Beiträge von Disziplin

    Meine Abstinenz ist "verbotsgetrieben"? Das findest du allerdings in Ordnung? Das ist kein wunder Punkt.

    So was behauptet man nicht einfach so.

    Das ist auch kein Austausch, sondern eine Behauptung, die falsch ist.

    Ich möchte niemand beleidigen, aber man könnte sich auch mal selbst reflektieren . Umsonst habe ich nicht so geantwort.

    Oha, jetzt geht die ganze Diskussion aber in eine ganz andere Richtung.

    Du entscheidest praktisch zwischen guten und schlechten Abstinenten.

    Du denkst ich bin aus lauter Schaulust und als Besserwisser in die Gruppe gekommen, wie dumm von dir.

    Du kennst mich viel zu wenig. Und ich drücke mich vielleicht nicht so gewählt aus wie du.

    "Verbotsgetrieben"; dass sagt mit, dass du vom Thema Organsspende Null Ahnung hast.

    Ich weiß genau gesagt gar nicht was du von mir willst. Ich bin wahnsinnig glücklich und stolz über meine Trockenheit. Ich zwinge mich nicht zur Abstinenz. So ein Unfug.

    Aber ich bin Realist und ich hab Sachen erlebt, die du dir im Traum nicht vorstellen kannst. Ich kenne gelistete, bald ein halbes Jahr trocken Alkoholiker, die auf eine Leber gewartet haben und kurz vor der Transplantation wieder angefangen haben zu trinken. Weisst du, ob die das wollten? Sicher nicht.

    Also erzähl mir nichts über meine Art von Abstinenz.

    Ich hab ja schon geschrieben, manchmal denke immer noch besonders im Urlaub, mal ein Glas Wein zum Abendessen würde gut schmecken. Ist komisch, der Gedanke kommt immer nur im Urlaub. Wird dann gleich wieder verworfen.

    Neben Italien fliegen wir oft nach Griechenland. Dort ist es noch ein bisschen schwieriger. Manche Griechen sind direkt beleidigt, wenn du den angebotenen Schnaps frei vom Haus nicht trinkst. Da muss ich dann schon energischer sein beim Ablehnen.

    Im Alltag ist das keine Thema. Auch im Haushalt habe ich Alkohol. Mein Mann trinkt auch ab und zu ein Bier oder mal ein Glas Wein. Gästen wird auch Alkohol angeboten. Das kann ich gut tolerien nach so viel Jahren.

    Und sind wir doch mal ehrlich, wenn ich wieder zum Alkohol greifen würde, dann nicht von dem, der zu Hause ist. Ich würde es natürlich wieder heimlich tun und alles ginge von vorne los.

    Ansonsten trinke ich auch keine alkoholfreien Getränke. Schmeckt mir einfach nicht. Fast nur Wasser und ab und zu eine Cola.

    Es begleitet einen das ganze restliche Leben.

    Sollte ich etwas "altklug" rüberkommen, dann tut es mir leid.

    Ich habe keine geballte Faust in der Tasche, aber lese aufmerksam. Wenn jemand schreibt, dass er nach mehreren Jahren Abstinenz immer noch nicht am Weinregel vorbeigehen kann, obwohl diese für ihn selbstverständlich geworden ist?

    Außerdem habe ich das Gefühl, dass das Wort "Disziplin " nicht gerne gehört wird. Ich lese immer gerne zwischen den Zeilen. Man wird ja mit den Jahren auch immer feinfühliger.

    .

    Hallo AnnaBlume,

    Punkt Nr. 1:

    Den Alkoholmissbrauch grundsätzlich nur mit ärztlicher Hilfe in Angriff nehmen. Es gibt dann keine Ausreden mehr. Ehrlich sein, man ist dann eh durchschaut und die Blutwerte sagen die Wahrheit.

    2. Aufhören kann jeder, aber nicht wieder Anfangen ist das Problem. Die Gefahren lauern überall. Als ich nach der Entwöhnung enlassen wurde, sagte ich zu einer älteren Schwester zum Abschied "Jetzt fängt mein neues Leber an, nie nie wieder greif ich zum Alkohol". Dann sagte sie: " Du wirst aber weiterhin Probleme haben, Höhen und Tiefen. Aber sagt dir immer "Du (Alkohol) bekommst mich nie wieder".

    Wir sind viel In Italien. Italien - Wein. Ich hab dran oft gedacht, 1 Glas zum Essen, Spagetti ohne Wein geht doch nur schwer. Aber trinke ich ein Glas, sagt mir mein Gehirn, dass hast du aber jetzt gut vertragen. Denn die Sucht ist ja nur verschoben, nach ganz hinten in meinem Gehirn. Will ich sie wieder rauslocken?

    Und dann kommt sie die Disziplin. Nein es ist es nicht wert. So lange abstinent. Es ist es nicht wert das eine Glas, weil ich mich kenne und weiss was passiert. Sei diszipliniert trotz deiner Sucht.

    Verstecke dich nicht immer hinter dem Satz, dass ist eben unsere Krankheit; wir sind suchtkrank, da gehören Rückfälle dazu.

    Nein, ich will nicht wieder süchtig werden . Ich möchte leben und Probleme lösen ohne Alkohol. Und dazu gehört für mich an allererster Stelle Standhaftigkeit und Achtung vor meiner jahrelangen Abstinenz. Ich bin mir das selber schuldig.

    Hallo, am Anfang war ja der Alkoholmissbrauch. Ich habe seit meiner Jugend Panikattacken. Am Anfang hat der Alkohol mir "geholfen", weil es ja im Rahmen war, meiner Meinung.

    Dann schlug es um. Durch den Alkohol ging es mir ja plötzlich schlechter; die Angst und die Depressionen wurden schlimmer.

    Während der Transplantationsphase war ich ja mehr tot als über irgendetwas nachzudenken.

    Erst in der Entwöhnungsbehandlung fiel der Satz" ohne Alkohol glücklich und zufrieden sein". Selbst da kam der Gedanke, wie soll das denn gehen? Obwohl ein erneuter Rückfall mein Todesurteil gewesen wäre.

    Aber es kam wirklich die Zeit, wo ich merkte, dass es ohne Alkohol geht. Ich war glücklich; die Panikattacken wurden weniger und auch die Depression, meine 2 Hauptprobleme.

    Der Drang war weg und dann kam die Verantwortung für das Organ. Aller 6 Wochen zur Blutentnahme. Immunsupressiva für den Rest meines Lebens.

    Aber zur Besinnung bin ich wirklich in der Entwöhnung gekommen. Es war meine einzige. Ob ich alt werde, weiss ich nicht. Aber jetzt bin ich 63 und die letzten 15 waren sehr zufriedene Jahre, weit weg vom Alkohol. Ich bin sehr dankbar und stolz auf mich.

    Hallo liebes Forum, ich möchte Mut machen und aufrütteln, weil ich am Alkohol fast gestorben wäre. Ich habe jahrelange getrunken und Antidepressiva genommen, bis ich schwer erkrankt bin. Ich bin ins Leberkoma gefallen und hatte eine Lebertransplantation. Mir ging es so so schlecht und ich habe gewinselt um mein Leben. Man muss sich vorstellen, dass ich danach einen Rückfall hatte und wieder zum Alkohol gegriffen habe. Zwar nur 2 Wochen, aber es hat gereicht. Hab dann eine Entwöhnungsbehandlung gemacht und bin jetzt 16 Jahre trocken.

    Ich hab das geschafft durch Diszplin und Achtung vor dem neuen Organ, durch das ich weiterleben konnte.

    Es gibt weiterhin viele Höhen und Tiefen in meinem Leben. Aber egal was kommt, der eine Satz hat sich eingeprägt "Du bekommst mich nie wieder!!"

    Versucht dem Alkohol zu entkommen. Mich hat dieser furchtbare Teufel wirklich fast das Leben gekostet. Es gibt keine Ausreden.