Beiträge von Paolo

    Hallo Andy,

    Zitat

    ... zumindest für jeden mit einer allgemeinen Schulbildung...

    Sicherlich gibt es hier Menschen die froh
    wären wenn Du sie nicht von deinem hohen
    "Bildungsross" herab ansprechen würdest.

    Wir sind hier eine Gemeinschft von Menschen
    die versuchen ein abstinentes Leben zu führen.
    Ich (und vieleicht auch andere) möchten nicht
    in Schubladen irgendwelcher
    Bildungseitelkeiten gesteckt werden.

    Paolo

    Zitat

    Am Meisten bin ich erstaunt darüber, dass viele Leute mit höherem Niveau, von denen ich eher erwartet hätte gemieden zu werden, mir volles Verständnis entgegen bringen, Interesse an mir bekunden und sich bei jedem Kontakt wohlwollend nach meinem Befinden erkundigen und mir weiterhin alles Gute wünschen. Wobei anders herum, Leute mit normalem Niveau, von denen ich dachte, dass sie mich eher verstehen würden, eher entsetzt reagierten und von da ab spürbar Kontakte zu mir vermeiden.

    Hallo Andy,
    als es darum ging einen Saufkumpanen zu haben, war mir die soziale
    Stellung der Mitstreiter meist egal. Nicht das ich mit den vielzitierten
    "Parkbank-Penner" getrunken hätte, aber am Osterfeuer, im Sportverein,
    oder beim Stadtfest habe ich oft mit Zeitgenossen zusammengestanden
    mit denen ich "nüchtern" kein Kontak pflegen würde.
    Natürlich soff ich auch mit anderen.
    Im Golfclub standen die Säufer auch zusammen,
    Niveau war aber das gleiche, nur verlogener gings zu.

    Ich denke das ist ein ganz typisches Verhalten nasser Alkoholiker.
    Einen "Verbündeten" zu suchen um von der eigenen Sucht abzulenken.
    Meist wurde ich als "Kumpel" akzeptiert mit dem man
    "reden" kann. Obwohl mit einem 110.000 Euro Auto vorgefahren und
    schickes "Frauchen" an der Hand. Der Suff vereint (oberflächlich).

    Wenn heute einer von denen hier plötzlich auf der Matte stehen
    würde wüßte ich nicht worüber ich mich mit ihm unterhalten sollte.

    Ich weiß auch bei denen wäre die Akzeptanz meiner Trockenheit
    sicherlich nicht groß, aber ich denke das liegt an deren nassem
    Zustand. Ein gewisses Maß an Intelligenz -die ich mir selber
    nicht unterstellen möchte- ist einer "Trockenwerdung" sicherlich nicht
    abträglich, aber auch kein Muß. Auch mit einem schlichten Gemüt
    ist ein Abstinentes Leben möglich. Es kommt auf den Tiefpunkt an.

    Von den Menschen, denen ich mich gegenüber geoutet habe,
    erhielt ich auch nur positives Feedback, wenn ich auch meine
    das es oft nur "Lippenbekenntnisse" waren. Manche von denen
    haben sogar kapiert wie es funktioniert trocken zu werden/bleiben,
    andere meinten es sei reine Willenssache.

    Richtiges Interesse an meiner Krankheit zeigen aber nur die,
    die mich mögen und schätzen. Den anderen wäre es egal
    ob ich morgen einen Rückfall erlitte. Dabei spielt es bestimmt
    keine Rolle ob die am Fließband stehen oder Aktien verscherbeln.

    LG
    Paolo

    Hallo Spedi,

    Zitat

    was denn bei den Einzelnen so individuell an ihrer Alkoholsucht war

    Nix!
    Umso länger ich mich hier im Forum aufhalte, desto bewusster
    wir mir wie sehr sich doch die einzelnen Suff-Karrieren gleichen.
    Unterschied: Der ein bekommt die Kurve früher, der andere später,
    mache nie.
    Individualität kann ich nur bei der "Trockenwerdung " erkennen.

    Paolo

    Hallo Kommal,
    ich noch mal.

    8 Flaschen Bier gehörten auch zu meinem
    täglichen Ritual. In der Tat grenzt es an ein
    Wunder das man morgends heile und unbehelligt
    zum Arbeitsplatz kam.

    Ich habe immer darauf geachtet das meine Autos
    tadellos waren, aus Angst mal angehalten zu werden.

    Daran sieht man doch wie das komplette Leben
    auf die Sucht ausgerichtet war...
    innerlich wußte ich das immer,
    habe es aber nach Kräften verdrängt.

    So, jetzt will ich Deinen Thread auch
    nicht weiter "verunstalten"

    Schönes WE
    Paolo

    Hallo Kommal,

    da haben sie Dich aber ganz mächtig an die Wand gedrängt.
    Muß schon ein unangenehmes Gefühl
    sein so plötzlich als Säufer am Pranger zu stehen.

    Gut finde ich wie ruhig und professionell
    Deine Vorgesetzten gehandelt haben und das Du
    Deinen Kollegen nichts verheimlicht hast. Hut ab!

    Bin auch gespannt wie
    es weiter geht. :wink:

    LG
    Paolo

    Hallo,
    alles in allem möchte ich mich Martins Meinung anschliessen.
    Einige suchen eine Art Absolution um weiter ungestört Alkohol trinken zu können.

    Die die ernsthaft daran interessiert sind ein trockenes Leben zu erlangen,
    halten sich erst einmal zurück, haben ihre Lage analysiert und versuchen
    nun zu erkunden wie die LZT es geschafft haben trocken zu bleiben.

    Hier von einem Thread in den anderen zu springen und angelesenes
    Halbwissen zu verbreiten ist nicht neu und die Leute bleiben in der Regel
    auch nicht lange.

    Paolo

    Zitat

    Ich hab durch seine Hilfe erkennen müssen,das mir schon immer Selbstbewustsein fehlte.Das das,was mich eigentlich auszeichnet,von mir als Schwäche empfunden wurde.Ich wollt immer jemand darstellen.Einer ohne Ecken und Kanten,überall beliebt....Beliebt bis zur Selbstaufgabe.NIe Zeit für mich.Nie zufrieden.Immer schneller,höher ,weiter.Los,los ,los...
    Und wenn es mal nicht so läuft,dann wird erst mal was getrunken...und noch was.Und irgendwann fing ich an,überall das Schlechte zu suchen und zu finden.Wusste ich doch ,wie ich trotzdem gute Laune kriegen kann...und schon hatte ich meinen Grund von neuen.


    hmm... ja Lütze das dürfte durchaus auch meinen Wesenzügen entsprechen.
    Dein Therap. hat da nicht nur bei Dir den Nagel gut getroffen.
    Darüber will ich gleich einmal in Ruhe nachdenken: was sich
    jetzt bei mir geändert hat.

    Danke
    Paolo

    Zitat

    Sage mir öfters mal,das ich sie nicht mehr anrufen sollte...Damit sie merkt,wie es ohne Mann ist...ist das verkehrt?'
    Gebe dann mit schöner Regelmässigkeit meinem Bauchgefühl nach und greif zum Hörer...ist das verkehrt?


    ... habe mal ein nettes Sprichwort gehört:
    "Willst du gelten, mach dich selten" :wink:

    Paolo

    Hallo Pleja,

    Zitat

    habe ich das mit einer Übungseinheit soziale Phobie: Bin ohne Verpackung zur Post, hab dort eine gekauft und dann in aller Ruhe an einem Nebentisch mein Päckchen gepackt, den Adresszettel ausgefüllt etc. Ein paar Leute, die in der Schlange anstanden haben mich angeglotzt, aber es war mir egal was die denken. So soll es sein!


    gute Sache das. :lol:

    Ich habe seit einiger Zeit Dauerstress mit einem Händler.
    In dem Fall habe ich es mir zur Aufgabe gemacht meine
    (berechtigten) Ansprüche an Qualität und Funktion durchzusetzen.

    Der Bursche ist ein aufbrausender kleiner Tyrann und lässt in
    seiner Fa. alle stramm stehen, inkl. seinem Bruder.
    Mir ist es gelungen ihn auf eine für beide Seiten erquickende
    Ebene zu ziehen. Das lässt mich hoffen, in Zukunft
    wieder mit meiner Umgebung in einem einverträglichen
    Maße zu kommunizieren.

    Jedenfalls bin ich dankbar für diese Lektion.
    Wie es mit ihm steht weiß ich nicht.
    Ob er auch Gefallen daran hat?
    Mir egal.

    LG
    Paolo

    Zitat

    sie sind trocken...und das unterscheidet sie halt von denjenigen, die nur nichts trinken und sich dafür Gedanken über z.B. die "korrekte" Formulierung oder ähnliche Nebensächlichkeiten machen...


    jo, noch sowas was nervt.
    Solche Leute halten den ganzen
    Unterricht auf. :P:lol:

    Es ist egal, ob die Katze schwarz oder weiß ist - Hauptsache, sie fängt Mäuse 8)
    (ich meine von Mao oder Deng Yiaoping)

    Die meisten Menschen die sich neu anmelden,
    sind ja noch sehrt verunsichert was ihren Zustand angeht.
    In der stillen Hoffnung doch kein Alkoholiker zu sein, entstehen
    solche Formulierungen wie: "Ich trank nur Bier, niemals harte Sachen"
    oder "...ich trank erst nach Feierabend" "...normalerweise trinke ich nur
    am Wochenende" usw. usw. usw.

    Und tatsächlich ist es egal welche Mengen an Alkohol, wann,
    wo und wie getrunken wurden.
    Auf die eigen Einstellung/Empfindung kommt es an.

    Was mir immer wieder auffällt, ist der Wunsch vieler,
    ihre eventuelle zukünftige Trockenheit,
    bereits im Vorfeld schon mit Bedingungen zu verknüpfen.

    Da hat die Arbeit Vorrang, die Hochzeit des Bruders steht an,
    die Silvesterfeier mit Freunden,
    oder der vermeintliche Verlust an Lebensfreude
    wir gegen die Trockenheit hochgerechnet.

    Letzlich ist der trockene Weg auch ein langer Prozess.
    Niemand kann erwarten das sich hier Leute im
    Forum anmelden die bereits umfassend informiert
    sind.

    Aber ich glaube, wer wirklich bereit ist Hilfe anzunehmen,
    wer tief in seinem Inneren spürt was
    mit ihm los ist, der wird sich nicht ablenken
    lassen von seinem Weg.
    Der ahnt was ihm "bevorsteht". Der schaut nicht
    was die anderen Frischlinge hier machen, sondern
    stöbert in den Tagebüchern und Berichten derer
    die schon lange trocken sind.
    Hier holt er sich sein "Trocken-Futter" ab.

    Bedenklich wird es z.B dann, wenn - wie kürzlich im
    Vorstellungsbereich- ein angeblich langjährig Trockener
    schreibt, das er es mit seinem "eisernem Willen" seit Jahren
    "schafft" trocken zu bleiben.

    Trotzdem ist es wichtig das jeder hier so schreibt
    wie er möchte. Verkehrte Ansichten helfen uns
    ständig unsere Standpunkte zu überprüfen.

    Ein Forum in dem alle "gleichgeschaltet" wären
    halte ich für gefährdet, da kein richtiger Austausch
    mehr stattfindet.

    Paolo

    Hallo Lütze,

    Zitat

    Der URSPRUNG LIEGT BEI MIR IN DER Familie,glaube ich fest.Die Wirkung traf und trifft noch die Familie.Die verdammte Sucht spaltete die Familie

    bedenke bitte es handelt sich um eine Krankheit.
    Es ist verkehrt wenn Du Dir selbst die Schuld gibst.
    Es ist unendlich wichtig für Dich Deine Alkoholkrankheit bedingungslos anzunehmen.

    Zitat

    Auseinandersetzen ja,aber ist das nicht nur Zerpflücken von Tatsachen,denen man als Aussenstehender hilflos gegen über steht?Woher das Verlangen gekommen ist immer weiter zu trinken,kriegen wir alle nicht raus.Bedeutet es nicht auch zurück zu sehen?Und nicht nach vorn.
    Ich merke gerade,das ich immer noch ein schlechtes Gefühl habe,den Leuten gegenüber,die mir nahestehen.


    Niemanden sind wir Rechenschaft für diese Krankheit schuldig.
    Sich in Gedankengängen zu verlieren, "wieso konnte ich nicht aufhören zu
    trinken, warum ausgerechnet ich?" bedeutet tatsächlich nach hinten
    schauen. Dazu sind wir nicht hier.
    Natürlich wäre es schön die Ursachen unserer Sucht heraus zu finden, doch das darf nicht in Schuldvorwüfen enden.
    In erster Linie sind wir hier, um unsere Krankheit zu stoppen.

    Dazu gehört es auch unseren Blick auf die Gegenwart zu richten.
    Wie sieht meine Trockenarbeit aus?
    Welche Fortschritte habe ich gemacht?
    Was kann ich verbessern?
    Positive Änderungen in Deinem Umfeld wirst
    Du eh nur trocken bewirken können!

    Trinkpausen hatte ich einige, die längste dauerte fast ein Jahr.
    Damals hatt ich keine Ahnung das es nicht ausreicht nur nichts zu trinken.
    So versuchte ich mit meinem Willen den Alkohol zu bekämpfen.
    Meinte nach 3 Monaten meine Sucht überwunden zu haben und
    jetzt kontrolliert Alkohol trinken zu können. Meist finge es damit an das
    ich erst "Alkohol freies" später Light-Bier trank um dann ganz schnell in meine alten Gewohnheiten zurück zu fallen.

    Stets zog ich bei diesen Kämpfen den kürzeren und der tödlich Kreislauf begann von vorne.

    LG
    Paolo

    Hallo Scrooge,

    auch von mir ein ganz dicken, fetten Glückwunsch

    zu Deinem ersten trockenen Jahr.

    Mögen noch unendlich viele trockene und

    zufriedene Jahre folgen.

    Paolo
    der sich ernsthaft fragt ob Du
    mit Vornamen Ebenezer heißt? :lol:

    Hallo Marla,

    Zitat

    puhh, ich wünsche mir eine hülle, die mich von all diesem abschottet


    diese Hülle kannst Du Dir selbst erschaffen:

    Distanz zum Alkoholischen Umfeld.

    Ohne diese ist jeder Anlauf zu einem trockenen,
    zufriedenen Leben zum Scheitern verurteilt.
    Gerade im ersten Jahr sollte man peinlich genau
    darauf achten in welcher Umgebung man sich bewegt.

    Paolo

    Zitat

    Mh, ich hatte auch nie den Wunsch, irgendworin die "Beste" zu sein, aber ich denke, das ist wohl eh eher ne "Männerdomäne" diese Gedanken hatte ich nie. Hobbys übte ich immer des Spaßes Willen aus und in meinem Beruf wollte ich gut sein, mehr nicht.


    ja liebe Sabine.

    Wir Männchen mit unserem Imponiergehabe.
    Dachten immer der "Beste" der bekommt auch die
    schönsten Weibchen zum Kindermachen und Bierholen.

    Natürlich üben wir unsere Hobby auch aus um nebenbei Spaß zu haben,
    aber unsere Denke ist so: Warum nur so zum Spaß wenns
    auch ernst geht? Warum nicht bei der Gelegenheit den anderen Männchen
    zeigen wer der King im Kral ist. (..und so ganz nebenbei die
    bewundernden Blicke der paarungsbereiten Weibchen einheimsen.)

    Aber dank emazipatorischer Weitsicht unserer Gesellschaft
    befällt dieser "Jetzt komm ich" Virus
    ja immer mehr weibliche Tierchen unserer
    Gattung. Die fahren Autorennen, boxen sich den Riechaparat
    platt, und spielen mit der runden Kugel, das einem "uns Uwe"
    das Gewinner-Lächeln zu einer Grimasse erstarren läßt.
    Sogar Kampfpilotinnen gibts schon bei der BW.
    Die alle wollen auch die Besten sein Sabine.

    Leider suchen sie sich auch ihren "Zuchtbullen" selber aus,
    aber nicht um einfach nur ihre Art zu erhalten, nein nur so zum Spaß.
    Das muß MANN sich mal vorstellen.
    Unerhört sowas!

    Paolo :wink:

    Hallo Clara,

    ich glaube diese Silvesterfeier ist der verkehrte Andsatz um Trocken zu werden.
    Aber aus Erfahrung weiß ich das Du trotzdem hingehen wirst.

    Nach Silvester kommt vielleicht die nächste "Herausforderung"
    für Dich. Eine Hochzeit im Freundeskreis, eine große Familienfeier
    oder nur der Geburtstag einer lieben Freundin.

    Zitat

    Ich möchte aber auf meine lieben Bekannten nicht verzichten.


    dann solltest Du Dir unbedingt überlegen wie wichtig
    Dir die Trockenheit ist. Auf dem Weg dahin wirst Du
    evtl. tiefe Einschnitte machen müssen.
    Auch im Freundes, bzw. Bekanntenkreis.

    Die räumliche Distanz zu trinkenden Menschen ist unumgänglich.
    Sie ist unter anderem eine der Voraussetzungen für ein
    trockenes,zufriedenes Leben.

    Zitat

    Ich werde mich diskret mitteilen, dass ich nichts trinke.


    Besser wäre es zu sagen: "Ich bin Alkoholikerin.
    Wenn ich Alkohol trinke kenne ich kein Aufhören"

    Ich weiß, das ist schwer...aber wenn es Deine Freunde sind werden sie
    verstehen und dich schützen.

    Wir Trocken Alkoholiker hier im Forum haben den Kampf gegen den
    Alkohol aufgegeben, haben kapituliert, haben erkannt das der Alkohol
    nicht mit Kampf oder festem Willen zu besiegen ist.

    Wie das geht, steht hier im Forum.

    Am besten ist es Du liest ganz viel hier,
    das wird Dir helfen zu verstehen.

    LG
    Paolo