Beiträge von Cara

    Liebe Aurora,

    mir macht das Thema als Ganzes Angst. Sucht, Alkoholismus, das ist zu groß für mich, auch wenn ich mich für seine Heilung nicht verantwortlich fühle. Und ich habe Angst davor, dass es für uns als Familie zu groß ist, dass es uns zerreißt.

    Andererseits habe ich schon länger über eine Trennung nachgedacht, einfach weil ich dieses Gefühl nicht mehr aushalte, bei ihm emotional "vor der Tür" zu stehen.

    Ich gebe ihm diese Chance jetzt, aber wenn er wieder anfängt, seinen Alkoholkonsum zu verharmlosen, muss ich Konsequenzen ziehen, auch wenn ich weiß, dass mir das sehr weh tun wird.

    Liebe Grüße Cara

    Guten Morgen,

    ich habe gestern noch lange hier gelesen und das hat mich ein bisschen beruhigt. Ich denke, dass ich nicht co-abhängig in dem Sinn bin, dass ich meinen Mann retten oder heilen will. Das ist seine Verantwortung, das habe ich ihm auch gesagt und er akzeptiert das auch. Allerdings trage ich zu einem unproduktiven Konfliktverhalten bei. Ich bin massiv frustriert darüber, dass ich meinen Mann emotional nicht erreiche, das war auch schon vor seinem Alkoholmissbrauch so. Ich bin da voller ohnmächtiger Wut, die sicher auch berechtigt ist, ich verfalle dann aber auch in Anklagen und Selbstmitleid, womit ich erst recht nicht weiterkomme. Da leben wir einfach ein sehr ungesundes Beziehungsmuster. Wie gesagt, es geht nicht darum, mir die Schuld an seinem Alkoholiker zu geben, allerdings reibe ich mich damit nur noch mehr auf.

    Ich habe hier im Forum zwei Zitate gefunden, die ganz gut beschreiben, was ich meine:

    "Ich leide und ziehe Andere mit in mein Leid. Ich bin süchtig nach dem, was mir nicht gegeben wurde."

    und

    "Eher eine große Traurigkeit, die ständig Konfrontation braucht und sucht, um gesehen zu sein. Trost dort sucht, wo er nicht kommen kann."

    (Ich weiß nicht mehr, von wem die Zitate sind, ich hatte sie mir ins Notizbuch kopiert)

    Ich würde das als Abhängigkeit/nicht loslassen können von einem destruktiven Muster bezeichnen, weil ich solche Angst habe, nicht gesehen zu werden. Und dann suche ich mir/bleibe bei einem emotional so unzugänglichen Mann.

    Er übernimmt leider keine Verantwortung dafür, wie er mit sich selbst umgeht, zieht viel Wert aus seinem Fleiß und seinem Job. Er beginnt so gut wie nie ein Gespräch darüber, wie es uns miteinander geht, kann sich aber darüber aufregen, dass die Küche unordentlich ist oder Besteck fehlt. Er weiß, dass ich mir etwas anderes von ihm wünsche, nämlich emotionale Zugänglichkeit. Die bekomme ich aber nicht, stattdessen hat er sich für den Alkohol entschieden.

    Heute ist ja sein Termin in der Beratungsstelle, ich hoffe, er nutzt die Chance dieses Mal. Ich werde berichten.

    Ich bin hier als Ehefrau eines Mannes, der seit mindestens 10 Jahren einen ungesunden Umgang mit Alkohol hat. Es gab mehrere Situationen, in denen er auch sturzbesoffen war, was auch unsere Kinder miterlebt haben. Er hat aber nicht regelmäßig getrunken. Danach war er bei einer Beratungsstelle und mein Eindruck war, dass er damals seine Situation als nicht so schlimm eingeschätzt hat. Er hat weiter Alkohol getrunken, so gut wie jeden Tag ein bis zwei Gläser Wein und einen "Absacker". Ich gehe aber davon aus, dass er teilweise auch abends getrunken hat, wenn ich schon im Bett war.

    Er wirkte nie betrunken, aber unsere Bitten, doch seinen Konsum zu überdenken, hat er abgetan. Er hat auch einmal Alkohol vor mir versteckt. Letztes Wochenende hat unsere Tochter ihm dann gesagt, dass sie sich Sorgen um ihm macht - und ist wohl auch zu ihm durchgedrungen. Er hat kurzfristig für morgen wieder einen Termin bei einer Beratungsstelle bekommen, zum Glück. Seit letztem Wochenende trinkt er wohl keinen Alkohol mehr.

    Allerdings geht es mir seit letzter Woche ziemlich schlecht, einerseits bin ich sehr erleichtert, dass er einen neuen Anlauf nimmt, andererseits kann ich nicht aufhören, auf ihn wütend zu sein und ich habe unglaubliche Angst vor dem, was kommt. Ich will einfach nie wieder Alkohol an ihm riechen, das widert mich nur noch an.

    Ich bin komplett erschöpft und habe heute fast nur geweint.

    Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht.