder. Ich kam mir schäbig vor und klein, dass er für mich und die Kinder nicht bereit war sein Trinken aufzugeben. Meine Vorstellung und seine ja auch war es, dass man ja eben einfach aufhören müsse zu trinken. Und er meinte, dass er das eines Tages einfach so könnte, wenn er es denn wolle. Das schwirrte dann in meinem Kopf, machte mich verrückt. Nach und nach begriff ich aber, dass er überhaupt noch nicht so weit war, dass er aufhören könne. Dass er das auch nicht für jemanden tun kann oder soll, sondern nur für sich selbst. Also hatte es mit mir nichts zu tun und folglich könnte er es auch nicht FÜR eine andere. Der Gedanke beruhigte mich, löste aber nicht mein Problem.
    Gewissermaßen habe ich mich dann selber überlistet. Trennen wollte und konnte ich mich ( noch) nicht. Zusammen leben mit ihm ging auch nicht. Also suchte ich mir eine eigenen Wohnung und wir lebten also nur getrennt . Ein Versuch , ob es vielleicht die Ehe wieder auffrischen könnte, jeder mehr Freiheit hat und ich und die Kinder seine Launen nicht mehr so abbekamen. Insgeheim immer der Wunsch dass er sich ändere.
    Nach einem anfänglichen Schock fand er es ok, konnte so in Ruhe saufen. Auch mir bekam die Ruhe gut und ich konzentrierte mich automatisch immer mehr auf mein eigenes Leben. Ich genoß es mehr und mehr alleine zu sein. Ich konnte ja immer zu ihm und das half mir. Und der Wunsch ihn zu sehen wurde immer weniger. Das war eine periode, de sich auch bis zu einem Jahr hinzog. Und letzten Endes lief eben nichts mehr zwischen uns, wurde mehr zu einer Art freundschaftlichen Verhältnis mit immer wieder mal Spannungen. Aber schließlich bin ich zu 90% wieder ich selbst und leide nicht mehr. Vielleicht solltest Du Dich mit Deinen Gefühlen für in auch nicht so unter Druck setzen. Gib Dich damit erstmal ab, dass er krank ist und du daran nichts ändern kannst. Sie ein, dass sein verhalten krankheitsbedingt ist, nimm es nicht persönlich, auch wenn das ungeheuer schwer fällt. Mir zumindest. Du scheinst gerade garnicht mehr belastbar zu sein. vermeide Streiterien mit ihm, sie führen zu nichts ausser zu neuem Streit und Enttäuschung und machen dich kaputt. Genau, wie er auch ncith so ohne weiteres aufhören kann zu trinken wirst auch du deine zeit brauchen um dich zu lösen. vielleicht gibt genau das deinem freund denkanstöße.
    alles gute und viel kraft von paddy

    ich habe mich oft dabei erwischt, dass ich mich nach Liebe, nach Nähe und Zuneigung gesehnt hatte
    Ich habe oft auf Seine Liebe gehofft.
    ich habe oft an seiner Liebe gezweifelt.
    Ich habe 10 Tage gelitten und war am 11ten Tage wieder beruhigt, wenn ich etwas nettes von ihm bekommen habe ( schöne Worte, Aufmerksamkeit, usw) Am 12ten Tag kamen schon wieder die Zweifel, die Ängste....
    Zu der Zeit hätte ich gesagt,wenn man mich gefragt hätte, ob ich mich geliebt fühle: Ich weiß nicht.
    Heute würde ich sagen : nein, nicht 100%ig, nicht o, dass es mir reichte.
    Vorher spürte ich es auch - unbewußt- daher das: ich weiß nicht, denke ich.

    Es tat weh nicht diese Liebe zu spüren, die ich mir gewünscht hatte.
    Dass er trank war schlimm. aber der Wunsch, dass er aufhörte war ein egoistischer Wunsch in erster Linie.
    Natürlich machte ich mir auch Sorgen um seine Gesundheit und was ihm alles passieren konnte. Aber ganz vorne stand glaube ich mein unerfüllter Wunsch nach Liebe.

    Hallo Nys,
    ich glaube wir schreiben da etwas aneinander vorbei.
    Mit diesem thread möchte ich nämlich genau das erreichen:
    meine eigenen Gefühle wahrnehmen. Ich möchte einmal ablenken von meinen vorherigen Gedanken, Überlegungen bezüglich meines nassen Expartners. gedanklich habe ich mich schon in einem anderen thread in 'sonstiges' sehr intensiv damit befaßt, wie wir uns selbst belügen, auch was das Thema 'Liebe' angeht.
    Liebe und Beziehung hängen ja dicht beieinander und in meinem anderen thread ist im großen und Ganzen ersichtlich geworden, dass eine Beziehung mit einem Alkoholiker nicht unseren normalen Ansprüchen an eine Beziehung genügt und genügen kann. Das war für mich ein erster Schritt aus dem Lügenmodell ( Sich-Selbst-belügen) auszusteigen und mich selbst zu entlarven. gerne benutzen wir doch diesen Deckmantel Liebe als Grund, dass wir uns nicht trennen können.
    Hier nun möchte ich nicht so sehr auf die Anforderungen an eine Ehe/beziehung usw eingehen , sondern wirklich auf das, was ich fühle bzw gefühlt habe.
    War meine Ehe tatsächlich so, dass ICH das Gefühl hatte , dass ich meinem Partner alles anvertrauen konnte, dass er immer für mich da war, dass ich mit ihm über alles reden konnte, dass ich seine Nähe spürte... kurzum, dass ICH mich von ihm geliebt fühlte. oder habe ich mir das alles nur eingebildet, vorgemacht. Was er denkt und wie es wirlich war und ist , ist mir dabei garnicht so wichtig.
    Ich möchte hier gemeinsam mit Euch diesen Weg gehen und erforschen, wie es mir selber in dieser Situation erging oder ergeht.
    Ich fühlte mich einsam, sehnte mich oft nach Liebe, fühlte mich unverstanden. Wenn er bei mir war fühlte ich mich oft sogar schlimmer als wenn er nicht da war. Besonders, wenn er längere Zeit nicht da war bekam ich eine innerliche Ruhe und hatte mich immer ien Stückchen damit abgefunden, dass es vorbei sei. Doch immer wieder kam die Sehnsucht.
    Auch er bestrafte mich damit, dass er ne Woche mal ncith auftauchte. Ich habe mitbekommen, dass er das schon in früheren Beziehungen drauf hatte, das war sein Spielchen mit dem er scheinbar immer Erfolg hatte. Er wollte sich damit wichtig tun und auch dass ich ihm hinterherlaufe. Nachdem ich es durchschaut hatte ging ich nicht mehr drauf ein. Ich ließ ihn links liegen. Seine Reaktion war dann, dass er extra nochmal vorbei kam, Klamotten zusammen packte, mich ignorierte und wieder ging. Das Zusammenpacken seiner Sachen sollte dann wohl sowas wie einen kleinen Auszug demonstrieren. Alles war so kindisch und irgendwie ein Machtkampf von ihm, zu dem ich keine Lust hatte. ich durfte also einfach nicht den Fehler machen und drauf eingehen. Das war nciht einfach, da er alle seine register zog, mich genau erforschte. Wenn das eine Mittelchen nicht zog ( Auszug, Wegbleiben) dann versuchte er was anderes wie Auflegen beim telefonieren. ich glaube mittlerweile , dass er das nicht deshalb so gut konnte, weil er mich studiert hatte, sondern weil es Dinge waren, die vielelicht mal mit ihm selbst gemahct wurden oder vor denen er selber am meisten Angst hatte. Ich erinnere mich gerade, dass er oft sagte, dass er ein Löwe sei. Er wollte mir wohl immer emotionale Überlegenheit beweisen. Aus Angst davor allein gelassen zu werden hat er sich dann glaube ich auch immer eine Geliebte zugelegt in solchen Zeiten.
    Dann natürlich den Alkohol mit dem er alles gut ertragen konnte. Man kann aber nur kämpfen, wenn auch der andere bereit ist zu kämpfen.
    Auch diese dummen Spielchen trugen mit dazu bei, dass ich mich nicht geliebt gefühlt hatte. Noch schlimmer sogar, ich fühlte mich absichtlich verletzt von ihm. oftmals auch bestraft, wobei ich nicht wußte wofür eigentlich.
    Ich fühlte mich regelrecht in diese Rolle gedrängt. Doch warum habe ich mich dann drauf eingelassen? Es war immer dieses kleine Stückchen Zucker, was ich zwischendurch bekam und dass in mir die Hoffnung nach mehr erweckte.
    gerade habe ich sehr stark das Gefühl, dass sich diese Art der Coabhängigkeit garnicht sehr von der stofflichen Droge unterscheidet.
    Genau darum möchte ich in diesem Thread erkunden, was 'es' eigentlich mit mir gemacht hat. Ich kann nämlich nicht einmal sagen, dass ich mich so sehr geliebt, glücklich gefühlt habe, dass ich deswegen nicht davon ( von ihm) lassen konnte. Doch dann muß es doch etwas anderes gegeben haben.
    Auch habe ich in dem anderen thread festgestellt, dass meine eigene Liebe nicht so groß war, wennm an sie im herkömmlichen Sinne mit Liebe vergleicht. Kaum etwas von meinen Ansprüchen wurde erfüllt.
    Was war es dann? Magie? Die Magie des Augenblicks? Eine Illusion? Der Wunsch als Heldin dazustehen?
    Kämpfte ich nicht auch? aber einen völlig anderen Kampf?
    Ist dieses Gefühl, dieser Kick, dass ich diesen Kampf gegen den Alkohol gewinnen könnte ausreichend gewesen diese kaputte Beziehung nicht zu beenden? Größenwahnsinn?
    War diese Beziehung kaputt, denn das setzt ja voraus, dass sie einmal 'heile' war.
    Ich glaube, wenn ich an diesen Punkt komme mich selbst zu verstehen, was genau mich in einer solchen Beziehung hält oder gehalten hat habe ich eine gute Grundlage meine Coabhängigkeit zu überwinden. Dazu versuche ich ganz tief in mich zu gehen. Und ich weiß nun, dass es nicht die Liebe , zumindest nicht die Liebe in herkömmlichen Sinne war, die mich mit ihm so lange und so energisch zusammengehalten hat.

    Hallo Grazia,
    so kenne ich es auch. Sechs Tage wie SCH**** behandelt werden und am siebten Tag war ich wieder die Gute. Auch ich konnte mich eine Zeit lang an diesem siebten Tag ergötzen. Doch insgesamt gesehen war es mir nicht genug um mich wirklich geliebt zu fühlen und mir kamen stets Zweifel auf. Ich lebte also in ständigem Zwiespalt, und das über Jahre hinweg. Das ist wohl auch schon krank von mir, dass ich in keiner Richtung einen Schlussstrich ziehen konnte. Es heißt, das wir nicht körperlich, sondern emotional abhängig sind. Um so mehr wundert es mich, dass so ein kleines bißchen Gefühl, von dem ich mir nicht mal sicher war , mich überhaupt abhängig machen konnte. Oder gerade, weil es so wenig war und die Abhängigkeit genau in dieser 'Winselei' bestand, noch mehr zu bekommen?
    Oder überhaupt etwas zu bekommen...
    jeder von uns weiß ja im Grunde, dass wir es verdienen geliebt zu werden. Und wenn das nicht funktioniert, ich glaube, das macht uns so verrückt. Wir sehen ja nicht die Ursache. Würde der Partner uns sagen, dass er uns nicht mehr attraktiv findet, oder dass er sich in eine andere verliebt hat dann würde es sehr weh tun. Aber man hätte eine Chance daran zu arbeiten, es zu überwinden. Aber wir werden ja im Ungewissen gelassen. Ein bißchen Liebe, dann wieder nicht. Kein Grund zu bleiben, kein Grund zu gehen. Immer wieder Hoffnung, dass es mehr wird oder dass das bißchen was ist auch ganz vergeht. Es klingt oft danach, dass der Alkoholiker alles so bewußt inszeniert, um uns von ihm abhängig zu machen. Aber ich denke, es funktioniert anders, Natürlich ist eine Coabhängige, die sich aufopfert und alles tut eine schöne bequeme Partnerin an deren Seite man schön in Ruhe trinken kann. Aber auch kann der Alkoholiker schön weiter trinken und in noch mehr Ruhe, wenn die Partnerin abhaut. Ich denke, dass der Alkoholiker einfach auch ncihts mehr zu vergeben hat. Er säuft sich ja eh alle Gefühle weg. Was noch bleibt dient fast nur noch der Selbsterhaltung. Alle Funktionen werden ja nach und nach nur noch aufs Nötigste reduziert.
    Und die Streitereien gleichen immer mehr einem kleinen unbeholfenen Kind, dass im Leben nicht alleine zurecht kommt. Unter Alkohol sein Leben zu meistern ist natürlich erheblicher Stress. Also muß auch wieder mehr getrunken werden. Ein Teufelskreis , bei dem das eine gleich das andere bewirkt. Bei uns ebenso.
    Ich glaube, es war schon ein erster kleiner Schritt aus diesem Teufelskreis diese Liebe zu hinterfragen und anzuzweifeln. ich glaube, ich habe ab diesem Moment wieder angefangen meine Gefühle wahrzunehmen, auf meine innere Stimme zu hören. Erst ein Anfang zu einem langen Weg, der in der Trennung endete. Noch weiter bis hin zur Unabhängigkeit. Heute sehe ich, dass es ein starkes Ungleichgewicht zwischen Gefühl und Verstand ist. Wobei die Gefühle nicht etwa stärker empfunden werden, also die Liebe an sich so groß ist, sondern diese wenigen Gefühle so sehr im Körper dominieren. Sie beherrschen unser Tun. Heute würde ich sagen, es ist das Verlangen nach dieser unerfüllten Liebe, die immer wieder Hoffnung erzeugt, nicht aufgibt.

    Liebes Stermchen, ich kenne dieses gefühl teilweise auch, so wie Du es beschreibst. ich hatte mich auch im Laufe der zeit ihm total angepaßt. und das obwohl ich früher immer eine selbständige person war. frage mich oft, wie das passieren konnte. Aber ich war so stark udn hatte anfangs zumindest erstmal noch so viel für ihn über. Ich kümmerte mich um mich und um ihn. und er saugte mich auf in seine sucht. Er wurde zum Mittelpunkt unseres Lebens, bzw seine Sucht. Die Gedanken drehten sich nur noch um alles , was er tat oder auch nicht tat. meine eigenen Sachen blieben liegen.
    Erst durch das Forum hier wurde mir all das bewußt. Und langsam langsam fing ich an zu begreifen. Und fing an wieder mein Leben zu leben. Meinen Bedürfnissen nachzugehen. Das war noch vor der Trennung. Vorher war ich ja so fixiert auf ihn, dass mein ganzer Tag und mein ganzes Tun von seinen Launen abhängig war. War er gut drauf und lieb zu mir belohnte ich ihn gleihc mit leckerstem Essen, hätt eihn am liebsten mit Geschenken überhäuft und machte Pläne für die Zukunft. schon am nächsten Tag , am nächsten Morgen meist konnte sich das Blatt total wenden. er wachte auf mit mieser Laune, Entzugserscheinungen?, redete nicht und war sofort auf 180 wenn ich irgendwas sagte, was ihm nicht paßte. Er suchte regelrecht nach Streit. Und meine Welt war wieder sofort zerstört. Ich ärgerte mich immer wieder aufs Neue über meine Doofheit, meine Naivität, dass ich so abgehe, wenn nur mal ein kleiner Moment Frieden ist. ich fing an mich mehr und mehr abzugrenzen, wollte ihn bewußt nicht mehr so oft sehen, ging viel ausser Haus. Das war zuerst sehr anstrengend, denn ich stand da wie ne Blöde, die nichts mit sich anzufangen wußte. Ich hätte zu dem Zeitpunkt nicht mal gewußt, was ich gerne esse oder mir zum Geburtstag wünschte. Das machte mir Angst. ich konnte auch gar keine klaren Gedanken mehr fassen, um darüber nachzudenken. Sehr sehr bedenklich, finde ich so im nachhinein. Das war schon so eine Art depressiver Zustand. ich war nicht mehr ich selbst. Nach und nach habe ich mir das wieder erarbeitet. Fing wieder an zu fühlen, zu riechen, zu schmecken. Und zwar mein eigener Geschmack. Mir kam das vor, wie ich es gehört habe, wenn Menschen einen Schlaganfall hatten und alles wieder neu lernen müßten. ich war so weit von mir entfernt, dass es mir Angst gemacht hatte. ich mußt emich selbst wieder finden. Und den eindruck habe ich auch bei Dir.
    Konzentriere Dich wieder darauf, was Dir gut tut, was Dir Spaß macht,. Beschenke Dich. Kauf Dir ein Parfum. All diese Tipps habe ich heir im Forum gelesen und erst gedacht: Was soll ich mit einem Parfum, ich habe ein ganz anderes Problem, mien Mann ist Alkoholiker. Aber diese Alkoholsucht frißt alles schöne auf aus Deinem Leben und aus seinem leben, manchmal ganz unbemerkt. Und Du kannst es Dir alles zurückholen, für Dich. Und es einfach immer weniger zulassen, dass der Alkohol Dein Leben beeinflußt. Dass Du beschimpft wirst oder gedemütigt usw. Du mußt auch Deinen Stolz, Deine Würde, Dein Selbstbewußtsein zurückerobern. Soweit bist Du im Moment noch nicht und darum denkst Du, dass Du es nicht schaffst Dich von ihm zu trennen. ichhabe die Tricks der Alkoholiker mehr und mehr durchschaut und mein Kopf ging täglich wieder etwas höher und ich konnte zu mir sagen: Nein, sowas hast Du nicht nötig. Das mußt Du Dir nicht antun, nicht gefallen lassen. Und meine Ansprüche wuchsen täglich. Ich wollte Ruhe und Frieden für mich und meine Kinder und zog aus. Erstmal räumliche Trennung. Aber jedes treffen paßte mir imemr weniger. Ich fand immer wieder etwas, was mir nicht paßte, und zwar immer Dinge, die mit dem Alkohol im Zusammenhang standen. Und je mehr Spaß ich bekam an meiner neuen selbstgeschaffenen welt desto weniger lust hatte ich ihn zu sehen. Und das, obwohl es mir vorher unvorstellbar war mich von ihm zu trennen. Die Lust auf ihn verging mir automatisch. Du wirst wieder 'normal', denkst wieder wie eine normale. Sehr wichtig ist auch dich mit gesunden menschen zu umgeben. Wenn Du dann in so einer Runde bist und Dir vorstellest, dass Dein betrunkener Mann jetzt mit am Tisch sitzt.... irgendwann fängt man an sich zu schämen, will das selber nicht mehr. Hör einfach auf zu 'ertragen' und fange an Dir eine Weg zu bauen, wie Du aus diesem tiefen Tunnel aussteigen kannst. Für mich gehörte auch dazu, dass ich meine meinung äußerte. Wenne r mir sagte, dass er mich liebt, dann habe ich ihm auch klar und deutlich gesagt, dass ich mich aber nicht geliebt fühle und Liebe für mich anders sussieht. Auch, dass er saufen kann so viel er möchte , nur ICH will mit diesem Mist nichts mehr zu tun haben. Früher hatte ich imemr gemeckert und Druck gemacht und versucht zu überzeugen. Seit ich das nicht mehr machte trank er nicht mehr in meiner Gegenwart. Und mir wurds immer egaler, denn ich selbst wurde mir immer wichtiger.

    Liebe Nys,
    dein letzter thread hat mich so berührt, dass ich weinen mußte. Diese Einstellung möchte ich mir auch zu Herzen nehmen. Mir ist plötzlich bewußt geworden, dass ich während meiner Ehe meine Exmann kaum mit zu Familie und Freunden genommen habe. Ich habe mich geschämt für ihn. Ich weiß, dass auch meine Verwandten ihn so wie er war niemlas akzeptiert hätten und mich gefragt hätten, was ich denn mit 'so einem' will. Um das zu vermeiden, habe ich ja immer Ausreden für ihn erfunden. Er konnte eh auch keine 5 Minuten still sitzen. Er war und ist einfach peinlich.

    Hallo Else,
    ich bin sehr überrascht. am Anfang schreibst Du, dass Du nichts mehr für ihn gemacht hast und Dich nur noch um Dich selbst gekümmert hast und innerhalb einer Woche hatte er einen Zusammenbruch?
    Das klingt, als ob er so richtig abhängig von Dir war. Vielelicht co-und alkoholabhängig?
    Oder habe ich das nicht richtig verstanden?
    Oder hast Du ihm ein Ultimatum gestellt?

    Bei mir war es auch so, dass ich für meinen Ex irgendwann aufgehört habe etwas zu machen. Fing an mit Einkaufen, Wäsche waschen, Briefe schreiben etc. Durch seine ekelige Art zwischendurch hatte ich auch nicht mehr so viel Lust auf ihn und so lief auch in dieser Hinsicht nur noch hin und wieder was. Aber er hat es immer wieder geschafft sich für ein paar Tage 'hübsch' zu machen. Und so hat er auch immer wieder andere Dumme gefunden für alle seine Anliegen. Ich wollte nicht immer nur der Mülleimer sein. Also zog ich erstmal aus. ( Erstmal nur räumliche Trennung, weil ich seine Launen nicht mehr ertragen habe und ihm aber noch eine chance lassen wollte. andererseits hatte er dadurch noch mehr freiraum zum besaufen, was mir zu dem Zeitpunkt auch schon egal war.) Dann kam er zu mir, wenn er mich 'brauchte'. Hat mich irgendwie immer um den Finger gewickelt, damit ich was für ihn erledigt, war er nicht konnte. Das waren Sachen wie Klamotten reparieren oder Formulare ausfüllen. Er kam dann mit Pizza oder sowas.
    oder er tat so, als wolle er die Kinder sehen.
    Jedoch wenn er zu mir kam sah er immer aus wie ein Penner. Unrasiert, seine Fingernägel meterlang. Und anstatt sich bei sich zu waschen und pflegen kam er dafür zu mir. Bis heute unbegreiflich für mich. Dann verlies er mein Haus als sauberer gepflegter gut riechender Mensch. Ging dann vermutlich zu eienr anderen. Ich weiß nicht, ob das eine Demütigung sein sollte oder ob er mich in eine Art Mutterrolle stecken wollte. Ob das überhaupt was mit seienr Alkoholsucht zu tun hatte. Verstehe dieses Verhalten bis heute nicht. Was meint ihr?