Beiträge von Aurora Borealis

    Morgen Abend werde ich zum ersten Mal die AA besuchen.
    Kommende Woche habe ich einen Termin in einem regionalen Kompetenzzentrum, dies hat das Ziel, eine passende ambulante Einrichtung / Therapie.. für mich zu finden.
    Ich lebe ein nach außen "relativ ausgewogenes" Leben mit Arbeit, Hobbys, Freunden, Familie, Reisen etc, viele Menschen in meinem Umfeld werden vermutlich nicht ahnen, wo die bittere Wahrheit wohnt.
    Das ist auch gar nicht der Punkt, denn ICH weiß es.
    Vorgestern nachmittags war ich noch im Chor singen, danach mit einer Freundlin auf einen Aperol - leider mit ranzigen Nüssen, eine Handvoll davon hat gereicht, um mir einen Abend lang Erbrechen zu bescheren - ich konnte nicht mal mehr ein weiteres Glas Wein trinken.
    Schrecklich! Mein Alkoholpegel war deutlich zu niedrig, um in den gewohnten Tiefschlaf zu rauschen. Ich hatte keine Halluzinationen, aber mir war in dieser Ncht klar, dass ich aufhören muss, dass ich mich zerstöre!
    Etwas in mir ist zerbrochen, wahrscheinlich die alkoholkranke Frau und die funtionierende "nichtalkoholkranke" Frau - dieser ewige Zwiespalt dieser Persönlichkeiten, die so lange Zeit mein Ich ausmachten.
    Ich bekam von der Ärztin Medikamente zur kurzweiligen Überbrückung, nachdem es mir aber gestern Abend überraschend okay ging, nahm ich sie nicht und die Nacht war, bis auf 1x T-Shirt wechseln, echt okay.
    Heute war der erste Morgen seit Jahren, an dem ich mich richtig fit fühlte.


    Bitte keine Medikamentennamen nennen, danke.

    Ich bin seit unfassbar vielen Jahren eine "funktionierende" Alkoholkranke und kann nicht mehr, nein, intensiver, ich will nicht mehr trinken müssen.
    Gestern habe ich ENDLICH das getan, was ich schon vor Jahren hätte tun müssen - reden darüber!
    Ich war bei meiner Hausärztin und habe diesen Satz zum ersten Mal ausgesprochen - ich bin alkoholkrank.
    Heute treffe ich am Abend einen meiner Söhne und seine Frau und werde ihnen genau das auch sagen. Ich bin sehr aufgeregt diesbezüglich, spüre dieses Monster in mir, das mich fragt: "Was, jetzt machst du echt Ernst???"
    Ich brauche und wünsche mir sooo sehr Unterstützung von anderen Menschen, die diese Einbahnstraße kennen (und hoffentlich verlassen konnten).
    Ich hatte gestern den ersten nüchternen Tag seit 4 Jahren.