Beiträge von Dieimmernochhofft

    Diese Wohnung ist eine besondere Konstellation und ein spezieller Deal mit dem Vermieter. Es hängen inzwischen 40000.- Euro drin. Ich kann da nicht weg. Dann verliere ich alles…….nicht zuletzt meinen Ruf bei dieser besonderen Absprache, die einmal ein gegenseitiger Glücksfall zu sein schien.

    Wenn, dann muß ER gehen. Ich schaue mich ja schon nach Wohnungen für ihn um. Aber wer gibt ihm denn einen Mietvertrag, wenn er da so halb vergammelt und entweder wortkarg oder nach Bier riechend erscheint? Ich werde auch den Teufel tun und mich für ihn verbürgen.

    Was für ein Teufelskreis…

    Mein Exmann würde sich sowas von freuen, wenn er wüßte, dass meine neue Beziehung im Eimer ist. Er wünscht sich, ich käme zurück zu ihm. Aber das ist kein Thema für mich.

    Das ist toll geschrieben. Ich hab heute mittag schon einige Deiner Beiträge gelesen und mag Deine Ausdrucksweise und auch Ehrlichkeit. Und ich finde soviele Parallelen.

    Ich kenne sehr viele Menschen mit gelegentlichen oder auch ausgeprägten Alkoholproblemen. Landleben, Kneipenwochenenden. Das war früher einfach normal und die meisten trinken wie mein Ex immer noch ihr Bier.

    10 am Tag und mehr sind kein Problem und führen auch nicht mehr zum Vollrausch.

    Bei meinem jetzigen Partner sehe ich aber was völlig anderes. Er trinkt keinen Schnaps oder Wein, tatsächlich nur Bier. Eigentlich finde ich, dass er ab dem 3.schon blöd wird und sehe es an den Augen. Dann sabbelt dieser sonst wortkarge Mensch auf einmal los, regt sich über jeden Scheissdreck auf. Wenn er dann allein ist, schüttet er gut weitere 10 noch rein. Dann wird er garstig und böse, sieht wirklich schrecklich aus. Dann schafft er wie Du damals diese Trockenphasen, hat es am Magen und schläft schlecht. Er zittert nicht oder sowas, ist nur sehr nervös und gereizt. Irgendwie ging das bisher auch alles ohne Kot und Kotze. Soweit kam es nie. Er stammelt dann im Schlaf…..wie jetzt gerade. Nicht dass es ihm nicht auch leid tut nach einem richtigen Exzess. Aber entschuldigen kann er sich nicht mit Worten…….

    Aber generell ist er ein Typ, der wie Du und ich eigentlich keinen echten Sinn im Leben sieht.

    Ich dachte auch schon oft daran, mich umzubringen, schon seit 30 Jahren. Das Leben ist einfach Scheisse….

    Täte ich es, wären viele Menschen schockiert. Ich, immer so offen und freundlich zu jedermann, große herzliche Klappe, überall bekannt durch meinen Job. Wenn die wüßten…..

    Ich habe mir immer Aufgaben und Gründe gesucht, morgens aufzustehen, selbst wenn ich es nicht wollte. Hatte viele Haustiere, war engagiert im Job. Innerlich war ich allein, hab ein, zwei wirklich gute Freundinnen weiter weg, mit denen ich über meine eher freudlose Ehe sprechen konnte. Hier bei uns hätte ich mich niemandem anvertrauen können. Früher fragten mich viele, wie ich es mit meinem Mann aushalte und als ich mich trennte, war ich dann doch in mancher Augen das böse Weib, das den armen Kerl verläßt.

    Und dann verliebte ich mich in diesen einen, hatte ich ja schon 10 Jahre vorher, schaffte es aber dort noch nicht aus meiner Ehe raus. Dieser eine hatte viele Parallelen zu mir selbst, nur dass er sich eigentlich sehr einigelte und nicht viele Kontakte wollte. Mir war das recht. Wir zogen ein paar km weiter, wo mich nicht absolut jeder kannte und dann war es erst echt schön. Nun hab ich die Hölle und weiß nicht weiter. Den Sonntag schafft er in meiner Gegenwart und Montag geht das Spiel los. Er schüttet sich in den zwei Stunden, die er vor mir heim kommt, manchmal soviel rein, dass ich es nicht fassen kann. Und er glaubt immer noch, ich merke nix. Spreche ich ihn an, ist er beleidigt und wird pampig.

    Es ist nicht jeden Tag gleich, aber seit 5 Monaten sehe ich die Steigerung und möchte ihn an manchen Tagen töten. Vermutlich muß ich ihm jetzt konsequent zeigen, dass ich mich von keinem Versprechen mehr einlullen lasse. Aber ich krieg den ja hier nicht mal raus……..selbst wenn ich das jetzt ernsthaft durchziehen wollte.

    Ist denn hier jemand, der immer wieder exzessiv getrunken hat und es ohne Therapie geschafft hat?

    Und wann hat es wirklich Klick gemacht? Natürlich drohe ich mit Trennung. Dann heißt es im Suff „geh doch“…danach kommt das Geheule……

    Ich habe, wie schon gesagt die Konstellation, dass das hier theoretisch meine Wohnung ist, in der viel Geld drin steckt, weil aufwändig renoviert wurde, womit wir noch nicht mal fertig sind, weil er ja gerade keinen Nerv hat. Ich krieg ihn hier nicht raus, auch wenn es mir irgendwann ernst damit wäre. Ich habe ihn täglich vor der Nase. Wir haben viele Räume. Man kann sich etwas aus dem Weg gehen, aber das ist kein Zustand.

    Niemand weiß von der Situation. Bisher hat es vermutlich noch keiner mit bekommen, da er ja eher ein Einzelgänger ist und in seinem Job auch (noch) gute Arbeit macht. Alle denken, ich sei jetzt glücklich und ich kann mit niemandem darüber reden. Wir kannten uns auch schon 10 Jahre, bis wir zusammen kamen.

    Ja, das bin ich wohl.

    Die Kümmerin…….

    Vielleicht hab ich ja auch einen Vaterkomplex. Der hat auch viel zuviel getrunken. War kein so krasser Alkoholiker und hat immer noch alles geregelt gekriegt, aber er hat getrunken.

    Ich hab in meiner Verzweiflung auch schon versucht, viel zu trinken, aber das ist wohl nicht mein Weg.Ich rauche wie ein Schlot….und wenn ich das nicht machen würde, müßte ich vermutlich Drogen nehmen.Wenn mich morgen jemand zwingt, damit aufzuhören, hätte ich auch ein Problem.

    Alkohol hilft mir ne halbe Stunde und ist mir den dicken Schädel am nächsten Tag nicht wert.

    Es gab Zeiten, in denen er sagte, er läßt es jetzt.

    Da war er nur an diesen Freitagen und Samstagen voll. Sonntag war toll, die Woche ging und Freitag das gleiche Spiel.

    Er hat dann reduziert und kurz ging das, bis er eben allein war.

    Zum Arzt gehen ist ihm peinlich. Mit dem Chef reden auch. Wir leben sehr ländlich.

    Er schiebt vor, er hätte Depressionen. Ja, er ist ein etwas anderer Mensch als andere.

    Aber: was war zuerst? Die Henne oder das Ei?

    Depressionen fördern den Hang zum Alkohol, Alkohol löst Depressionen aus.

    Uns geht es sonst prima. Tolle Wohnung, keine finanziellen Sorgen…..er hat keinen Grund.

    Liebe ist da, aber auch die Krankheit….und die verändert eben alles.


    Ich will ihn noch nicht aufgeben. Im Originalzustand ist es schön mit ihm. Aber jetzt ist er seit Monaten kaum noch im Originalzustand.

    Hab ihm schon gesagt, er soll sich eine Wohnung suchen und kann mich besuchen, wenn er nüchtern ist.

    Aber dem gibt doch besoffen keiner eine Wohnung.


    Was ich jemand anderem raten würde? Klar…..verschwinden.


    Ich weiß nicht, warum….aber ich löffel die Suppen immer aus, die ich mir einbrocke.

    Hab auch meinen Exmann nie im Stich gelassen. Der war jetzt aber auch nicht so exzessiv. Ich konnte nur dieses Landleben-Kneipendasein nicht mehr und wir lebten nur noch wie Bruder und Schwester. Dann schaffe ich diese Trennung und komme von Pest zu Cholera???

    Wann klickt es denn im Schädel? Erst, wenn er alles verloren hat????

    Trennung ist auch nicht so einfach, selbst wenn ich wollte. Es steckt sehr viel Geld in dieser Wohnung, darum kann ich mir nicht einfach schnell was anderes suchen. Er wird besoffen keine kriegen. Also wer soll jetzt raus?

    Und ich will das verdammt nochmal nicht……..warum kriegt der Idiot das nicht hin?

    Hallo zusammen,

    Nie hätte ich geglaubt, mich je in einem solchen Forum anzumelden……

    Ich war viele Jahre mit einem Alkoholiker verheiratet, ein klassischer Kneipengänger. Er war ständig in der Freizeit angetrunken, aber nie bösartig. Wir haben uns in halbwegs verbliebener Freundschaft getrennt.

    Habe mich in einen anderen Mann verliebt. Typ einsamer Wolf, macht alles mit sich selbst klar……

    Dieser Mann hatte in seinem Leben immer mal exzessive Alkoholphasen, versprach mir aber natürlich das Blaue vom Himmel, dass das mit mir nie mehr ein Thema wäre.

    Tatsächlich trank er über ein halbes Jahr nichts, wir zogen zusammen.

    Dann ging es langsam los. Mal ein oder zwei Bier, mal nichts, mal Vollsuff. Dann wieder nur Radler.

    Die Abstände immer kürzer, das Wesen völlig verändert, er stinkt und redet dummes Zeug, wo er sonst eigentlich kein großer Redner ist. Jetzt so schrecklich, dass ich es kaum noch ertrage. Nach jedem Exzess quasi eine Entschuldigung….nonverbal, mit Tränen und in den Arm nehmen. Dann geht es am nächsten Tag wieder los. Ich komme später von der Arbeit als er und da sitzt ein angesoffenes Wrack, das nichts mehr auf die Reihe kriegt.

    Inzwischen wird dann auch bei der Arbeit getrunken. Bierdosen werden versteckt oder noch schnell draußen entsorgt, bevor ich heim komme.

    Verbringt er den ganzen Tag mit mir, geht es komischerweise auch mal ohne. Sobald er auch nur eine Stunde allein ist, geht es los. Muß ich samstags arbeiten oder er hat Freitag früher Feierabend, ist der Ablauf vorprogrammiert.

    Von dem Kerl, den ich liebe, ist kaum noch was übrig. Und schuld ist alles, nur nicht er.

    Er will keine Therapie, will nicht zum Arzt…….

    Es ist ein nicht endender Horrorfilm…..seit zwei Jahren.