Beiträge von Spaetzle

    Hallo zusammen in die Runde. Am Ende meines letzten Beitrages hatte ich auch folgendes mitgeteilt: "Letztendlich ist die Bezeichnung ja auch egal. Es geht um mich meine Krankheit und wie ich damit weiter leben kann durch Abstinenz. Das ist mir wichtig."

    Ich will auch an dieser Stelle aufhören mit einer Diskussion über Begriffe und Bezeichnungen. Mir ist hier wirklich wichtig, Erfahrungen über und Wege mit der Abstinenz zu finden. Deswegen werde ich mal in den nächsten Tagen einfach die Beiträge durchlesen und meine Meinung dazu etwas zurückhalten. Hier nur mal zur Historie: Ich habe zwei stationäre Entgiftungen gemacht und eine ambulante Therapie hinter mir. Erst dann hatte ich mich entschieden für eine Langzeit Therapie. Dafür hatte ich aber meine Zeit gebraucht, um dafür bereit zu sein. Auch mich zu entscheiden, online eine Gruppe zu finden, hat bei mir Zeit gebraucht. Ich will einfach damit sagen, dass es mir gut tun muss und ich mich wohl fühle in dem, was ich tue. Die Wege aus Gefühlskälte, d.h. eigene Gefühle zuzulassen und raus aus Depressionen sind da bestimmt bei jedem unterschiedlich. Deshalb will ich hoffnungsvoll in die Zukunft schauen und wieder positiv denken und das ist mit jedem Tag Abstinenz ein Schritt näher zur Abstinenz für das ganze Leben. Jeder Tag Abstinenz ist ein Erfolg. Nun gut, ich werde da mal hier aufhören, weiter zu erzählen sondern erstmal zuhören bzw. lesen. Danke auch für alle Worte, die mich zum Nachdenken anregen. Liebe Grüße.

    Die Bezeichnung Alkoholiker ist für mich der Begriff eines AKTIV trinkenden Menschen. Alkohol-Kranker beschreibt es besser. Ich habe das Verlangen früher immer über einen Trigger erhalten. Diesen Trigger kenne ich jetzt. Es ist Stress in bestimmten Situation im beruflichen, wenn ich nicht vorwärts komme und abhängig bin von den Lieferanten und Kundenwünsche dadurch nicht erfüllen kann. Wenn dieser Trigger wieder kommt, kann es auch sein, dass meine Alkoholsucht wieder durchschlägt und das Verlangen danach kommt, das Sucht Gedächtnis bleibt. Das ist mir bewusst. Jedoch möchte ich meine Abstinenz mit präventiven Methoden und Maßnahmeplänen erhalten. Ich habe nichts dagegen, dass ich als Alkoholiker bezeichnet werde. Ich verwende diesen Begriff nur nicht gern, genauso wie "trockener Alkoholiker". Dies ist wirklich ein schweres Thema. Ich will mich diesem stellen und weiter damit beschäftigen. Letztendlich ist die Bezeichnung ja auch egal. Es geht um mich meine Krankheit und wie ich damit weiter leben kann durch Abstinenz. Das ist mir wichtig.

    Hallo Nayouk, danke für die Antwort. Ja, ich bin Alkoholiker, obwohl ich diesen Begriff nur als Kurzform sehe und nicht so mag. Ich würde eher sagen, ich war dem Alkohol in schwierigen Situationen verfallen und habe dies als Lösung der Probleme angesehen. Ich schreibe bewusst war, weil dies nicht mehr sein soll. Dies habe ich gelernt. Als Alkoholiker in dem Sinn kann es auch möglich sein, dass man einen Rückfall erleidet. Dies ist aber nicht ein Ziel. Ziel ist für mich weiterhin abstinent zu leben. Ich sehe dies hier nicht als Freundschaftsplattform , sondern als Forum für Gleichgesinnte zum Erfahrungsaustausch in alltäglichen Situationen und Hilfe, wenn es mal schwierig wird. Ich muss mich wohl fühlen können hier. Viele liebe Grüße.

    Ich habe vom 01.Juli-11.Nov.2025 eine Langzeit-Therapie gemacht und bin nun in der Nachsorge angelangt. Seit Über einem Jahr habe ich keinen Alkohol mehr zu mir genommen und bin sehr zufrieden darüber. Die Therapie war sehr gut und ist allen Betroffenen nur zu empfehlen. Nebenbei bemerkt, ich bin z.Zt. auf Suche nach neuer Arbeit (arbeitslos). Jedoch habe ich meine Alltagsstruktur (wieder) gefunden. Ich wollte hier im Forum neue Freundschaften knüpfen, die auch in schwierigen Zeiten des Verzweifelns mal zuhören können und evtl. einen Rat haben- im Alltag wie im beruflichen. LG an die Runde