Beiträge von Kairos

    Eine Woche rum, kein Verlangen nach Alkohol.

    Ich genieße das Nüchternsein. Besserer Schlaf, gefestigtere Psyche, kein tägliches Gelaufe zum Supermarkt oder Kiosk, keine Ansammlungen von leeren Flaschen - der Glascontainer hat mich schon länger nicht mehr gesehen.

    Kein übermäßiges Schwitzen oder aufgedunsene Haut, kein Zahnfleischbluten oder Hämorrhoiden, weniger stinkende Blähungen... habe ich noch was vergessen? :D

    Läuft 👍

    Übrigens stecke ich jetzt täglich 10€ in eine Spardose. Das ist ungefähr der Betrag für den ich sonst was getrunken habe. Für die bisher angesparten 60€ gehen wir heute am Valentinstag indisch essen.

    Ist doch auch eine nette Belohnung für die Enthaltsamkeit ^^

    Vielen Dank für den Link. Der Entzug funktioniert bei mir immer recht gut, nur das Durchhalten, sodass ich nach ein paar Wochen nicht wieder anfange, das funktionierte bisher nicht. Ich bin dieses Mal aber guter Hoffnung, weil ich echt Angst habe, bzw. mir bewusst ist, dass wenn ich jemals wieder anfange, die Neuropathie voranschreitet.

    Auf meine Frau bin ich auch stolz. Normalerweise trinkt sie ja nach der Arbeit etwas. Gerne am Kiosk mit einem Arbeitskollegen - welcher schwerer Alkoholiker ist. Aber am Montag verzichtete sie, als er sie einlud zum Quatschen und Trinken. Da war er beeindruckt, als sie ihm erzählte, dass, wenn sie nach der Arbeit in Zukunft was zusammen trinken, für sie nur Kaffee oder alkoholfreies Bier in Frage kommt. Ich habe sie auch darauf eingeschworen, damit ein paar Wochen lang zu warten bis sie gefestigt ist. Sie ist in der Lage auf Alkohol zu verzichten wenn sie es will. Sie will es mir auch nicht schwer machen. Weil ist ja klar, dass es suboptimal für mich ist wenn sie mit einer Alkoholfahne nach Hause kommt.

    Das Freischalten für den Austausch eilt nicht, ich kann ja auch so alles lesen und die Tipps bzw. Strategien für's Durchhalten werde ich befolgen.

    Ich wünsche allen glücklichen Pärchen einen schönen Valentinstag!

    Hallo Elly,

    es war ein kalter Entzug weil ich kein *Edit* mehr hatte. Das habe ich mal aus anderen Gründen verschrieben bekommen und nahm es ein paar Tage zum Lindern der Beschwerden nach den Entzügen. Ich habe ja schon einige hinter mir, alle kalt.

    Ja, für immer damit aufhören, das will ich. Meine Frau hat mittlerweile auch begriffen, dass sie dabei mitziehen muss. Sie hat zwar nicht so viel getrunken wie ich, dennoch regelmäßig Abends. 2-3 Bier und dazu 2-3 mittelgroße Jägermeister oder Whisky-Cola.

    Bei ihr lag es vor allem am Stress bei der Arbeit.

    Seit Montag trinken wir nichts mehr.

    Hallo liebe Leute,

    ich bin Anfang 50, männlich und seit über 30 Jahren Alkoholiker.

    Alkohol hat ziemlich viel in meinem Leben zerstört. Freundschaften sind zerbrochen, weil ich zu der Hälfte der Alkoholiker gehöre, die aggresiv werden bei einem zu hohen Pegel. Die dümmsten und ärgerlichsten Dinge, wegen derer ich mich im nüchternen Zustand schäme, sind deswegen passiert.

    Ich trank entweder aus Langeweile, Stress oder Lust auf einen Rausch. Nach 3-4 Tagen massivem Konsum - ich konnte, wenn ich erstmal angefangen hatte, nicht mehr damit aufhören - ging es mir immer so schlecht, dass ich eine Pause von ein paar Tagen eingelegt habe. Dann gab es Phasen in denen ich nur eine Flasche Wein täglich getrunken habe, anstelle von einer bis zwei Flaschen Wodka, das funktionierte recht gut, bis ich wieder zum Wodka griff. Teilweise schaffte ich es auch ein paar Wochen lang nichts zu trinken. Wahrscheinlich sieht deswegen meine Leber noch recht gut aus, weil sie sich regenerieren konnte.

    Der Wille war eigentlich immer vorhanden mit dem Scheißspiel aufzuhören, aber es ging nie so recht an die Substanz. Das hat sich im letzten Jahr verändert. Nach 3-4 Tagen exzessivem Trinken - ich spülte den Wodka nur mit Fruchtsaft herunter und aß nichts wegen Appetitlosigkeit, erlebte ich beim kalten Entzug die Hölle auf Erden. Drei schlaflose Nächte, Schweißausbrüche, nervige Ohrwürmer, Unruhegefühl etc.

    Seit den letzten drei Entzügen hat sich eine Neuropathie eingeschlichen. Kribbelnde Hände und Füße, scheinbar massiver Vitamin B Mangel, weil der Alkohol mir die Nährstoffe entzog und ich nicht genug nachgefüllt habe durch mangelnde Ernährung.

    Seit ein paar Tagen bin ich nüchtern und nehme einen B-Vitaminkomplex ein und ernähre mich normal. Der Nachtschweiß ist weg, das Kribbeln lässt nach.

    Aber ich weiß: wenn ich jetzt nicht durchhalte, dann wird es immer schlimmer werden, bis es ständig da sein wird. Und ich hoffe, meine Nerven regenerieren sich wieder.

    Es musste wohl erst so schlimm werden, bis es besser werden kann.

    Drückt mir die Daumen, wie auch ich euch die Daumen drücke!