Beiträge von Sarre

    Ich dachte auch eine ganze Zeit lang, ist doch nur Bier, wenn ich am Wochenende dann mal 8 Halbe, entspricht 4 Liter Bier, getrunken habe, macht es keinen Unterschied mehr, dauert vll etwas länger, ist aber das gleiche Gift wie im Schnaps. Bleibe dran und lass dir hier von den erfahrenen Mitgliedern helfen, ist Gold wert.

    Du sagst es, auch Bier kann sich zu ner gefährlichen Menge addieren.

    Ich dachte halt wirklich jahrelang dass ich kein Alkoholproblem habe, eben weil ich nix hartes Trinke oder mal unter der Woche ein paar Feierabendbier.


    Naja, letzte Woche wurde ich damit wortwörtlich sehr hart auf den Boden der Tatsachen geholt...

    Diese Aufgabe ist bei mir übrigens auch nach acht Monaten noch lange nicht abgeschlossen, auch wenn ich mir selbst keinen schlechten Weg attestiere.

    Mir sind wenige Bekanntschaften geblieben, die meisten waren wohl doch Zweckgemeinschaften zum Saufen. Das war teilweise auch traurig und mal schmerzhaft, dies dann zu erkennen. Ist aber einfach zwingend notwendig!

    Also ich für meinen Teil kann und will gar nicht auf Partys oder in Kneipen gehen wie früher und dort dann ne Cola mit den gleichen Leuten trinken. Das würde ich sicher zwei-, dreimal schaffen, dann wäre ich wieder im Krankenhaus oder in der Ausnüchterungszelle.

    Ich finde es schon stark 8 Monate ohne einen Tropfen verbracht zu haben. Auch wenn der wille da ist, kann ich mir stand heute das noch gar nicht wirklich vorstellen.


    Ein Kneipengänger war ich zum Glück bisher nie so wirklich. Was mich fasziniert sind seit eh und je Clubbesuche und Festivals (Techno, Hardcore). Und so viele Spiele wie möglich meines Fussballvereines zu besuchen. Leider verbinde ich beides auch nach Jahren mit exzessiven Alkoholkonsum. Und da ich da auch die meisten meiner Freunde verorte, wird es interessant sein zu sehen wie sich da meine Zukunft gestaltet.

    Aber das ist jetzt erst mal Zukunftsmusik. Jetzt ist erstmal die Genesung und der Entzug wichtig. Letzteres erscheint mir Gott sei Dank bis jetzt relativ einfach, auch wenn ich mit Schlafproblemen zu kämpfen habe. Das kann natürlich aber auch an meinen Verletzungen liegen.


    Ich hab mich auf jeden Fall jetzt mal für den offenen Bereich beworben.

    Guten Morgen


    Erst mal danke für die ersten Antworten. Vor allem an dich Soapstar. Es ist erschreckend zu sehen was dieses flüssige Nervengift mit einem Menschen anstellen kann...

    Vor allem aber die Absätze mit dem "zu jung um mit dem Saufen aufzuhören" und "früher war nicht alles schlecht" habe ich mir jahrelang auch immer wieder gedacht. Ich bin nämlich im Grunde ein recht sozialer Mensch mit Partyleben und vielen Freunden. Bei selbigen aber auch bekannt als derjenige, der es immer wieder übertreibt (Wenn ich da dann mal wieder zu frech zu meinen Freunden bin, heißt es immer, lass ihn, er ist besoffen). Ich hab mir da im grunde nicht viele Gedanken drüber gemacht, denn ich hab mir immer eingeredet: "du trinkst doch nur Bier, und auch nicht vor der Arbeit oder sowas". Aber leider reicht das Bier auch bei mir schon dafür, dass ich am Wochenende solche abstürze und blackouts habe. Ich vertrage einfach auch nix!

    Heute morgen bin ich seit locker 15 Jahren das erste mal wieder eine ganze Woche am stück nüchtern!

    Irgendwie surreal mir das einzugestehen...

    Ich will auf jeden Fall am Ball bleiben und weiter abstinent bleiben. Zum "Glück" komme ich jetzt wegen der Verletzung erst mal nicht an irgendwelche Trigger Punkte. Meine Frau hat sämtlichen Alk im Haus entsorgt. Fühle mich jetzt aber auch ehrlich gesagt nicht so als müsste ich jetzt unbedingt was trinken. Ich will einfach diese konstante Veränderung in meinem Leben!

    Interessant wird es für mich wenn ich nach der Verletzung wieder am Leben teilnehme. Und da erhoffe ich mir unterstützung von gleichgesinnten. Deshalb die Anmeldung hier. :)

    Guten Abend

    Ich bin durch googeln auf euer Forum gestoßen und habe die letzten Tage ein paar Beiträge mitgelesen. Ich möchte nun endlich den ersten Schritt gehen und hoffe, das dies ein Anfang in ein neues Leben wird.

    Ich möchte mich zuerst kurz und bündig vorstellen und versuchen, so kurz zu halten wie ich kann. Gerne kann ich später alles noch ein wenig ausschmücken:
    Ich bin 32 Jahre und Alkoholiker. Leider schon lange. Angefangen zu trinken habe ich mit ca 16. Zwischen meinem 18. und 23. Lebensjahr habe ich eine extreme Hochphase gehabt mit Saufen vorm HBF mit Bier und hartem Alk. Danach habe ich eine ganz gute Arbeit bekommen, die ich immer noch ausübe. Seitdem hat sich mein Alkmuster dahingehend verändert, das ich ausschließlich nur noch Bier konsumiere. Das aber leider sehr oft und regelmäßig in großen mengen. Regelmäßig habe ich Abstürze und Filmrisse. Auch wenn ich nie gewalttätig werde, werde ich zum regelrechten Egoisten und tue Menschen, die mir wichtig sind auf andere weise weh.

    Letzten Samstag hatte das ganze dann seinen Höhepunkt. Ich war mit meinem Schwager auf dessen jungesellenabschied in einer stadt ca 400km weg von meinem Wohnort. Irgendwann war ich dann wieder so voll, das ich mich alleine auf den Weg durch die Stadt machte. Das nächste was ich weiß ist, das ich am nächsten morgen mit einer zerstrümmerten Fresse und einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus aufwachte. Ich fiel wohl laut KW eine 3meter hohe Mauer herunter auf Beton. Mit mehr Glück als Verstand hab ich das ganze dann also überlebt.

    Heute morgen wurde ich entlassen in die Heimat. Meine Frau, wirklich die beste Frau auf der Welt, konnte sich aber nicht über meine Wiederkunft freuen. Zu oft habe ich sie schon so krass beleidigt und enttäuscht in meinem Alkwahn und zu oft habe ich ihr versprochen mir Hilfe zu suchen.

    Sie trinkt selbst kaum, hat aber in ihrer Familie leider noch andere Problemfälle mit Alkohol. Und nun kommt auch noch der partner und stürzt sich fast in den tod. Für sie ist das Ganze gerade einfach zu viel und so konnte ich mir anhören dass sie aufgehört hat an uns zu glauben...

    Die letzten Tage im Krankenhaus wurde mir klar dass ich endlich mir selbst helfen muss und endlich mit diesem Teufelsgift aufhören muss. Habe seit letztem Samstag auch keinen Tropfen angefasst (weiß nicht mehr wann ich das letzte mal 1 woche kein bier getrunken habe). Leider bin ich die nächste zeit erstmal körperlich mit Reha und Zahnbehandlung beschäftigt, sodass ich mir zwar ein paar AA treffen für die Zukunft rausgesucht habe und auch euer Forum ein wenig gelesen habe, mehr aber auch noch nicht.

    Nun hat mir eben das Gespräch mit meiner Frau so wehgetan, dass ich beschlossen habe das nicht eine einzige weitere Sekunde ohne einen ersten Schritt zu tun erfolgen darf! Deshalb ist die Anmeldung hier mein erster Schritt von hoffentlich vielen weiteren, um nicht nur unsere Beziehung, sondern auch vor allem mich selbst zu retten.

    AA-Treffen gibt es in meinem Ort leider nicht. Und ich kann wegen dem Bein weder selbst fahren noch mit Bus und Bahn barrierefrei fahren.

    Deshalb frage ich einfach mal in die Runde: Habt ihr ein paar Tipps für mich zum Start in ein wirklich Alkfreies Leben. Ich will nie wieder den Menschen in meiner Umgebung wehtun!

    Ich hoffe auf ein paar gute Gespräche mit Menschen die ähnliches durch hatten.

    Falls noch fragen bestehen, einfach fragen. Ich kann und will halt nicht alles so öffentlich ins Internet schreiben, vielleicht gibts ja für sowas nen privaten bereich?

    Viele Grüße