Beiträge von Rotfuchs

    Hallo Tabsi,

    weder Kampf noch Verzicht, heute habe ich Besuch meiner Tochter die mich bat auf keinen Fall betrunken nach hause zu kommen...

    Beim Einkauf würdigte ich den Bierdosen nur eine flüchtigen Blick, die haben dann tatsächlich auch nicht protestiert!

    Hallo zusammen,

    diese Geschichte berührt sehr, stehe ich doch auf der anderen Seite und stelle mir da die Frage; welchen Schaden hast du bei den Kindern angerichtet, wie weit bist du für deren Schiksal verantwortlich ?! Und viele weitere Fragen und Gedanken, vorzugsweise nachts zwische halb drei und fünf Uhr quälen die schuldbewusste Seele...

    Hier finden sich Antworten, die beide Seiten beschreiben und so kann im weiteren Verlauf hoffentlich traumatische Belastung abgebaut werden.

    Innerhalb der Familie ist dieser Austausch sehr schwierig, die emotionale Verstrickungen und karmische (familiäre) Vorbelastungen führen schnell zu Missverständnis und neuem Konflikt.

    Guten Morgen Tabsi,

    Kampf und Verzicht: Vor drei Jahren bekam ich vom Arzt nach einer Magenspiegelung den kurzen beinahe geringschätzigen Bescheid „Alkohol! sie haben ein Geschwür, das ist ein Alarmsignal“... Mehr sagte er nicht und wandte sich ab.

    Ich war tatsächlich verunsichert und leistete ein paar Tage Verzicht um dann den Kampf doch noch zu verlieren. Gut einen Monat später, ich wollte auf die Baustelle zur Arbeit gehen, sackte ich in mich zusammen, schleppte mich ins Bett und blieb dort den ganzen Tag liegen, mein Zustand wurde immer kläglicher. Schließlich rief meine Familie gegen meinen Willen den Krankenwagen, in der Notaufnahme wurde der Magen an den Schlauch gelegt und 4 Liter Wasser Blutgemisch schossen aus dem Körper und beendeten die qualvollen Schmerzen. Diagnose nach erneuter Spiegelung:

    Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ! Es folgten stationär 10 Tage künstliche Ernährung und dann eine langsame Rückführung zur normalen Nahrungsaufnahme. Monate war ich dann abstinent und doch kam der Tag, an dem ich rückfällig wurde...

    Vielen Dank Nayouk24, darauf hätte ich selbst kommen können. Nun, ich bin nicht mehr der Jüngste und tu mich mit diesem elektronischen Medium manchmal etwas schwer. Seit über 50 Jahren bin ich dem Alc verfallen, viele Versuche sind kläglich gescheitert und so waren 4 Monate Abstinenz die längste Zeit, die ich erfolgreich durchgehalten habe. Vielleicht schaffe ich durch eine schriftliche Aufarbeitung dieser Suchtgeschichte einen Absprung und kann dann die "Restlaufzeit" genießen. Da ich bei dieser Niederschrift viele persönliche Details preisgeben würde, besteht die Vermutung, dass meine Anonymität auffliegt. Das könnte bei Angehörigen zu Schuldzuweisung und weiteren Irritationen führen. Andererseits habe ich hier im Forum einige berührende Geschichten gelesen und kam so auf die Idee die Aufarbeitung so zu beginnen.

    Hallo Elly,

    ausser hier im Vorstellungsbereich kann ich nicht schreiben und wenn ich meine Seite öffne steht das Anmeldedatum und eben "seit einem Monat nicht aktiv" Ich habe viele Beiträge gelesen und würde gerne den Austausch suchen, doch dazu müsste ich ein neues Thema erstellen können.

    Was habe ich übersehen?

    LG Rotfuchs

    Hallo und guten Tag,

    das Eis ist sehr dünn, schnell fasst mich die Versuchung und findet Gründe für eien kleinen Abstecher! Wehe, wenn die durstigen Geister ihre Argumente auffahren. Ich möchte mit einer Erfahrung anfangen, die sicherlich viele von euch nachvollziehen können. Abstinenz fordert die Gemüter heraus, manche liebe Freunde sind entsetzt und wollen, können nicht verstehen oder akzeptieren! Rafiniert sind die Bemühungen, mich "auf den rechten Weg" zurück zu führen. Da bleibt nur die Distanz, der Verzicht auf Austausch und Begegnung; Was aber, wenn in der Familie die neue Situation zu Spannung und Streit führt!? Immerhin war das jahrelang ein eingespieltes Muster, jetzt ändert sich alles und die Rollen sind neu zu vergeben. Hier besteht meinem Gefühl nach eine grosse Gefahr und Herausforderung! Wie kann ich meine vermeintliche neue Stärke, die ja alles andere als stabil ist, schützen ? Wie kann ich die dringend nötige Unterstützung beschreiben, um die Gefahr des Absturzes zu vermeiden? Trennung wäre ein schlechter Rat, das schafft nur noch mehr Verletzung und Probleme.

    Viele Beiträge von Euch geben wertvolle Anregungen, durch den Versuch, die eigenen Gedanken niederzuschreiben, raube ich der Versuchung ein gutes Stück Kraft.

    Einen friedvollen Abend an Euch alle

    Hallo und guten Abend,

    wieder habe ich nun über eine Woche Abstinenz bewältigt. Tatsächlich traue ich der Ruhe noch nicht so ganz, gab es doch in den letzten Jahren zwei längere Zeiträume der Abstinenz und doch kam der Rückfall plötzlich und unvermittelt! Und das nach 3 Monaten. Dieses Mal hoffe ich auf einen dauerhaften Erfolg und da kann der Erfahrungsaustausch hier im Forum sicherlich hilfreich sein. Äuserlich gab es heute abend eine Sturmwarnung, im übertragenen Sinne bereite ich mich somit auf die bevorstehende interne Stürme schon mal vor. Immerhin, die Tage werden spürbar länger,

    Grüsse rundum .

    Hallo Seppel1986, hallo Nayouk,

    mein Dank für Eure Ermutigung, leider gab es am 14. und 15ten Tag einen Absturz im gewohnten Muster, da war ich ganz der alte Alkoholiker!

    Gestern dann ein neuer Anlauf und heute zum Glück keinerlei Bedürfnis nach Bier. Trotzdem warte ich noch eine Woche, bevor ich die angebotene Freischaltung tätige. Die Geister die ich rief, werd ich nur schwerlich los... Viele Grüsse Rotfuchs

    Austausch ist möglich, wenn ich mich verstanden fühle. Die ersten Schritte sind vielleicht unbeholfen, doch habe ich mich mit dem Ausdruck "Keine Frage" deutlich zur Sucht, als Alkoholiker bekannt. Da verstehe ich die Zurechtweisung nicht, binn aber bereit dazu zu lernen.

    Hallo Nayouk, keine Frage, lange habe ich mich selbst betrogen, war im Glauben die Situation im Griff zu haben. Das ist vorbei und ich stehe zu dieser Sucht, will endlich ein dauerhaft abstinentes Leben führen. Der körperliche Entzug müsste abgeschlossen sein, der Besuch beim Arzt steht an, doch habe ich erst nächste Woche einen Termin bekommen. Entscheidend jetzt ist das Durchhalten, keinen Rückfall riskieren, den ich war (leider) stets kompromisslos! Unter 8 Dosen gab ich mich nicht zufrieden, 1 bis 2 Dosen Reserve inklusive. Es gibt also keine Kompromisse...

    Viele Grüsse

    Rotfuchs

    Noch etwas unbeholfen will ich versuchen, hier einige Fragen mit euch zu besprechen. Vorab, seit 9 Tagen habe ich nichts mehr getrunken und bin einigermassen erstaunt, keine nennenswerte Entzugserscheinungen zu beklagen. Hinter mir liegen Jahre mit einem exzesiven Bierkonsum, das bedeuted pro Tag 4 - 5 Litter Bier an 4 - 5 Tagen die Woche. Dann eine Nacht, in der der Magen rebelierte, beim Gang zum Klo kolabierte der Kreislauf und ich lag am Boden in der Kälte und konnte erst nach längerer Ohnmacht mühsam ins Bett gelangen. Der stechende Schmerz im Bauch war kaum ertrâglich und mir war klar, dass nur ein sofortiger STOP schlimmeres verhindern kann. Der körperliche Entzug müsste soweit geschafft sein, jetzt kommt der lange Weg der Entwöhnung bezw. Verzicht, der Kampf gegen die durstigen Geister, die mit allen Tricks um den Abtrünnigen kämpfen.

    Da erhoffe ich hier Hilfe, Anregung und Austausch;

    Einen friedvollen Abend euch allen

    Rotfuchs