Beiträge von Cookie1703

    Den Tag wo meine Tochter ihn im Hausflur gefunden hat, habe ich ihn rausschmeißen wollen. Die Kinder haben geweint und mich angefleht das nicht zu tun. Sie sagten er würde sterben wenn wir ihm nicht helfen. Das war so schmerzhaft zu hören. Ich habe ihnen also gesagt ich rede mit ihm wenn er wach ist. Er hat eingewilligt zur Entgiftung zu gehen. Diese eine Chance sein Leben, nein unser Leben, wieder herzustellen will ich ihn geben.

    Er weiß, dass er keinen Schluck mehr trinken darf. Das sagt er auch, allerdings sagt er zum Beispiel ich habe ein Problem. Ich trinke zu viel. Das tatsächliche Wort Alkoholiker hat er noch nicht benutzt. Er plant heute mit dem Sozialdienst seine Nachsorge. Was die Kinder betrifft sehe ich das genauso. Ich mache mir große Sorgen. Ich habe meine beste Freundin gefragt, ob sie bei ihr bleiben können. Sie habe also eine sicheren Hafen. Das beruhigt mich dann auch.

    Ich bin traurig, dass ich weder in der Entgiftungsstation, wo ich mit vielen gesprochen habe noch hier jemanden getroffen habe, wo der Partner den Sprung in ein besseres lebe gefunden hat. Für uns ist es das erste Mal, dass mein Mann die Entgiftung macht. Ich möchte daran glauben, dass er es schafft. 28 Jahre sind nicht leicht weg zu werfen. Ich möchte ihm diese eine Chance geben. Bin ich naiv mit meinen Gedanken, dass ich daran glauben will, dass er wieder ins Leben finden kann? Gestern hat er mich angerufen und von einem Patienten erzählt, der starke Zitteranfälle hatte. Er meinte das sah furchtbar aus. In diesem Zustand war er vor ein knappen Woche auch und fing bereits an mit den Ärzten über die Entlassung sprechen zu wollen. Ich war so sauer, weil ich dachte wie kann er denn nicht sehen, dass es ihm so schlecht geht und auf meine Frage wie geht es dir jetzt sogar antworten, eigentlich ganz gut. Heute nachdem die Entzugssymptome nachgelassen haben, sagte er es sah total furchtbar aus und er will das nie wieder durchmachen müssen. Ich möchte daran glauben, dass wir als Familie noch eine Zukunft haben. Am Mittwoch bekommt er die letzten Medikamente gegen die Entzugserscheinungen. Ich hoffe es geht ihm danach einigermaßen. Freitag wird er dann entlassen

    Danke euch für das Feedback. Ich muss noch an mir arbeiten, dass ich die Verantwortung ihm komplett überlasse. Das fällt mir unheimlich schwer. Wir sind 28 Jahre zusammen. Er war ein so toller Mann, mit keinem anderen wollte ich eine Familie gründen. So ein süßer Vater, so ein toller Mensch. Es fällt mir einfach schwer diesen Menschen nicht mehr zu sehen. Ich frage mich ob er noch irgendwo da drin steckt. Gestern hat er mich zum ersten Mal nach meiner op gefragt wie es mir eigentlich geht. Die Frage wie es mir geht hat er seit drei Jahren nicht mehr gestellt. Er war vor der Entgiftung so unerträglich, er wusste noch nichtmal dass seine Tochter ihren Abschluss geschafft hat. Meine Große ist dann raus am Abend und hat ihn unten im Hausflur gefunden. Er war nicht mehr in der Lage aufzustehen oder zu laufen. Sie hat ihn dann mit meinem Sohn zusammen hochgetragen. Zwei Tage später kam er dann nicht von der arbeit, ich habe ihn dann an der Haltestelle eingeschlafen gefunden, sturzbetrunken. Ich habe ihm gesagt, dass er entweder jetzt sofort in die Entgiftung gehen soll (er hatte einen Termin bereits gemacht, der wäre aber in drei Wochen erst gewesen) oder er soll bitte raus hier. Er hat seine Tasche gepackt und ist hingefahren. Er wollte die Entgiftung in seinem Urlaub machen, da er nicht wollte, dass die arbeit was davon mitbekommt. Aber ehrlich, ich kann mir vorstellen, dass sie das ohnehin schon haben. Mein Sohn arbeitet auch in der Firma und hat es gerochen.

    Er organisiert gerade mit der Klinik die Nachsorge. Ist aber noch nichts festes. Ich habe nur Sorge wenn er Freitag nach Hause kommt und nichts organisiert hat. Ich gehe auf Reha weil ich operiert wurde. Komme zwar nachmittags heim, aber mein Gedanke kreist eben nur um das Thema. Meine Töchter sind dann mit ihm zu Hause. Sie sind 16 und 19 Jahre, meine jüngere fragt mich schon was sollen wir machen wenn er wieder trinkt. Und merke ich das wenn er wieder anfängt. Sie kennt ihren Vater in den letzten paar Jahren nicht nüchtern und hat Angst. Er macht mir übrigens gar keine Vorwürfe, er schämt sich. Er will aber auch nicht darüber reden. So war er schon immer, wenn er sich sorgt, schweigen und möglichst niemanden beunruhigen. Da sehe ich die Gefahr. Wenn er nicht lernt offen darüber zu reden, auch über Probleme oder Sorgen wird er vielleicht wieder zur Flasche greifen.

    Hallo Zusammen. Ich bin neu hier. Mein Mann ist Alkoholiker. Er ist gerade seit einer Woche in der Entgiftung. Es ist die letzten Wochen und Tage so eskaliert, dass ich offen gesagt habe entweder sucht er sich Hilfe oder ich muss mich und die Kinder (16, 19,21) schützen. Ich bin gerade frisch an der Wirbelsäule operiert. Meine Tochter ist abends um 21 Uhr nochmal raus. Er lag im Hausflur und kam nicht mehr hoch. Meine Tochter und mein Sohn haben ihn in die dritte Etage ohne Fahrstuhl hochgetragen. Meine 16 jährige Tochter hat die ganze Nacht geweint. Konnte nächsten Tag nicht in die Schule. Zwei Tage später ist er besoffen an einer Haltestelle eingeschlafen. Ich habe ihn einsammeln müssen. Ich habe ihm ein Ultimatum gestellt, weil weder ich noch meine Kinder diese Situation noch ertragen können. Vor drei Jahren wurde das erste Mal medizinisch sein Problem dokumentiert. Das Problem besteht aber bereits länger. Er ist tatsächlich noch zur arbeit gegangen. Kam stinkbesoffen nach Hause, schläft, trinkt dann im Wechsel bis er wieder arbeiten geht. Er hat gar nicht mehr an meinem oder das der Kinder teilgenommen, wusste nicht mal das unsere Tochter ihren Abschluss gemacht hat. Er hat sich dann entschlossen in die Entgiftung zu gehen. Ich frage mich, was geschieht danach? Er wird nach 12 Tagen entlassen. Mein Vertrauen ist extrem gering, er hat so viel gelogen, was das Thema betrifft. Was sind eure Erfahrungen?