Das ist toll geschrieben. Ich hab heute mittag schon einige Deiner Beiträge gelesen und mag Deine Ausdrucksweise und auch Ehrlichkeit. Und ich finde soviele Parallelen.
Ich kenne sehr viele Menschen mit gelegentlichen oder auch ausgeprägten Alkoholproblemen. Landleben, Kneipenwochenenden. Das war früher einfach normal und die meisten trinken wie mein Ex immer noch ihr Bier.
10 am Tag und mehr sind kein Problem und führen auch nicht mehr zum Vollrausch.
Bei meinem jetzigen Partner sehe ich aber was völlig anderes. Er trinkt keinen Schnaps oder Wein, tatsächlich nur Bier. Eigentlich finde ich, dass er ab dem 3.schon blöd wird und sehe es an den Augen. Dann sabbelt dieser sonst wortkarge Mensch auf einmal los, regt sich über jeden Scheissdreck auf. Wenn er dann allein ist, schüttet er gut weitere 10 noch rein. Dann wird er garstig und böse, sieht wirklich schrecklich aus. Dann schafft er wie Du damals diese Trockenphasen, hat es am Magen und schläft schlecht. Er zittert nicht oder sowas, ist nur sehr nervös und gereizt. Irgendwie ging das bisher auch alles ohne Kot und Kotze. Soweit kam es nie. Er stammelt dann im Schlaf…..wie jetzt gerade. Nicht dass es ihm nicht auch leid tut nach einem richtigen Exzess. Aber entschuldigen kann er sich nicht mit Worten…….
Aber generell ist er ein Typ, der wie Du und ich eigentlich keinen echten Sinn im Leben sieht.
Ich dachte auch schon oft daran, mich umzubringen, schon seit 30 Jahren. Das Leben ist einfach Scheisse….
Täte ich es, wären viele Menschen schockiert. Ich, immer so offen und freundlich zu jedermann, große herzliche Klappe, überall bekannt durch meinen Job. Wenn die wüßten…..
Ich habe mir immer Aufgaben und Gründe gesucht, morgens aufzustehen, selbst wenn ich es nicht wollte. Hatte viele Haustiere, war engagiert im Job. Innerlich war ich allein, hab ein, zwei wirklich gute Freundinnen weiter weg, mit denen ich über meine eher freudlose Ehe sprechen konnte. Hier bei uns hätte ich mich niemandem anvertrauen können. Früher fragten mich viele, wie ich es mit meinem Mann aushalte und als ich mich trennte, war ich dann doch in mancher Augen das böse Weib, das den armen Kerl verläßt.
Und dann verliebte ich mich in diesen einen, hatte ich ja schon 10 Jahre vorher, schaffte es aber dort noch nicht aus meiner Ehe raus. Dieser eine hatte viele Parallelen zu mir selbst, nur dass er sich eigentlich sehr einigelte und nicht viele Kontakte wollte. Mir war das recht. Wir zogen ein paar km weiter, wo mich nicht absolut jeder kannte und dann war es erst echt schön. Nun hab ich die Hölle und weiß nicht weiter. Den Sonntag schafft er in meiner Gegenwart und Montag geht das Spiel los. Er schüttet sich in den zwei Stunden, die er vor mir heim kommt, manchmal soviel rein, dass ich es nicht fassen kann. Und er glaubt immer noch, ich merke nix. Spreche ich ihn an, ist er beleidigt und wird pampig.
Es ist nicht jeden Tag gleich, aber seit 5 Monaten sehe ich die Steigerung und möchte ihn an manchen Tagen töten. Vermutlich muß ich ihm jetzt konsequent zeigen, dass ich mich von keinem Versprechen mehr einlullen lasse. Aber ich krieg den ja hier nicht mal raus……..selbst wenn ich das jetzt ernsthaft durchziehen wollte.