Beiträge von Loris

    Hallo zu später Stunde und gleich vorneweg, es hat mir heute nicht zu meiner Hausärztin gereicht, aber ich versuche noch vor 16.09. einen Termin zu kriegen. Danach fahren wir für einige Wochen nach Frankreich (nein, kein Urlaub, mein Mann und ich arbeiten dort im home office). Meine Ärztin weiß bereits aus vergangenen Terminen, dass ich problematisch viel trinke, aber nun werde ich unumwunden das Kind beim Namen nennen. Ich bin Alkoholikerin und muss abstinent leben. Fertig. Nach Tag 7 ohne Alkohol geht es mir körperlich gut. Schlaf auch gut. Heute habe ich mit 6 Tage Scheinfasten begonnen.Habe ich schon zweimal gemacht und die gute Stimmung danach genossen. Keine Sorge, die Gefahr einer Suchtverlagerung zur Magersucht besteht bei mir nicht. Ich weiß, dass ich, wenn ich wieder alles essen darf, z.B. beim Löffeln eines Müslis mit Apfel und Kuhmilch regelrecht Tränen der Freude in die Augen steigen werden. Auch mein geliebter Milchkaffee wird mich "flashen", denn Kuhmilch ist absolut verboten beim Scheinfasten, wie alle tierischen Lebensmittel. Dass ich mir die Fastenbox schon vor 3 Wochen bestellte, also vor meinem Entschluss abstinent zu sein, nutze ich jetzt quasi als Ablenkung. Mein Fokus ist auf was anderes gerichtet als auf die heiklen Gedanken "oh je nie wieder... wie traurig...welch ein Verlust" Gestern Abend habe ich hier im Forum noch ein bisschen rumgelesen, da war viel Interessantes dabei. Z.B. Diskussionen über alkfreies Bier. Das hatte ich bisher als positiv gesehen, nach dem Motto: alkoholfrei leben ist doch gut möglich, weil es viele Ersatzprodukte gibt. Nun bin ich doch sehr ins Nachdenken gekommen und entscheide mich mal lieber für die Nummer sicher, kein 0,0 Bier mehr. Das hab ich früher getrunken, auch ganz gern, um meinen Alkoholkonsum zu reduzieren. Hat so semigut geklappt. Mit Alkohol im Haushalt werde ich mich abfinden müssen. Mein Mann zieht nicht mit. Da hilft kein Erklären und Bitten. Scheidung ist auch keine Option. Bis ca. 21Uhr saßen wir beide noch vor unseren Rechnern in unserem kleinen Büro zuhause. Unsere Schreibtische stehen einander gegenüber und mein Mann hatte sich um 19 Uhr ein Weizenbier an den Schreibtisch geholt. Gottseidank mag ich kein Weizen und mag auch den Geruch nicht. Aber die Gluckgeräusche vom Trinken zu hören...Trigger wäre zuviel gesagt, aber Gedanken waren schon kurz da. Also das Fasten wird mir bis Sonntag sehr helfen, und bis dahin muss ich mir einen Werkzeugkoffer zusammenstellen, mit wenn...dann...Strategien. Belohnung und Entspannung waren meine Trinkgründe. Das Bett ruft. Schlaft alle gut. Gute Nacht!

    Ja, ich bekenne mich als Alkoholikerin. Ja, ich möchte ohne irgendeine Ausnahme auf jeglichen Alkohol verzichten für den Rest meines Lebens. Sonst wird das nichts. Ich bin jetzt den 5. Tag alkoholfrei. Morgen am Montag habe ich einen langen Arbeitstag. Ich hätte kein Problem am Dienstag zu meiner Hausärztin zu gehen und sie einzubinden. Das ist dann aber bereits der 7. Tag. Ich schäme mich nicht, zuzugeben, dass ich Alkoholikerin bin. In der Verwandtschaft gibt es einen seit über zwanzig Jahre trockenen Alkoholiker. Eines seiner erwachsenen Kinder ist seit 14 Tagen abstinent und besucht fast täglich AA Treffen in einer Großstadt. Am Wochenende haben wir uns darüber ausgetauscht und dies hat meine Entscheidung nun auch den Weg der konsequenten Abstinenz gehen zu wollen bestärkt. Ich scheue mich aber, die Beiden zuviel darauf anzuquatschen, jeder hat sein Leben. AA Treffen möchte ich in der Kleinstadt nicht, vor allem aus beruflichen Gründen. VG Loris

    Im Laufe der letzten 20 meiner 64 Lebensjahre wurde meine konsumierte Feierabendtrinkmenge immer mehr. Bis zu 5 Drinks am Abend. Einen alkoholfreien Tag schaffe ich so gut wie nicht mehr. Diese Unfreiheit kotzt mich an und nachdem ich seit 12 Monaten nicht mehr rauche, möchte ich nun auch eine alkoholfreie Zukunft starten. Ich hoffe auf Unterstützung und Austausch, wie man das hinkriegt, wenn das Verlangen den Kopf beherrscht. Bei mir wird Alkohol leider immer zuhause verfügbar bleiben. Das macht die Alkoholabstinenz für mich schwieriger als die Zigarettenabstinenz. Mein nichtrauchender Mann ist nicht bereit, auf ein breitgefächertes Alkoholsortiment im Haushalt zu verzichten, wobei er davon nicht täglich trinkt. Er ist der Typ Genussmensch...ich der Typ Suchti...Viele Grüße Loris