Beiträge von varulv

    Hallo in die Runde,

    ich will mir eine Rettungskette gestalten - ähnlich wie der für Betroffene bei Craving/Suchtdruck. Dazu sammle ich, was ich machen kann, wenn ich emotional überwältigt bin, eine Panikattacke habe oder meine Partnerin allgemein wieder einen Ausfall hat. Was hilft euch? Hier findet ihr meine Liste, ergänzt sie gerne!

    • Spazierengehen
    • Sport: 20 Liegestütz, Hampelmänner etc. (konkrete Aufgaben)
    • Jonglieren
    • Kreuzworträtsel
    • Musik hören (ich höre dann sehr harten Metal, der mir ein Ventil für meine Emotionen gibt)

    Ich versuche mir gerade eine "Rettungskette" aufzubauen, was ich machen kann. Ich fühle mich zu oft komplett hilflos und will mir wieder Handlungsspielraum geben.

    Dafür habe ich erstmal meine Grenzen bzw. Regeln notiert. Es sind erstmal meine, die definitiv noch Ausbaufähig sind, aber das ist der erste Versuch, den ich vllt auch durchhalten kann. Meine Partnerin ist Pegeltrinkerin, ganz ohne Alkohol ist gerade einfach nicht. Eine Langzeittherapie ist geplant, aber aktuell erst irgendwie im Sommer/Herbst. Sie geht zu einer Selbsthilfegruppe, hat Therapie und ist dennoch aktiv abhängig und verliert aktuell immer wieder den Kampf.

    Meine sind:

    • bei einem Ausfall schlafe ich woanders
    • ich kaufe keinen Alkohol (wir wohnen zusammen in einer WG, also gibt es irgendwo Alkohol, aber sie trinkt nur ihren eigenen). Sie trinkt in meiner Gegenwart, keine Ahnung, ob das gut ist, aber ihr scheiß Versteckspiel ist so weniger
    • ich werde den Konsum nie gutheißen
    • Ich diskutiere nicht betrunken mit ihr
    • Bei Handgreiflichkeit verlasse ich sofort den Raum
    • Ich bin nicht schuld an dem Konsum
    • Ich entschuldige mich nicht für meine Bedürfnisse


    Was meint ihr? Ich versuche gerade irgendwie Verantwortung für meine Aufgaben und Päckchen zu übernehmen und ihre abzulegen

    Danke an alle für die ehrlichen und wichtig harten Antworten. Ich komme aus meinem Verhalten kaum raus. Habe so viel das Gefühl, dass sie nur manipuliert und mich boykottiert.

    Vor allem muss ich es sehr, sehr dringend, da ich in zwei Wochen meine Ausbildung abschließen will.

    Ich denke aktuell jede Woche über Trennung nach, weil sie vielleicht versucht (behauptet sie auf jeden Fall) und zwei Tage oder so gut laufen. Aber danach stürzt sie wieder ab. Und sie weiß, welche Knöpfe sie betrunken bei mir drücken muss. Sie isst nicht und trinkt nur, stößt mich bewusst weg, indem sie sagt, dass ein ganzes Leben betrunken ja durchaus gehen würde und sie ihren Änderungswollen immer wieder negiert.

    Hallo in die Runde,

    ich bin 32 und seit ca. 2 Jahren mit meiner alkoholabhängigen Partnerin zusammen. Ich helfe, auch unabhängig von der Beziehung gerne und bin für viele Seelsorger. Seit kurzem wohnen wir zusammen, wodurch mein "pflegender" Anteil noch mehr geworden ist. Vermutlich sehr dummer Idee gewesen. Ich erfülle schon länger definitiv alle Kriterien für eine Co-Abhängigkeit, komme da nicht raus. Will/kann sie nicht hängen lassen, fühle mich verantwortlich. Sie hat extrem viele andere Baustellen (Vater war Alkoholiker, unheilbar krebskrank und daraus erwachsene weiter psychische Probleme). Auch in ihrer gesamten Kommunikation war sie seltenst wertschätzend...wir sind sehr in einer Dynamik aus Abhängigkeiten gefangen, ich gebe immer nach und sie "ruht" sich darauf aus.

    Sie hat vor einer Woche einen Entzug gemacht, nachdem es nicht mehr ging. Oberflächlich wollte sie den Entzug, aber am Ende habe ich sie dorthin geschleppt. Dafür dass ich sie in die Klinik gebracht habe, war sie mir sehr dankbar. Mittlerweile ist sie seit 6 Tagen zurück. Sie war von Tag 1 an rückfällig. 2 bis 3 Tage waren stark rückfällig, wobei ich an einem auch vertrieben wurde mit leichtem Wegstoßen, Drängen, bewusstem vor mir Trinken und mir in den Nacken mit den Fingernägeln gekrallt worden ist. Sie fängt wieder an, Alkohol zu verstecken und ist eigentlich vollständig wieder im alten Muster gefangen. Wobei ich an vielen Stellen beschuldigt werde und der Stress außerhalb ein Problem ist bzw. als solcher vorgeschoben wird. Ja, das stimmt alles, dass unsere Kommunikation etc. nicht optimal ist, aber das ist nicht nur meine Aufgabe.

    Gerade ist sie (angetrunken) zu der Ausstellung eines ihrer guten Freunde. Sie fragt, ob ich gerne kommen möchte. Sie vermisse mich. Ich bin aber sehr müde und habe ehrlich kommuniziert, dass ich den Abend für mich frei habe möchte bzw. frei brauche. Ich bin erschöpft. Sie hat mich dann angerufen, aber als ich nochmal gesagt habe, dass ich die Zeit echt brauche, hat sie mich angemault, dass ich nicht komme. Dann aufgelegt. Daraufhin gefragt, ob sie zurückkommen soll. Naja, ich will vor allem einen entspannten und nüchternen Abend mit ihr. Das ist gerade die Situation und der Grund warum ich mich hier anmelde.

    Meine Gedanken kreisen ständig darum, was mein Verhalten auslöst. Dass ich nicht schuld bin, weiß ich (theoretisch), aber das anzuerkennen, fällt mir sehr schwer. Ich stelle mir Fragen, wie ich ihren Konsum unterbrechen oder reduzieren kann, ja kann ich nicht. Wie "beschütze" ich sie vor einem Rückfall. Was kann ich tun? Wie kann ich helfen und unterstützen? Alles Fragen der Co-Abhängigkeit...

    Danke und ganz viel Stärke an euch alle!
    varulv