Beiträge von libson78

    Hi ihr Lieben,

    das ist mein erster Beitrag hier und ich versuche, es kurz zu halten.

    Mein Freund ist Alkoholiker und weiß das auch, also der Punkt der Einsicht und auch, dass er etwas dagegen tun muss, den gibt es zumindest. Allerdings weiß ich mit mir selbst nicht viel anzufangen.

    Wir sind erst seit ca. 6 Monaten zusammen und in dieser Zeit ist sehr sehr viel passiert. Anfangs hat er sich stark um mich bemüht, hat gekämpft, Geschenke gemacht, zugehört (toller Sex..). Ich konnte mich zunächst nicht ganz darauf einlassen, da wir einen relativ starken Altersunterschied haben und außerdem Arbeitskollegen sind. Nun ließ ich es Stück für Stück doch zu, verliebte mich. Wir haben Zeit verbracht, waren im Urlaub, haben toll zusammen arbeiten können, etc. Dann ist sehr plötzlich sein Vater verstorben, es war für alle ein Schock und ging auch sehr schnell. Ich war in all dieser Zeit an seiner Seite, habe ihn bei rechtlichen und emotionalen Themen unterstützt. In dieser Zeit stürzte er immer weiter in das Alkohol-Loch ab und ich konnte es auch nicht aufhalten.

    In den letzten Wochen, ca. 2-3 Monaten wurde es immer schlimmer, anstatt besser. Man muss sagen, dass er vorher schon gern getrunken hat, doch er hatte es im Griff und konnte zumindest tagsüber oder insg. mehrere Tage die Finger davon lassen (ohne Anstrengung oder Stress oder Entzugserscheinungen). Aber mittlerweile sind wir an einem ganz üblen Punkt und ich fühle mich einfach nur noch hilflos. Er ist tagelang nicht erreichbar, kommt abends nicht nach Haus oder erst sehr früh und sehr sehr betrunken. Er vergisst Verabredungen, meldet sich nicht, lässt mich allein, wenn ich krank bin. Er kann sich überhaupt nicht auf mich oder unsere Beziehung fokussieren. Er findet immer wieder Gründe, sich zu betrinken und sobald der erste Tropfen fließt, weiß ich auch, dass es vorbei ist. Er ist oft wütend, aber niemals gewalttätig. Er sucht selbst verzweifelt nach einem Ausweg, findet ihn aber nicht. Er stößt mich immer mehr von sich, ich schätze, er kann es nicht ertragen, mich traurig oder verletzt zu sehen. Er weiß ja, wie sehr mich das belastet. Ich habe nun Angst, dass er mich ganz von sich wegstößt und noch weiter in seinem Loch vergräbt.

    Ich tue immer alles, um ihm seinen Alltag zu erleichtern, um ihn abzulenken. Wir unternehmen gemeinsam Dinge, diese Momente werden aber immer kürzer, weil er meistens maulig, müde und nüchtern ist. Er freut sich dann eher, wenn wir zurück sind und ich nicht mehr bei ihm bin, damit er trinken kann. Wenn er dann aber getrunken hat, will er mich sehen.

    Ich weiß, dass es sicherlich das Klügste wäre, ihn gehen zu lassen. Ihn selbst seinen Weg finden zu lassen und mich auf mich zu konzentrieren. Das ist für mich aber keine Option. Ich muss etwas tun, ich liebe ihn und es muss einen Weg geben. Er ist so ein liebevoller und fürsorglicher Mann und das möchte ich nicht verlieren...

    Bitte gebt mir Tipps oder Erfahrungswerte. Danke!