Beiträge von Blizzard

    Hallo phoenix,

    natürlich können wir aus der Ferne (ja wahrscheinlich nicht mal du selber) beurteilen, ob dieser Typ da die Wahrheit gesagt hat (von wegen er habe sich immer noch um seine Kinder gekümmert). Sowas ist sowieso immer eine subjektive Wahrnehmung. Bei jemanden der lange als nasser Alkoholiker und obendrein als Junkie gelebt hat, lässt sich das für mich nur schwer vorstellen. Grundsätzlich gibt es aber tatsächlich Unterschiede, die meiner Erfahrung nach in der eigenen Sozialisation und Erziehung mitbegründet sind, aber auch im jeweiligen Typus des Alkoholikers begründet liegen. Will sagen: Auch mir ist aufgefallen, das Alkoholiker einen sehr unterschiedlichen Grad des "sich gehen lassens" in ihrer nassen Zeit an den Tag legen.

    Der eine trinkt plötzlich exzessiv (Quartalssäufer z.B.) und 1-2 Wochen durchgehend bevor er schließlich auf der Intensivstation landet. Er/Sie lässt in dieser Zeit alles stehen und liegen um sich dem Rausch hinzugeben. Lässt Kinder Kinder sein, Arbeit Arbeit und isst nicht mal mehr.

    Ein anderer lebt jahrzehntelang als "versteckter Alkoholiker", der nach aussen hin ein verantwortungsvolles und geregeltes Leben führt, bevor er schließlich irgendwann doch psychisch einbricht und sich - zum Erstaunen und Schock aller - in suchttherapeutische Behandlung begibt. Dieser Typ Alkoholiker hat womöglich tatsächlich die ganze Zeit über sich mehr oder weniger gut um seine Kinder kümmern können.

    Das sind natürlich 2 Extremfälle. Die Majorität liegt wohl irgendwo dazwischen.

    Jedenfalls sind die Fälle eben teilweise sehr unterschiedlich. Wie ein Süchtiger sein Leben letztendlich trotzdem noch unter Kontrolle hat, hängt - wie ich weiter oben schon erwähnt habe - meiner Meinung nach auch sehr mit der persönlichen Herkunft ab. In meiner Suchtberatungsstelle sehe ich leider immer wieder, wie verantwortungslos und ich-bezogen gerade Alkoliker aus bildungsfernen Schichten mit ihrer Umwelt (und damit natürlich auch mit ihren Kindern) umgehen. Mir drängt sich daher schon der Verdacht auf, das es da einen statistischen Zusammenhang zwischen Bildung/Erziehung einerseits und Verantwortungsgefühl andererseits gibt.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Vaan,

    was du brauchst, ist eine Beschäftigung oder zumindest mal ein Interesse, welches das Vakuum füllen kann, indem du dich gerade befindest. Das gerade die Sonntage seeeehr lange werden können, kennen gerade Alkoholiker wohl nur zu gut. Früher haben wir an diesen Tagen unseren Rausch bis zum frühen Nachmittag ausgeschlafen, dann noch ein paar Bier um wieder auf die Beine/in Stimmung zu kommen...und dann gings meistens auch schon wieder früh ins Bett. So war es zumindest bei mir. Jetzt kann dieser Tag richtig lang werden, gell?

    Ich will nicht fachsimpeln (lese nur gerade sehr viel Fachliteratur). Manche Psychologen sprechen tatsächlich von einer weitverbreiteten "Sonntags-Neurose" - eine Erscheinung unserer modernen Zeit.

    Überleg doch mal, was dein Interesse wecken könnte. Wenn du was finden kannst, was dich richtig fesselt und in seinen Bann zieht, dann werden auch die Sonntage zu schönen Tagen.

    Ich mache Sonntag immer einen langen Spaziergang (ersatzweise Sport), lese mindestens 1-2 Stunden ein gutes Buch, mache mir bzw. meiner Frau richtig lecker essen, entwickle mein Schachspiel weiter und gucke fast immer "Tatort". Wenn man solche Fixpunkte an einem Sonntag hat, dann können höchstens zwischendurch mal kleine Lücken entstehen. Die große Leere bleibt aber aus....

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Vaan,

    was die Aussage deines Arztes betrifft, so muss man einfach festhalten, das viele Allgemein-Ärzte nicht besonders viel Ahnung von unserem Krankheitsbild haben - deshalb sollen sie auch im allgemeinen keine Therapiepläne und Ratschläge für Alkoholiker erteilen, sondern eben die richtigen Kontakte vermitteln, Überweisungen ausstellen usw.

    Als es mir im März (kurz vor meinem letzten, 10-tägigen Rückfall) ziemlich schlecht ging, war ich bei einem Vertretungsarzt meiner Hausärztin um mir eine Überweisung zum Psychotherapeuten geben zu lassen. Das tat dieser Vertretungsarzt auch, dem ich gesagt habe, das ich Alkoholiker bin und seit 2 Monaten nichts getrunken habe. Daraufhin schrieb er auf die Überweisung handschriftlich "war früher mal Alkoholiker".

    Ich denke dieser Satz sagt alles über die Unwissenheit zum Alkoholismus aus.

    Alkoholismus ist halt eine sehr komplexe Krankheit und bei weitem nicht jeder Arzt hat Ahnung davon.

    Dein Arzt hatte bei dem Wort "Alkoholiker" offensichtlich auch nur noch das Endstadium eines obdachlosen Säufers vor Augen, der keine Bissen festes Essen mehr zu sich nehmen kann, ohne es sofort wieder rauszuwürgen. Das sind nun mal die eindringlichsten Bilder, die in unserer medialen Welt vom Alkoholiker-sein hängen bleiben.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo an alle,

    zuerst möchte ich mal sagen, das ich diesen Thread hier äußerst interessant und auch produktiv finde. Wäre dem nicht so, würden hier wohl auch nicht 30, teilweise äußerst ausführliche Antworten stehen. Ich denke, dass es hier mittlerweile nicht nur um terwaras spezifische Frage geht, sondern eigentlich allgemein um die Frage, welche Langzeitangebote die Gesellschaft Alkoholikern machen kann und machen soll - und welche nicht.

    Nach dem bisherigen Diskussionsverlauf hier - und den recht einhelligen Antworten der Betroffenen (unter teils besonderer Berücksichtigung ihrer eigenen Biographie) bekomme ich den Eindruck, das viele Hilfsangebote zwar gut gemeint sind, im Endeffekt aber auch höchst missbrauchsanfällig. Um es klar zu sagen: Alkoholiker werden in ihrem Lari-fari-Stil, indem sie von einem Rückfall in den nächsten stolpern, durch ein professionelles Umfeld gestützt und sogar bestätigt. Bestätigt insofern, als sich durch die Rückfälle an diesem Umfeld und für dieses Umfeld selbst nichts ändert. Niemand ist enttäuscht, Hilfen werden genauso aufrechterhalten wie vor den Rückfällen.

    Kann das richtig sein? Hier im Forum ist oft (eigentlich ständig) die Rede vom "persönlichen Tiefpunkt" die Rede, die notwendig war, um eine Entscheidung FÜR die dauerhafte Abstinenz zu erreichen. Diesen persönlichen Tiefpunkt haben viele erst aber erreicht, weil ihr Umfeld eben nicht mehr mitgespielt hat! Nur dadurch konnte sich im festgefahrenen, selbstmitleidigen Verhalten des nassen Alkoholikers etwas ändern.

    Was bringen also Hilfen für Alkoholiker, die nicht ernsthaft trocken werden wollen?

    Letztens habe ich von einem Projekt eine großen deutschen Stiftung gelesen, die eine betreute Wohngruppe betreibt für "Alkoholiker mit fehlendem Abstinenzwillen". Ist sowas sinnvoll?

    Auf eine weitere Diskussion hier freut sich,

    nebst Gruß,

    Blizzard

    Zitat von Karsten

    Wer Sorgen hat, muß Anlaufstellen, Gesprächspartner kennen und dann aus der Eigenverantwortung heraus, die Hilfe suchen und annehmen.

    Ich denke, diesen Satz kann man als Quintessenz aller Antworten hier so festschreiben, wobei ich bewusst die Eigenverantwortung hervorstreichen will. :wink:

    Hallo Luzy,

    freut mich, das du offensichtlich ganz gut in der LZT angekommen bist. Mach dir nicht zuviele Gedanken, was "das alles bringen soll". Versuche einfach mit deiner vollen Aufmerksamkeit mitzunehmen, was du nur kannst und nütze den geschützten Raum, den eine solche Therapie bietet, um dich auch auf dein künftiges Leben vorzubereiten.

    Wichtig ist natürlich auch, dass man mit den Leuten halbwegs klarkommt - und das scheint ja bei dir auch bisher der Fall gewesen zu sein.

    Ich wünsch dir alles Gute und drück Dir die Daumen, das es weiter bergauf geht.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo terwara,

    ich habe zwar nicht beruflich mit Alkoholikern zu tun, bin jedoch selber Sozialarbeiter und obendrein Betroffener. Ausserdem bin ich in einer Suchtberatung in therapeutischer Betreuung, kenne daher auch ein wenig die Klientel ausserhalb meiner eigenen Person.

    Ich sehe die Sache so: Ein Rückfall sollte kein Weltuntergang sein, er ist aber sehr wohl eine sehr ernste Sache. Wenn jemand regelmäßig Rückfälle hat, ist er ehrlich gesagt für mich nie trocken gewesen. Die Leute, die ich kennengelernt habe in den letzen Monaten und die Rückfälle hatten, hatten zu einem großen Teil

    a)die Ernsthaftigkeit ihrer Krankheit gar nicht verinnerlicht
    b)wenig bis gar nicht an ihrer Trockenheit gearbeitet - und damit eigentlich nur "Trinkpausen" eingelegt
    c)haben nicht selten immer noch den versteckten Wunsch, kontrolliert trinken zu können
    d)ihren persönlichen Tiefpunkt noch nicht erreicht

    Es ist eine Einstellungssache. Rückfälle werden nie 100 % vermeidbar sein - das ist einfach das Wesen unserer Krankheit. Jedoch lässt sich das Rückfallrisiko minimieren, und zwar durch die Standardmaßnahmen, die jeder Alkoholiker, der es mit dem Trockenwerden ernst meint, beherzigen MUSS:

    1. Sich ein alkoholfreies Umfeld schaffen
    2. Feste und sonstige Anlässe wo getrunken wird vermeiden
    3. Die entstehende Leere durch sinnvolle Aufgaben, Hobbies und Arbeiten füllen.

    Ich persönlich halte den 3. Punkt vielleicht sogar für am wichtigsten. Abstinent leben, ist keine Veränderung, sondern eine Revolution im Leben eines Alkoholikers.

    Was bleibt mir noch zu sagen?

    Wenn sich ein Rückfall anbahnt, dann hilft meist auch ein gutgemeintes Gesprächsangebot nicht mehr viel. Es ist für mich einfach ein Fakt, das man als Alkoholiker SELBST trocken werden muss und trocken WOLLEN werden muss. Wer das nicht 100 % will und es als einzige Alternative für sein weiteres Leben sieht, der wird immer und immer wieder Rückfälle erleiden. Und das können leider alle Sozialarbeiter dieser Welt nicht verhindern. So ist Sucht nunmal.

    Ich hoffe, ich habe dir mit diesen Worten weitergeholfen.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo kommal,

    ähnlich wie bei dir geht bei mir jetzt ja auch langsam einiges vorwärts. Dein Beispiel zeigt mir auch mal wieder, das es erst so richtig und entscheidend vorangehen kann im Leben, wenn man als Alkoholiker trocken wird. Davor war das ganze Leben irgendwie ein Murks. 2 Schritte nach vorn, 3 zurück. Mal nach links, mal nach rechts in den Straßengraben gefallen und am Ende hat man eigentlich gar nichts mehr gewusst: Nicht wer man ist, nicht was man will, alle Ziele waren vage oder schlichtweg durch die Sauferei unerreichbar.

    Jetzt wo der Kopf klarer wird, das Selbstvertrauen und -zutrauen wieder steigt, kann man richtige Fortschritte machen. Das ist einfach so - und es macht Mut.

    Auch dir weiterhin alles Gute!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Joe,

    zum Saftkonsum kann ich deine Erfahrungen für mich nicht bestätigen. Ich trinke den ganzen Tag über verteilt (also auch noch am Abend) viel Saft - allerdings auch stark verdünnt. Auf einen Viertel-Liter 100%-igen Fruchtsaft kommt bei mir 3/4-Liter Leitungswasser.

    Beschwerden habe ich dadurch eigentlich noch nicht gehabt. Müde bin ich in der Früh immer und ohne Kaffee geht da sowieso nichts. Nach diesem fühle ich mich dann aber auch schon recht schnell fit.

    Aber wenn bei dir das Absetzen des Saftes zur Wirkung hat, das du dich am nächsten Morgen besser fühlst, dann ist doch alles in Ordnung. :) Der Körper reagiert nun mal bei jedem Menschen anders. Dies gilt nicht nur in Zusammenhang mit Alkohol. In Säften ist ja viel Zucker drin und wenn du viel Saft trinkst, kann das schon zu einer Überzuckerung und daher zu Müdigkeit führen. Jeder Marathonläufer, der mal versucht hat, zwischendurch Traubenzucker o.ä. zu essen, kann darüber ein Lied singen. Das gibt für ein paar Minuten Kraft - und dann folgt der große Einbruch.

    Vielleicht ist der Effekt bei dir ähnlich. Aber wie dem auch sei: Wenns dir so besser geht, ist doch alles prima.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo kommal, joe und Bernd!

    Danke für eure Beiträge und eure mutmachenden Worte.

    Mir gehts weiterhin ziemlich gut. Habe heute 141 Euro erhalten - mein erstes selbstverdientes Geld in meinem neuen, abstinenten Leben! :D

    Am Freitag habe ich ein Vorstellungsgespräch bei einer Inventurfirma. Dort geht es zwar auch "nur" um eine wahrscheinlich ziemlich einfache Tätigkeit, aber immerhin - wenn ich den Job bekomme/annehme, werde ich immerhin vom Zeitungsverteiler "aufsteigen". Die Zeitungsverteilerei mache ich bis dahin zumindest mal weiter, auch wenn diese Woche Pause angesagt ist, da ich momentan Bewerbungsgespräche, Infogespräche, Beratungstermine usw. zu Hauf habe.

    Ich fühle mich ganz gut und stabil (ich traue mich das ja eigentlich nicht sagen, weil ich nichts verschreien will). Ich bin nicht euphorisch, aber ich habe jetzt viel Klarheit gewonnen darüber, wo ich beruflich hinwill und was mich interessiert. Vielleicht ist das ja auch langsam die "stille" Wirkung des Antidepressivums, die mich momentan ziemlich ruhig und ausgeglichen sein lässt.

    Auf jeden Fall ist einiges in Bewegung.

    Herzliche Grüße,

    Blizzard

    Hallo Forumsgemeinde,

    nach einer Woche melde ich mich nun mal wieder. Der Besuch bei meinen Schwiegereltern war sehr nett. Wir hatten eine nachträgliche Hochzeitsfeier anläßlich meiner Trauung im Sommer mit ungefähr 40 Gästen. Das Essen und das Mineralwasser waren sehr lecker. 8)

    Anfang der Woche war ich wieder ein bis Mittwoch ein paar Stunden jeden Tag arbeiten, danach nachmittags kurz ausruhen, dann trainieren, dann fernsehen, dann Buch lesen und früh schlafen. Diese beginnende Rhythmisierung hat mir sehr gut gefallen und es ging mir richtig gut dabei. Leider wirds wohl nicht so weiter gehen, weil ich mit dem Prospekt verteilerjob nicht mehr als ein besseres Taschengeld verdiene und keine Perspektive auf ein vom Arbeitslosengeld unabhängiges Einkommen habe. Tja, da heißt es nun weitersuchen, suchen und nochmal suchen.

    Am Dienstag war ich bei meiner Gruppensitzung und war das erste Mal schon bei der Hinfahrt gut gelaunt. Ich habe mir nun endlich auch einige Music-Files für meinen MP3-Player gekauft und höre jetzt ausser Haus viel Musik. Alleine das steigert schon die Laune, wie ich bemerkte.

    Alles in allem läuft es also ganz gut - ich hoffe nur, jetzt bald auch einen angemessenen Job zu finden, damit sich mein Tagesablauf weiter stabilisieren kann.

    Herzliche Grüße vom guten, alten

    Blizzard

    Zitat von kommal

    Hallo Blizzard,

    Diesem "man" scheint´s ja recht gut zu gehen, und DIR???

    Denk mal drüber nach, wieso und was DU tun kannst.

    LG kommal

    Hallo kommal,

    ich weiß was du mir sagen willst, und du hast recht. Das ich immer auf die "unbestimmte Person" ausweiche, hat wohl damit zu tun, das ich Schwierigkeiten, oder Ängste habe, das ich "normal" bin - obwohl ich es gerne wäre. Immer wieder ertappe ich mich dabei, das ich mir mal wieder Sorgen mache, weil ich ja "anders" bin. In guten Momenten wird mir dann wieder klar, das ich nun wirklich kein "Sonderfall" bin und die psychologischen Mechanismen bei mir genauso funktionieren, wie bei den anderen.

    Mit der Verwendung von "man" will ich mich offensichtlich davor wappnen, endgültig zuzugeben, das es mir hin und wieder auch tatsächlich ganz gut geht - aus der Angst heraus, das es demnächst schon wieder nicht mehr so ist.

    Oh, mann, das hört sich jetzt sicher sehr kompliziert an... :roll: Ist ja auch nicht ganz leicht auszudrücken....

    Schönes Wochenende an alle, ich bin jetzt gleich für 2 Tage bei meinen Schwiegereltern. :roll:

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    ich war tatsächlich gestern (7 Stunden) und heute (6 Stunden) arbeiten. Es war gar nicht so schlimm. Während der Arbeit kommt man sowieso nicht ins Grübeln, weshalb man schon ein ordentliches Stück ausgeglichener ist. Trotzdem bin ich immer noch sehr skeptisch, das es so weitergeht, und wegen dieser Skepsis entwickelt sich kein richtiges Hochgefühl.

    Was ich momentan mache ist sowieso nur eine Zwischenstation. Aber immerhin zeigt sich, das der "halber Nervenzusammenbruch" am Montag unbegründet war. Alleine deshalb haben sich die letzten Tage schon gelohnt.

    Morgen früh gehts wieder los...

    Herzlichst,

    Blizzard

    Zitat von JoeDoe75

    Hallo zusammen!

    ODER: Dem Lebenswillen mal eine echte Chance geben sich zu entwickeln, und auftretende Schwierigkeiten als Herausforderungen und nicht als unüberwindbare Barrieren zu betrachten!

    Dito. Daran arbeite ich auch gerade. Es ist so wichtig, wieder zu lernen, bei (inneren) Widerständen nicht mehr klein bei zu geben, sondern sich auch mal gegen seine Unlust zu stellen. Daran muss ich gerade ziemlich hart arbeiten...

    Herzlichst

    Blizzard

    So,

    habe gerade noch Annikas Rat befolgt und war doch noch beim Sport, obwohl ich das bei meinem Unwohlsein heute Nachmittag schon knicken wollte. Nach der ersten Überwindung liefs auch wieder prima.

    Mittlerweile habe ich mich von meiner schlechten Stimmung heute Mittag wieder gefangen und bin froh, das ich anscheinend doch noch mich selber aus solchen Stimmungslagen befreien kann. Das ist nämlich die tief in mir sitzende Angst in mir: Die Kontrolle über meine Stimmungslagen völlig zu verlieren, mich nicht mehr wehren können gegen depressive Zustände usw. Aber bis jetzt klappt das super - und das muss auch mal ausgesprochen werden. Jawohl.

    Herzlichst

    Blizzard

    Zitat von Karsten

    Hallo Vera,

    vielleicht wäre es gut, wenn Du eine Anrede verwendest, damit er oder sie auch weiß, wer gemeint ist. :lol:

    ja, ich bin gerade auch ein bisschen verwirrt.. :wink:

    Liebe Annika und Phoenix,

    auch an euch vielen Dank für eure schnelle Reaktion und eure lieben Worte. Annika und Spedi: Ihr beide habt ja recht - im Prinzip ist alles bestens - und trotzdem habe ich mich heute wieder total unsicher und verzweifelt gefühlt - es ist einfach alles irgendwie so neu. Und egal was kommt: Ich werde diesmal ja auf jeden Fall keinen Alkohol trinken, das ist ja klar - und vielleicht ist es auf eine ganz subtile Art, das was mich diesmal unsicher macht: Den "Ausweg" in die Betäubung gäbe es jetzt nicht, wenn's "schiefgeht", das "Belohnungsbesäufnis" ebenfalls nicht. Wenn es schiefgeht, werde ich meine Gefühle aushalten müssen...und wenns gut geht, werde ich diese Freude auch selber spüren, ohne "Zusatzstoffe".

    Mittlerweile habe ich mich wieder einigermaßen "gefangen", meine Gedanken sind jetzt wieder weniger verkrampft und nervös. Vielleicht hatte ich auch wirklich einfach zuviel Koffein - gepaart mit Nervosität - tut der einfach irgendwann nichtmehr gut....

    Habe gerade mit meiner Frau telefoniert (die derzeit bei ihren Eltern ist), jetzt geht's mir wieder deutlich besser. Hoffe, das ich heute abend weiter die notwendige Ruhe finde und mir dann auch über das unverhoffte Glück der neuen Jobchance freuen kann.

    Liebe Phoenix - vielen Dank auch für das Shakespeare-Zitat - es ist auf jeden Fall seeeehr zutreffend auf meine Situation und sicher auch ganz allgemein eine Wahrheit!

    Viele Grüße,

    Blizzard

    Hallo Spedi,

    danke für die schnelle Antwort. Ich weiß es auch nicht so genau. Wahrscheinlich ist es eine allgemeine Verunsicherung nach der doch schon recht langen Zeit der Arbeitslosigkeit. Es wäre ja sozusagen die erste Beschäftigung in meiner Trockenheit. Aber das alleine ist wohl kaum der Grund für mein Unwohlsein....oder ist es doch "nur" das? Jetzt wo ich so darüber nachdenke, fällt mir ein, das ich mich die letzten Wochen größtenteils ziemlich gut fühlte...was heute ziemlich abrupt endete - logischerweise kann es ja dann nur an der Sache mit dem Job liegen.

    Jedenfalls habe ich momentan wieder mal zu kaum was Lust, wodurch natürlich auch wieder Zweifel hochkommen, ob ich denn wirklich schon gesund genug bin, um wieder arbeiten zu gehen. Es ist so nervend! Zu anderen Zeitpunkten - noch gestern fühlte ich mich wieder fit und zuversichtlich und hätte sofort bei jedwedem Arbeitsangebot zugesagt. Heute fühle ich mich wieder total unsicher und labil.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Hallo Leute,

    ich melde mich jetzt gerade mal ein wenig "ausserplanmäßig". Ich war heute vormittag - wie schon die vergangene Woche - in der örtlichen Bibliothek und versuchte meine Zeit mit dem Studium interessanter Bücher sinnvoll zu füllen (siehe obriges Posting). Da klingelte plötzlich mein Handy - es war eine Zustellagentur, bei der ich mich als Prospektzusteller beworben hatte und die - gemessen an der ziemlich simplen Tätigkeit - ausgezeichnet bezahlen.

    Eigentlich habe ich mir genaus so einen "Hilfsjob" für die jetzige Zeit gewünscht, um einfach wieder in den Arbeitsprozess zu kommen. Ich sollte jetzt also glücklich, wenn nicht gar euphorisch sein. Statt dessen geht es mir die letzten Stunden aber ziemlich elend. Übermorgen soll ich zu einer Probewoche antreten, ich habe auch zugesagt.

    Aber jetzt zweifle ich mal wieder an meinem Gesundheitszustand und meiner psychischen Stabilität und fühle mich momentan wieder so richtig unsicher. Irgendwie habe ich dieses ganze Leiden satt, weiß aber nicht wie ich es abstellen soll.

    Letzte Nacht habe ich eigentlich ziemlich gut geschlafen - fast 8 Stunden. Trotzdem war ich total müde heute morgen, was sich auch nach 2 Tassen Kaffee nicht änderte. Dann trank ich in der Bibliothek noch einen Energy-drink. Jetzt bin ich zwar nicht mehr müde, dafür ist mir ziemlich flau im Magen von der Nervosität ob der bevorstehenden Aufgabe und dem ganzen Koffein. Bin momentan wieder total müde vom Leben (aber keine Suizidgedanken, keine Sorge)

    Irgendwie geht's mir also momentan nicht wirklich gut...

    Gruß,

    Blizzard