Beiträge von Majali

    Liebe Majali,

    ich bin über zwei Sätze gestolpert:

    Man kann sicher an sich arbeiten, etwas irgendwie besser zu ertragen oder sich abzugrenzen. Auch unfaires Verhalten von anderen Menschen. Ich frage mich allerdings, ob sich das lohnt.

    Wie wäre das in einer gesunden Beziehung? Da würde man die Sorge seines Partners ernst nehmen. Oder?

    Verstehe mich nicht falsch. Ich kenne ähnliche Situationen und habe es auch versucht. Meine Erfahrung: Paarberatung bringt nur was, wenn beide es wirklich wollen. Eine bestehende Suchtproblematik schließt diesen Weg aus.

    Bleib bei dir und sorge für dich!

    Vielen Dank für deine Worte. Sie berühren mich sehr, vor allem die Frage.: Wie wäre das in einer gesunden Beziehung? D.h. ich sollte viel mehr daran denken, wie es in einer gesunden Beziehung wäre. Gleichzeitig macht es mir so klar, dass ich nicht in einer gesunden Beziehung lebe. Es scheint offensichtlich zu sein, und doch begreife ich es anscheinend erst ganz langsam in Zeitlupe immer mal wieder kurz, dass es so ist. Ein bisschen so, als wäre alles vernebelt und manchmal lichtet sich der Nebel. Und manchmal löst dieses Lichten ein paar Worte aus. Und dann wieder sehe ich das gar nicht.

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und suche dringend den Austausch mit Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken. Ich fühle mich gerade völlig hilflos, ausgeliefert und weiß einfach nicht mehr weiter.

    Mein Mann hat gerade erst einen zweiwöchigen Klinikaufenthalt hinter sich gebracht. Wir waren alle so erleichtert. Doch vor kurzem gab es einen Vorfall beim Essen (Rotkohl – wegen der Triggergefahr durch Geschmack/Geruch), der zu einem großen Streit geführt hat. Seitdem herrscht absolutes Schweigen. Er meldet sich nicht, gibt mir keinerlei Transparenz über seine unvorhersehbaren Arbeitszeiten als Selbstständiger, und ich sitze hier in einer furchtbaren Ungewissheit und habe schreckliche Angst vor einem Rückfall. Das tagelange Schweigen und Mauern verletzt mich zutiefst.

    Gestern Abend habe ich ihm einen langen Brief geschrieben, in dem ich ehrlich meine Ängste geteilt und Transparenz gefordert habe. Er hat darauf nicht geantwortet. Als er mitten in der Nacht nach Hause kam, bin ich im Bett geblieben und habe seine Sachen auf die Couch gelegt, um mich selbst zu schützen. Er hat die Grenze akzeptiert, aber das Gefühl des Kontrollverlusts macht mich psychisch und physisch fertig. Ich war die letzten drei Wochen vor lauter Stress schon körperlich krank und muss am Montag wieder arbeiten.

    Ich habe für nächste Woche eine Paarberatung angefragt und fange auch meine eigene Therapie an. Aber im Moment bricht die Situation über mir zusammen. Ich war schon bei Al-Anon am Telefon, aber diese starren Rituale und Gebete haben mir überhaupt nicht geholfen. Ich brauche echten, lebendigen Austausch mit Menschen, die wissen, wie man diese unerträgliche Angst und das Schweigen des Partners durchsteht.

    Wie schafft ihr es, in solchen Momenten bei euch zu bleiben?

    Danke fürs Lesen und für eure Unterstützung.