Liebe Aurora (toller Bame übrigens),
Danke für deine Nachricht. Mircist vollkommen bewußt, dass ich ihn nicht aus seiner Sucht herauslieben kann und auch, dass ich aktiv nichts tun kann, um bei ihm ein Umdenken und einen Entzug zu bewirken.
Was ich aber möchte ist, dass er weiß, dass ich stets für ihn da sein werde, wenn er den Weg eines Entzugs geht, und ihn nicht fallen lasse.
Wenn er allerdings den Weg so weitergeht wie bisher, kann es sein, dass ich mich von ihm distanzieren muss, um mich selbst zu schützen. Das würde ich ihm auch genau so kommunizieren, wenn ich merke, dass ich an meine Grenzen komme.
Momentan sehen wir uns 1 Mal in 1-2 Wochen, das ist für mich noch überschaubar und nicht zu belastend. Ab und zu telefonieren wir oder schreiben auf WhatsApp.
Ich bin tatsächlich der einzige Mensch,dem er zumindest anvertraut hat, dass er massive Probleme hat und er in Therapie gehen möchte, um sich und sein Leben zu ändern.
Er habe den Wunsch, dass der Therapeut in im übertragenen Sinn nackt auszieht, so seine Formulierung, undxer wolle, dass es richtig weh tut. Finde ich durchwegs ein positives Zeichen, dass er das möchte.
Ich habe mir bisher weder den Mund fusselig geredet, noch ihn zu Suchtberatungsstellen zerren wollen oder sonst irgendwelche Hebel in Bewegung gesetzt. Das muss von ihm selbst kommen und werde ich auch künftig sicher nicht machen, auch wenn er mir sehr viel bedeutet.
Insofern bin ich wahrscheinlich auch nicht enttäuscht oder frustriert wegen vergeblicher Mühe.
Wenn du das bei deinem Mann alles vergeblich über Jahre versucht hast und sich trotzdem nichts verändert hat, cerstehe ich natürlich deinen Frust. Du hast wahrscheinlich endlose Energien in seine Heilung gesetzt, die dann nicht erfolgt ist.
Auch bei meinem Freund kann das natürlich sehr gut sein, selbst wenn er einen Entzug machen sollte. Wir wissen ja schließlich wie hoch die Rückfallquote traurigerweise ist.
Glg, Lui