Beiträge von PinkiePie

    Hallo erst mal.

    Ich bin in einer ähnlichen Situation, nur relativ frisch getrennt.
    Aktuell liegt die alleinige Obhut bei mir, das Sorgerecht teilen wir uns.


    Dass man zeitweise nicht wusste, ob die Kinder ihn betreuen, oder er die Kinder, hat bei uns vor Gericht auch erstaunlich wenig Gewicht gehabt. Auch physische Übergriffe mir gegenüber waren ziemlich egal. Sogar dass die Jüngste (4 Jährig) zeitweise Angst vor ihm hat, wurde als eher abgetan.
    Ausschlaggebend war einzig, dass er im Suff zwanghaft mit den Kindern über unsere Trennung reden will und dabei über mich lästert. Vielleicht kannst du in Richtung „Loyalitätskonflikt“ etwas finden? Darauf hat der Richter in unserem Fall sehr empfindlich reagiert. Zu meinem Glück verfüge ich über mehrere Videos, in denen er den Kindern Vorträge über meine Bosheit hält.

    Same hier. Die Geschichten werden mit jeder Erzählung abstruser.

    Hallo Kiara

    Ich kenne deine Situation nur zu gut. Mein Ex ist oft genug angetrunken heim gekommen. Man zweifelt zwar, weil man es nicht für möglich halten will oder kann. Aber eigentlich ist die Sache doch klar. In mir ist in dieser Situation oft direkt die alte noch vorhandene Wut wieder aufgekocht und ich wollte ihn konfrontieren. Natürlich hat er da gar keine Lust drauf gehabt und dann einfach irgendwelche alten Kamellen aufgetan um mir zum Ausgleich ebenfalls möglichst viele Vorwürfe machen zu können. Das Ergebnis waren endlose, völlig sinnlose, für mich äusserst aufwühlende und anstrengende Gespräche. Ihm hingegen, war das völlig egal.

    Mir fällt auf, wieviel du über ihn schreibst. Wie geht es dir mit ihm? Er trinkt, du bemerkst es, regst dich auf, verdrängst und hoffst auf Veränderung. Fühlst du dich angespannt wenn er weg ist? Geht die Anspannung je ganz weg? Kreisen deine Gedanken um ihn? Das ist leider alles auch ein Suchtverhalten.
    Liebe Grüsse

    Ich habe jahrelang gedacht, ich sei keine richtige Co. Selbstverständlich habe ich ihm niemals Alk gekauft, mein eigenes Leben gelebt, niemals sein verwahrlostes Bett frisch für ihn gemacht oder gar endlose Diskussionen geführt. Was ich dabei gar nicht bemerkt habe, war, dass meine Gedanken trotzdem ständig um ihn kreisten. Diese innere Anspannung, das fehlende Vertrauen, das war durchgehend präsent. Ich merke erst jetzt, seit er weg ist, wieviel leere da plötzlich in mir ist. Ich habe plötzlich viel zu viel Zeit. Die Anspannung ist eher schlimmer, als wenn er da wäre und ich mich über ihn ärgern könnte. Ich bin diejenige, die hier gerade einen Entzug durchmacht. Von ihm.
    In unserer Beziehung hatten wir auch mal längere trockene Phasen. Diese waren für mich zeitweise belastender als die nassen Phasen. Er hat sich für mein Empfinden überall eingemischt, obwohl ich vorher ohne ihn bestens zurecht gekommen bin. Das Vertrauen war komplett zerstört, er hat trotzdem viel eingefordert, da er ja jetzt schliesslich trocken sei und seine nasse Zeit eh nicht richtig mitgekriegt hat. Vielleicht deswegen, hat er sich mir gegenüber niemals dankbar oder gar reumütig gezeigt. Das hat mich sehr verletzt aber auch gerettet. Wer weiss was ich sonst noch alles für ihn gemacht hätte, ohne dass er sich jemals auch nur ein klitzekleines bisschen erkenntlich gezeigt hätte.
    Ich wünschte euch allen viel Kraft und viel Ehrlichkeit euch selbst gegenüber. Es ist kein schönes Gefühl, sich nach Jahren einzugestehen, dass man einem Traum oder einer falschen Versprechung aufgelegen ist.

    Er hat den Brief geöffnet und mich direkt angerufen um mit mir zu besprechen wieviel Unterhalt ich denn gerne hätte. Er liebt es, mir leicht angetrunken zu erklären was er von Trennungsunterhalt hält und wie unfair das für alle Männer sei.
    Ich habe ihn an seinen Anwalt verwiesen und an fehlende Einkommensnachweise seinerseits erinnert. Das hat er komischerweise angenommen und nicht weiter genervt.

    Ich habe heute den Termin für unsere Gerichtsverhandlung bekommen. Es wird um die Obhut für unsere Kinder, Unterhalt und unsere künftige Wohnsituation gehen. Leider „erst“ am 18.03. was für ein Gericht eh schon sehr schnell ist. Ich habe soeben seine Vorladung per Einschreiben von der Post entgegengenommen. Keine Ahnung wie er damit umgehen wird. Er kennt die Details bisher nicht, wird sie aber dem Schreiben entnehmen können. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal denken würde, aber ich hoffe, er verbringt den Rest der Woche betrunken und öffnet seine Post nicht. Er hat sich heute noch per WhatsApp nach meinem Befinden erkundigt. Wahrscheinlich um mich weiterhin in seiner Abhängigkeit zu halten. Ignoriert ihr solche Kontaktaufnahmen? Er hat sich noch nie ernsthaft dafür interessiert wies jemand anderem geht.
    War jemand in einer ähnlichen Situation? Es ist ja eigentlich erschreckend wie sehr sich die Geschichten hier ähnlich sind.
    Danke fürs lesen, liebe Grüsse an alle

    Liebes Forum


    Letzten Sonntag habe ich es geschafft. Ich habe mich aus meiner Co Abhängigkeit befreit. Nach 12 Jahren Streit, Gaslightning und stetiger Abwärtsspirale war ich vor 2 Wochen bei einer Anwältin. Sie hat beim Gericht ein Trennungsgesuch eingereicht, am Sonntag hat mein Mann unsere gemeinsame Wohnung nach einer üblen Auseinandersetzung endlich verlassen.
    Nach einer kurzen Phase der Erleichterung, spüre ich nun leere und offenbar auch „Entzugserscheinungen“. Ich merke, wie meine Gedanken wieder anfangen um ihn zu kreisen und ich anfange ihn zu bemitleiden und mir die letzten 10 Jahre schön zu reden. Kennt ihr das auch? Wie geht ihr damit um? Kann mir jemand Tipps geben?

    Liebe Grüsse an alle

    PinkiePie