Vielen lieben Dank.
Man kann doch nicht einfach zugucken, wie sich ein geliebter Mensch oder einfach nur ein Mensch zu Tode trinkt und dabei auch noch andere gefährdet, oder?
Wenn dazu noch Depressionen kommen, Orientiertungslosigkeit, etc. muss man doch eingreifen, oder?
Es gilt doch der Grundsatz, Menschenleben zu retten. . .
Ich habe den Eindruck, dass er die Verantwortung nicht selbst für sich tragen kann, da er unzurechnungsfähig ist. . .
Wie geht das zusammen mit, den Alkoholiker sich selbst überlassen, da er intrinsisch gesund werden wollen muss.
Vielleicht muss ich auch einfach alles für mich mögliche versucht haben, um dann irgendwann Abstand zu nehmen. So geht es definitiv nicht weiter, für unsere ganze Familie nicht. Wir sind starr vor Sorge um sein Leben.
Beiträge von SchwesterS
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Ihr Lieben,
Mein Bruder verweigert jegliche Hilfe. Er ist schwer alkoholabhängig (seit über 20 Jahren), seit einem Jahr akut und für uns als Familie bekannt. Er hat mehrere Rückfälle, bricht immer wieder nach 4 Tagen Entgiftung ab. Aktuell trinkt er seit Wochen große Mengen Vodka und schläft und trinkt und schläft. . .
Er wird zunehmend verbal aggressiv und äußert eine große Hoffnungslosigkeit , bis hin zu lustigen Sprüchen wie " wäre vielleicht besser, wenn ich nicht mehr aufwache" = Gleichgültigkeit gegenüber dem Weiterleben. Er verweigert jegliche HIlfe, lässt sich nicht in die Klinik bringen und sagt, es ist Zeitverschwendung. Man kann ihn nicht alleine lassen, da er sich selbst gefährdet. Er trink masslos Vodka in unfassbaren Mengen, hat Schmerzen, wenn er es nicht tut und verliert zunehmend den Bezug zur Realität, wenn er ausnüchtert.
Mein Partner ist bei ihm und die Frage ist, ob der sozialpsychiatrische Dienst morgen früh kommen und ihn überreden kann mitzugehen. Oder was würdet ihr vorschlagen. Es muss eine weitere Eskalationsstufe eingezogen werden. Er ist schwer abhängig und depressiv und wird aus eigenem Antrieb keine Hilfe suchen. Danke -
Ihr lieben Menschen hier,
Ich danke euch von Herzen für eure Worte, Zeit und Zuspruch.
Niemals hätte ich gedacht, dass es so sehr hilft, wenn man mit anderen in den Austausch geht.
10000 x Dank - jeder Gedanke, jede neue Perspektive, jeder Erfahrungswert hilft immens.
DANKE euch sehr. 🙏
Es ist und bleibt wohl ein Prozess - für alle Betroffenen.
Immer wieder kreisen meine Gedanken darum, was ihm wohl gerade helfen könnte. . .
Liebe Grüße in die Runde. S -
Hallo,
ich kann mich schwer abgrenzen und nicht mit meinen Gedanken und meinem Herzen bei ihm sein.
Er bleibt hoffentlich in der Entgiftung bis zum Schluss - ich frage mich immer, ob ich Kontakt halten soll oder ihn lieber in Ruhe lassen soll. Er hat mich z.B. gerade aus dem Krankenhaus angerufen, ich habe das Telefon auf stumm, da mein Sohn schläft aber hadere nun, ob ich ihn zurückrufen soll. Ich will für ihn da sein aber wenn er betrunken ist, macht es keinen Sinn mit ihm zu reden. . . Oh man. . . wenn man nur wüsste, was richtig und was falsch ist in diesem Moment.
Ich bin müde aber komm gar nicht zur Ruhe vor lauter Gedankenkarussell. . . -
Hallo,
ich bin die Schwester eines Alkoholikers. Mein Bruder wurde gerne eben in ein Krankenhaus eingewiesen und hängt am Tropf.
Ich hatte bis vorhin gedacht, dass es ihm gut geht, da er vor 7 Tagen aus der Entgiftung nach Hause kam und mich freudig anrief, um zu sagen, dass alles gut wird und es ihm wieder gut geht. Nun hab ich erfahren, dass eben nicht alles gut ist, sondern er wieder im Krankenhaus ist. Ich bin völlig fertig. .. geschockt. Ich kann nichts machen, außer ihm Whatsapps schreiben und immer wieder sagen, dass er die Hoffnung nicht verlieren darf, dass er wieder gesund wird. Bin total verunsichert, was ich schreiben kann, soll. Was hilft ihm und was ist einfach zu viel, unpassend. . . Ich fühle mich hilflos und ohnmächtig, da ich nicht helfen kann, nichts tun kann. Hatte heute eine Beratung für Angehörige und wollte morgen mit ihm sprechen und jetzt das. Alles wieder von vorne. . . Die Familie will mich wohl schützen, da ich weit weg wohne und nicht einfach so kommen kann. . . aber das macht es nur noch schlimmer, immer nur so Brocken von Informationen zu erhalten. Das macht meine Sorgen und das Kopfkino nur noch größer.
Ich möchte für ihn da sein aber er hält mich auf Abstand, um mich zu schützen und aus Scham.
Wer kennt das? Was hilft? Wer war da schon und kann mir helfen zu verstehen, was ihm helfen würde?
Ich lasse ihn nicht allein.
Danke euch.