Beiträge von PinkiePie

    Bei mir kam das ganz schleichend, dass sich das Gefühl einschlich, dass wären aber viele Flaschen die ich da dauernd entsorge. Auch als wir einen speziellen Schnaps geschenkt bekommen hatten und dieser binnen kürzester Zeit leer war, kam mir komisch vor. Mehr aber auch nicht. Als er bei der Geburt unseres ersten Kindes telefonisch nicht erreichbar war, weil er „so tief geschlafen“ hat, war ich schon konsterniert. Mehr aber auch nicht.
    Als er während einer längeren Autofahrt plötzlich ausfallend und richtig aggressiv geworden ist und dann auf dem nächst besten Parkplatz zitternd einen halben Liter Bier in sich reingeschüttet hat, kam mir das sehr komisch vor. Im Urlaub hat er Magenprobleme ausschliesslich mit Schnaps bekämpft und dafür aufs Essen verzichtet. Als ich mir in der Folge schwor, mit ihm nie wieder ein All Inclusive Hotel zu betreten, dämmerte es mir langsam. Bis ich die Tragweite des Problems begriffen habe, hat es nochmal 3 Jahre gedauert. Von da an nochmal 10 Jahre, bis mir wirklich klar wurde, dass „meiner“ kein bisschen anders ist als viele andere Alkoholiker. Bis dahin habe ich mir gerne einreden lassen, dass er das schon schafft und alles gut wird. Zur Not probiert er es halt nochmal. Bis heute bin ich sehr anfällig für seine Versprechungen aus der Richtung.

    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Konnte bei euch Vertrauen nach so etwas wieder wachsen oder seid ihr irgendwann an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr ging?

    Ja, die letzten 12 Jahre immer wieder. Gegen Ende habe ich zumindest versucht, möglichst wenig Energie für diese einseitige Partnerschaft zu investieren. Was im Nachhinein betrachtet schlicht eine Fehleinschätzung war. Man wächst mit seinen Aufgaben und sieht irgendwann vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Man wird völlig blind für die eigenen Verhaltensweisen.

    Leg den Fokus mal auf Dinge die er tatsächlich macht und nicht auf Dinge die er sagt oder verspricht.

    Was mir am Ende irgendwie die Augen geöffnet hat, war, als ich in der Arbeit nach einem Notfallkontakt gefragt wurde. Obwohl ich seit 14 Jahren verheiratet bin, habe ich meine Mutter angegeben.
    Er würde noch nicht mal ein kleines Notfallpaket gepackt und ins Krankenhaus gebracht kriegen. Selbst dass habe ich ihm abgenommen, indem ich meine Mutter angegeben habe.

    Ich wünsche dir viel Kraft. Du bist nicht alleine.... Kopf hoch und niemals aufgeben

    Ich habe mich in Ruhe bei dir eingelesen und sehe einige Parallelen. Auch „mein Alki“ schickt mir regelmässig Liebesschwüre, Erinnerungen an mein Eheversprechen, Versprechungen und dann wieder Drohungen und Beschimpftungen. Er geht die ganze Palette durch, um mich in meiner Abhängigkeit zu halten. Ich kann das inzwischen, zumindest oberflächlich, einigermassen ignorieren.
    Ich habe inzwischen durchschaut, dass er nicht mich liebt, sondern das bequeme Leben welches ich ihm ermöglicht habe. Ich habe für ihn geputzt, eingekauft, gekocht, gewaschen, organisiert, ihn sogar daran erinnert Rechnungen zu zahlen und seine Post zu öffnen. Jetzt muss er das alles selbst und es ist offensichtlich, dass er es nicht kann. Noch nicht mal jetzt, wo er seit ca zwei Monaten nicht mehr trinkt.

    Ich bin inzwischen grossteils froh, dass ich ihn los geworden bin und habe deutlich mehr Energie für mich und weniger Wut und Anspannung für ihn. Allerdings merke ich auch, dass ich mich die letzten Jahre sozial total isoliert habe. Ich war absolut alleinerziehend, sogar die Geburten waren ambulant, weil ich ihn nicht mit den anderen Kindern allein lassen konnte. Ich habe seit Jahren keine Freunde mehr zu Besuch gehabt und mich zurückgezogen, weil ich mich für mich und für ihn geschämt habe. Ich werde mir künftig etwas einfallen lassen müssen, um wieder Kontakte zu finden. Zusätzlich bin ich derzeit auch überfordert mit dem Umzug, den Kindern, Arbeit und der ständigen Diskussion mit ihm und der Dokumentation seiner Eskapaden.
    Er verlangt mehrmals pro Woche Kontakt zu den Kindern, obwohl er einen fixen Tag hat. Wenn ich nicht nachgebe gelte ich als „Bindungsintolerant“ oder „nicht kooperativ.“ Dass er mit den Kindern in der Zeit ausschliesslich fernsieht und sie mit Süssigkeiten vollstopft oder ihnen ohne Anlass teure Sachen kauft, ist dabei völlig egal. Hauptsache er bemüht sich um Kontakt und zeigt sich engagiert. Er stört damit meine Abläufe und übernimmt dabei keinerlei Verantwortung für den Alltag. Ich bin gezwungen mir das anzuschauen und kommentarlos zu dokumentieren bis zur nächsten Verhandlung im August. Er wird auf Ausweitung seines Besuchsrechts hin arbeiten. Die Kinder wollen ja zu ihm. Wenn meine Dokumentation nicht ausreichend gewürdigt wird, wird er Übernachtungen durchsetzen.
    So gesehen war die Trennung kein Gewinn. Ich kann die Kinder weniger vor ihm schützen als vor der Trennung. Seine Wohnung ist verwahrlost und ich kann es nicht legal beweisen. Die Kinder müssen da hin. Obwohl einem hier, gerade der Kinder wegen, wärmstens zur Trennung geraten wird, bin ich mir nicht sicher ob es aus der Perspektive eine gute Idee war. Jetzt müssen sie mit ihm allein sein, vorher konnten sie jederzeit zu mir.

    Hallo PinkiePie,

    Ich befinde mich auf dem selben Weg wie du und reiche demnächst meine Alkoholkranke Frau die Scheidung ein. Ich mache mir natürlich Gedanken über Sorgerechtregelungen und die Wohnsituation. Wir wohnen zur Miete und sie steht im Mietvertrag drin. Ich glaube wenn sie nicht ausziehen will (kann ich dies irgendwie erzwingen?) muss ich wohl eine neue Wohnung für mich und meine Mäuse finden. Wir haben zwei wundervolle Kinder im Alter von 4 und 6.

    Vielleicht könntest du mir ein bisschen über dein Trennung erzählen.


    GRüße

    Hast du inzwischen was erreicht? Für mich war die erste Hürde überhaupt einen Anwalt zu finden, der Zeit hat und sich auskennt.
    Wie gesagt, ich fühle mich vom Gesetz absolut im Stich gelassen.
    Ich kann dir erst mal den Tipp geben, so viele Dokumente zu sammeln wie du nur kriegen kannst. Die Diagnose „Alkoholabhängigkeitssyndrom“ muss irgendwo ärztlich bestätigt sein, sonst läufst du wahrscheinlich erstmal gegen eine Wand.
    Grundsätzlich darf der in der Wohnung bleiben, der die Kinder betreut. Wer die Kinder hauptsächlich betreut, muss aber erst mal gerichtlich geklärt werden. Dasselbe mit den Finanzen. Dann kriegt der andere eine Frist um sich eine eigene Wohnung zu suchen. Ich hätte laut Beschluss vorerst bleiben können, habe mir aber inzwischen selbst eine Wohnung gesucht, weil er keine Anstalten macht und die Frist dann einfach verlängert wird.
    Dem Gesetz ist es sehr wichtig, dass Kontakt zu beiden Eltern besteht. Dabei ist es völlig egal, ob beim einen Elternteil im Verdreckten Wohnzimmer stundenlang ferngesehen und dazu Chips gegessen werden. Wenn du keine offizielle Diagnose hast, kann der andere Elternteil 50:50 beantragen. Ich habe zwei voneinander unabhängige Arztberichte mit der Diagnose sowie ein Strafbefehl wegen fahren in angetrunkenem Zustand vorlegen können (alles über Jahre verteilt). Trotzdem betreut er die Kinder weiterhin einen Tag pro Woche allein. Wenigstens ohne Übernachtung. Er muss per Haarproben Abstinenz nachweisen, wobei ich mich frage was das bringen soll, das Ergebnis kommt ja erst im Nachhinein.

    Ich melde mich mal wieder. Bei uns hat sich einiges getan. Damit er die Kinder regelmässig sehen darf, muss er im August eine Haarprobe abgeben. Interessanterweise schafft er es jetzt plötzlich nüchtern zu bleiben. Für mich ist das gar nicht unbedingt angenehm. Er hat jetzt viel Zeit und mutmasslich innere Unruhe. Die nutzt er um ständig bei mir anzurufen und nach Kontakt zu den Kindern ausserhalb der Vereinbarung zu drängen. Die Zeit nutzt er dann, um sich bei den Kindern anzubiedern indem er ihnen teure Sachen kauft, mit ihnen zu McDonald’s fährt, ihnen Chips gibt und sie fernsehen oder auf seinem Handy rumdrücken lässt. Für mich ist das alles sehr belastend. Erschwerend kommt hinzu, dass wir im selben Haus in getrennten Wohnungen wohnen. Ich habe inzwischen glücklicherweise etwas anderes gefunden und werde demnächst umziehen. Ich freue mich wahnsinnig darauf, obwohl es gleichzeitig sehr belastend ist. Allein der Umzug mit 3 Kindern. Ich musste mir Geld von meiner Mutter leihen um mir Möbel zu kaufen. Vom Rechtssystem fühle ich mich im Stich gelassen. Er muss mir keinen Unterhalt bezahlen, weil er seine Finanzen weiterhin nicht geklärt hat. Meine Anwältin sagt, ich könnte das auch rückwirkend fordern, das hilft mir aber wenig um liquide zu bleiben. Ausserdem hat sein Anwalt natürlich eine ganz andere Meinung. So zieht sich das durch. Er akzeptiert kein nein, hat auch nüchtern eine völlig selektive Wahrnehmung und legt selbst gerichtliche Vereinbarungen nach seiner Laune aus. Ich muss alles haarklein dokumentieren und meine Anwältin interveniert dann über seinen Anwalt. Der hat aber eine ganz andere Meinung und dann wieder von vorne. Es ist sehr zermürbend und aufreibend. Ich bin froh, wenn wenigstens wohnlich mehr Distanz. Im August ist unsere nächste Gerichtsverhandlung.
    Inzwischen wäre ich geradezu froh, wenn er wieder trinken würde. Er hat seit er abstinent ist extrem viel Energie, die er insbesondere dafür verwendet ständig mit mir irgendwas diskutieren zu müssen oder Kontakt zu den Kindern zu fordern. Er ruft oft 10 mal an, schreibt endlos WhatsApp und steht vor meiner Tür. Gleichzeitig öffnet er seine Post nicht und seine Wohnung verwahrlost.

    Hallo erst mal.

    Ich bin in einer ähnlichen Situation, nur relativ frisch getrennt.
    Aktuell liegt die alleinige Obhut bei mir, das Sorgerecht teilen wir uns.


    Dass man zeitweise nicht wusste, ob die Kinder ihn betreuen, oder er die Kinder, hat bei uns vor Gericht auch erstaunlich wenig Gewicht gehabt. Auch physische Übergriffe mir gegenüber waren ziemlich egal. Sogar dass die Jüngste (4 Jährig) zeitweise Angst vor ihm hat, wurde als eher abgetan.
    Ausschlaggebend war einzig, dass er im Suff zwanghaft mit den Kindern über unsere Trennung reden will und dabei über mich lästert. Vielleicht kannst du in Richtung „Loyalitätskonflikt“ etwas finden? Darauf hat der Richter in unserem Fall sehr empfindlich reagiert. Zu meinem Glück verfüge ich über mehrere Videos, in denen er den Kindern Vorträge über meine Bosheit hält.

    Same hier. Die Geschichten werden mit jeder Erzählung abstruser.

    Hallo Kiara

    Ich kenne deine Situation nur zu gut. Mein Ex ist oft genug angetrunken heim gekommen. Man zweifelt zwar, weil man es nicht für möglich halten will oder kann. Aber eigentlich ist die Sache doch klar. In mir ist in dieser Situation oft direkt die alte noch vorhandene Wut wieder aufgekocht und ich wollte ihn konfrontieren. Natürlich hat er da gar keine Lust drauf gehabt und dann einfach irgendwelche alten Kamellen aufgetan um mir zum Ausgleich ebenfalls möglichst viele Vorwürfe machen zu können. Das Ergebnis waren endlose, völlig sinnlose, für mich äusserst aufwühlende und anstrengende Gespräche. Ihm hingegen, war das völlig egal.

    Mir fällt auf, wieviel du über ihn schreibst. Wie geht es dir mit ihm? Er trinkt, du bemerkst es, regst dich auf, verdrängst und hoffst auf Veränderung. Fühlst du dich angespannt wenn er weg ist? Geht die Anspannung je ganz weg? Kreisen deine Gedanken um ihn? Das ist leider alles auch ein Suchtverhalten.
    Liebe Grüsse

    Ich habe jahrelang gedacht, ich sei keine richtige Co. Selbstverständlich habe ich ihm niemals Alk gekauft, mein eigenes Leben gelebt, niemals sein verwahrlostes Bett frisch für ihn gemacht oder gar endlose Diskussionen geführt. Was ich dabei gar nicht bemerkt habe, war, dass meine Gedanken trotzdem ständig um ihn kreisten. Diese innere Anspannung, das fehlende Vertrauen, das war durchgehend präsent. Ich merke erst jetzt, seit er weg ist, wieviel leere da plötzlich in mir ist. Ich habe plötzlich viel zu viel Zeit. Die Anspannung ist eher schlimmer, als wenn er da wäre und ich mich über ihn ärgern könnte. Ich bin diejenige, die hier gerade einen Entzug durchmacht. Von ihm.
    In unserer Beziehung hatten wir auch mal längere trockene Phasen. Diese waren für mich zeitweise belastender als die nassen Phasen. Er hat sich für mein Empfinden überall eingemischt, obwohl ich vorher ohne ihn bestens zurecht gekommen bin. Das Vertrauen war komplett zerstört, er hat trotzdem viel eingefordert, da er ja jetzt schliesslich trocken sei und seine nasse Zeit eh nicht richtig mitgekriegt hat. Vielleicht deswegen, hat er sich mir gegenüber niemals dankbar oder gar reumütig gezeigt. Das hat mich sehr verletzt aber auch gerettet. Wer weiss was ich sonst noch alles für ihn gemacht hätte, ohne dass er sich jemals auch nur ein klitzekleines bisschen erkenntlich gezeigt hätte.
    Ich wünschte euch allen viel Kraft und viel Ehrlichkeit euch selbst gegenüber. Es ist kein schönes Gefühl, sich nach Jahren einzugestehen, dass man einem Traum oder einer falschen Versprechung aufgelegen ist.

    Er hat den Brief geöffnet und mich direkt angerufen um mit mir zu besprechen wieviel Unterhalt ich denn gerne hätte. Er liebt es, mir leicht angetrunken zu erklären was er von Trennungsunterhalt hält und wie unfair das für alle Männer sei.
    Ich habe ihn an seinen Anwalt verwiesen und an fehlende Einkommensnachweise seinerseits erinnert. Das hat er komischerweise angenommen und nicht weiter genervt.

    Ich habe heute den Termin für unsere Gerichtsverhandlung bekommen. Es wird um die Obhut für unsere Kinder, Unterhalt und unsere künftige Wohnsituation gehen. Leider „erst“ am 18.03. was für ein Gericht eh schon sehr schnell ist. Ich habe soeben seine Vorladung per Einschreiben von der Post entgegengenommen. Keine Ahnung wie er damit umgehen wird. Er kennt die Details bisher nicht, wird sie aber dem Schreiben entnehmen können. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal denken würde, aber ich hoffe, er verbringt den Rest der Woche betrunken und öffnet seine Post nicht. Er hat sich heute noch per WhatsApp nach meinem Befinden erkundigt. Wahrscheinlich um mich weiterhin in seiner Abhängigkeit zu halten. Ignoriert ihr solche Kontaktaufnahmen? Er hat sich noch nie ernsthaft dafür interessiert wies jemand anderem geht.
    War jemand in einer ähnlichen Situation? Es ist ja eigentlich erschreckend wie sehr sich die Geschichten hier ähnlich sind.
    Danke fürs lesen, liebe Grüsse an alle

    Liebes Forum


    Letzten Sonntag habe ich es geschafft. Ich habe mich aus meiner Co Abhängigkeit befreit. Nach 12 Jahren Streit, Gaslightning und stetiger Abwärtsspirale war ich vor 2 Wochen bei einer Anwältin. Sie hat beim Gericht ein Trennungsgesuch eingereicht, am Sonntag hat mein Mann unsere gemeinsame Wohnung nach einer üblen Auseinandersetzung endlich verlassen.
    Nach einer kurzen Phase der Erleichterung, spüre ich nun leere und offenbar auch „Entzugserscheinungen“. Ich merke, wie meine Gedanken wieder anfangen um ihn zu kreisen und ich anfange ihn zu bemitleiden und mir die letzten 10 Jahre schön zu reden. Kennt ihr das auch? Wie geht ihr damit um? Kann mir jemand Tipps geben?

    Liebe Grüsse an alle

    PinkiePie