Beiträge von Lui

    Liebe Aurora (toller Bame übrigens),

    Danke für deine Nachricht. Mircist vollkommen bewußt, dass ich ihn nicht aus seiner Sucht herauslieben kann und auch, dass ich aktiv nichts tun kann, um bei ihm ein Umdenken und einen Entzug zu bewirken.

    Was ich aber möchte ist, dass er weiß, dass ich stets für ihn da sein werde, wenn er den Weg eines Entzugs geht, und ihn nicht fallen lasse.

    Wenn er allerdings den Weg so weitergeht wie bisher, kann es sein, dass ich mich von ihm distanzieren muss, um mich selbst zu schützen. Das würde ich ihm auch genau so kommunizieren, wenn ich merke, dass ich an meine Grenzen komme.

    Momentan sehen wir uns 1 Mal in 1-2 Wochen, das ist für mich noch überschaubar und nicht zu belastend. Ab und zu telefonieren wir oder schreiben auf WhatsApp.

    Ich bin tatsächlich der einzige Mensch,dem er zumindest anvertraut hat, dass er massive Probleme hat und er in Therapie gehen möchte, um sich und sein Leben zu ändern.

    Er habe den Wunsch, dass der Therapeut in im übertragenen Sinn nackt auszieht, so seine Formulierung, undxer wolle, dass es richtig weh tut. Finde ich durchwegs ein positives Zeichen, dass er das möchte.

    Ich habe mir bisher weder den Mund fusselig geredet, noch ihn zu Suchtberatungsstellen zerren wollen oder sonst irgendwelche Hebel in Bewegung gesetzt. Das muss von ihm selbst kommen und werde ich auch künftig sicher nicht machen, auch wenn er mir sehr viel bedeutet.

    Insofern bin ich wahrscheinlich auch nicht enttäuscht oder frustriert wegen vergeblicher Mühe.

    Wenn du das bei deinem Mann alles vergeblich über Jahre versucht hast und sich trotzdem nichts verändert hat, cerstehe ich natürlich deinen Frust. Du hast wahrscheinlich endlose Energien in seine Heilung gesetzt, die dann nicht erfolgt ist.

    Auch bei meinem Freund kann das natürlich sehr gut sein, selbst wenn er einen Entzug machen sollte. Wir wissen ja schließlich wie hoch die Rückfallquote traurigerweise ist.

    Glg, Lui

    Hallo ihr Lieben

    Ich bin eine enge Freundin eines alkoholkranken Mannes und möchte mich hier gerne austauschen und bitte um eine Freischaltung.

    Momentan ist es noch so, dass mein Freund ein Alkohlproblem (noch) von sich weist, obwohl es sehr massiv und längst deutlich sichtbar ist - er trinkt seit seiner frühen Jugend, und in den letzten Jahren ist es ganz massiv geworden, er muss seit Jahre bereits morgens trinken und ist Spiegeltrinker. Das weiß ich, weil wir zusammen im Urlaub waren, er trank den ganzen Tag über verteilt Alkohol, das macht er bei hedem Kontakt, den wir haben. Er muss bereits morgens Alkohol konsumieren, vermutlich um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Wenn er bei mir zu Besuch ist, geht es absolut nicht ohne Alkohol. Letztens kam er um 8.00 (bereits riechbar alkoholisiert) zu Besuch zu mir. Um ca 10.30 gab er unter einem Vorwand an, zu seinem Auto zu müssen. Ich sah durch mein Fenster, dass er dort ein paar Schlucke aus einer Weinflasche trank, dann das Auto sofort wieder verließ und zurück kam. Ich gab ihm dann ein Bussi auf den Mund und er hielt den Atem an.

    Kürzlich erzählte er mir, dass er an einigen Tagen morgens "grundlos" erbrechen musste. Mir ist bekannt, dass das entweder vom morgendlichen Entzug kommen kann als auch bei bereits stärkerer Leberschädigung. Ich habe Angst, dass er nicht mehr lange leben wird, wenn er noch eine Weile so weiter macht, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es gesundheitlich lebensbedrohlich wird, wenn es das nicht bereits ist.

    Ich gehe davon aus, er vermutet längst, dass ich etwas ahne bzw.sein eigentliches Problem kenne, dennoch spricht er es nicht aus. Er gibt zu dass er massive Probleme hat in seinem Leben, zb finanzielle sowie Probleme mit massiver innerer Unruhe, hat das Thema Alkohol aber noch nie angesprochen. Über einen Kollegen, der alkoholabhängig ist, sprach er ziemlich abwertend, grotesk eigentlich, nachdem er dasselbe Problem hat.

    Ich habe das Thema mit ihm bisher auch nicht direkt angesprochen. Ich kenne ihn sehr gut und weiß genau, dass er sofort zu machen und alles leugnen würde. Zudem wäre er massiv verärgert und würde sich vermutlich komplett zurückziehen. Mein Verhalten zeigt deutlich, dass ich voll in der Coabhängigkeit stecke, das ist mir bewusst.

    Er beginnt Ende Mai aus eigenen Stücke mit einer Psychothrapie, um seine Probleme in den Griff zu bekommen. Meine tiefe Hoffnung ist, dass er dort (irgendwann) die Karten auf den Tisch legt bzw. der Therapeut selbst erkennt, was los ist. Gleich zu Beginn der Therapie rechne ich nicht damit, er sagst selbst, dass er die Sorge hat, dass er dem Therapeuten etwas vorspielen und sich von seiner besten Seite präsentiere wird, so wie er es in seinem Umfeld ein Leben lang getan hat.


    Ich möchte ihn als Freundin so gut es geht unterstützen, er hat keine Kontakte außer mir und hat sich vor Familie und den wenigen Freunden, die er vor vielen Jahren hatte, mittlerweil fast vollständig zurückgezogen.

    Vor allem möchte ich, dass er mich auch weiterhin als Stabilität in seinem Leben hat, ich fürchte allerdings, dass er sich auch vor mir zurückziehen wird, wenn er weiß dass ich weiß, dass er ein Alkoholproblem hat, und dann endgültig abstürzt.


    Er ist Spiegeltrinker, ich habe ihn in den letzten Jahren, wo wir teils zwischendurch nur wenig Kontakt hatten (das ist seit 6 Monaten anders), nie nüchtern gesehen. Wann immer wir uns treffen, spielt Alkohol eine Rolle. Wenn er nichts zu trinken hat, wird er extrem unrund und angespannt und bricht ein Treffen ab, vermutlich um dann zuhause zu Alkohol zu kommen.

    Habt ihr einen Rat für mich, was ich tun und wie ich ihn am besten unterstützen kann?

    Dass ich coabhängig bin, weiß ich längst.


    Vielen Dank schon im Vorfeld für eure Unterstützung!

    Lui

    Hallo ihr Lieben,

    Ich bin eine enge Freundin eines Alkoholikers, sehr wahrscheinlich co-abhängig und suche hier Hilfe und Rat...

    Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen, ich würde mich hier gerne austauschen.

    Glg,

    Lui💫