Beiträge von Meersalz

    Das erste Wochenende, allein und völlig ohne den ollen Suff.

    Das Positive daran, hätte ich einen Anruf bekommen, hätte ich sofort losfahren können. Auf eine Trinkerin kann man sich eben nie verlassen, dass muss schlimm für den Nachwuchs sein.

    Dann schleppt man die leeren Flaschen heimlich zum Container und wird hoffentlich nicht gesehen.

    Alles um den Suff herum, ist mit Stress und Peinlichkeiten verbunden.

    Schade um so manch vernebelte Zeit.

    Aber heute, heute duftet der Kaffee, die Vögel zwitschern.

    Ich atme, Ich lebe.

    Ein wundervoller Gedanke. An einem einfachen Sonntag :*

    Hey, bei mir läuft es gut, ich bin nun 13 Tage ohne. Ich bin momentan aber auch beruflich sehr eingebunden, sodass ich dafür gar keinen Kopf habe. Wichtig ist jetzt, dass ich genug schlafe und frühstücke, dann bin ich für mich safe.

    Ich gehe wieder mehr spazieren und habe wieder Routinen und Strukturen. Ich halte emotionalen Stress fern.

    In drei Wochen habe ich wieder mehr Freizeit, darauf freue ich mich schon. Ich will so nach und nach die Wohnung streichen und wieder nähen und malen. So ist der Plan :)

    und Du hast auch schon über einen Monat geschafft.

    Liebe Grüße

    Ja. Mit den Plattformen geht mir genauso. Ich nutze eh selten was. Außer WhatsApp. Hab auch Facebook bis auf 6 Personen alle gelöscht und mein Profil quasi in ein Fake Profil umgewandelt um nur noch an und an da Nachrichten zu lesen. Besonders im habe in Suff da immer nur Scheisse gepostet und mich blamiert. Besser in Ruhe leben und dafür ohne diese Schuldgefühle nach dem Trinken.

    Ich habe mich da komplett abgemeldet, whats app ist nur noch für den engsten Kreis. Würde man sich persönlich treffen, würde man sich auch keine Fotos vom letzten Essen beim Italiener zeigen. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

    Vlt löst das auch was aus, ist ein Selbstexperiment. Aber es bringt schon erheblich viel Ruhe in den Kopf und ich konzentriere mich auf andere Dinge.

    Das hört sich gut an. 👍 Ich meide momentan Menschenmengen, stehe ich ohnehin nicht so drauf und ich fühle diese Panik richtig.

    Hab auch alle Plattformen gelöscht, ich glaube, das macht einen zusätzlich wuschig. Völlige Reizüberflutung, also es geht mir persönlich besser, sich einfach ausklinken und bei sich sein.

    Glück nicht herausfordern, ja, aber auch bewusst wahrnehmen, was einem gut tut und was eben nicht.

    Und mir tut jetzt ein Cappuccino gut ;)

    @ Hera

    Ich gehe jetzt mal von mir aus, einerseits verurteilt man sich selbst: wenn ich von der Rolle war, dann sagte ich blöde Sachen, viel zu direkt und unangemessen, wenn ich danach erklären wollte und habe, dann war da dieser Blick. Nicht jeder versteht den Alkoholiker, es kommen Sprüche, wie: "dann hör doch einfach auf! Wie kann man nur so sein! Also ich wäre nie so!" Dieses ganze Gerede eben. Dann dieses verständnisvolle Geheuchel, aber kaum bist Du weg, bist Du das Thema. So habe ich es jedenfalls erlebt.

    Liebe Nika,

    Ich habe ein wenig quer gelesen, Deine Geschichte berührt mich wirklich sehr. Ja ich lese Rückfall und Scham.

    Aber ich lese auch Stärke, Selbstreflexion, Ehrlichkeit und einen Willen.

    Mir hilft es immer, die Scham mal ganz wegzulassen und mich nur daran zu erinnern, was ich auch geschafft habe. Eben auch mal stolz auf sich selbst sein. Aber sich auch selbst vergeben! Ja, es ist geschehen, das kann niemand rückgängig machen und ja, man wird verurteilt, auch das kann man nicht ändern.

    Ich wünsche Dir von Herzen viel Kraft und einen klaren Blick nach vorn. Viele Liebe Grüße.

    Ich muss gerade ein wenig schmunzeln, obwohl es (eigentlich) traurig ist, als ich auf dem letzten Geburtstag einer Bekannten den Alkohol ablehnte, wurde mir eine Flasche alkoholfreier Wein hingestellt. Verstehe diese Logik ohnehin nicht, warum stellt man sowas her?! Kreisgedanken in meinen Kopf. Kurz darauf folgte leider wieder ein Rückfall.

    Ich bin über die 40, die Feierzeiten sind vorbei ;)

    Ich nutze viele Bildungsangebote, die erfordern immer wieder Disziplin und Routinen, die gewissen Halt geben und einen festen Rahmen stecken.

    Ich glaube der letzte Auslöser war, als meine Jüngste überraschend bei ihrem Freund blieb, da war die Bude plötzlich leer. Das war ganz komisch und da war er wieder, ganz plötzlich, der Druck, Einsamkeit usw. Dabei ist das totaler Unsinn, denn ich freue mich auch auf ein Leben nach den Kindern, ohne Verantwortung usw. nicht falsch verstehen, ich tue das alles gerne, aber auch seit 15 Jahren alleine, immer.

    Ich bin eine total lebensfrohe und lustige Frau, immer zuverlässig, kreativ, optimistisch (auf Regen folgt immer Sonnenschein).

    Die Trinkerei passt überhaupt nicht zu mir und auch nicht in mein Leben!

    "Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt..." und dieser ist bewusst getan!

    Vielleicht auch drauf gekommen, dass ich wenig Unterstützung von Zuhause aus hatte. Es würde bei uns über Probleme nur gesprochen. Man müsste Stärke zeigen und hart sein. Wer schwach war, der war zum sterben oder verrecken verdammt. Vielleicht konnte sowas für meinen Vater sein, der damit den Tod meiner Mutter überwunden hat. Aber ich bin nicht so stark. Ich bin auch eher schwach. Und muss lernen mit meiner Schwäche und Alkoholkrankheit umzugehen.


    Tag 25 ohne geschafft. Kein Verlangen nach dem SaSatan.

    Gefühle zu benennen und darüber reden zu wollen, finde ich persönlich nicht schwach.

    Mein Vater ist zu DDR Zeiten aufgewachsen. Viel geredet wird da auch nie. Doch ich rede immer, aber das passt niemanden, also bin ich die, die immer Theater macht, weil ich eben gerne alles beim Namen nenne.

    Mich triggern diese Verhaltensweisen total. Ich will deshalb nicht immer wieder saufen, also habe ich den Kontakt erstmal eingestellt. Ist ja keine Einsicht da, da kann ich auch zuhause mit der Wand quatschen.

    Glückwunsch zu den nüchternen Tagen. Freut mich... auch mit der SHG... liebe Grüße

    Lieben Dank für die Aufnahme,

    Wenn man weiter abseits vom Schuss wohnt, ist es wirklich sehr schwer Hilfe zu finden und diese dann auch in Anspruch zu nehmen, da jeder jeden kennt...

    Aber das kennen bestimmt einige. Die Anonymität gefällt mir und die stetige Erreichbarkeit, denn die Sucht kennt keine Sprechzeiten und Terminvereinbarungen.

    Und egal, wo ich hingehe. Hier ist Alkohol die einzige Droge, für die ich mich fast entschuldigen muss, wenn ich sie ablehne.

    Vlt. Hilft mir das hier, auf der Reise zu mir selbst. Grenzen festlegen und wahren. Eine Sache, die ich vlt. nicht gelernt habe, wenn schon zwei Generationen vor mir Alkoholiker waren.

    "Man muss das Leben vorwärts leben und rückwärts verstehen."

    Ich bin aber zuversichtlich es zu schaffen, weil es eben einfach mein Ziel ist. Mir schmeckt der Alkohol ja nicht mal und dann nur auf nüchternen Magen. Allein diese Benennung ist ekelig.

    Ich für meinen Teil muss einfach wieder mehr auf mich achten. Kontakte, die mich triggern, fernhalten und ich muss auch nicht für jeden erreichbar sein, um mir alles anzuhören und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

    Gerade bin ich dran. Denn auch ich lebe nur dieses eine Mal!

    Ja ich mache das ähnlich. Einfach bisschen was vom Tag schreiben oder irgendwo seinen Senf dazu geben. Hauptsache am Ball bleiben. Ich finde gerade bei uns Quartalstrinkern ist das ja so, dass es schwer ist am Ball zu bleiben, weil man sich ja irgendwann wieder sicher fühlt und denkt man hat es im Griff. Und dann passiert es wieder.


    Deswegen habe ich mir selber auferlegt jeden Tag irgendwo hier im Forum was zu schreiben - ob bei mir oder wie jetzt in den Fall bei dir hier.


    Bin mal so im Forum die Threads von den Quartalstrinkern durchgegangen und gerade bei denen ist es mir aufgefallen, dass viele von denen - wie ich auch - immer mal da sind und dann wieder weg. Ich sehe mich nun als "gewöhnlich" Alkoholkrank. Und hoffe das hilft mir dieses Mal wirklich für immer am Ball zu bleiben und nicht nur anderthalb Jahre.

    Okay, ich versuche es einfach mal mich hin und wieder mitzuteilen, das ist nicht gerade eine meiner Stärken. Aber gerade ist alles gut, trotz Stress und kleinem beruflichen Rückschlag, blieb ich standhaft. Aber so ist es eben beim Quartalstrinken, mal bist Du der Fels in der Brandung und mal das Fähnchen im Wind.

    Ich finde viel Struktur und Routinen geben einem viel Halt.

    Guten Abend...

    ich lese hier so viele wundervoll verfasste Texte, Geschichten und Erfahrungen, sodass ich gar nicht mehr weiß, was ich schreiben soll. Es fällt mir schwer den Anfang zu finden, dennoch sollte oder könnte ich mich wieder melden, wenn ich einen nüchternen Lebensweg bestreiten will.

    Liebe Grüße

    Oh Mensch, ja das kenne ich, nun hab ich es solange durchgehalten und zack wieder kam der Teufel durch. Bei mir waren alle Beziehungen starke Alkoholiker. Und immer wieder war ich am selben Abgrund. Ich habe auch viele Kontakte abgebrochen, weil ich immer für jeden da bin, mir alles anhöre usw. Aber muss ich das? Ich glaube nicht. Wie gesagt, es ist an der Zeit für mich zu sorgen und der erste Schritt ist doch schon mal, dass ich mich hier angemeldet habe und mich bekenne. Ich hoffe auf liebe Leute ohne Verurteilung, auf gegenseitigen Rat. Na was man eben so hofft. Vlt ist eine Therapie bei mir auch mal angebracht.

    Hallo Hope,

    Bei mir haben alle getrunken und irgendwann einfach aufgehört und niemand hat darüber gesprochen was war. Je älter man wird, umso reflektierter wird man. Das Schamgefühl, wenn ich mal wieder rückfällig wurde, ist immer am Schlimmsten. Ich habe Hoffnung und will es schaffen. Wie geht es Dir momentan?

    Ich danke Dir. Manchmal hilft das wahre Bekennen und Benennen schon sehr. Mitte Juni habe ich meine berufsbegleitende Ausbildung abgeschlossen, das wahren harte Jahre des Funktionierens und ich habe es geschafft, neben Beruf und alleinerziehend 24/7. Und ich habe mir fest vorgenommen, danach für mich zu sorgen und vor allem auf mich zu achten! Ich werde dann wieder zur Beratung gehen. Denn jetzt bin ich dran. Gesund werden und bleiben. Lieben Dank für diesen Austausch.

    Genau, am Freitag, davor Anfang Februar, Ende November, immer nur einen Tag. Und dieser Tag soll eben nie wieder kommen. Das muss doch irgendwie zu schaffen sein. Ich war beim Arzt, auch bei einer Beratung, dann habe ich aber immer das Gefühl, ich habe das im Griff oder andere haben wirkliche Sorgen usw. Das ist ja das dumme bei der Quartalstrinkerei. Ich bin überfordert, sei mir nicht böse.

    Alkoholekerin trifft es ziemlich genau. Ich trank vor 10 Jahren täglich. Über drei Jahre hinweg. Dann trennte ich mich von meinem Freund und trank ein Jahr gar nichts. Dann bekam ich eine Flasche Sekt geschenkt und dachte, ich habe es überstanden und dann steigerte es sich wieder, Wochen, Monate war ich abstinent. Ich meide Gesellschaften, weil überall getrunken wird, denn fange ich erstmal an, ist kein Ende in Sicht. Ich merke sogar, wenn es losgeht, Schlafstörungen, Herzrasen... aber ich marschier dann los und habe nur ein Ziel, heute betrink ich mich. Mein zukünftiges Leben soll anders werden. Mir tun manche sozialen Kontakte nicht gut, nur habe ich nie gelernt Grenzen zu zeigen, bzw.werden die von anderen nicht wahr genommen und darüber ärgere ich mich und dann ist da wieder dieser Teufelskreis.