Geschafft, er ist aus dem Haus, seit ca einer Woche und ich merke wie viel Kraft ich endlich wieder habe. Natürlich nicht jeden Tag, die Arbeit ist anstrengend und ich kann mir zuhause mit den Kindern keine Pausen mehr nehmen.
Die Kinder haben es ganz gut gemeistert bisher, natürlich sind sie immer mal wieder traurig und das ist ihr gutes Recht aber sie spielen mehr und ich warte nicht mehr innerlich darauf, dass mein Mann mit seiner Muffel-Laune wegen fast jedem Kindergeräusch anfängt zu maulen.
Ich kann mein Haus wieder für Familie und Freunde öffnen! Das habe ich am meisten vermisst, immer dieses Lauern und Rücksicht nehmen, dann wieder erklären warum er nachmittags schläft...
Bisher habe ich das große Glück, dass wir weiterhin fair miteinander umgehen können - für die Kinder.
Pinguin um auf deine Frage zu antworten: Ich habe die Reißleine gezogen als ich merkte, dass das Suchtverhalten meines Mannes (Alkohol und Nikotin) meinen Großen in eine Mediensucht getrieben hat. Er hat ihn immer wenn sie alleine waren vor dem Fernseher geparkt und auch altersunangemessene Filme schauen lassen. Wenn ich dann nach 2-5 Stunden abschalten wollte hatte ich Szenen wie bei "Kinder vom Bahnhof Zoo" vor Augen...
Ich denke unsere Situation ist elementar unterschiedlich weil ich diejenige war die gegangen ist. "Scheiden tut weh, aber das Scheiden macht das mir das Herze lacht..." das alte Volkslied ist doch sehr wahr.
Ich bin ein paarmal in eine psychosoziale Beratungsstelle gegangen. Am Anfang um die Trennung zu rechtfertigen (auch vor mir) sie konnte mir das ein oder andere Verhalten erklären. Ein Satz hat mich sehr getroffen- ein hoher Prozentsatz der Angehörigen von Suchtkranken hat nach einiger Zeit Panikattacken oder einen Herzinfarkt.
Wenn ich ausfalle wäre dies eine Katastrophe für meine Kinder. Mein Mann kann/konnte die Kinder nicht auf Dauer versorgen. Also hab ich in den sauren Apfel gebissen und die Trennung durchgezogen.
Ich habe alle innere Verantwortung für ihn an ihn zurück gegeben. Das hat mal besser und mal schlechter geklappt. Aber es hat unheimlich geholfen viel darüber zu reden. Und sobald ich mit meinem Umfeld gesprochen habe habe ich jedesmal Hilfe angeboten bekommen.
Wir sind nicht allein, aber man muss auch die Realität akzeptieren und das Leben anpacken.
Ich denke ich werde jetzt eine längere Pause nehmen und mein Leben genießen.
Ich danke euch allen fürs zuhören und unterstützen. Ich fühle mich jetzt bereit mein Leben zu leben und nicht mehr nur noch zu funktionieren!