Ich bin ein durch und durch optimistischer Mensch, nein, du warst nicht zu negativ, eher realistisch, ich weiß ja wie gut oder schlecht die Chancen stehen, bissl was habe ich mir inzwischen angelesen.
Auch ich kann mich als klassisch co- abhängig sehen, ich habe vieles getan um zu "helfen", habe mein Hobby (ich hab ein Pferd) vollkommen vernachlässigt aus Angst, wenn ich aus dem Stall komme, hat er wieder getrunken, hab mich zwar mit Freunden getroffen, sprechen konnte ich aber mit niemandem über die Abhängigkeit, ich wollte ja, das das Bild was andere über meinen Mann haben, aufrechterhalten bleibt, wollte ihn damit nicht beschämen. Nicht mal seine Eltern wussten es bis zur Eskalation an dem einen Tag.
Im Nachhinein, ja, ganz schön dumm, Verantwortung übernommen wo ich sie nicht hatte, aber der Strudel war da, wenn ich ihn ein bisschen mehr liebe, ein bisschen mehr helfe, dann kann er es bestimmt schaffen.
Sprechen konnte ich mit meinen Eltern und mit meiner Schwester, das hat viel gebracht und sie haben mich immer unterstützt. Ich habe aber gemerkt wie viel wohler mir ist, weil sobald mein Mann in die Klinik ging, ich auch mit meinen Freunden gesprochen habe, nicht mehr hinter den Berg halten zu müssen. Mir hat das unheimlich Entlastung gebracht. Ich kann wieder meinen Hobby nachgehen, ich habe wieder inneren Frieden.
Das mit der Trennung habe ich auch mit meinem Mann so besprochen. Es war im Prinzip mein Ultimatum. Ich will alles mit ihm, ich kann die Kraft ein Stück für uns beide aufbringen, zumal die jetzt bald 15 Wochen nicht einfach für mich waren, wir haben Haus und Hof und ich einen anspruchsvollen Job, aber wenn er den Weg geht und das alles will, dann trage ich das für die Zeit. Wenn er allerdings danach entscheidet, seine Sucht ist wichtiger, dann gehe ich. Ich hab lange mit mir gehadert ob das falsch war, das zu sagen, weil ich das Gefühl hatte, er könnte die Therapie nur deswegen machen, nicht für sich, weil er verstanden hat, weißt du was ich meine? Inzwischen denke ich, okay, wenn ich der Anstoß war, ist das gut, er hat aber auf jeden Fall verstanden. Ich glaube, wir haben eine gute Klinik ausgesucht, die gut aufgearbeitet und ihn gut vorbereitet hat. Es wird halt zeigen wie es ist wenn er aus seiner, ich nenne es liebevoll "Käseglocke" wieder zurück in die Welt kommt.
Zu meinem Plan, er ist nicht konkret, weil ich ja hoffe, das ich ihn nicht brauche, aber ich weiß das ich im Fall der Fälle sicher in meinen Gefühlen bin, ich habe alles gegeben, ich habe zu ihm gehalten in der schweren Zeit, ich habe mir nichts vorzuwerfen, mehr hätte ich nicht machen können. Und das gibt mir Sicherheit.
Ui, ein langer Text geworden, danke fürs lesen,
Pegasus ![]()