Beiträge von Glitzermücke

    Also diese Logik ist auch manchmal echt zum piepen.. wenn es nicht so ernst und traurig wäre, könnte man schon fast manchmal lachen.

    Genau, und wenn du da bist und es fühlt sich nicht gut an, dann gehst du auch wenn du möchtest.
    Ganz spontan, nach Stimmigkeit ist glaube ich eine gute Herangehensweise. Wer weiß heute schon was übermorgen ist…😉

    Planen kann man das sowieso nicht, man weiß ja nicht wie der Tag dann ist wenn er da ist. Beständigkeit ist nicht gegeben, außer die, dass sehr wahrscheinlich alles ist wie sonst auch was den Alkohol betrifft. 🤷🏻‍♀️

    Und irgendwann kommt man auch an den Punkt, dass man sich einfach sozusagen schonungslos verhält. Diese Vorsicht nichts falsches zu sagen oder zu tun, nur damit es nicht zur Diskussion kommt oder mehr getrunken wird . Dieses mit Samthandschuhen anfassen, ist auch eine Form, den vermeintlichen Frieden zu bewahren. Aber in dir tobt der Krieg. Den darfst dann alleine regulieren nachdem du die Situation vorher für den Betroffenen reguliert hast.
    So empfinde ich diese Situationen manchmal. Auch doof, oder?
    Kennst du das auch?

    Hallo Aurora,

    Vielen Dank für deine Nachricht!
    Im Moment empfinde ich es gar nicht als Erlösung. 🤔 Eher als Ausweglosigkeit, Traurigkeit und Hilflosigkeit und Bedauern. Gut geht es mir damit auch nicht. Kommt vielleicht noch. Ich vermisse, mit ihm zu lachen und zu reden und einfach sein zu können. Das war etwas, was ich bei ihm immer konnte. Egal wie schräg oder albern oder ernst oder zickig oder sonstwas ich war. Er war einfach ein sicherer „Ort“ für mich - bis ich mitbekommen habe, was los ist.
    Ich empfinde keine Schuld, dass er trinkt. Das hat er vorher schon, vielleicht habe ich das Gefühl deshalb nicht.
    Manchmal frage ich mich, ob ich ihn überhaupt jemals wirklich nüchtern erlebt habe.
    Und dann sage ich mir immer wieder als Mantra: er ist erwachsen und kann sich sein Leben so gestalten wie er es möchte und richtig findet.

    Guten Morgen Moni87,

    Ja, so meinte ich. Nicht für immer, aber dann wenn es okay ist für dich. Unabhängig davon, ob du ihn sonst regelmäßig oder zu bestimmten Anlässen besucht hast. Dass du da schaust, ob es dir damit gut geht. Dann weil du ihn sehen möchtest und nicht aus einem Pflichtgefühl heraus zb oder so. So meine ich. Geburtstag, Feiertage sind ja gerne so Anlässe, die eine gefühlte Verpflichtung hervorrufen können den Eltern gegenüber. Weil es sind ja die Eltern so nach dem Motto.
    Oder das man sich einfach offen hält, wie lange man bleibt. Für das eigene Gefühl ist es unter Umständen wichtig hinzufahren, aber dann reicht vielleicht auch ein gemeinsamer Kaffee oder was und wenn du merkst, es ist einseitig dann gehst einfach wieder.
    Dass man sich damit nicht unter Druck setzt. Und vielleicht für danach gleich noch was schönes vornimmt, damit man sich was Gutes tut. Dann nehmen die Traurigkeit oder generell die Gefühle und Gedanken nicht sofort so viel Raum ein.

    Ja, wir haben immer noch mal Kontakt. Also schon täglich von seiner Seite aus, aber es ist auch immer dasselbe. Über Nachrichten kommt sein Selbstmitleid und er wäre nichts wert und nie genug und gleichzeitig ich bin tot für ihn und er ist raus. Und am Telefon große Liebesbekundung.
    Ich glaube, dass er deutlich mehr trinkt seit wir uns nicht mehr sehen.
    Allerdings merke ich, dass ich langsam aufhöre zu reden. Ich will nicht mehr mit Engelszungen auf ihn einreden.
    Es bringt sowieso nichts.
    Ich habe ihn gestern auch spontan und kühn blockiert. Ich war so dermaßen genervt von diesem hin und her Geeier und die Krönung war dann so ein Reel wo gesagt wird: meine Reise gehört mir, mein inneres ist meine Festung und niemand hat das Recht sich einzumischen und zu urteilen.
    Damit hat er absolut recht. Unterschreibe ich zu 💯 Prozent.
    Allerdings ist das keine Einbahnstraße. Und ich kann für mich entscheiden, diese Reise nicht mehr mitzugehen. Und wenn er das Gefühl hat, ich urteile oder mische mich ein, dann ist keine Reaktion wohl die beste Antwort. Das er das offensichtlich so sieht, hat mich getroffen.
    Ich lasse den Kontakt jetzt erstmal auf blockiert, mal sehen wie es mir damit geht.

    Ich glaube gleichgültig sind wir ihnen nicht. Ich denke eher, dass das ursprüngliche Gefühl in den Hintergrund rückt. Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass Alkohol im Kopf auf eine funktionelle Bremse für Emotionen drückt, sie also verstärkt. Ich glaube nicht, dass das Gehirn einen Unterschied machen kann zwischen guten und negativen Emotionen. Dann wird wohl alles an Emotionen gedeckelt.

    Und solange man immer noch mal eincheckt, sieht es für deinen Vater vielleicht auch wirklich so aus, als wäre alles okay. Meinst du, ihm würde es auffallen wenn du plötzlich nicht mehr zu Besuch kommst?

    Hallo Moni87,

    Vielen lieben Dank für deine Nachricht!

    Ja, rational ist es der einzige Weg für mich. Allein schon, weil ich es nicht noch einmal erleben möchte und es scheinbar nicht einmal in einem nüchternen Zustand „sicher“ ist, mit ihm Zeit zu verbringen. Mir war nicht bewusst, dass so ein epileptischer Anfall nach 3 Tagen Nüchternheit auftreten kann. Und dass man 3 Stunden später sich selbst aus dem Krankenhaus entlässt.
    Wie auch immer… Ich habe ihm gesagt, ich möchte ihn gar nicht mehr sehen bis er einen klinischen Entzug und anschließend psychischen Entzug macht. Daran halte ich mich. Wahrscheinlich sehe ich ihn nie wieder.
    Aber den Kontakt komplett abbrechen, schaffe ich nicht. Oder noch nicht. Ich reagiere äußerst wenig auf Nachrichten. Telefonate seit dem nur das wo er sich bedankt hat, dass ich ihm geholfen hab an dem Tag. Sonst nicht mehr. Dann würde eh nur wieder die Endlosschleife kommen von er wäre nichts wert, nie genug gewesen und hätte er jemals mich schlecht behandelt etc…

    Es macht mich traurig, ihn so zu sehen. Er ist ein toller Mann und selbst betrunken reflektiert und tiefgründig. Weiß nicht wie er das hinkriegt, noch klare Gedanken zu haben dann. Nur das Thema Alkohol und Abhängigkeit spaltet er manchmal komplett ab. Als würde es nicht existieren.
    Dann wiederum redet er davon als wäre ihm alles bewusst. Seltsam oder?
    Ist das bei deinem Vater auch so?

    Und ja, es ist wahrscheinlich eine ganz andere Situation für dich (wenn auch runter gebrochen auf die Fakten und alles an Emotion und Verbindung beiseite geschoben die gleiche Situation) , du bist anders gebunden.
    Allerdings hast ja auch du das Recht, für dich selbst zu entscheiden, was in deinem Leben einen Platz haben darf und was nicht und wenn ja in welcher Form. Biologie hin oder her. Es muss auch nicht bedeuten, daraus sofort ein für immer zu machen. Aber die Akzeptanz, nicht mehr einer Illusion nachzujagen, und die Realität so zu sehen wie sie momentan ist, ist halt auch kein Bonschi🍬 in unseren Situationen. Für niemanden auf keiner „Seite“.

    Lg Glitzermücke

    Hallo zusammen,

    Ich habe mich hier angemeldet, um mich mit meiner Situation auseinanderzusetzen und hier auch schon eine Weile still gelesen. Ich frage mich, ob ich co-abhängig bin und warum es so schwer ist, mit den Tatsachen auf dem Tisch (mein Kopf weiß das alles und wird hier auch immer wieder „bestätigt“ ) den Weg der Vernunft zu gehen. Das Herz will irgendwie nicht mitgehen. Oder nur ich nicht? Das ist doch irgendwie bescheuert.
    Bin durcheinander, geschockt vom Wochende (musste den Krankenwagen für meinen Partner rufen) und trotzdem fällt mir loslassen schwer.
    Vielleicht möchte ich mir auch nur von der Seele schreiben. Denn eigentlich weiß ich ja Bescheid, die Fakten liegen auf dem Tisch. Vielleicht bin ich auch einfach entsetzt wie krass die Sucht sich zeigt und ich war einfach nur zu naiv und mir nicht bewusst über das Ausmaß der Sucht. Ich glaube, ich muss erstmal meine Gedanken sortieren.