Danke, das ist ein hilfreicher Beitrag
Beiträge von Mo_mo_8
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So, ich hole jetzt mal die Diskussion zu mir, damit Alexas Faden nicht überstrapaziert wird.
Oder ist das jetzt angeblich auch schon wieder co?
Es ist immer wieder erstaunlich wie viele Alkoholiker hier meinen das definieren zu können. Während ich umgekehrt nicht auf die Idee käme den Alkoholikern rein zu reden.
Das hier ist meiner Ansicht nach ein schönes Beispiel wie mein Verhalten, also einer Angehörigen, hier automatisch als co interpretiert wird:
So ein Quatsch. Ich habe deutlich gemacht, dass ich es unangemessen finde, wenn ein Alkoholiker unrealistische Hoffnungen schürt. Das mache ich im Wissen, dass hier der offene Bereich ist, der eine Außenwirkung hat. Das ist das selbe wie, wenn hier auf Alkoholiker-Seite jemand einschreitet, weil ein User einem anderen etwas schreibt, das offensichtlich seine Abstinenz gefährden könnte.
Genau davon ist hier eben noch nicht auszugehen:
Hier sind viele neue Userinnen. Klar ist da noch Co-Denken vorhanden. Sonst bräuchten sie sich hier nicht anmelden. Und es geht auch nicht ums "Trockenlegen", sondern um die Hoffnung, die geschürt wird.
Und da sind wir bei den Zuschreibungen, die Angehörigen aufgedrückt werden. Das ärgert mich. Dass wir pathologisiert werden. Als selbst süchtig und krank bezeichnet werden. Und viele, die her kommen nehmen das auch an, sind in ihrem Selbstwert sowieso unten. Nehmen die "Schuld" auf sich, alles falsch gemacht zu haben, die Sucht "gefördert" oder "unterstützt" zu haben. Schämen sich. Oder manche verstecken sich vielleicht auch hinter der "Co-Abhängigkeit", denn dann bin ich ja auch krank und kann nichts dafür, bin hilflos.
Unter dem Begriff Co-Abhängigkeit verstehe ich die typische Dynamik und das typische Verhalten von Angehörigen, die mit Süchtigen zu tun haben. Ich halte ihn aber für irreführend, weil es keine Abhängigkeit ist. Eine Sucht schon mal gar nicht.
Es ist ein dysfunktionales Verhaltensmuster und Burn-Out nach extremer Belastung durch das Zusammensein mit einem Süchtigen mit allem was dazu gehört: das Täuschen, das Lügen, die Verunsicherung der eigenen Wahrnehmung, das Switchen zwischen guten und schlechten Zeiten, dem schleichenden Prozess, der Angst um die Gesundheit, um den finanziellen Verlust, die Hoffnung, dass es besser wird, die Manipulation, die Trinkpausen etc.
All das oft auf dem Hintergrund einer weiblichen Sozialisation und einer Gesellschaft, in der Alkohol verharmlost wird.
Nicht einfach. Aber es lässt sich ablegen. Der Süchtige bleibt allerdings süchtig.
Natürlich tut eine Trennung weh. Das als Entzug zu bezeichnen finde ich jedoch vollkommen unpassend. Vor allem nachdem ich die Entzüge meines Mannes miterlebt habe. Das ist Liebeskummer. Der kann höllisch sein das geht aber auch Frauen so, die sich aus anderen Gründen trennen.
Und Co-Verhalten gibt es auch bei Angehörigen von anderen Erkrankungen.
Und die Behauptung es sei eine Art Prägung, die dazu führt sich immer wieder Alkoholiker "auszusuchen" ist auch nicht belegt. Bei EKAs gibt es eine solche Tendenz, das muss aber längst kein Helfersyndrom oder Wiederholungszwang sein oder was die Populär-Literatur sonst so behauptet.
Aber ich wiederhole mich. Dazu habe ich hier ja schon ganz viel in meinem Faden geschrieben.
Daher: Ich habe fertig.