Beiträge von jean

    Hallo Freund!

    Ja, alte Verhaltensmuster, Suchtdruck, Saufdruck, hatte heute auch beim Autofahrn so eine Anwandlung - sonst kaum je während des Tages, immer nachts.

    Hab daraus gelernt, vorsorgen ist eine Überlebensnotwendigkeit. - Hab gerade meine Kilometer *lol am Rudergerät abgeleistet. Dabei ist der Druck hochgekommen und ich konnte ihn wegtreten und rausatmen.

    Hab aus meinem jämmerlichen Philosophieren von gestern Abend und den Antworten eines Bekannten gelernt - dass ich nicht dorthin zurückwill, wo ich mit dem Saufen war. Das war kein Leben. Dass der Tag danach bestimmt kommt - und mit meinen Problemen ist nichts besser geworden. Dass diese Wahrheiten helfen. Und dass es gut sein wird, mir die wichtigsten Argumente gegen das Saufen, auf die ich persönlich anspreche, auf einem Blatt Papier bereitzuhalten. Für den Fall des Falles. Und für mein tägliches Leben... Tag für Tag.

    Grüße von
    Jean

    Hab mein neues Leben bewusst genossen....
    Tja, und dann hat sich bei mir auch Nachlässigkeit eingeschlichen...
    Viel Arbeit, Erschöpfung, zu wenig Kräutertees und Wasser getrunken, zwei Tage lang kein Sport zum Druckausgleich... Keine Rücksicht, auf meine Alkoholkrankheit genommen - den Druck, der durch die körperliche Sucht kommt (für die Seele hatte ich ja durch Musikhörn gesorgt...) Und dem ich eigentlich vorbeugen könnte, wie ich gemerkt habe.

    Gestern am Abend waren dann endlich alle Arbeiten erledigt, ich hätte mich zufrieden aufs Ohr haun können. Stattdessen: Sucht-Druck, Sauf-Druck ohne Ende - bei totaler Erschöpfung. Da half nur noch ein Rettungsring, der mir in einem Chat zugeworfen wurde - langes Gespräch.

    Hab mein Boot im Wasser treiben lassen und plötzlich stellte es sich als Nussschale heraus. Sturm grad noch mal so abgewettert und trocken geblieben. Aber man sagt ja, aus Fehlern wird man klug...

    Lieben Gruß
    Jean

    Hallo Frank und Tinika!

    Als wir uns so gegen 20h00 Zeit nahmen, über den dunklen Wipfeln der Nadelbäume die Sterne zu betrachten, stand Orion schon deutlich über dem Horizont....

    Ja, Tinika, danke für die Wohlfühl-Anregung... Hab viel Schlaf nachgeholt die letzten Tage.
    Hab momentan viel termingebunden zu arbeiten, auch zu Hause; dabei begleitet mich ständig die Musik, die ich mir gönne; während ich besoffen kaum was anderes mehr gehört habe als die Hits - die mir zwar auch nach wie vor gefallen - stöbere ich momentan mit Hochgenuss in meiner CD-Sammlung, entdecke wieder Klassik, Jazz, Sixties... Das Benebeltsein geht mir beim Musikhören nicht ab, im Gegenteil, ich hab den Eindruck, dass ich meine Gefühle wieder viel intensiver erlebe beim Musikhören jetzt nüchtern als damals im betrunkenen Zustand...

    Saufdruck-Attacken habe ich gelegentlich noch; aber auch einen Lebensgenuss, den ich schon lang nicht mehr gekannt habe.

    Beim Wiederentdecken des Lebensgenusses
    liebe Grüße von

    Jean

    So, jeder Sturm geht mal vorbei... Der Druck hat jetzt deutlich nachgelassen, der Schlaf funktioniert wieder. Nach einer Woche vor Cap Horn jetzt wieder in einer sicheren Bucht und Anker geworfen. Erstmal durchatmen.

    Am Sonntag noch war ich total erschöpft. Führte Buch über jede kleine Aktivität. So wusste ich wenigstens am Ende des Tages, dass ich einiges geschafft hatte. Sonst hätte ich wohl Trübsal geblasen und hätte meine kleinen Schritte gar nicht gesehen.

    Heute gabs ein kleines Highlight: Wald-Spaziergang in sternklarer Nacht. Als ich das Sternbild Orion so funkeln sah, wurde mir klar - ich möchte auch in der Nacht einen klaren Kopf behalten.

    Für einen klaren Kopf bei Tag und bei Nacht.

    Grüße von
    Jean

    Zitat von Scrooge


    Mir ist klar geworden, dass ich Personen, Orte und Eindrücke, die ich mit dem Alkohol assoziiere einfach meiden MUSS. Ich werde mich da auf meine Bauchgefühl verlassen und so Stück um Stück erfahren welche Dinge auf meine Trockenheit förderlich oder schädlich wirken könnten.

    Hallo Scrooge!

    Ich bin für mich zur selben Erkenntnis gekommen. Ein Bild, das mir hilft: Es reicht nicht, im Meer zu schwimmen. Momentan bin ich in einem Boot unterwegs; bald ist es ein Schiff.
    Doch ich kann nicht ewig auf See bleiben.
    Ich möchte mir Inseln der Trockenheit baun; dann wird daraus Festland. Vom Festland einer stabilen Trockenheit aus kann ich dann vielleicht wieder den einen oder anderen Ausflug in einem - mittlerweile äußerst seetüchtigen - Schiff unternehmen.
    Ich möchte mir Inseln der Trockenheit baun.

    Lieben Gruß von
    Jean

    Hallo Meni!

    Holst Du Dir alle Hilfe, die du kriegen kannst? Oder steht Dir falscher Stolz im Wege?

    - Ruf notfalls Deinen Freund an...
    - Ruf Freunde an, wenn es die gibt (weiß aus eigener Erfahrung, dass das schwierig sein kann.) Aber ich hab gestern, nach längerem Überlegen, Freunde gefunden, die nicht bzw. sehr wenig trinken und Verständnis für mich hatten.


    Was machst Du, um Dich vom Alleinsein und vom Alk abzulenken?

    - Chatten?
    - Musik hören?
    - Etwas, bei dem Du das Gefühl hast, Du ergreifst eine neue Chance, kommst zu Dir...
    - Oder auch nur eine Kleinigkeit, die Dir im Moment weiterhilft...
    - Kleine Schritte sind ja genug...

    Was machst Du gegen den Saufdruck? Bist Du es Dir wert, dem Saufdruck vorzubeugen?

    - Denkst Du daran, für Deinen Körper viel Wasser und Kräuter- oder Früchtetee und Limonade zu trinken? Damit der Druck erst gar nicht aufkommt?
    - Geht ein bisschen Sport? Eine Gymnastik-Sendung aus dem Fernsehen?
    - Spazieren-gehen, wo keine Einkaufsmöglichkeit in der Nähe ist? Park?
    - Luft schnappen am offenen Fenster?
    - Ein heißes Bad?
    - Entspannungsmusik-CD und die Landschaft weit träumen - mit geschlossenen Augen.
    - Der Augenblick des Drucks geht vorbei; der nächste Augenblick schon kann besser sein.

    Viele gute Augenblicke in der Krise wünscht Dir

    Jean

    Hallo!

    Vielen Dank für Eure Antworten. Es tut mir gut zu wissen, dass ich nicht allein bin.

    Letzte Nacht war endlich besser - ich hab mal 8 Stunden durchgeschlafen.
    Ja, bergzigeuner - auch meine Schlaflosigkeit hing meistens mit Saufdruck zusammen. Hatte auch hohen Blutdruck - normalerweise ist er niedrig. Seit 2 Abenden jetzt hat der Druck zu trinken abgenommen, gestern hatte ich kaum noch Druck - jetzt schlafe ich besser. War schon beim Arzt - der hat mir eine pflanzliche Einschlafhilfe verschrieben. Sollte ich nochmal diese Art von Problem haben, werd ich gleich wieder hingehen. Allein schaffe ich das nicht.

    Ja, Freund, ich muss knallhart meine Prioritäten setzen, besonders jetzt, wo ich so erschöpft bin.

    Der heutige Tag gehört der Trockenheitsarbeit. Mal sehen was ich in meinem Zustand zustande bringe. Ein wenig telefonieren, Sport, Musik hören - arbeiten in kleinen Portionen. Mir erlauben, dass mein Leben schön wird - und bei meinen Arbeiten dabeibleiben.

    Dorothea, astrid 2, annika - vielen Dank, dass Ihr mir geschrieben habt.
    Lieben Gruß von einer sehr erschöpften und aus Überzeugung trockenen
    Jean

    Na ja, seufz, ich hab mir's ja gedacht... Freitag Abend kein Anruf, wie .... versprochen hatte. Hat mir heute kurzfristig eine Nachricht am Anrufbeantworter hinterlassen. Dieses und jenes ist am Nachmittag dazwischen gekommen und am Abend muss er dann dies und das erledigen...
    Ich weiß nicht auf wen ich zorniger bin - auf meinen Freizeit-Freund oder auf den Alk, der stärker ist als die Freundschaft und Menschen willens- und charakterlos macht.
    Ich hab jedenfalls nicht vor, .... in der nächsten Zeit anzurufen, es sei denn ich sitze sicher auf einer Insel der Trockenheit.

    Saufdruck hat mir seit Sonntag Abend jeden Abend vermiest; anspruchsvolle Freizeitbeschäftigungen waren nicht möglich und am Freitagabend hab ich mich nicht auf eine öffentliche Veranstaltung getraut, weil ich Angst hatte, dass jemand sieht, dass meine Hände, während ich Saufdruck habe, keine Ruhe geben. Seit ich weiß, dass ich viel Tee, Saft und Wasser trinken muss, geht es aber besser. Gestern war der Druck am Abend um einiges leichter und ich habe wenigstens mal etwas mehr als 2-3 Stunden pro Nacht geschlafen. Die Nacht war aber wieder unruhig und mittlerweile bin ich ziemlich erschöpft.

    Hmmm, seltsamerweise weiß ich aber für mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Die Klarheit im Kopf am Tag ist ein Hochgenuss und ich bin wieder viel offener im Umgang mit anderen Menschen.
    Ich werde weitermachen, weil ich ohne Alkohol leben will. Das ist ein viel besseres Leben.

    Lieben Gruß von
    Jean

    Zitat von dannilein

    Guten morgen

    Ist das denn noch normal????
    Ich wurde heute nach wach mit dem irren Gedanke:danny wofür machst du das ein zwei bier kann man doch mal trinken!"
    Mit diesem gedanken und einem verdammt miesem gefühl im bauch bin ich eingeschlafen.Warum ist das heute so?
    Ich werde in keinem fall trinken,aber wie werde ich diesen gedanken wieder los.Ich fühl mich so ein wenig zum heulen,heute morgen.

    Hallo dannilein,

    ich denk Dein Ringen um ein trockenes Leben ist ein Zeichen für Deine Sucht. Wenn Du es bist jetzt nicht gewusst hast - weißt Du es jetzt nicht, tief in Dir drin?

    Ich hab noch den Satz im Ohr, den ich irgendwo gelesen hab: Manche Menschen merken erst, dass sie alkohlabhängig sind, wenn sie aufhören zu trinken.

    Sind das nicht vielleicht Tränen der Erkenntnis?

    Sehr gut dannilein, dass Du auf Fall mehr trinken willst.

    Liebe Grüße und Kopf hoch im Unglücklichsein

    Jean

    Wunderbar ungustiöser und ekelhafter Thread, äußerst motivierend :)

    Ich spüre, wie mir das Verlangen nach dem Alk auch aus den Poren dampft, verdampft, weg ist es. Kurz habe ich danach gestunken, jetzt rieche ich wieder gut.

    Lieben Gruß von
    Jean

    Ich glaube, Du hast recht Klaus.

    Aber ich bin noch nicht soweit.

    Mal sehen, was der Samstag bringt und ob er mich nicht ohnehin "abserviert", indem er sich nicht mehr mit mir trifft.

    Liebe Grüße von
    Jean und danke.

    Hallo Kennet!

    Hab ich das richtig verstanden, Papa kauft den Alk, Mama die Limonade?

    Kauf Dir wenigstens den Alk mal selber, damit Du weißt, was Du tust.

    Saufen tut nämlich nicht Papa für Dich, das tust Du selber.

    Sch....... ist Dein Leben, nicht das vom Papa.

    Drum kauf ihn mal selber den Alk, damit Du das spürst, dass Du Dich kaputtmachst.

    Du sagst, Du hast eingesehen, Du willst zur Suchtberatung oder vielleicht zu einer Selbsthilfegruppe.

    Du wohnst zwar zu Hause, aber Du bist intelligent, nur wenn Du es willst. Willst Du?

    Google Dich mal in eine Beratungsstelle und mach einen Termin. Oder lass Dir im Internet sagen, wie man Termine macht und mit wem.

    Frag einfach nach.

    Und dann hör auf Papas Kleiner zu sein und hör auf mit dem Saufen. Dann beginnt wieder Dein Leben.

    Alles Liebe
    Jean

    Hallo Astrid und Klaus!

    Hmmm, er hat gesagt er kann nicht einen Abend lang nicht trinken. Im Restaurant nicht. Zu Hause nicht. Da hat er es sich verdient, sich zu belohnen. Also keine Abende mehr mit ihm "schmerz".

    Beinah im selben Atemzug hat er gesagt, er sei nicht alkoholabhängig. Er trinke nur aus Vergnügen....


    Er meint wir können Freizeitaktivitäten gemeinsam machen, da schafft er es nämlich, nicht zu trinken - nächsten Samstag werden wir uns angeblich sehen... Vielleicht.... Wenn ihn die Perspektive, am Abend dann nicht gemeinsam trinken zu können, nicht abschreckt.

    Mich schreckt auch ein bisschen, dass der Abend dann nicht gesellig ausklingen kann.

    Liebe Grüße von
    Jean

    Liebe Grüße von
    Jean

    Kennet sag mal, wann bist du denn/nicht im rausch?
    Wie elend sind die Phantasien von den Tieren?
    Kommen die, wenn du nüchtern bist?
    Was kommt sonst noch vor?
    Was ist jetzt zum kotzen, das leben, der rausch - gibts da noch einen unterschied?
    Reicht das nicht zum kotzen über den rausch?
    Lieben Gruß von
    Jean

    Zitat von kenet

    [quote='jean']


    In den letzten Monaten hatte ich auch nach extremen Alkolkonsum Nachts auch schlimme Alpträume. Manchmal kommt auch es Tagsüber vor, dass ich plötzlich fanatsien von Tieren oder Menschen habe, die getötet werden oder eine Unfall haben. ich weiss nicht, woher das kommt. Vielleicht bin ich auch verrückt.

    Das ganze Leben ist zum kotzen, so empfinde ich es momentan.

    Hallo kenet!
    Der Alkoholrausch ist zum Kotzen, dieser Dämmerzustand, wenn er zum Leben wird...
    Ich kenn das duselig-sein, nicht ganz bei mir sein, wie ein Zombie durch die Welt gehen....
    Kotzt Dich das nicht genug an, dass Du auf das Partymachen sch.....?
    Ist es nicht so, dass die Party für Dich längst vorbei ist?
    Nicht wahr, das ist nur mehr die Erinnerung an eine Party, in Wiklichkeit ist das längst der Horror.
    Gruß in Sorge von
    Jean

    Hallo kenet!

    Woher willst Du wissen, dass Dir die Welt besoffen besser gefällt? Ich hab erst vor kurzem festgestellt, dass sie mit klarem Blick viel schöner ist.

    Lieben Gruß von
    Jean